
Warfen die USA 1945 Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki ab?
Die Fakten scheinen klar, aber es gibt Widerspruch. Es seien gar keine Atombomben abgeworfen worden. Das behauptet ein Buch mit dem Titel „Hiroshima revidiert“.
An sich wollte ich mich damit nicht befassen, aber es gab Kommentare diesbezüglich im TKP-Artikel zum 80sten Jahrestag der Bombenabwürfe. Deshalb hier ein kurze Rezension und einige Hintergründe was tatsächlich geschehen ist. Und auch die jetzt ans Tageslicht gekommene Geschichte wie die USA betroffene Menschen wie Laborratten behandelt hat. Leider wurde das Thema Atombomben durch diverse Politikeräußerungen wieder brandaktuell. Dabei ist die Zerstörungskraft, die heute in den Arsenalen der Atommächte verfügbar ist, das Tausendfache dessen, was 1945 zum Einsatz kam, mit einer Sprengkraft Megatonnen statt Kilotonnen TNT.
Aber nun kurz zu dem Buch. Auf Seite 1 wird unter dem Titel „Warum sollte man an den Atombomben in Hiroshima und Nagasaki zweifeln“ kurz über Uran-235 erklärt, dass es „nur einen kleinen Anteil von natürlichen Uran ausmacht, das aber für den Bau einer Bombe fast rein sein muss“. Das völlig richtig. Man verwendet normalerweise etwa 97%iges U-235. Dann werden aber Zweifel angemeldet, ob solches Uran damals verfügbar gewesen wäre.
Und dann wird aus Memoiren des Physikers Morton Carmac zitiert, der „frisch von der Universität zum ‚Manhattan-Projekt’ gekommen war“.
Und hier ist das Zitat:
„Ich nahm an einem Experiment teil, bei dem Uran 235 in einer Plastiktüte durch die Mitte einer aus Kohlenwasserstoffen bestehenden Kugel fallen gelassen wurde. Der Zweck war, die kritische Masse zu bestimmen. wobei nur die Neutronen der Reaktion und nicht die der radioakativen Atome verwendet wurden. … Die Menge an Uran wurde mit jedem Versuch erhöht. Beim letzten Versuch war die Vermehrungsrate der Neutronen so schnell, dass das Plastik schmolz. … Wir hatten Glück, dass wir nicht getötet wurden.“
Damit bestätigt der Autor bereits auf Seite 2, dass die USA eine funktionsfähige Atombombe mit Uran-235 hatten. Also der vollkommene Widerspruch zum Rest das Buches.
Das Dokument mit dem Zitat ist auf der Atomic Heritage Foundation unter Morton Carmac’s Memoirs zu finden. Hier das Original: final_Camac_document from Sciart
Warum ist dem Zitat zu entnehmen, dass hoch angereichertes, waffenfähiges Uran in ausreichender Menge für die über Hiroshima gezündete Atombombe vorhanden war?
Der Text beschreibt die typische Kettenreaktion in einer Menge offenbar hoch angereichertem Uran-235, die eintritt, so die kritische Masse erreicht wird.
Wird Uran-235 mit langsamen Neutronen beschossen, so führt das dazu, dass das Neutron vom Kern eingefangen wird und dadurch Uran-236 entsteht. Dieser Uran-236-Kern ist hochgradig angeregt und zerfällt meist spontan (innerhalb von etwa 10 hoch minus 14 Sekunden) in zwei Bruchstücke, z.B. in Krypton-89 und Barium-144. Außerdem werden 3 Neutronen freigesetzt.
Ist rundherum genug U-235 (die kritische Masse) dann läuft die Kettenreaktion, weil mindestens eines dieser 3 Neutronen wieder einen U-235 Kern zerlegt und weitere 3 Neutronen freisetzt.
Ist die Masse zu gering, fliegen die Neutronen harmlos weg.
Im Buch steht also auf Seite 2, dass sie die kritische Masse hatten, die sie zum Abwurf auf Hiroshima benötigten, wahrscheinlich haben sie noch was dazu gegeben. Rundherum ein Neutronenreflektor aus U-238, Beryllium oder Graphit und fertig ist die Bombe.
Der Autor wundert sich über dieses eher hemdsärmlige Vorgehen, was aber nicht so ungewöhnlich ist. Carmac beschreibt den Zweck des Experiments und mehr über das verfügbare Uran-235:
1944 wurde ich nach Los Alamos geschickt und arbeitete in der Gruppe, die die Menge an Uran 235 bestimmte, die für die Herstellung einer Atombombe benötigt wurde. Die Experimente dienten dazu, die von Uran 235 (eine Anordnung von ½-Zoll-Uran-235-Würfeln) erzeugte Kernstrahlung zu messen, die in der Mitte eines Tamper-Behälters platziert war. Der Tamper war mit Kohlenwasserstoffen, Metallen oder anderen Materialien gefüllt. Ein Teil der bei den Kernreaktionen von Uran-235 entstandenen Neutronen verließ das Uran, drang in den Tamper ein und wurde wieder in das Uran zurückgestreut. Es wurden Tests mit unterschiedlichen Mengen an Uran, Tampergrößen oder Tampermaterialien durchgeführt. Es wurden Tests mit unterschiedlichen Mengen an Uran, Größen oder Tamper-Materialien durchgeführt. Mit den Tests sollten die kritischen Konfigurationen ermittelt werden.
Also die Quelle aus dem Buch zeigt uns, dass offenbar sehr gezielt an der Ermittlung der benötigten Menge U-235 geforscht wurde.
Wie die benötigten Mengen von U-235 und Plutonium für die zwei anderen – eine für den Test am 16. Juli 1945 am Testgelände in New Mexico und für den Abwurf am 9.8.1945 über Nagasaki – produziert wurden, ist in dieser Studie von Jesson Hutchinson mit dem Titel „Criticality Experiments with Fast 235U and 239Pu Metal and Hydride Systems During the Manhattan Project“ beschrieben:
„Das 235U wurde im Oak Ridge National Laboratory in Y-12 angereichert, das 239Pu stammte aus Reaktoren in Hanford.“
Es wird auch darauf hingewiesen, dass Fermi schon frühzeitig die kritische Masse ermittelt hatte.
Dem Physik Nobelpreisträger Enrico Fermi kann man das schon zutrauen. Nach ihm sind die wichtigsten Elementarteilchen benannt aus denen die Materie besteht: die Fermionen, die der Fermi-Dirac Statistik genügen. Die anderen sind die Bosonen mit der Bose-Einstein Statistik.
Bei der Uran Bombe war man sich offenbar sehr sicher und verzichtete auf einen Test, die Plutonium Bombe musste aber getestet werden. Wie das ablief ist hier beschrieben. Darin auch eine für Fermi typische Geschichte aus dem Buch Seven Hours to Zero von Joseph L. Marx:
Am frühen Morgen des Testtages legte Dr. Enrico Fermi, der als einer der schnellsten Menschen der Welt im Umgang mit einem technischen Rechenschieber bekannt war, sorgfältig kleine Zettel an bestimmten Stellen auf dem Boden des Testgeländes aus. Er sagte, dass er die Sprengkraft der Bombe anhand der Geschwindigkeit, mit der die Zettel wegflogen, abschätzen könne, noch bevor die Instrumente die tatsächliche Sprengkraft gemessen hatten. Zum Zeitpunkt der Explosion beobachtete Fermi die Bewegung der Papierstücke. Nach einigen Messungen und Berechnungen schätzte er, dass die Explosion einer Sprengkraft von etwa 20.000 Tonnen TNT entsprach. Einige Tage später wurden genaue Berechnungen und Messungen der Explosion durchgeführt, die ergaben, dass seine Schätzung sehr nahe an der tatsächlichen Zahl lag.
Das Vorhandensein der Materialien für die Bomben ist hinreichend selbst in dem Buch belegt. Wurden sie aber auch abgeworfen?
Abgesehen von allen Berichten von Zeitzeugen gibt es aber auch ausreichend Beweise, die heute noch auffindbar sind. In dieser im April 2007 veröffentlichten Studie von Y. Saito-Kokubu et al mit dem Titel „Plutonium isotopes derived from Nagasaki atomic bomb in the sediment of Nishiyama reservoir at Nagasaki, Japan“ (Plutoniumisotope aus der Atombombe von Nagasaki im Sediment des Nishiyama-Stausees in Nagasaki, Japan) wird aus den Verhältnissen der 240Pu/239Pu Atome in den Sedimenten auf die Quellen durch den Bombenabwurf und die späteren Nukleartests geschlossen.
Die Bomben wurden in etwa 600 Metern über den Boden gezündet. Auf dem Boden unmittelbar unter der Bombe konnte daher nur ein ganz geringer Teil des Bombenmaterials auftreffen. Die wesentlichen Strahlungskomponenten waren Neutronenschauer, die in Metallen wie Aluminium kurzlebige radioaktive Isotope erzeugen, die auch nachgewiesen wurden. Der Hauptanteil war aber Hitze von mehreren Tausend Grad.
Medizinische Daten und die als Laborratten missbrauchten Japaner und Afro-Amerikaner
Der Autor von Hiroshima revidiert ist Dr. med Michael Palmer. Er war zehn Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Sucharit Bhakdi. Von 2001 bis 2022 war Palmer Professor für Biochemie an der University of Waterloo in Ontario tätig und wurde wegen Impfverweigerung 2022 gefeuert. Er sit also sicherlich für die medizinsche Seite qualifiziert.
Palmer behauptet es seien keine Atombomben, sondern Napalmbomben und Senfgas abgeworfen worden. Damit könnten die gleiche Verwüstung und Krankheiten angerichtet worden sein. Aber auch dagegen spricht vieles, wobei diese medizinischen Untersuchungen eher weiche Fakten sind, im Gegensatz zu den harten der Physik.
Hier eine Studie aus 2003 sowie zwei neuere Papers unter hunderten oder tausenden anderen: Workshop Report on Atomic Bomb Dosimetry
RADIATION TRANSPORT CALCULATIONS FOR HIROSHIMA AND NAGASAKI – cha03-p139-155
Aber es gibt noch andere Berichte, die ganz eindeutig auf Atombomben hinweisen.
Die US-Militärs nutzten nämlich die Gelegenheit um die Wirkungen der Radioaktivität auf Menschen zu studieren. Mittlerweile sind über längere Zeit unter Verschluss gehaltene Experimente und Grausamkeiten ans Tageslicht gekommen. MSNBC berichtet von Enthüllungen, dass die US-Armee im Rahmen eines Programms aus der frühen Zeit des Kalten Krieges, mit dem untersucht werden sollte, was bei einem biologischen Kriegsangriff passieren würde, ein krebserregendes Mittel über dem überwiegend von Schwarzen bewohnten Pruitt-Igoe-Wohnviertel in St. Louis versprüht hat
Und weiter heißt es in dem Artikel: „In etwa 4.000 von der Regierung dokumentierten Strahlenversuchen an Menschen, die zwischen 1944 und 1974 durchgeführt wurden, gibt es Beweise dafür, dass die US-Regierung, das Militär und das Gesundheitssystem gezielt schwarze Amerikaner ins Visier genommen haben.“
Die USA mussten also schon vor dem Abwurf der Atombomben genau gewusst haben, dass schwerste Schäden durch die freigesetzte Radioaktivität entstehen würden.
Fälschungen medizinischer Daten
Über einen bisher unbekannten Aspekt und Zweck des Angriffs berichtet in einem Artikel zum Jahrestag das US-Fachmagazin Miltiary Watch Magazine unter dem bezeichnenden Titel
„Japanische Zivilisten als „Versuchskaninchen“: Die dunklen Folgen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki“
Es geht dabei um „das höchst umstrittene Verhalten der amerikanischen Streitkräfte gegenüber der Bevölkerung von Hiroshima und Nagasaki“.
Präsident Harry Truman bezeichnete die Angriffe als „Experiment” und es wurde in den folgenden Monaten deutlich, inwieweit die Bevölkerung der japanischen Städte als Versuchsobjekte betrachtet wurde.
Nach der Kapitulation des Landes wurden die beiden betroffenen Städte und Regionen unter amerikanische Militärverwaltung gestellt. Es wurden
Daten von Überlebenden in den beiden Städten von amerikanischen Wissenschaftlern gesammelt, die als wertvoll für die Vorbereitungen auf einen möglichen Atomkrieg mit der Sowjetunion angesehen wurden. Während die Opfer von Strahlung und Kontamination als Kriegsopfer staatliche Unterstützung erwarteten, strich die amerikanische Militärregierung die Entschädigungen und beraubte damit Millionen von Verletzten ihrer Einkommensquelle. Noch schwerwiegender war jedoch, dass sie die Existenz einer radioaktiven Kontamination oder ungewöhnlicher Zustände bei den Überlebenden der Atomangriffe leugnete und jegliche Erwähnung dieses Themas streng zensierte.
Untersuchungen zu den Auswirkungen der Atomangriffe wurden von Teams amerikanischer Spezialisten unter der Atomic Bomb Casualty Commission durchgeführt, die schnell den Ruf erlangten, japanische Friedhöfe nach Überresten zu durchsuchen. Spezialisten, darunter auch amerikanische Ärzte, war es jedoch strengstens untersagt, die Opfer zu behandeln oder Informationen über ihre Erkenntnisse weiterzugeben, die zu deren Behandlung hätten beitragen können. Dies hatte zur Folge, dass japanische Ärzte das neue Phänomen der Strahlenvergiftung nicht verstehen konnten.
Die Art und Weise, wie Daten gesammelt wurden, erweckte den Eindruck, als würde ein Experiment an lebenden Menschen durchgeführt. Der führende Experte für die Angriffe, der Historiker Paul Ham, bemerkte dazu:
„Die Anweisung erwähnte keine Behandlung: Lebensverlängerung und Schmerzlinderung waren weder Ziel noch Nebenprodukt der Aufgabe. Ob die Patienten – oder besser gesagt die Ausstellungsstücke – lebten oder starben, war für die ausländischen Ärzte irrelevant. Wie die Opfer lebten oder starben, ob sich ihr Zustand verbesserte oder verschlechterte, ob sie irgendwann an Krebs erkrankten oder diesen an ihre Kinder weitergaben – all das waren Fragen kalter wissenschaftlicher Forschung. Kurz gesagt, die verstrahlten japanischen Zivilisten sollten als amerikanische Laborratten dienen. Darin lag – wie zukünftige Rationalisten argumentieren würden – der Vorteil des Abwurfs der Bombe auf eine Stadt: die Gewinnung wissenschaftlicher Daten über Gammastrahlung.“
Die Möglichkeit, die Folgen eines Atomangriffs auf die Zivilbevölkerung zu untersuchen, blieb für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten eine einmalige Gelegenheit und war neben den Vorteilen eines Atomangriffs als Machtdemonstration gegenüber der Sowjetunion ein Hauptgrund für die Durchführung der Angriffe. Die Mittel, mit denen dies geschah, verschlimmerten jedoch das Leid der Bevölkerung der beiden Städte erheblich.
Soweit der Bericht. Ein Unterschied zu den Aktivitäten der deutschen KZ-Ärzte ist hier nicht erkennbar.
Das gibt ein sehr stimmiges Bild, was die USA hier getrieben haben.
Image by 🌼Christel🌼 from Pixabay
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
80ster Jahrestag der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und das Verhalten der USA danach
„Ich hätte drei Atombomben abgeworfen“
Ein weiterer Angriff der USA auf den Iran wäre sinnloses Theater
Meine Stoffsammlung zum Thema pflege ich seit 2018. Das Buch von Dr. Palmer ist natürlich auch dabei.
dzig. de/Gibt-es-Atombomben-oder-werden-wir-verschaukelt
Danke für diesen Artikel. Das Buch von Palmer interessiert mich seit Erscheinen, aber ich bin nie dazu gekommen, mich damit auseinanderzusetzen. Ist der Widerspruch auf Seite 2 tatsächlich bereits tragfähig genug, um den Rest des Buches gegenstandslos zu machen, dann sind Palmers Buch und Engagement immerhin eine Warnung an uns Menschen, uns auf die Werte Freundschaft, Vertrauen und die Suche nach der Wahrheit zu besinnen, denn offenbar können wir ausschlaggebende Denkfehler übersehen, wenn wir versuchen, ein komplexes Stück Weg ganz alleine zu gehen. Der Mensch ist kein Wesen für die Einsamkeit (allerdings auch nicht für Betäubung seines Denkens und Fühlen durch lautes Geschrei). Nehmen wir also für einen Augenblick an, dass die Tragfähigkeit nicht ausreicht. Vielleicht mache ich mich mit meinem Geschreibsel zum Affen, vielleicht hilft es mir aber auch, meine eigene Abweichung von der Wirklich zu begreifen und loszulassen. Versuchen wir’s.
Nach der globalen Inszenierung der Großen Seuche kann ich mir mühelos vorstellen, dass auch die Atombombenabwürfe in Japan eine wahrnehmungspsychologische Komponente haben und sich die Nachkommen der alten Knacker, die dieses Verbrechen eingefädelt und durchgeführt haben, noch immer vergnügt die Hände reiben, weil die dummen Rindviecher nach wie vor an Einstein, Bethe, Oppenheimer, Rabi und Teller glauben (rechtzeitig vor dem 80. Jahrestag beziehungsweise dem heißen Dritten Weltkrieg wiederbelebt durch ein Heldenepos aus Hollywood). Das zweite Omniwar-Symposium »Battle for the Brain« (26. April 2025), vor allen der Vortrag des Psycholinguisten und Rhetorikers Daniel Broudy, liefert hier einiges, wenn auch schwer verdauliches Unterfutter, mit dem sich das tiefenwirksame Blenden der Wahrnehmung fassen lässt. Man hatte uns eine Höllenangst vor einem Virus eingeredet, dessen Existenzbeweis für die interessierte Öffentlichkeit nach wie vor nicht zur Verfügung steht und das eine Reihe wundersamer Erkrankungen auslöst, deren Symptome sich so oft geändert haben (»moving target«), dass ich das Lernen längst aufgegeben habe. Die Höllenangst vor der Atombombe könnte ebenfalls auf einem Bluff beruhen, denn schließlich ist Angst die treibende Kraft aller Politik. Immerhin stammen sowohl das angebliche Virus als auch die angebliche Atombombe aus den Vereinigten Staaten und außer Pokern, Exzeptionalismus und Krieganzetteln scheint die dortige Kultur nichts Nennenswertes hervorgebracht (dafür aber vieles sonst zerstört) zu haben.
Aber zur Person: Ist der habilitierte Mediziner Dr. Michael Palmer ein Spinner, eine Art »Lanka der Atombomben-Kritiker«, der eine lediglich Handvoll Standardbegriffe geringfügig umdefiniert, anders zusammenwürfelt und damit am Eigentlichen vorgreift (dies ist der Kern der Kritik Wodargs nach Stefan Lankas Auftritt beim Corona-Ausschuss) oder hat man den Bhakdi-Schüler Palmer gar geschickt am Rand des kritischen Debattenraums installiert, um Bhakdis Ansehen zu untergraben (ebenso wie stets Gert Postel hervorgezerrt wird, um Wodarg lächerlich zu machen)? Michael Palmer hatte übrigens in Sitzung 164 »Janus« des Corona-Ausschusses am 14. Juli 2023 rund anderthalb Stunden über sein Buch »Hiroshima revidiert« gesprochen. Der Fall Palmer taucht immer wieder auf und ich bin gespannt, ob der Mann aus der Öffentlichkeit verschwindet, ob er noch eine Rolle spielen wird oder ob wir eines Tages Glaubwürdiges über den Hintergrund seines Schaffens erfahren werden. Ich wünsche mir etwas Zeit, um Palmers Buch in Ruhe zu lesen … wie auch die vielen anderen Bücher, die noch warten. Versuchen wir’s.
Ich habe mir gerade in der aktuellen Ausgabe des Impfreport den Artikel über Polio und die Polioimpfung von Hans Tolzin durchgelesen. Darin geht er ausführlich auf die Aussagen von Palmer in einem Artikel vom 18. März ein, in dem behauptet wird, an Poliomyelitis sei ein Virus schuld und die Polioimpfung sei wirksam dagegen.
In einem penibel recherchierten Artikel widerlegt Tolzin Schritt für Schritt die Behauptungen Palmers. Er zitiert dazu eine Reihe von Studien und Statistiken.
Nun fällt die Poliogeschichte in das zentrale berufliche Themengebiet von Palmer, Kernphysik eindeutig nicht. Seinen gravierenden Fehler auf Seite 2 des Buches, den Beweis für die Existenz der Uranbombe ins Gegenteil zu verdrehen, könnte man ihm daher noch nachsehen. Aber bei Polio????
Das Leben ist zu kurz dafür, auf alle Verdrehungen und Auslassungen von Herrn Tolzin und Genossen einzugehen.
Mein Artikel zum Thema Polio war nicht in der Hauptsache der Frage gewidmet, ob Viren im Prinzip existieren oder krank machen können. Wenn Sie an meinen Argumenten zu dem Thema interessiert sind, dann empfehle ich meinen Artikel
https://www.mwgfd.org/2024/06/der-irrweg-der-no-virus-doktrin/
Danke für den Hinweis, aber ich habe den Artikel natürlich gleich nach Erscheinen gelesen. Die Reaktion darauf war dieser TKP Artikel vom 19. März 2025:
Das Impf-Geschäft erläutert am Beispiel von Polio
Mit Polio beschäftigen wir uns schon länger, zum Beispiel mit dem sehr erhellenden Ausführungen von F. William Engdahl über den Flexner Report und wie Rockefeller Polio als Geschäftsmöglichkeit erkannt hat. Auch interessant wie dich das Krankheitsbild seit damals passend zum narrativ angepasst wurde.
Hier unser Artikel vom 16. August 2022:
98 neue mRNA-Impfstoffe in Vorbereitung und was Rockefeller damit zu tun hat
Weitere Artikel dazu:
UNO und WHO planen in Gaza Impfung statt Bomben
Viele Impfungen überflüssig und ohne epidemiologischen oder persönlichen Nutzen
„Polio“ jetzt im Abwasser?
Polio! Polio?
und einige andere.
Es handelt sich um zwei verschiedene Artikel — einen zum Thema Polio, und einen früheren zum Thema Viren allgemein.
Beim Thema Polio muss man die Geschäftemacherei von den grundsätzlichen wissenschaftlichen Fragen trennen. Die Geschäftemacherei gibt es, aber die wesentlichen wissenschaftlichen Entdeckungen gingen ihr voraus. Die gründlichsten und assagekräftigsten Untersuchungen zur Wirksamkeit der Impfungen wurden in der Sowjetunion durchgeführt — ohne Beteiligung von Rockefeller oder anderen westlichen Geschäftsleuten. Mir ist bei diesen Studien kein Profit-Motiv erkennbar.
Der Flexner Report stammt aus Zeiten vor der Sowjetunion. Im Engdahl Artikel steht:
In 1907 an outbreak of a sickness in New York City gave the director of the Rockefeller Institute, Simon Flexner, MD, a golden opportunity to lay claim to discovery of an invisible “virus” caused by what was arbitrarily called poliomyelitis.
Für eine beträchtliche Zeitspanne war die Evidenz für Viren tatsächlich indirekt — die Übertragung viraler Krankheiten konnte demonstriert werden, auch nachdem man durch Filtration alle bekannten und positiv nachweisbaren Erreger (zumeist Bakterien) aus dem infektiösen Material entfernt hatte.
Dies änderte sich aber mit der Einführung der Elektronenmikroskopie, beginnend in den späten 1930er Jahren. Inzwischen gibt es auch Kristallstrukturen von vielen Viren, einschließlich der Polio-Viren. Solche Experimente erfordern eine beträchtliche Menge gereinigter Virus-Partikel.
Interessante Argumentation!
Palmer gehört zu den spannenderen Geistern und ihm ist etwas aufgefallen, das er durchexerziert. Solche Übungen machen Sinn, auch wenn sie zeitgenössisch als Sackgasse gesehen werden. Plötzlich kommt ein Puzzlestück dazu und der Paradigmenwechsel ist fertig! Darum sollte man solche „out of place“-Aspekte nicht aus der Erinnerung verlieren. Es besteht allerdings auch keine Verpflichtung, sein Weltbild erschüttern zu lassen.
Hiroshima und Nagasaki weisen heute keine nennenswerte Verstrahlung auf. Darüber darf man sich freuen, aber auch irritiert sein. Da ist denen in einer heldenhaften lightspeed Konstruktion eine vergleichsweise vollständige Umwandlung von 239Pu ohne gefährliche Isotope gelungen. Gratulation!
Palmer fällt auf, dass sich die medizinischen Daten anders erklären lassen, während einige Daten, die man erwarten würde fehlen. Das sind vergleichsweise harte Fakten. Die Erinnerungen eines Gewährsmannes könnten abweichen, weil er nicht eingeweiht war.
Es ergeben sich eine Reihe von Fragen: Sind Atomwaffen überhaupt möglich, hat man über sie verfügt, hat man sie angewendet? Letzteres bestreitet Palmer aufgrund der medizinischen Evidenz.
Versteht man den Abwurf als PR-Aktion, die immerhin den kalten Krieg ermöglicht und über Jahrzehnte die weltweite Dominanz der USA garantiert hätte, dann bleibt die Frage, ob Atomwaffen – neben der schmutzigen Bombe – grundsätzlich technisch möglich sind. Was würde sich politisch und militär-strategisch ergeben, wenn Atomwaffen nicht existieren würden? Wenn die Bedrohung plötzlich weg wäre? Wenn der Iran Israel Mann für Mann mit dem Säbel auslöschen müsste, vorausgesetzt er wollte es?
In einer Zeit, in der wir Vieles neu kalibrieren müssen, ist dieser Gedanke erlaubt. Man muss auch nicht alles abschließend zuende denken.
Danke für die erhöhte Aufmerksamkeit für Palmers Arbeit!
Lob und Dank für Ihren Standpunkt. Ich glaube, wir wandern etwa im gleichen Gebiet.
Es sind gerade die harten medizinischen Fakten, die Dr. Palmer in seinem Buch auch mit Quellen belegt hat, die seine Theorie äußerst wahrscheinlich erscheinen lässt.
Und mir kommt dann auch immer noch dieser Gedanke: Bei welchem Thema der letzten Jahrzehnte wurden wir nicht belogen? Irak-Krieg, 9/11, Corona, menschengemachte Klimaerwärmung, Erdöl und Erdgas als fossile Energieträger und, und… Warum soll man bei dem Thema der Atombombenabwürfe uns gerade hier die Wahrheit sagen?
Ich habe eine der Studien zitiert, die Plutonium nachweist, und zwar in den ausreichenden Mengen mit dem richtigen Verhältnissen der Isotopen 239/240.
Es ist der übliche Irrtum von Laien, die Radioaktivität falsch einzuschätzen. Der Löwenanteil der Strahlung bestand aus Neutronenschauern und Hitze. Die Neutronen haben in Metallen wie Aluminium radioaktive Isotope erzeugt, die auch nachgewiesen wurden, aber nur kurze Halbwertszeiten haben.
Ja, uns wurde beigebracht, dass die USA ethisch erhaben sind.
Aber deren Geschichte ist voller Gräueltaten. In Wahrheit sind die USA und GB die größten Kriegsverbrecher und Verbrecher an der Menschlichkeit in der Geschichte der Menschheit.
Diesen beiden Ländern auch nur annähernd zu vertrauen ist ein ganz gewaltiger Fehler.
Was soll dieser Beitrag eigentlich erreichen? Waren zu viele Buchstaben übrig?