FireDome: Brandbekämpfung dank Militärisch-Industriellen-Komplex

14. Januar 2025von 3,8 Minuten Lesezeit

Das israelische „FireDome“ verspricht, das Management von Waldbränden zu revolutionieren, indem es seine berüchtigt schlechte Iron-Dome-Raketenabwehrtechnologie für den zivilen Einsatz anpasst.

FireDome ist das Produkt eines israelisches Start-up-Unternehmens, das mit einer Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 3 Millionen US-Dollar an die Öffentlichkeit trat. Als Reaktion auf eine Warnung der Feuerwehr, dass ein Lauffeuer auf ein Gebiet zukommt, werden zunächst von einem mechanischen stationären Werfer Kapseln abgefeuert, die Geschossen ähneln und sich vor dem Aufprall öffnen, um umweltfreundliches feuerhemmendes Mittel zu verteilen und so eine Schutzbarriere zu schaffen und den Weg der eindringenden Lauffeuer zu blockieren. Anschließend erkennt und löscht ein KI-gestütztes System, das Computer-Vision und Sensortechnologie nutzt, durch Glut in der Luft verursachte Einzelfeuer, die die primäre Barriere umgehen. Das System verwendet dabei eine KI-gestützte Technologie, die dem israelischen Luftverteidigungssystem namens Iron Dome nachempfunden ist.

Das System soll im Mai 2025 in Israel und bis 2026 in den USA getestet werden und zeigt angeblich, wie High-Tech-Lösungen für militärische Zwecke mit Umweltproblemen in Einklang gebracht werden können. Kameras, Abschussvorrichtungen und automatisierte Systeme bilden das Rückgrat dieses Projekts. Wenn es für Studentenmensen CO2-Fußabruck-Ausweise gibt, warum nicht auch hier?

Es handelt sich um den innovativsten Schutz-Schachzug des militärisch-industriellen Komplexes. Ein Land, das mit dem Export von „Sicherheitslösungen“ Milliarden verdient hat, weitet nun seine Reichweite auf Umweltkrisen aus und verwandelt jedes Lauffeuer in eine Gelegenheit, Profit zu machen. Dasselbe Israel, das von endlosen Kriegen, Völkermord und High-Tech-Überwachung profitiert, vermarktet sich nun als Retter vor dem Zorn der Natur. Doch hinter dem glänzenden Öko-Branding verbirgt sich dieselbe Logik des Militärisch-Industriellen Komplexes: endlose Abhängigkeit von überteuerten und überbeworbenen Systemen, die eine ständige Finanzierung erfordern.

Wenn „FireDome“ funktioniert, wird es Milliarden einbringen. Aber die Frage bleibt, warum in Lösungen investieren, die Symptome behandeln, wenn die Bekämpfung der Ursachen, wie Misswirtschaft und rücksichtslose Politik, weitaus weniger kosten würde? Vielleicht, weil das Ziel nicht darin besteht, Brände zu löschen, sondern die Flammen eines lukrativen globalen Betrugs zu schüren.

Alternative Löschflugzeug

Bei den Feuerkatastrophen in Kalifornien ist erstaunlich, dass man nicht in der Lage ist, das unendliche Wasserreservoir des nahegelegenen Pazifiks zu nützen. Nach Stephen Bryen, früherer Untersekretär im US-Verteidigungsministerium, sind die Sanktionen schuld, die die USA reihum verhängen, bevorzugt gegen Russland. Tatsächlich fehlen Kalifornien und den USA moderne und der Aufgabe gewachsene Löschflugzeuge, die ausreichend Wasser aus Seen und dem Meer schöpfen können.

Er berichtet, dass er im Jahr 2018 via einem Artikel in der Asia Times forderte, Maßnahmen zu ergreifen, um moderne Löschflugzeuge in die Vereinigten Staaten zu bringen, insbesondere nach Kalifornien.

Das beste Flugzeug für diesen Zweck ist laut dem Beschaffungsexperten Bryen die Beriev Be-200, ein russisches Lösch- und Rettungsflugzeug. Sanktionen gehen mittlerweile regelmäßig nach hinten los und so auch diese. Die Beriev wurde nicht zertifiziert, da die entsprechende Behörde FAA es vorzog, nichts zu unternehmen, während das Land in Flammen stand.

Die Beriev Be-200 ist ein russisches Mehrzweck-Amphibienflugzeug, das von der Beriev Aircraft Company entwickelt und in Russland von Irkut hergestellt wird. Es wurde für die Brandbekämpfung, Such- und Rettungsaktionen, Seepatrouillen, Fracht- und Passagiertransporte gebaut und kann 12 Tonnen (12.000 Liter) Wasser in acht separaten Tanks transportieren – mehr als jedes andere Löschflugzeug. Es verfügt außerdem über sechs separate Tanks für Chemikalien, die mit Wasser gemischt werden können.

Es wurde in Europa und Asien eingesetzt, darunter in Italien, Portugal, Griechenland, Aserbaidschan, Israel und (bei einer Such- und Rettungsaktion) in Indonesien. Das Flugzeug fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa 700 km/h, während die besten US-Löschflugzeuge US-2 eine Höchstgeschwindigkeit von 580 km/h und die CL-415 eine Höchstgeschwindigkeit von 359 km/h erreicht. Die höhere Geschwindigkeit der Be-200 (die mit einem Turbofan-Triebwerk ausgestattet ist, während die anderen mit einem Turboprop-Triebwerk ausgestattet sind) verkürzt die Zeit bis zur Stationierung erheblich, was bei einem Brandnotfall eine wichtige Variable ist.

Bilder:
oben: Ronald Plett auf Pixabay
Mitte: Александр Шабельников, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
unten: Clemens Vasters from Viersen, Germany, Germany, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

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6 Kommentare

  1. Andreas I. 14. Januar 2025 um 10:23 Uhr - Antworten

    Hallo,
    Wikihausen sagt: ,,Be-200 … Das Füllen der Wassertanks kann während des Gleitens über Wasser durch 4 Wassereinlässe erfolgen und dauert 18 Sekunden.“

    Was den ,,fire dome“ betrifft, so gut das zunächst alles klingt, aber wenn KI-gesteuert Kapseln verschossen werden, sollten sich im Zielgebiet vielleicht besser keine Feuerwehrleute befinden, sonst wird es friendly fire.

  2. Varus 14. Januar 2025 um 9:50 Uhr - Antworten

    Ein Land, das mit dem Export von „Sicherheitslösungen“ Milliarden verdient hat, weitet nun seine Reichweite auf Umweltkrisen aus und verwandelt jedes Lauffeuer in eine Gelegenheit, Profit zu machen.

    Der im Zionistenstan lebende Herr Harari mit WEF-Connections möchte „für Klima“ Milliarden „unnützer Esser“ beseitigen. Ein KI-System könnte sicherlich lernen, die Atombomben so zu werfen, dass man mit einem Minimum an Megatonnen das Maximum von Homo Sapiens eliminiert – bevorzugt jeden außer den Zionisten.

  3. Jan 14. Januar 2025 um 9:19 Uhr - Antworten

    Der Witz ist, dass es eine kalkulierbare, logische Entwicklung gibt und darauf überlagert eine Inszenierung. Wenn also der Ressourcenabbau nicht mehr in dem Maße weiter wachsen kann, wie es der Kapitalismus erfordert, dann setzt Habeck ein selbstzerstörerisches Gesetz durch, Leyen macht einen Vertrag und Joe Gaga verhängt Sanktionen. Am Ende kann man die Ursachen nicht mehr unterscheiden.

    Waldbrände verhindert man durch langfristige forstliche Maßnahmen, nicht durch komplexe Drohnentechnik. Aber wenn man eine Überhitzung des Erdballs inszenieren will…

    Eine Zivilisation mit wenig Ressourcen, wozu man auch Logistik rechnen sollte, ist nicht in der Lage, komplexe Technologie aufrecht zu erhalten. Metall- und Glastechnik ist nicht in Hitze- oder Eiswüsten erfunden und entwickelt worden, sondern dort, wo man verschiedene Ressourcen und Knowhow gut zusammen bringen konnte. Ubiquität ist nicht selbstverständlich.

    Aus dieser Sicht ist es absurd, Waldbrände mit Drohnen zu bekämpfen und nicht mit (arbeitslosen) Menschen. Vielleicht will man die Technologie für Kriegszwecke skalieren?

    Auffällig ist schon, dass es keine Lösungen mehr zu geben scheint. Möglich, dass Golddigger in der Verwaltung überfordert sind. Möglich aber auch, dass es einfach keine Lösung gibt. Vor letzterem haben gute Denker aus vielen Disziplinen seit 50 Jahren gewarnt.

    • Vortex 15. Januar 2025 um 14:02 Uhr - Antworten

      Parallel lief/läuft da noch so einiges ab u. ob (auch) diese Szenarien (tinyurl.com/2f4xfckk, tinyurl.com/y2nkx7yz) die Mehrzahl der Menschen jemals realisieren werden? …

  4. audiatur et altera pars 14. Januar 2025 um 9:09 Uhr - Antworten

    Die Feuer in Kalifornien haben tatsächlich zugenommen. Aber in erster Linie nicht wegen dem Klimawandel oder fehlenden Flugzeugen, sondern aus anderen (ebenso politischen) Gründen. Niederschlagsreiche Winter wechseln sich dort mit niederschlagsarmen ab. Und der Wind aus der Wüste war immer schon ein Hund, wenn es staubtrocken ist (schön bebildert nachzulesen bei Steinbeck). Aufgrund fehlender Investitionen in die Infrastruktur flossen die hohen Niederschlagsmengen der vergangenen Jahre ungehindert und ungenutzt in den Pazifik ab. Zudem werden bestehende Stauseen grünideologisch zur „Rettung“ (dort nicht von Fröschen, aber von Fischen) zurückgebaut. Und schon die Indianer wussten, dass dichte Wälder nach europäischem Vorbild nicht in Savannenlandschaften passen. Und so bekämpften sie (großes) Feuer von Zeit zu Zeit eben mit (kleinen) Feuern. Viel Prärie und Vieh zwischen kleingehaltenen Wäldern sind übrigens der beste Feuerschutz, weil das Brandmaterial einfach gefressen (und huch: ausgepupst) wird, statt in Rauch aufzugehen.
    PS: Herbert Prohaska versteckt sich für einen Doktor peinlich oft im Titel!

  5. Sabine Schoenfelder 14. Januar 2025 um 8:54 Uhr - Antworten

    „ Ein Land, das mit dem Export von „Sicherheitslösungen“ Milliarden verdient hat, weitet nun seine Reichweite auf Umweltkrisen aus und verwandelt jedes Lauffeuer in eine Gelegenheit..“…😂🤣 Ja, so ein tolles SICHERHEITSSYSTEM ‼️
    Die beste Reklame : ..eine militärisch veraltete Hamas konnte stundenlang auf breiter Front ! u n b e m e r k t nach Israel an diesem System vorbei, WIE EIN KARNEVALSUMZUG einwandern….
    Da brauchtˋs neue innovative Ideen, liebe Leute….und was umweltfreundlich ist, das liegt immer im Auge der V e r m a r k t u n g….🤓👎🏽🤌

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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