Kennedy will Überwachungsuhr für jeden Amerikaner

26. Juni 2025von 3,7 Minuten Lesezeit

„Make America Healtyh Again“, die Agenda von US-Gesundheitsminister Kennedy könnte sich schnell zum dystopischen Albtraum entwickeln: Er will eine digitale Gesundheitsüberwachungsuhr für jeden Amerikaner.

TKP berichtete am Donnerstag bereits über Robert F. Kennedy und seinen Konflikt mit der globalen Impfindustrie. Dieser Schritt brachte ihm viel Zuspruch, doch tags zuvor sorgte er für eine Welle der Entrüstung. Vor Mitgliedern des Repräsentantenhauses enthüllte Kennedy sein Ziel, jedem Amerikaner einen digitalen Armbandtracker zu verpassen.

„Gesunder“ Überwachungsstaat

Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen alle Amerikaner ein sogenanntes „Wearable“, wie eine Smartwatch oder ein Fitnesstracker, tragen. Dieser Plan dürfte eines der größten Projekte seiner Amtszeit werden. So erklärte er bei der Anhörung des Unterausschusses für Gesundheit des Ausschusses für Energie und Handel des Repräsentantenhauses, dass es „eine der größten Werbekampagnen in der Geschichte des HHS [US-Gesundheitsministerium]“ werden solle. Nimmt man Kennedy beim Wort, soll sein Plan, „America healthy again“ zu machen, durch eine Überwachungswelle umgesetzt werden.

Kennedy erklärte, dass die Geräte der Schlüssel zu seiner Agenda „Make America Healthy Again“ seien. Er will die chronischen Krankheiten in den USA, angefangen bei Übergewicht, bekämpfen. Das Missbrauchspotenzial ist dabei kaum zu überschätzen.

Kennedy über seine Pläne:

„Auf diese Weise können die Menschen die Kontrolle über ihre eigene Gesundheit übernehmen. Sie können Verantwortung übernehmen. Sie können sehen, wie sich die Nahrung auf ihren Blutzuckerspiegel, ihre Herzfrequenz und eine Reihe anderer Messwerte auswirkt, während sie sie zu sich nehmen, und sie können damit beginnen, gute Entscheidungen über ihre Ernährung, ihre körperliche Aktivität und die Art und Weise, wie sie ihr Leben gestalten, zu treffen.“

Überwachungsuhren wie die Apple Watch, Oura-Ringe oder Sportprodukte von Garmin und anderen sind mittlerweile hochentwickelt. Sie können nicht nur die Herzfrequenz überwachen, sondern auch Blutdruck, Blutzucker und andere Biomarker.

Das Politmagazin Politico – üblicherweise sehr kritisch gegenüber Kennedy – berichtete durchaus positiv über die Pläne, aber auch mit Vorbehalten: Kennedy sagte, er habe Freunde, die durch das Tragen von Blutzuckermessgeräten „ihr Leben verändert“ hätten – sie hätten Gewicht verloren und sich von Diabetes befreit. Kontinuierliche Blutzuckermessgeräte können teuer sein, zwischen 100 und 300 Dollar pro Monat, aber Kennedy betonte, dass die Agentur „nach Wegen sucht, um sicherzustellen, dass diese Kosten übernommen werden können“.

Er wies darauf hin, dass Ozempic – ein Blockbuster-Medikament zur Gewichtsreduktion, das Diabetes und Fettleibigkeit behandeln kann – mehr als 1.000 Dollar pro Monat kostet. „Wenn man dasselbe mit einem 80-Dollar-Wearable erreichen kann, ist das viel besser für die amerikanische Bevölkerung“, sagte er.

Und dennoch: Die tragbaren Geräte werfen ethische Bedenken auf, insbesondere hinsichtlich der Art und Weise, wie die Technologie persönliche Gesundheitsdaten verfolgt und überwacht. Diese Daten werden oft in der Cloud gespeichert und könnten an Unternehmen, Werbetreibende oder Forscher verkauft werden, ohne dass der Einzelne davon weiß oder zustimmt, so das Brown University Center for Digital Health. Die von den Geräten gespeicherten Gesundheitsdaten sind zudem mit einem hohen Risiko für Datenverletzungen und Identitätsdiebstahl verbunden.

Ärzte und Gesundheitsexperten haben gemischte Ansichten über die potenziellen gesundheitlichen Vorteile von Wearable-Technologie. Während einige die Vorteile in der Überwachung der Gesundheit und der Befähigung der Patienten sehen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen, befürchten andere, dass die Geräte medizinische Ängste, Selbstdiagnosen und Selbstmedikation schüren könnten.

Auch Shoshana Zuboff widmet sich in ihrem bahnbrechenden Buch Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus den sogenannten Wearables und Fitnesstrackern. Die Gesundheitsdaten, die diese Produkte sammeln, sind ein äußerst ertragreicher Datenschatz, der ökonomisch verwertet wird.

Doch dann kommt noch das politische Missbrauchspotenzial. Pointiert und polemisch hat dies ein anonymer X-User zusammengefasst:
„Sie wollen den Versicherungsschutz und alles andere in Ihrem Leben daran knüpfen, ob Sie Ihr tägliches Trainingsprogramm absolviert haben oder nicht. Andernfalls droht das Palantir-Eugenik-Gremium, das einen ständigen Strom biometrischer Daten über jeden Amerikaner in einem vollständigen Überwachungssystem haben wird.“

So dystopisch das klingt, so unrealistisch ist es nicht. Die technischen Voraussetzungen sind bereits vorhanden, nur der politische Wille fehlt noch. All das erinnert stark an die tägliche Turnstunde vor dem Überwachungsgerät, an der man verpflichtend teilnehmen muss. Wer fehlt, riskiert Ärger mit dem „Großen Bruder“.

Bild „Pebble Smart Watch IMG_9006“ by BeauGiles is licensed under CC BY 2.0.

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11 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 28. Juni 2025 um 14:23 Uhr - Antworten

    Solange die Daten privat bleiben und nur mit Erlaubnis an den Arzt gehen. Ansonsten nur anonym für Auswertungen.

  2. Edgar Hagenbichler 27. Juni 2025 um 7:57 Uhr - Antworten

    Mein Eindruck ist, dass Kennedy gezielt diffamiert werden soll. Dabei sagt er aber sehr Sinnvolles: ‚Kennedy sagte, er habe Freunde, die durch das Tragen von Blutzuckermessgeräten „ihr Leben verändert“ hätten – sie hätten Gewicht verloren und sich von Diabetes befreit. Kontinuierliche Blutzuckermessgeräte können teuer sein, zwischen 100 und 300 Dollar pro Monat, aber Kennedy betonte, dass die Agentur „nach Wegen sucht, um sicherzustellen, dass diese Kosten übernommen werden können“. Er wies darauf hin, dass Ozempic – ein Blockbuster-Medikament zur Gewichtsreduktion, das Diabetes und Fettleibigkeit behandeln kann – mehr als 1.000 Dollar pro Monat kostet. „Wenn man dasselbe mit einem 80-Dollar-Wearable erreichen kann, ist das viel besser für die amerikanische Bevölkerung“, sagte er.‘

    Das halte ich auch für sinnvoll.

    Es gibt zumindest zwei berechtigte Kritikpunkte, die aber Kennedy gar nicht angesprochen hat und die aber technisch sehr einfach zu beheben wären: 1. Überwachung 2. elektromagnetische Strahlung

    Jeder der ein Handy benutzt akzeptiert diese zwei Kritikpunkte laufend. Die Strahlung könnte man leicht vermeiden indem das wearable nur dann Daten übermittelt, wenn man zB das Gerät vom Körper abnimmt. Die Ärztekammer Wien hat bereits vor längerer Zeit 10 medizinische Handy-Regeln veröffentlicht: https://www.gesundlebentirol.com/10-medizinische-handyregeln/

    Und die Überwachung könnte man mit Privacy-by-design leicht vermeiden, indem die Daten entsprechend verschlüsselt werden (siehe zB https://www.fsf.org/blogs/community/we-have-nothing-to-hide-only-everything-to-protect). Und auch indem man wieder anonyme Handys zulässt. Anstatt Kennedy anzugreifen sollten diese zwei einfachen Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen werden. Diese werden aber auch von den EU-Innenministern und für den Konsumentenschutz zuständigen Ministern verhindert.

  3. Thomas Moser 26. Juni 2025 um 18:15 Uhr - Antworten

    Die Freiheit, keine Smartwatch zu tragen.
    Jetzt also eine Smartwatch für alle. Für Gesundheit, sagt man. Sie misst: Puls, Schlaf, Blutzucker, Bewegung, Atmung, Stress – fehlt eigentlich nur noch die Pupszählung, das Vibrationsmuster beim Niesen und die Drehgeschwindigkeit beim Aufstehen.

    Daten? Gehen in die Cloud. Zugriff? Vielleicht für Ärzte. Vielleicht für Werbetreibende. Vielleicht auch für den Staat, der wissen will, wie oft ich nachts aufs Örtchen muss.
    Und ich frage mich: In einem freien Land, darf ich dann bitte auch frei ablehnen, mich täglich digital entblößen zu lassen? Oder gilt bald: „Wer keine Smartwatch trägt, hat was zu verbergen“?

    Wegen Übergewicht? Bitte. Da hilft ein Blick in den Spiegel. Oder der Moment, wenn man merkt, dass selbst die 5XL-Unterhose langsam kneift.

    Und wenn RFK Jr. früher als kritischer Geist galt – dann ist dieser Vorschlag der beste Beweis, wie schnell man vom Hoffnungsträger zum Überwachungsideologen werden kann.

    Sie bauen keine Systeme, um euch gesünder zu machen. Sie bauen Systeme, damit ihr besser messbar seid. Gesundheit ist der Vorwand – Kontrolle das Ziel.

  4. Jan 26. Juni 2025 um 18:14 Uhr - Antworten

    Für mich läuft es darauf hinaus, dass eine KI über individuelle medizinische Behandlung entscheidet, natürlich als Zwang. Da die moderne Medizin Leben nicht verlängert, sondern verkürzt, siehe mRNA-Medikamente, kann man auf diese Weise steuern, wer für die Gesellschaft weniger nützlich ist. Die Leute haben keine Vergleichsmöglichkeit, weil alles zensiert ist.

    Natürlich ist mir klar, dass 90% der Bevölkerung das unbedingt wollen, schließlich wollen sie auch Krieg, 5G-Mobilfunk und Chemtrails. Sie würden auch offenes Quälen und Haareziehen wählen, wenn das jemand anbieten würde. Nur ist das zu mühsam. Das geht ja viel einfacher!

  5. HelmutK 26. Juni 2025 um 18:10 Uhr - Antworten

    Die Regime können sich ihre wohlmöglich mit Sprengstoff befüllten Pager, Uhren, Fitnessarmbänder, oder was auch immer sich diese bösartigen Wichte an Killerelektronik ausdenken, sonst wo hin stecken.

  6. Glass Steagall Act 26. Juni 2025 um 12:33 Uhr - Antworten

    Das erinnert an das Covid-Regime. Man will nicht den gefährdeten Menschen etwas geben, sondern auch den gesunden! Wozu soll ein gesunder fitter Mensch sich medizinisch überwachen lassen? Klar, es geht wieder einmal um die Kontrolle und Überwachung der Menschen! Bin mal gespannt, wann der erste Vorschlag zur „medizinischen Fußfessel“ auch in Europa kommt.

  7. Daisy 26. Juni 2025 um 12:31 Uhr - Antworten

    Ist es freiwillig oder Zwang? Das passt doch gar nicht zu ihm, wenn er etwa beim Impfen die Wahlfreiheit propagiert.

    Wenn es verpflichtend wird, ist das ein Albtraum. Das wäre schon wie ein implantierter Chip.

    …dass die Geräte medizinische Ängste, Selbstdiagnosen und Selbstmedikation schüren könnten“ – das bestimmt, wer sich selbst dauernd kontrolliert, wird alsbald angstkrank. Das ist sicher auf Dauer nicht gesund.

    Was ich aber spannend fände, mir werden auf YT oft so Outdoor-Cooking-Sendungen aus Aserbeidschan zugespielt. Es ist unfassbar, wieviel die kochen, mind. für 30 Personen, Fett, Fleisch, Zucker im Übermaß. Die sind schon superblad. Da sag ich dann immer, bitte, blendet enlich eure Blutwerte ein :-)

  8. Dorothea 26. Juni 2025 um 11:27 Uhr - Antworten

    Kennedy zu früh gelobt, durch den vorherigen Artikel „USA stoppen Gates Impfprogramm ….“ So geht es ständig. Kaum freut man sich, wenn es einen Lichtblick zum Wohle der Menschheit gibt, kommt schon der nächste Dämpfer daher.

    • bribrei 27. Juni 2025 um 13:45 Uhr - Antworten

      Tja, da sieht man wieder, dass in jedem Politiker ein Narzisst und Diktator steckt… Sie wollen nichts Geringeres, als die Welt zu ihren Vorstellungen und Bedingungen zu verändern. Und wenn dann mal etwas Positives dabei herumkommt, wie das bei Kennedy ja durchaus der Fall ist, folgt gleich Erschreckendes nach: Es geht letztlich doch nur um Kontrolle und Überwachung.
      Ich denke, viele Amerikaner werden das mitmachen, man beobachte mal -auch hierzulande- die Mehrzahl der Jogger: Sie lassen sich mit Lauf- und Jogging-Apps, auch Apps mit Live-Tracking, ohne Probleme verfolgen, „müssen“ stets über ihre Leistung informiert sein. Was für ein unnötiger Humbug…
      Wie sind wir damals bloß ohne all den digitalen Schnickschnack lebensfähig gewesen und haben uns dabei wohlgefühlt…

  9. local.man 26. Juni 2025 um 11:24 Uhr - Antworten

    Irgendwie hat sich hier eine Art Fremdbestimmung eingeschlichen.

    Im Grunde sind Regierungen nur dazu da, die Menschen maximal zu dienen und maximal die Freiheit zu ermöglichen, also die Wirtschaft, Geld und den Reichtum einzuhegen und fair zu verteilen, Inforamtionsfreiheit und Sicherheit zu gewährleisten usw.

    Wenn diese Menschen dies nicht tun, haben sie keine Existenzberechtigung, sie werden zu einem Problem, das weg muss inkl. die Struktur die dies ermöglicht.

    Das ist wie bei einer Krankheit, wo man die Ursache abstellen muss, sonst kann es nur Symptombekämpfung geben, aber keine Heilung.

    Jetzt aber, meint man ständig, es sei völlig ok, den Menschen ständig mittels Fortschritt, irgendeinen Mist aufzwingen zu dürfen. Gefragt hat man nie und es scheint eher immer so zu sein, als bedient man ganz andere Interessen.
    Das fällt die ersten Male nicht so auf, solange noch genug Spielraum existiert, dass es keinen großen Unterschied macht.

    Aber mit jedem weiteren Schritt, engt sich der Spielraum immer ein klein wenig weiter ein.
    Es ist wie beim Zunehmen. Die Hose passt und wird enger, aber irgendwann geht sie eben nicht mehr zu und sitzt verdammt eng.
    Das passiert auch nicht über Nacht, sondern in einer Zeitperiode.

    Genauso wurde hier Top Down die Sitte eingeschlichen, sich immer mehr von unserer natürlichen Freiheit wegzuknabbern.
    Das ist lange Zeit nicht so aufgefallen, aber wir merken so langsam, dass einst üppige Teich in dem wir geschwommen sind, nun nur noch eine Pfütze ist in der man kaum noch was sehen kann.

    Das ist so der Kipppunkt, wo man sich nun langsam die Frage stellen sollte, ob man anfängt etwas zu tun und sich umgehen dagegen zu wehren und vor allem immer mit den Denken einer Systemänderung für die Freiheit über Fortschritt, oder ob man sich weiter einengen lässt.
    Dann alles was alsbald kommen wird, eben weil wir schon an der Klippe stehen, ist auf jeden Fall dann ein immer deutlicher Schmerz.
    Das „es geht ja noch“ wird in echten handfesten Problemen münden.
    Bildlich gesprochen leuchtet die Tankanzeige des Autos seit 50Km schon und wir fahren durch eine trockene Steppe. Bald werden wir aussteigen und zu Fuss loslaufen müssen und das in eine Wüste hinein. Es wird von jetzt an weh tun…

    Die Herrschenden wissen das.. Und wir.. Wir warten noch immer auf Erlöser.
    Ich hoffe jedem ist klar, dass das Parteiensystem von den Herrschenden erschaffen wurde.
    Es ist also Teil des Problem und wird nicht die Lösung sein.

  10. Gabriele 26. Juni 2025 um 11:19 Uhr - Antworten

    Tja, das ist dann halt die „andere“ Seite von ihm… typisch Amerika könnte man sagen. Die probieren alles aus – mit etwas Glück wachen sie später dann wenigstens irgendwann auf, wozu dem europäischen „Wertewesten“ wiederum offenbar die „richtige Genetik“ fehlt bzw. wird vorher das betreute Denken flächendeckend eingeführt.
    Wetten, dass auch bezüglich Strahlung und 5 G die USA früher „aufwachen“ wird als wir?
    Kommt Zeit, kommt Hirn.

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