Ex-Selenskyj-Berater: Das ist die weitere EU-Kriegsstrategie

2. Januar 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Die EU will den aktuellen Kriegsverlauf – das langsame Vorrücken Russlands – fortführen. Die Ukraine müsse bis 2028 durchhalten, und dann solle Trump gegen die Demokraten verlieren. Das sagt Selenskyjs ehemaliger Berater Oleksij Arestovych.

In der EU gebe es keinen Willen zum Frieden mit Russland – und der Grund sei in Washington zu suchen, erklärt Arestovych zum Jahreswechsel. Er war bis ins erste Kriegsjahr ein enger Vertrauter von Selenskyj und lebt seit 2024 im Exil in den USA. Das entscheidende Element in der aktuellen Kriegsplanung der EU sei die Hoffnung auf einen Sieg der Demokraten 2028.

Der Militärexperte und Blogger, der seit 2014 eine wichtige Stimme in der nationalistischen Ukraine und mittlerweile Kriegsgegner ist, erklärte: „Sie [die EU] gehen davon aus, dass Russland enorme wirtschaftliche Probleme hat. Die ukrainischen Behörden spekulieren darauf, dass die Russische Föderation zusammenbricht und Trump gegen die Demokraten verliert. Europa braucht die Ukraine, um noch zwei Jahre kämpfen zu können. Sie werden Trump absetzen, und der Globalismus wird wieder uneingeschränkt herrschen. In der Ukraine gilt es, durchzuhalten, Gebiete und Städte zu verlieren, aber durchzuhalten. Und dann werden wir uns etwas zurückholen.“

So beschreibt Arestovych die Strategie von Kiew und Brüssel. Es gehe nicht darum, Russland aufzuhalten oder eine Gegenoffensive zu starten, sondern den Vormarsch so langsam wie möglich zu gestalten. 2025 eroberte Russland rund 5.000 Quadratkilometer. Würde dieses Tempo anhalten, wäre man 2028 noch weit vom Dnepr entfernt, könnte jedoch den gesamten Donbass erobert haben.

Die Haltung der EU spiegelt diesen Plan wider; auch Kiew zeigt keine Anstalten, Frieden zu suchen oder den Donbass aufzugeben. Ein Bericht des Kiewer International Institute of Sociology vom Dezember 2025 zeigt, dass 75 Prozent der Ukrainer trotz Kriegsmüdigkeit weiterhin gegen russische Forderungen (hauptsächlich territoriale Ansprüche im Donbass) kämpfen wollen.

Die aktuelle ukrainische Strategie, russische Öl- und Gasanlagen mit Drohnen anzugreifen, ergibt vor dem Hintergrund einer Durchhaltetaktik Sinn. Brüssel und Kiew sehen 2026 bereits Licht am Ende des „Trump-Tunnels“. Anfang 2028, im Vorwahlkampf, könnten die Demokraten ins Weiße Haus einziehen und Vermittlungen mit Moskau abbrechen. Die Aussichten dieser EU-Hoffnung werden die Midterm-Wahlen im November 2026 zeigen, ein erster Stimmungstest für Trump. Aktuell sieht es für die Republikaner, die die Mehrheit in beiden Kammern verlieren könnten, schlecht aus. Dann würde Trump schwieriger regieren, und eine Schlichtung im Krieg würde trüber erscheinen.

Bild © European Union, 2026, P061116-849792CC BY 4.0

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Ein Kommentar

  1. Daisy 2. Januar 2026 um 16:57 Uhr - Antworten

    Ja, das glaube ich schon. Aber ich verstehe nicht, warum Trump – und auch Putin – dann so lange herumzetteln. Warum übt Trump nicht endlich Druck auf Kiew aus? Warum liefert er weiterhin Waffen? Warum hat er die Unterstützung des Geheimdienstes nicht längst eingestellt? Warum wurde StarLink nicht abgedreht? Dann hätte er seinen Frieden sofort haben können.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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