Xi Jinping bei SOZ: ‚Gerechtigkeit, Multipolarität, und Ablehnung der Hegemonie‘

1. September 2025von 2,9 Minuten Lesezeit

Xi Jinping eröffnete das Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) 2025 in Tianjin. Er forderte Gerechtigkeit, lehnte Hegemonie ab, trat für die Stärkung der Belt-and-Road-Intiative und für Multipolarität ein.

Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) Konferenz läuft und ein neues Kapitel in der Geschichte der internationalen Politik wird geschrieben. Die SOZ hat zehn Mitgliedstaaten: China, Indien, Pakistan, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Iran und Weißrussland. Darüber hinaus verfügt es über zwei Beobachterstaaten, Afghanistan und die Mongolei, sowie mehrere Dialogpartner. Zu den Teilnehmern zählen in diesem Jahr auch Armenien, Aserbaidschan und die Türkei.

Die Außenpolitik von Donald Trump entwickelt sich zu einer Serienproduktion von Debakeln. Beispielhaft: Indien. Die kurzsichtige Entscheidung, Indien mit Zöllen von 25% und einer zusätzlichen Strafe von 25% zu schlagen, hat Indiens politische Klasse dazu veranlasst, sich von den Vereinigten Staaten zu distanzieren. Vor einem Jahr noch war Indien in Bezug auf seine Beziehungen zu BRICS zurückhaltend war, aber das hat sich alles geändert. Premierminister Modi übernimmt nun im Namen seiner Regierung die Präsidentschaft der BRICS-Staaten und damit die Aufgabe, den BRICS-Gipfel 2026 in Indien zu planen und auszurichten. Er wird sich den Drohungen oder Mobbing der USA nicht unterwerfen.

Indiens langjährige, umstrittene Beziehung zu China wird derzeit grundlegend umgestaltet, wobei sich Indien und China nun mehr als Freunde denn als Feinde verhalten. Das Foto erzählt die Geschichte über die neue Beziehung, ebenso wie dieser frühere Pressebericht:

“Es ist immer eine Freude, Präsident Putin zu treffen.” postete Premierminister Modi auf X nach seinem Treffen mit dem russischen Staatschef im Vorfeld des Gipfels.

In einem anderen Beitrag auf X schrieb Modi: “Interaktionen in Tianjin gehen weiter! Perspektivenaustausch mit Präsident Putin und Präsident Xi während des SOZ-Gipfels.”

Chinas Präsident Xi machte in seinen Eröffnungsreden deutlich, dass die SOZ nicht nur eine angenehme gesellige Runde für asiatische Staats- und Regierungschefs ist, die Länder vertraten, die einst Teil der Sowjetunion waren:

China werde mit allen Parteien der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit kooperieren, um das regionale Sicherheitsforum auf eine neue Ebene zu heben, sagte der chinesische Präsident Xi Jinping am Montag und enthüllte damit seine Ambitionen für eine neue globale Sicherheitsordnung, die eine Herausforderung für die Vereinigten Staaten darstellt.

Die SOZ habe ein Modell für eine neue Art internationaler Beziehungen gesetzt, sagte Xi in einer Eröffnungsrede vor mehr als 20 Staats- und Regierungschefs der Welt auf einem zweitägigen Gipfel im nordchinesischen Tianjin und fügte hinzu, dass das Forum sich eindeutig gegen externe Einmischung aussprach.

BRICS, zusammen mit SOZ, ist damit beschäftigt, eine Alternative zum internationalen wirtschaftlichen und politischen System nach dem Zweiten Weltkrieg aufzubauen, das in den letzten 80 Jahren das Weltgeschehen dominiert hat. Während viele im Westen diese Versammlungen als bedeutungslos abtun, meinen es Russland, China und Indien durchaus ernst mit der Schaffung eines wirtschaftlichen, finanziellen und internationalen politischen Systems, das keinem Veto der Vereinigten Staaten oder Europas mehr unterliegt.

Bild: Quelle


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4 Kommentare

  1. Fritz Madersbacher 1. September 2025 um 14:22 Uhr - Antworten

    „Die Außenpolitik von Donald Trump entwickelt sich zu einer Serienproduktion von Debakeln“

    Die erratische US-Außenpolitik ist nicht nur ein „Produkt“ des jetzigen Präsidenten, sondern in erster Linie ein Ausdruck der Ratlosigkeit des bisherigen Hegemons USA und der Widersprüche innerhalb seiner herrschenden Klasse darüber, wie umgegangen werden soll mit dem zunehmenden Verlust der Macht, dem Verlust der Mittel, sie durchzusetzen und dem Schwinden der wirtschaftlichen Möglichkeiten, das bisherige Imperium aufrechtzuerhalten. Die Welt ist im Wandel, die westlichen Machthaber (auch in Europa) wollen das nicht wahrhaben …

  2. Der Zivilist 1. September 2025 um 13:01 Uhr - Antworten

    Indien war ein Wackelkandidat in BRICS, dem ‚Rosinen‘ Projekt des Westens aus der Seidenstrasse, der ‚Baumwollstrasse‘ Indien – Levante zugeneigt.

    Jetzt hat Indien die Terroristen Ausbildungslager in Pakistan angegriffen, wurde von Pakistan mit chinesischer Waffentechnik abgewatscht und dann auch noch von Trump’s Zöllen und – Überrasachung – wendet sich China zu. Derweil distanziert sich China von Pakistan, weil zu viel chinesisches know how zur Türkei abfließt.

    sonderbare Wandlungen.

  3. Der Zivilist 1. September 2025 um 12:55 Uhr - Antworten

    Der ‚Westen‘ hat doch völlig die Orientierung verloren. In A Smith wird hineingelesen, daß ‚die unsichtbare Hand des Marktes‘ Eigennutz in Gemeinwohl verwandele und In grobem Mißbrauch von A Smith wird eifrig Eigennutz gepredigt. The Winner gets it all. Das funktioniert nicht (oder nur so lange man die Beraubten überhören kann)

  4. Jan 1. September 2025 um 9:46 Uhr - Antworten

    Trump handelt nicht rational oder irrational, er folgt einfach einer Ahenda, die viel früher festgelegt und auch publiziert wurde. Sein Image als Macher erlaubt ihm, diese Agenda ohne Begründungen durchzusetzen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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