Sanktionen statt Verhandlungen

19. Mai 2025von 2,3 Minuten Lesezeit

Gegen Russland wird das 17. Sanktionspaket beschlossen. Von „wirksam und sicher“ kann wieder einmal keine Rede sein.

Ein Land zu sanktionieren, bevor Friedensgespräche überhaupt begonnen haben oder noch andauern, ist schon ein schlechtes Zeichen. Es ist ganz klar, dass die Ukrainer, Europäer und Briten hoffen, dass neue Sanktionen so viel Druck auf Russland ausüben, dass es Bedingungen akzeptiert, die für die ukrainische Seite günstiger sind. Das heißt, dass die Ukraine nicht zu der in Istanbul im April 2022 eingegangenen Verpflichtung zurückkehren muss, einen dauerhaft neutralen Status anzunehmen. Die westliche Mainstream-Presse, Trump und europäische Politiker fordern ultimativ den Waffenstillstand. – sonst Sanktionen.

Aber es gibt ein Problem. Damit diese Strategie wirksam sein kann, müssen die Sanktionen greifen.

Sanktionen gegen russische Energielieferungen haben nicht nur seit 2022, sondern seit 2014 nur begrenzte Auswirkungen gehabt. Nichts an der Entwicklung der Sanktionen seit Februar 2014 deutet darauf hin, dass neue Sanktionen jetzt wirken werden.

Die jüngste Runde der Sanktionen des Vereinigten Königreichs und der EU zielte darauf ab, mehr Druck auf die Durchsetzung der im Dezember 2022 erstmals verhängten Ölpreisobergrenze der G7 von 60 Dollar auszuüben. Seit Beginn des Krieges ist diese Politik gescheitert.

Zwischen 2021 und 2024 sank das Gesamtvolumen der russischen Ölexporte um nur 0,2 Millionen Barrel pro Tag oder 2,6 %. Nach einem Rekordjahr für Steuereinnahmen im Jahr 2022, das durch den Einbruch des Rubels und die explodierenden Energiepreise verursacht wurde, erzielte Russland 2023 und 2024 Handelsbilanzüberschüsse von 49,4 Mrd. USD bzw. 62,3 Mrd. USD. Dies war auf die nach wie vor starken Warenexporte in Höhe von 425 Mrd. USD bzw. 433 Mrd. USD zurückzuführen.

Vorigen Dienstag kam es zu Zwischenfall in der strategisch wichtigen Zone der Ostsee und des Finnischen Meerbusens, als Estland versuchte, einen Öltanker der russischen „Schattenflotte“ zu beschlagnahmen.

Zur Erinnerung: Der von den Westmächten geprägte Begriff „Schattenflotte“ bezeichnet lediglich Tanker, die nicht gemäß den „Sanktionen“ der westlichen EU/G7 registriert sind, die für Russland jedoch überhaupt nicht gelten, da Russland diesen Organisationen nicht angehört. Ein estnischer Militärvertreter räumte ein, dass sie versuchen, alle russischen Schiffe auf die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen, was in erster Linie bedeutet, dass sie sicherstellen, dass die Schiffe über eine ordnungsgemäße „Versicherung“ verfügen.

Russland wurde vom größten Versicherungsmarkt ab und versuchen dann, Russlands „illegale“ Nichtversicherung seiner Schiffe „durchzusetzen“. Die einzige Definition eines Tankers der „Schattenflotte“ ist, dass er nicht auf dem Londoner Versicherungsmarkt registriert ist, weil ihm durch die „regelbasierte Ordnung“ der Zugang verwehrt wurde.

Image by Erich Westendarp from Pixabay

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9 Kommentare

  1. Peter-Schmidt-News 20. Mai 2025 um 8:04 Uhr - Antworten

    Passt zum Ziel des Tiefen Staats, Krieg statt Frieden.

  2. Daisy 19. Mai 2025 um 21:33 Uhr - Antworten

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder…Hirn regnete…
    „Die Europäer fordern, Sanktionen und militärischen Druck auf Russland zu erhöhen. Die amerikanische Militärexpertin Jennifer Kavanagh hält das für die falsche Strategie.“
    Es sei nicht zu erwarten, dass Putin einem sofortigen Waffenstillstand zustimme, stattdessen solle Trump zu weiteren direkten Verhandlungen raten usw. Anscheinend hat sich Trump an dieses Konzept gehalten und nicht an das der 4 EU-WEF-NATO-Willigen. Es ist ein Artikel in der Berliner Zeitung mit dem Titel:

    US-Militärexpertin zu Trump-Putin-Telefonat: USA dürfen nicht die Fehler der Europäer machen

  3. Andreas I. 19. Mai 2025 um 20:19 Uhr - Antworten

    Hallo,
    ob es die Russen allzu sehr stört, wenn dieser Londoner Versicherungsmarkt beabsichtigt, seine Position als größter Versicherungsmarkt langfristig zu verlieren? :-)

  4. Daisy 19. Mai 2025 um 20:09 Uhr - Antworten

    Man darf aufatmen, keine Sanktionen…
    „Putin nach Trump-Gespräch: Moskau bereit für Friedensmemorandum mit Kiew“

    Donald Trump hat über ein zweistündiges Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in seinem Beitrag im sozialen Netzwerk Truth Social geschrieben. Sein Fazit: „Ich glaube, es lief sehr gut.“

    Laut Trump werden Russland und die Ukraine umgehend Verhandlungen über einen Waffenstillstand und – noch wichtiger – über ein Ende des Krieges aufnehmen. Die Bedingungen dafür sollen ausschließlich von beiden Seiten festgelegt werden, da nur sie die Details der Gespräche kennen.

    „Ton und Atmosphäre des Gesprächs waren ausgezeichnet“, so Trump. „Wenn dem nicht so gewesen wäre, würde ich das jetzt sagen – und nicht erst später.“

    Trump betonte, Russland wolle nach dem Krieg umfassenden Handel mit den USA betreiben – und er stimme dem zu. „Es gibt eine riesige Chance für Russland, viele Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen. Das Potenzial ist unbegrenzt.“ Auch die Ukraine könne beim Wiederaufbau ihres Landes vom internationalen Handel stark profitieren.

    Trump kündigte an, die Gespräche würden sofort beginnen. Er habe darüber bereits mehrere Staats- und Regierungschefs informiert: den ukrainischen Präsidenten Selenskij, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Premierministerin Giorgia Meloni, Deutschlands Kanzler Friedrich Merz und Finnlands Präsident Alexander Stubb.

    Auch der Vatikan, vertreten durch Papst Leo XIV., habe signalisiert, dass er sehr interessiert sei, die Verhandlungen auszurichten. „Lasst den Prozess beginnen!“, erklärte Trump abschließend.
    ……
    Ob es wohl diesmal klappt?

    „Reiten, reiten, reiten, durch den Tag, durch die Nacht, durch den Tag.
    Reiten, reiten, reiten.
    Und der Mut ist so müde geworden und die Sehnsucht so groß. Es gibt keine Berge mehr, kaum einen Baum. Nichts wagt aufzustehen. Fremde Hütten hocken durstig an versumpften Brunnen. Nirgends ein Turm. Und immer das gleiche Bild. Man hat zwei Augen zuviel. Nur in der Nacht manchmal glaubt man den Weg zu kennen. Vielleicht kehren wir nächtens immer wieder das Stück zurück, das wir in der fremden Sonne mühsam gewonnen haben? Es kann sein. Die Sonne ist schwer, wie bei uns tief im Sommer. Aber wir haben im Sommer Abschied genommen. Die Kleider der Frauen leuchteten lang aus dem Grün. Und nun reiten wir lang. Es muß also Herbst sein. Wenigstens dort, wo traurige Frauen von uns wissen.“
    Cornet

  5. Daisy 19. Mai 2025 um 19:22 Uhr - Antworten

    Duran nennt sie schon 4+1, die vier Willigen – Macron, Starmer, Mörz und Tusk befahlen Trump vor dem Gespräch, dass er Putin drohen muss, entweder sofortiger bedingungsloser 30-tägiger (das dürfte eine magische Zahl ähnlich wie 2030 sein) Waffenstillstand oder Sanktionen…hihi, wobei die wieder der EU schaden und nicht Russland (endgültiges Aus für Nord Stream II etc.) und so hofft man, auch die USA beteiligen sich an den Suizidsanktionen. Und Selenski hofft auf weitere Waffenlieferungen und Milliarden aus US. Der Grieche von Duran, der mit dem schwarzen Bart, aus Zypern, hat viel gelacht. Ich auch…ja, dann ist es auch Trumps Krieg und es wird ein Weltkrieg daraus. Trump unterstützt damit die Globalisten und den Wokeismus.

    Mal sehen, was er wirklich tut…

    • Daisy 19. Mai 2025 um 19:26 Uhr - Antworten

      Ach ja, der Selbige mit dem Bart nennt Meloni übrigens „Trojanisches Pferd“, ihr sei in keinster Weise zu trauen. Einmal ist sie globalistisch, dann wieder populistisch. Meine Rede. Sie ist eine Qualle…

    • Daisy 19. Mai 2025 um 19:34 Uhr - Antworten

      Ach, das fällt mir auch noch ein, Putin gab gestern ein Interview. Auf die Frage, wie lange der Krieg noch dauern würde, meinte er: Solange, bis alle Russen, die Russland als ihr Heimatland sehen, befreit sind. Ui, dachte ich, jetzt will er die ganze Welt erobern wie ein Bondbösewicht. Er strebt die Weltherrschaft an, denn gewiss gibts zB auch in Amerika Russen, die Russland als ihre Heimat betrachten. Na, dann: Pojechali! ;-)

  6. Glass Steagall Act 19. Mai 2025 um 17:01 Uhr - Antworten

    Klar, seil weil die vorherigen 16 Sanktionspakete soviel gebracht haben, macht ein 17. Paket auch so viel Sinn! Gibt es überhaupt noch etwas, was man sanktionieren könnte? Jedes einzelne Paket hat uns tiefer in die Schei.. gefahren! Ist der europäische Bürger eigentlich wirklich so blöd um zu sehen, was die verlogene Politik da von seinen Bürgern verlangt?

    Vor ein paar Tagen war ich bei meinem Zahnarzt und habe mit ihm kurz über diesen Wahnsinn gesprochen. Er, ein Verfechter der CDU, ist für Aufrüstung und gegen Russland. Obwohl intelligent, sieht er anscheinend nur das Bild der NATO-Propaganda. Er sagte mir doch tatsächlich, dass man den Russen nicht trauen könnte. Ich fragte ihn, ob er den USA traut. Er meinte nein, deswegen brauchen wir auch eine eigene Armee in Europa. Da sagte ich ihm, es gibt aber keinen Feind für uns. Er meinte doch, Russland. Ich brachte ihm zig handfeste Beispiele und Gründe, warum der Krieg in Russland läuft und wieweit der Westen die Finger im Spiel hat und dass die CIA beim politischen Umsturz in der Ukraine 2013 beteiligt war. Zu allem sagte er stimmt, aber trotzdem blieb er bei seiner Meinung zum bösen Russland. Zum Glück sind seine fachlichen Fähigkeiten besser als sein geostrategisches Wissen! Aber dieses Beispiel zeigt, wie man die Bevölkerung längst einer Gehirnwäsche unterzogen hat, selbst bei Menschen die scheinbar intelligent sind! Die Indoktrination ist bereits flächendeckend!

    • Jan 19. Mai 2025 um 20:31 Uhr - Antworten

      Es gibt in der Bibel mehrere Narrative, in denen sich die Menschen trennen. Noah ist so eines, er versucht nicht, seine Mitmenschen zu überzeugen, er baut die Arche alleine mit seinen Söhnen und deren Frauen. Auch in der Offenbarung werden die Menschen getrennt, die einen werden in den Feuersee geworfen, die anderen bevölkern die neugeschaffene Erde. Auch bei Sodom könnte man das so sehen. Keiner überzeugt den anderen, keine Kompromisse, die Menschen scheiden sich. Dieses Narrativ gibt es auch in außerbiblischen und außereuropäischen Erzählungen. Es scheint sich um eine allgemeingültige Erfahrung des Menschen zu handeln.

      Mir war das so nicht bewusst, bis ich in der Covid-Debatte gegen Mauern gelaufen bin. Bis dahin bin ich immer von einem rationalen Wesenskern des Menschen ausgegangen und war überzeugt, man könne alles klären.

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