
Warum Putin nicht die gesamte Ukraine erobern will
Die US-Geheimdienstchefin stellte öffentlich klar, dass Russland nicht den Krieg mit der EU/NATO sucht. Weder will Moskau die gesamte Ukraine erobern, noch andere Staaten, etwa im Baltikum, all das sei eine „Lüge“. Und dafür gibt es gute, logische, militärische und strategische Gründe.
Tulsi Gabbard, die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, hat auf einen Reuters-Bericht reagiert, der behauptet, Putin habe seine Ziele nicht aufgegeben, die gesamte Ukraine zu erobern und Teile Europas zurückzufordern, die einst zum Sowjetimperium gehörten. Gabbard nannte das eine „Lüge“, die Trumps Friedensbemühungen untergraben und das Risiko eines heißen Krieges zwischen Russland und den USA erhöhen sollten. Sie betonte zudem, dass Russlands Leistung auf dem Schlachtfeld zeige, es fehle derzeit an der Fähigkeit, die gesamte Ukraine zu erobern und zu besetzen – geschweige denn ganz Europa.
Ihre Einschätzung ist absolut zutreffend, und hier sind die Gründe dafür. Zunächst autorisierte Putin die Spezialoperation, nachdem diplomatische Versuche gescheitert waren, die von der Ukraine ausgehenden NATO-Bedrohungen zu neutralisieren – Russland sah sich daher gezwungen, zu militärischen Mitteln zu greifen. Anders als viele „nicht-russische Pro-Russen“ heute in den sozialen Medien behaupten, war der „Abnutzungskrieg“ improvisiert und nicht von vornherein Russlands Plan. Er entstand erst, weil Großbritannien und Polen das Friedensabkommen im Frühjahr 2022 unerwartet sabotierten.
Die beispiellose NATO-Unterstützung führte zu diesem Abnutzungskrieg und zu einem Patt entlang großer Teile der Front über längere Perioden hinweg. Bereits im Juli 2022 wurde bewertet, dass alle Seiten des ukrainischen Konflikts einander unterschätzt hatten – diese Unterstützung überrumpelte die russischen Planer, verhinderte aber auch eine strategische Niederlage Russlands. Kritische Einwände zur russischen Spezialoperation aus dem November 2022 sind bis heute relevant.
Selbst bei einem Durchbruch entlang der Front würde Russland jedes Territorium jenseits der vier umstrittenen Regionen wahrscheinlich nur als Verhandlungsmasse nutzen, um die Ukraine zu mehr Zugeständnissen bei Putins Friedensforderungen zu drängen – im Tausch gegen einen Rückzug. Eine Erweiterung der territorialen Ansprüche durch Referenden in neuen Regionen setzte voraus, dass ein signifikanter Teil des Gebiets kontrolliert wird und genug Bewohner vor Ort bleiben, um teilzunehmen.
No, this is a lie and propaganda @Reuters is willingly pushing on behalf of warmongers who want to undermine President Trump’s tireless efforts to end this bloody war that has resulted in more than a million casualties on both sides.
Dangerously, you are promoting this false… https://t.co/7j0N2ZQlmg
— DNI Tulsi Gabbard (@DNIGabbard) December 20, 2025
Beides ist keineswegs garantiert, vor allem da viele Einheimische als Flüchtlinge tiefer in die Ukraine oder sogar nach Russland fliehen könnten – das Szenario ist also unzuverlässig. Die strategischen Folgen könnten zudem unverhältnismäßig gravierend ausfallen: Trump könnte provoziert werden, die US-Beteiligung zu eskalieren, falls er sich von Putin respektlos behandelt oder manipuliert fühlt – etwa indem dieser die Friedensgespräche nur nutzt, um Zeit zu gewinnen.
Trump hat Biden scharf für den vollständigen Verlust Afghanistans kritisiert, daher würde er Putin kaum erlauben, die gesamte Ukraine zu erobern, selbst in einer politischen Fantasievorstellung. Eine Eskalation könnte bedeuten, dass die USA den Eintritt von NATO-Verbündeten in die Ukraine genehmigen, um eine „rote Linie“ so weit östlich wie möglich zu ziehen, und mit direkter Vergeltung gegen Russland drohen, falls diese Truppen angegriffen werden. Putin hat bisher alles getan, um einen Dritten Weltkrieg zu vermeiden, und würde das Risiko kaum plötzlich eingehen.
Hinzu kommt die Gefahr eines terroristischen Aufstands in der gesamten Westukraine, sollte Russland je so weit vordringen – das wäre für den Kreml teuer in Bezug auf Menschenleben, Ressourcen und verpasste Chancen, was Putin vermutlich vermeiden will. Unter Berücksichtigung all dessen – von den militärischen Herausforderungen bis zu den überproportional schweren strategischen Risiken bei Ansprüchen jenseits der umstrittenen Regionen – hat Gabbard absolut recht: Putin will die gesamte Ukraine nicht erobern.
Bild „Anti-terrorist operation in eastern Ukraine (War Ukraine)“ by Ministry of Defense of Ukraine is licensed under CC BY-SA 2.0.
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Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.
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Diese Leistung ist momentan tatsächlich enttäuschend – die Banderas konzentrieren sich auf Kupiansk und erobern einige Stadtteile zurück. Die Russen rücken an freigelassenen Frontabschnitten zwar vor, aber nur minimal, ein Dorf gleich hinter der Grenze – so östlich von Sumy geschehen. Dort hätte man entschlossen noch ein paar Kilometer gehen müssen und die Straße nach Charkow wäre durchbrochen.
Theoretisch wäre die Front in der Oblast Saporosche bei Stepnogorsk und bei Ternowaty durchbrochen, doch seit ein paar Tagen sehe ich keinen schnellen Vormarsch. Nur in Guljajpolje bleiben die Banderas nur noch im Westen der Stadt. Wieder mal das Tempo von einer Scheune täglich – und Odessa in 300 Jahren?
Oje, das ist schon komisch, denn rascheres Vorankommen wäre wichtig, damit die EU-WEF-NATO endlich ein Einsehen hat und es aufgibt. Ich glaube nicht, dass Russland dazu nicht in der Lage wäre…
Die Ukraine und viele Staaten der EU, besonders die „Willigen“, wären bis in die Haut eini froh, wenn Russland sie übernähme und sanierte. Auch an der korrupten und bankrotten Ukraine hat Russland kein Interesse. Es wollte nur die russ. Bevölkerung vor den dauernden Übergriffen beschützen und daher spricht man zurecht von „Befreiung“. Was vielleicht noch interessant, weil auch russisch, ist, das ist Odessa. Wenn man keinen Frieden will, dann holt Putin sich eben auch noch die gesamte Schwarzmeeregion bzw. den Zugang zur See, was in Anbetracht der Piraterie dort ja auch ein Segen wäre. Ja, die maroden EU-Länder hätten das wohl gerne, dass der Russe sie auch rettet, aber das sind leider nur Wunschträume. Die wokeversifften EU-Länder nimmt man nicht mal geschenkt.
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Tulsi Gabbard packt aus. Es sind immer wieder die Kriegstreiber des Deep State, die den Frieden torpedieren, sobald Trump wieder einen neuen Friedens-Plan präsentiert. Sie werden unterstützt durch bösartige Journalisten und Marionetten in der EU. Die Sicherheitsbehörden sind unterwandert und arbeiten mit den Fake News Medien zusammen. Sie verbreiten Unsinn, dass Putin Europa erobern möchte usw. Zum anderen wird behauptet, Russland sei am Verlieren und vollkommen am Boden, weswegen man nur weiterhin die Milliarden in die Ukraine pumpen sollte, denn sie stünde knapp vor dem Sieg. Und man will immer mehr die USA in einen bewaffneten Krieg gegen Russland treiben. Trump ist gewiss einem ungeheuren Druck ausgesetzt. Er hat ihm bis jetzt standgehalten.
Ich hätte nichts dagegen, doch ob er es bei bisheriger Geschwindigkeit bis zum Jahr 10191 schafft, in dem die Handlung von „Dune“ spielt? Letzte Woche sprachen Rutube-Blogger von der Oblast Saporosche östlich des Dnepr noch in diesem Winter, doch seitdem bewegt sich die Front kaum.
Einzig in der Stadt Guljajpolje könnten die Banderas bald komplett rausgeworfen werden.
Röper zitierte kürzlich im „Anti-Spiegel“ eine Studie, laut der 57% der Bio-Michels an staatliche Narrative bezüglich Russland glauben. Bei den Muslimen sind es nur 30% – die konsumieren lieber nichtwestliche Medien. Der Michel klebt stur am Volksempfänger (ÖRR).
erschütternd
Warum sollte ein expansionslüsterner Krieger, wie Putin gerne von den EU-Willigen illustriert wird, a b w a r t e n bis sich seine „Beuteländer“ voll militarisierten, die Bevölkerungen „kriegstüchtig“ agitiert sind, die Krankenhäuser auf Kriegseinsatz getrimmt und die Wehrpflicht wieder eingeführt ist ….😂🤣 ?
Rußland ist das größte Land der Welt und ATOMMACHT. Die Ukraine ein durch Korruption zugrunde gerungener, armer Staat. Die kriegslüsterne EU dreht sich s e l b s t die ENERGIE ab und befindet sich im wirtschaftlichen Tiefflug.
Warum Länder erobern, die sich selbst systematisch zerstören ??
So bekloppt denken nur westlich degenerierte Schwachmaten-Hirne im ideologisch- pekuniären Dauerrausch.😎👎🏽
Ja, die Wähler sind vor allem bekloppt. Das sind die Geboosterten. Aber ist das zu rechtfertigen? Man könnte sagen, vorher waren sie schlauer, aber die Hirnnebel nach der Pfung sind schuld. Nee, die hatten vorher schon einen Dachschaden…;-)
Wenn Putin das abwartet, dann spielt er mit. Das Ziel? Na, es ist einfach. Der große Neustart, die totale Versklavung und die Reduktion der „unnützen“ (Harari) Esser auf ein paar Exemplare à la „Planet der Affen“ zu Studienzwecken für die Robots. Denn zuwas brauchen wir die eigentlich, wenn es eh genug Menschen gibt? Das hat nur Sinn, wenn alle gekeult werden wegen Schnupfens und der Rest in den Krieg ziehen muss…
Falls wir uns nicht mehr sehen, liebste Sabine, wünsch ich trotzdem frohe Weihnachten. Es wird ein Wein sein…prost! 🍷🍾 ;-)
Liebste Daisy, Danke für Deine netten Worten. Solange es noch warmherzige Amazonen wie Dich gibt, die engagiert eine e i g e n e Meinung öffentlich im schmalen Meinungskorridor selbstbewußt platzieren, so lange besteht immer Hoffnung auf Wandel zum Guten. 👍🏼
Komme aus einer Weingegend. Aus der gleichen wie Trumps family …😂
Bin überzeugt, wir würden, rein geschmacklich betrachtet, ein kleines Fläschchen zu unser beider Genuß finden….😘