Deutschlands Energiewende der Grünen verursacht exorbitante Strompreise

14. Dezember 2024von 3,4 Minuten Lesezeit

Die Produktion grüner Energie in Deutschland ist in weniger als drei Wochen von 72 Prozent auf 12 Prozent gesunken, und sowohl die Industrie als auch die Familien zahlen den Preis dafür. In einem Interview mit der deutschen Zeitung „Die Welt“ hatte BDI-Präsident Siegfried Russwurm die Wirtschaftspolitik der Ampel beklagt, Deutschland leide unter der Besessenheit von grüner Energie und Bürokratie.

Dank des Stromeinkaufs von Deutschland in den Nachbarländern sind die Strompreise in ganz Europa gestiegen, wobei Deutschland mit 936 Euro pro Megawattstunde einen Rekordwert erreicht hat, berichtet Bild. Der Grund dafür? Wieder einmal eine „Dunkelflaute“, eine im Herbst und Winter häufig vorkommende Wetterlage, bei der es weder Wind noch Sonne gibt, was bedeutet, dass Wind- und Solarkraftwerke und -kollektoren keinen Strom produzieren.

Leider hat Deutschland im vergangenen Frühjahr Braunkohle- und Kohlekraftwerke abgeschaltet, die mehr als 4 Gigawatt Strom produzierten.

Stadtwerke, Stromhändler und Industrieunternehmen müssen nun kurzfristig Megawattstunden auf dem Spotmarkt der Energiebörse zu Schockpreisen bestellen, was einige Unternehmen dazu zwingt, ihre Produktion zu drosseln. Ein Stahlwerk in Riesa, das dem sächsischen Unternehmen Feralpi gehört, hat die Produktion vollständig eingestellt.

Der Geschäftsführer der Anke GmbH, Tobias Wesselow, einem seit 1896 in Essen ansässigen Metallverarbeitungsunternehmen, sagt, er lasse die Öfen bei Preisspitzen abkühlen.

„Die aktuellen Strompreise sind unerträglich hoch und haben im Vergleich zu den normalen Preisen auf Stundenbasis teilweise den Faktor 10 erreicht. Solche Tage sind für uns finanziell „blutrot“, sagte Wesselow der Bild.

„Viele Unternehmen, die ihren Strom an der Börse kaufen, schränken auch ihre Produktion ein“, fügte er hinzu und bezeichnete dies als ‚katastrophal‘ für die Wirtschaft.

Wolfgang Große Entrup, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), sagte der Zeitung: „Das ist zum Verzweifeln. Unsere Unternehmen und unser Land können sich keine Schönwetterproduktion leisten. Wir brauchen dringend Kraftwerke, die zuverlässig einspringen können.“

Auch für Privatpersonen mit flexiblen Tarifplänen, etwa 1 Million deutsche Haushalte, ist Strom extrem teuer geworden. Der Stromversorger Tibber hat seine Kunden sogar vor einem möglichen Preisanstieg von bis zu 400 Prozent gewarnt.

„Mit über 500 kg CO2-Emissionen pro Megawattstunde liegt Deutschland (zusammen mit Polen, der Tschechischen Republik und Irland) erneut am unteren Ende der CO2-Bilanz für Strom in Europa, da wir hauptsächlich Gas und Kohle zur Stromerzeugung verwenden“, berichtet Bild.

Insgesamt wurden etwa 60 Prozent der Energie im Inland aus fossilen Brennstoffen erzeugt, während das Land auch auf andere Länder zurückgreifen musste und fast ein Viertel des Bedarfs durch Importe gedeckt wurde.

Der Energieökonom Prof. Manuel Frondel warnte: „Die aktuelle Situation ist ein Vorgeschmack darauf, was passieren wird, wenn wir weiterhin Energiequellen abschalten, aber keinen Ersatz schaffen.“

Das polnische Business Insider berichtet außerdem, dass die Energiepreise in Deutschland und Dänemark am 12. Dezember zwischen 17 und 18 Uhr ein Rekordhoch von 936 Euro pro Megawattstunde erreichten. Die Niederländer mussten 873 Euro und die Österreicher 850 Euro bezahlen.

Die Produktion grüner Energie in Deutschland, so das Portal, sei in weniger als drei Wochen von 72 Prozent auf 12 Prozent gesunken, hauptsächlich aufgrund des Windmangels. Deutschland war gezwungen, auf Notstrom aus Steinkohlekraftwerken zurückzugreifen, die nun 13 Prozent des Stroms liefern; in Kombination mit Braunkohlekraftwerken steigt dieser Anteil auf 37 Prozent. Gaskraftwerke waren in den letzten zwei Tagen für 33 Prozent verantwortlich.

„Während Frankreich, Polen und die nordischen Länder dank eines Energiemixes aus Kernkraft, Kohle und Wasser stabile Preise aufrechterhalten können, wird Deutschland zur Geisel seiner „grünen Transformation“ und der Politik der grünen Dummheit“, sagte der ehemalige PSL-Abgeordnete Janusz Piechociński.

„Die Erzählung von der Klimaneutralität zeigt, wenn man sie mit der Realität konfrontiert, dass das Fehlen eines ausgewogenen Ansatzes in der Energiepolitik katastrophale Folgen hat – für die Wirtschaft, die Bürger und den gesamten Industriesektor“, fügte er hinzu.


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13 Kommentare

  1. Daisy 15. Dezember 2024 um 7:09 Uhr - Antworten

    Habeck hat schon die Lösung: Die Stromverbraucher sollen sich nach dem Wetter richten. Also soll nur noch Strom verbraucht werden, wenn Wind und Sonne dies erlauben. Er will dynamische Strompreise auf schwankend verfügbare Energie einführen. D.h. die Industrie wird abgeschaltet oder sie zahlt horrende Preise. Wenn du nur noch mit Strom heizen darfst, kann das besonders im Winter sehr unangenehm werden. Entweder kann man es bezahlen, oder man muss erfrieren…

  2. Andreas I. 14. Dezember 2024 um 20:56 Uhr - Antworten

    Hallo,
    interessant an den Beschwerden der deutschen Wirtschaftsverbände ist, dass die jetzt in ,,Bild“ und ,,Welt“ auftauchen.
    Denn da passt eines nicht zusammen:
    ,,Bild“ und ,,Welt“ sind bis ins Knochenmark transatlantisch.
    Wenn beispielsweise die größten Aktionäre bei Daimler chinesische Holdings und arabische Ölscheichs sind und das nur ein Beispiel ist, dann ist es aus Sicht der Oligarchen hinter dem Atlantik nur folgerichtig, die Konkurrenz zu schwächen.
    Das müssten Transatlantiker aber feiern.
    Stattdessen veröffentlichen sie die Beschwerden der deutschen Wirtschaftsverbände, das ist ein Widerspruch, was ist da los?!

    • Sabine Schoenfelder 15. Dezember 2024 um 9:43 Uhr - Antworten

      Das nennt sich Scheindemokratie, denn was, frage ich Sie, ändert sich dadurch ? Sie müssen den Lesern immer ein bißchen Schein-„Verständnis“ anbieten. Das beruhigt, und läßt ein wenig „Dampf“ aus dem Kessel ..😂👍 der Opfer…..Sie sind auch schon ganz verwirrt…😁🤔

  3. Glass Steagall Act 14. Dezember 2024 um 19:03 Uhr - Antworten

    Aber zumindest weiß der deutsche Stromkonsument, er tut etwas gutes für . . . nein, . . . nicht die Umwelt, sondern für die Gewinne der Investoren und Konzerne!

    Und der grüne Ideologe sagt, super, wenn die Industrie das Land verlassen hat, haben wir CO2 eingespart. Denn aus den Augen = aus dem Sinn. Der grüne Ideologe rechnet auch mit dem Taschenrechner nach und sagt, wir retten die Welt! Dabei vergisst er den gestiegenen CO2-Wert der Länder China oder USA einzugeben, denn die haben der deutschen Industrie ein neues Zuhause gegeben! Davon will der grüne Ideologe aber nichts wissen. Er hat zwar Deutschland zerstört, aber wenigstens sinnlose CO2-Reduzierung betrieben! Glückwunsch an ihn und alle die ihn wählen.

  4. triple-delta 14. Dezember 2024 um 18:49 Uhr - Antworten

    Was soll das Lamentieren?
    Der Wahn wurde 2001 beschlossen und es hat niemand dagegen protestiert. Die Wirschaft sah nur die Dollarzeichen. Sicherlich gab es viele Schreibtische, die heimlich Widerstand leisteten, aber die Davorsitzenden sind jetzt in Rente und der Nachfolger ist im Klimawahn aufgewachsen und mehr als motiviert, ihn Realität werden zu lassen.

  5. Nurmalso 14. Dezember 2024 um 18:43 Uhr - Antworten

    Das Lied der Deindustriealisierung von Deutschland ist doch ganz einfach. Die Bundesregierung wird doch von den Globalisten gesteuert. Die wollen am liebsten ein kaputtes Deutschland dann ganz billig übernehmen.
    BlackRock steht doch schon an der Tür und CDU Friedrich Merz wird es ganz sicher freuen. Der Plan läuft läuft doch wie geschmiert oder gibt es noch Fragen ?

  6. Pfeiffer C 14. Dezember 2024 um 18:28 Uhr - Antworten

    Insgesamt wurden etwa 60 Prozent der Energie im deutschen Inland aus fossilen Brennstoffen erzeugt

    Und damit werden all die woken, grünen, klimaklassenkämpferisch Null-Abgas-angehiaselten deutschen E-Kraxn geladen!

    Um den verblichenen Tätaratätä-Erich Honecker aus der ebenfalls mausetoten DDR abzuwandeln:

    „Den „Klimaschutz“ in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf“.

    • triple-delta 14. Dezember 2024 um 18:47 Uhr - Antworten

      Wenn die DDR so mausetot ist, warum muss dann jeden Abend im Fernsehn gegen sie gehetzt werden?
      Die DDR ist gefährlicher denn je und erstrebenswerter denn je.

  7. Varus 14. Dezember 2024 um 17:28 Uhr - Antworten

    In einem Interview mit der deutschen Zeitung „Die Welt“ hatte BDI-Präsident Siegfried Russwurm die Wirtschaftspolitik der Ampei beklagt

    Es ist nicht so, dass Wirtschaftskapitäne bisher Widerstand geleistet hätten. Sogar in der Privatwirtschaft kommt immer wieder wer mit „Green“-Gebrabbel – wie es andressiert wurde.

    • Daisy 15. Dezember 2024 um 8:27 Uhr - Antworten

      Warum schauen alle so lange zu? Weil die meisten Konzerne schon Woke als Manager haben? Der Marsch durch die Institutionen hat auch vor den Konzernen nicht halt gemacht. Sie haben Beamtenmentalität. Es ist wie bei allen Verstaatlichten. Es gehört ihnen nicht, niemand ist zuständig, niemand ist verantwortlich, darum ist es ihnen auch egal, wenn die Firma den Bach runter geht. Man kann ja nur arbeitslos werden und kriegt bald wieder einen neuen netten Job, zB als Faesers V-Mann:in oder Spitzel:in oder zum Nasenbohren in einer Gebrochenewindmühlenflügelklauberei… im Deutschen kannst dir beliebig Wörter zusammenflicken – das ist von unschätzbarem Wert… ;-)

      • Sabine Schoenfelder 15. Dezember 2024 um 9:59 Uhr

        „ Warum schauen alle so lange zu?“. Weil jeder eingesetzte CEO denkt und hofft, er wird n a c h dem Great Reset im neuen transformierten Stakeholder-Kapitalismus immer noch eine wichtige Rolle spielen….bis dahin werden Gelder aus dem Nichts, über Kredite akquiriert und die Kleinen bis Mittelgroßen läßt man gebaerbockt „verenden“…😁
        Es ist „denen“ nicht egal, sondern ihre heilige, zielgerichtete Aufgabe. Es soll eine neue globale Ausrichtung abseits der Nationalstaaten und Menschenmassen erschaffen werden. Eine Umverteilung des Geldes von unten in die Hände einiger weniger selbsternannter, riesiger „Geldakkumulanten“, die über Stakeholder Angebot und Nachfrage regeln. Keine Bauern, keine Fleischgroßbetriebe👉 kein Fleisch auf dem Markt, gibt es Insektenburger…nur noch…“die gewöhnen sich dran“ 😎☠️

  8. 1150 14. Dezember 2024 um 17:13 Uhr - Antworten

    vielleicht besteht bei vielen aber auch das dringende bedürfniss,
    einmal retro weihnachten bei kerzenlicht und kalter wohnung zu feiern, wie die ahnen es einst mussten

  9. ibido 14. Dezember 2024 um 16:46 Uhr - Antworten

    Ich lese „…Strompreise….Rekordwert…“, „…Spotmarkt der Energiebörse…“, „…an der Börse kaufen…“.

    Der Kapitalismus funktioniert doch wunderbar! Die Börse ist doch dazu da den Preis eines Gutes zu ermitteln!? Egal ob Grundnahrungsmittel oder wie in diesem Fall Strom.
    Geht´s der Börse gut, gehts uns allen gut – so ging der Spruch doch, oder? (Sarkasmus)

    Da jetzt nur auf die Energiewende hinzuhauen, ist zu kurz gegriffen. Denn hohe Preise sind aus der Sicht des Kapitals gut. Irgendwer hat auch wieder mit dieser Krise gut verdient.
    Dinge der Grundversorgung, wie Nahrung und Strom usw. gehören nicht an die Börse!!

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