Paris brennt (wieder einmal): Vom Fußballtriumph zur Straßenschlacht

2. Juni 2025von 1,9 Minuten Lesezeit

Eine weitere Chaosnacht in Paris: Die Polizei ließ den Mob wüten. Anders als bei Demonstrationen zog sich die Staatsgewalt zurück. Ist es Absicht?

Paris Saint-Germain (PSG), seit Jahren im Besitz des Golfstaats Katar, hat die Fußball-Champions-League gewonnen. Scheich-Milliarden haben es möglich gemacht. Zum ersten Mal ist Paris der europäische Fußballmeister. So viel, so unwichtig. Doch der Sieg führte zu massiven Ausschreitungen in Paris und weiteren Städten.

In Paris verloren 5000 Polizisten die Kontrolle – oder wollten die Kontrolle verlieren. Vermummte Jugendliche sorgten für Randale, wie man sie in Paris durchaus kennt, wie sie in den meisten anderen Ländern völlig undenkbar wären: geplünderte Luxusläden, brennende Autos, Leuchtraketen, Straßenblockaden. Die Nacht forderte zwei Tote: In Südwestfrankreich wurde jemand erstochen, in Paris wurde eine Person von einem Auto überfahren. Ein Polizist liegt im Koma. 600 Personen wurden festgenommen, 300 Personen sind verletzt.

Das Innenministerium reagierte danach typisch und empörte sich, sprach von „Barbaren“. Die politische Linke reagierte wie im Reflex und sprach von „Rassismus“. Freilich offenbart die Nacht wieder einmal die tiefen kulturellen und ethnisch-ökonomischen Konflikte, die Frankreich seit Jahren brodeln lassen. In den Randbezirken lebt eine wachsende, perspektivenlose, verarmte, meist muslimische Schicht, die Frankreich als Gegner ansieht.

Erst im Juni 2023 wurde Frankreich von heftigen Unruhen erfasst – TKP hat exklusiv berichtet. Es folgte ein Überwachungsgesetz und polizeiliche Repression. Die wirkt aber kaum, wie das Wochenende wieder mal gezeigt hat.

Eine (offensichtliche?) Theorie, die aber kaum jemand ausspricht, hat Florian Philippot, der Parteichef der Patrioten-Partei und ehemaliger Le-Pen-Weggefährte. Er schrieb am Sonntag:

„Die Schläger haben gestern Abend die Pariser Ringstraße übernommen: keine Reaktion!

Als wir spontan und friedlich vor dem Arbeitsministerium gegen die Rentenreform demonstrierten, wurde uns umgehend das BRAV-M [Polizei-Sondereinheit, Anm.] zugesandt.

Wenn 2 Traktoren der ländlichen Koordination durch Paris fahren: BRAV-M sofort Dasselbe gilt für die Gelbwesten usw.: BRAV-M Hier völlige Straflosigkeit, langsamer Start!

Die Oligarchie will Chaos, um dann ihre freiheitsfeindlichen Maßnahmen durchzusetzen. Angefangen mit der Zensur sozialer Medien und der Gesichtserkennung im öffentlichen Raum! Wer lässt sich täuschen?“


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6 Kommentare

  1. Toilettentieftaucher 3. Juni 2025 um 3:46 Uhr - Antworten

    wer möchte so leben?

  2. Jan 3. Juni 2025 um 0:25 Uhr - Antworten

    Wer ein wenig esoterische Literatur kennt, ist erstaunt, wie sehr sich die Prophezeihungen ähneln. Das brennende Paris kommt auch regelmäßig vor.

    Da kann man auf die Idee kommen, dass es einen Plan gibt, den die Propheten bloß verkünden. Keinen Plan Gottes wohlgemerkt, sondern einen der Selbstvergöttlichten.

  3. Sabine Schoenfelder 2. Juni 2025 um 14:21 Uhr - Antworten

    Macron ist ein Globo-Liebchen. Eskalation, Krieg und Zerstörung gehören in seinen dringlichsten Aufgabenbereich.
    Reglementiert wird nur die eigene, indigene Bevölkerung. Mal gespannt wie lange sich der Franzose das noch bieten läßt…..

    • Karsten Mitka 2. Juni 2025 um 17:26 Uhr - Antworten

      Schätze so lange, wie auch das deutsche Tiefschlafschaf sich das bieten lässt, nämlich bis es ausgerottet ist.

  4. Patient Null 2. Juni 2025 um 12:41 Uhr - Antworten

    Ein Präsident der nur noch regiert weil sich Links und Rechts bekämpfen und Konkurrenten undemokratisch kaltgestellt werden. Derweil die sozialen Probleme wachsen. Ausschreitungen sind das Ergebnis. Aber wie schon angesprochen, das kommt einigen wohl auch recht gelegen.

  5. Varus 2. Juni 2025 um 12:11 Uhr - Antworten

    Die Oligarchie will Chaos, um dann ihre freiheitsfeindlichen Maßnahmen durchzusetzen. Angefangen mit der Tsähnsuhr sozialer Medien und der Gesichtserkennung im öffentlichen Raum!

    Das stimmt absolut – zum Glück haben die Woken gestern in Polen verloren und ein Tshönsuhr-Gesetz gehörte zu den wichtigsten Themen. Hoffentlich bekommen auch die übrigen Völker Europas Erleuchtung – in Rumänien klappte es nicht ganz in der zweiten Runde.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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