
Wie MedTech-Lobbyismus den Kochsalz-Mangel verschärft und kleine Hersteller aus dem Markt drängt
In Europa herrscht eine dramatische Versorgungskrise – Kochsalzlösungen, eine der grundlegenden medizinischen Ressourcen, werden knapp. Während Krankenhäuser und Ärzte um Alternativen kämpfen, bleibt die wahre Ursache dieser Misere meist ungenannt: Eine EU-weite Verschärfung der Vorschriften für die Sterilherstellung, maßgeblich beeinflusst durch die Lobbyarbeit großer Industriekonzerne. Ein genauer Blick auf diese Entwicklung zeigt, wie gezielt kleinere Hersteller ausgeschaltet und die medizinische Versorgung aufs Spiel gesetzt wird.
Kochsalzlösungen sind das Rückgrat der modernen Medizin. Sie kommen in fast jedem Bereich zum Einsatz: von Infusionen in der Notfallmedizin über Flüssigkeitsersatz bei Operationen bis hin zur Behandlung von Dehydration oder Medikamentenverdünnung. Ohne diese unscheinbaren Lösungen steht das gesamte Gesundheitssystem still.
Doch genau dieses Fundament gerät ins Wanken. Laut aktuellen Berichten der Zulassungsinhaber wird die NaCl-Versorgung in Europa frühestens Ende 2024 wieder stabilisiert. Der Grund: Ein massiver Rückgang der Produktionskapazitäten, ausgelöst durch die Einführung verschärfter EU-Regeln zur Herstellung steriler Arzneimittel.
Ein Regelwerk mit Folgen: Der neue Annex 1
Seit August 2023 gelten strengere EU-Vorschriften zur Sterilherstellung, die auf den ersten Blick die Patientensicherheit erhöhen sollen. In Wahrheit hat sich das Regelwerk, festgeschrieben im überarbeiteten Annex 1 des EU-GMP-Leitfadens, zu einem bürokratischen Monstrum entwickelt:
- Umfassende Kontaminationskontrollstrategien (CCS): Kleinere Hersteller müssen teure Analysen und Überwachungssysteme installieren, die oft über ihre finanziellen Möglichkeiten hinausgehen.
- Aufwändige Validierungsprozesse: Die neuen Anforderungen zur Sterilisation und Reinraumbedingungen erfordern Millioneninvestitionen in neue Technologien.
- Strenge Qualifikationsrichtlinien: Unternehmen müssen Personal umfangreich schulen, was Zeit und Geld kostet.
Für große Konzerne mit nahezu unbegrenzten Ressourcen sind diese Vorschriften leicht umzusetzen. Kleinere Hersteller hingegen, die bisher einen wichtigen Beitrag zur NaCl-Versorgung geleistet haben, sind gezwungen, ihre Produktion einzustellen oder zu verlagern. Damit wird ein zentraler Pfeiler der Versorgungssicherheit geopfert.
MedTech und die Macht der Lobbyisten
Hinter diesen Änderungen stehen mächtige Interessenvertreter wie MedTech Europe, der Dachverband der europäischen Medizintechnikindustrie. MedTech behauptet, die höchsten Standards für Patientensicherheit zu fördern, doch in Wirklichkeit profitieren vor allem große Konzerne von den neuen Regelungen.
Warum?
- Wettbewerbsvorteil: Große Unternehmen haben die Ressourcen, um die teuren Vorgaben zu erfüllen, während kleinere Hersteller aus dem Markt gedrängt werden.
- Marktkontrolle: Weniger Anbieter bedeuten höhere Preise und eine stärkere Marktmacht für die verbleibenden Großkonzerne.
- Monopolisierung: Wenn kleinere Konkurrenten wegfallen, bleibt das Geschäft in den Händen weniger multinationaler Firmen.
Die Verbindung zwischen MedTech und der Politik ist eng. Durch intensive Lobbyarbeit haben Verbände wie MedTech Europe und EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations) entscheidenden Einfluss auf die EU-Gesetzgebung genommen, was zu einem unausgewogenen Regelwerk führte.
Die dramatischen Folgen des Kochsalz-Mangels
Während die Politik schweigt, kämpfen Ärzte und Patienten mit den Konsequenzen des NaCl-Mangels:
- Patientengefährdung: In Notfällen, bei denen Kochsalzlösungen essenziell sind, müssen Krankenhäuser improvisieren – eine gefährliche Praxis, die lebensbedrohlich sein kann.
- Überlastete Kliniken: Pfleger und Ärzte müssen ihre Abläufe anpassen, was die Belastung im ohnehin angespannten Gesundheitssystem verstärkt.
- Kostenexplosion: Importlösungen aus Nicht-EU-Ländern werden zunehmend teurer, was die Gesundheitskosten in die Höhe treibt.
Besonders brisant ist die Tatsache, dass kleine Hersteller oft regional tätig waren und durch kurze Lieferwege die Versorgung sicherten. Ihre Abwesenheit verstärkt die Abhängigkeit von globalen Lieferketten, die ohnehin anfällig für Krisen sind.
Forderungen für die Zukunft
Um die medizinische Versorgung zu stabilisieren und den Markt fair zu gestalten, braucht es eine sofortige Kurskorrektur:
- Regulierung entschlacken: Die Anforderungen des Annex 1 müssen für kleine Hersteller angepasst werden, um deren Überleben zu sichern.
- Wettbewerb schützen: Die EU muss sicherstellen, dass neue Vorschriften nicht zur Monopolisierung führen.
- Transparenz schaffen: Die Verbindungen zwischen Lobbygruppen und Gesetzgebung müssen offengelegt werden
Ein Weckruf an die Gesellschaft
Die Kochsalzkrise ist ein erschreckendes Beispiel dafür, wie mächtige Lobbygruppen das Gesundheitssystem manipulieren können, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Die Leidtragenden sind nicht nur kleine Hersteller, sondern letztlich auch die Patienten.
Es ist Zeit, diese Machenschaften ans Licht zu bringen und den Einfluss der MedTech-Lobby zu hinterfragen. Denn Gesundheit darf niemals zum Spielball wirtschaftlicher Interessen werden – und Kochsalz darf niemals ein Luxusgut sein.
Bild „File:Infusionsflasche mit Isotonischer Kochsalzlösung.JPG“ by 3268zauber is licensed under CC BY-SA 3.0.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Dr. med. Ingfried Hobert ist Ganzheitsmediziner, Autor und Speaker. Er sieht sich „als Brückenbauer, engagierter Vermittler und Botschafter für die Integration verschiedener Heilungsansätze in die moderne Medizin.“
Übertriebene Hygienerichtlinien sind schon länger ein Mittel der Wahl, um sinnvolle Maßnahmen zu verunmöglichen. Sie werden zum Beispiel auch mißbraucht, um komplimentärmedizinische Interventionen zu verhindern.
Hygiene war mal ein riesen Schritt Richtung Gesundheit (Trinkwasser, Abwässer, etc.).
Deshalb ist der Begriff Hygiene auch positiv besetzt und findet in der Bevölkerung Zustimmung. Einfach nur perfide, wie segenbringende Errungenschaften der Menschheit von kapitalgetriebenen Firmen übertrieben werden und dazu „benutzt“ werden, sich gegen die Menschen zu richten. Die ursprüngliche Intention wird in ihr Gegenteil verkehrt. Kennen wir ja schon….
Wenn die kleinen Hersteller alle k.o. sind und nur noch die großen da sind, ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Nach den bösen Erfahrungen während der ausgedachten „Pandemie“ sollten wir vorsichtig sein. Wenn es den Herstellern – aus welchem Grund auch immer – gefällt, könnten sie die Kochsalzlösungen auch mit etwas „Beiwerk“ an die Krankenhäuser liefern… nach dem Eugeniker-Motto „Vulnerable zuerst“.
Wir sollten uns endlich FÜRCHTEN und diese Machenschaften in der EU beenden. GEMEINSAM.
Genau diese Befürchtungen habe ich auch, vielleicht sollten wir unsere isotonische Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) für eine Infusion (nur für den Eigenbedarf) in Zukunft lieber selbst herstellen …
Richtig, das EU-Experiment muss unverzüglich beendet werden!
Alles folgt der von Marx schon im 19. Jh. analysierten, immer weiter um sich greifenden Kapitalkonzentration. Jeder Teilbereich der bürgerlichen Gesellschaft wird dem Diktat der Profitmaximierung unterworfen. Skuriles Detail am Rande: Die Masse hat immer noch Angst vorm Sozialismus oder sieht in der aktuellen Entwicklung sogar welchen. Die perfekte politische Fata Morgana.
Gute Antwort!
Ich sehe das ja ähnlich.
Dahinter bauen sich die 17 Nachhaltigkeitsziele der EU auf, die in Wahrheit ja die 17 Versklavungswerkzeuge sind. Die Monopolisierung der Welt ist zwingend erforderlich für den Great Reset und die wirst in der Abhängigkeit und im ewigen Leih-Modus zur herrschenden Schicht stehen, die dich dabei totalüberwacht und nonstopp gängelt, dabei aber dein Glücksfaktor sich ins Unendliche steigert.
Die Bauern werden ebenso zu todegeregelt, wir nun mit dem neuen Lieferkettengesetz, die kleinen Betriebe alles bis auf den letzten Meter Fußweg des Lagerarbeiters nachweisen und dokumentieren müssen.
Nicht nur das man damit wieder die Bullshitjobrate erhöhrt, also die Kaputtmachwirtschaft bedient, es ruiniert eben die Kleinen, weil sie das alles gar nicht stemmen können.
Und ebenso höre ich laufend etwas vom Sozialismus, was hier gar nicht zutrifft. Es ist die böseste und reinste Form des Kapitalismus, der schlussendlich alles unterwerfen will und das Leben überall erstickt.
Da hilft dann auch keine Rücksetzung die ein Herr Krahl immer ausruft. Klar hat er auch Recht wenn er sagt, die Überregulierung muss weg, oder der Staat verkleinert. Aber einfach nur Kapitalismus 2.0 50 Jahre zurück, ist keine Lösung, sondern nur ein zeitlicher Aufschub des gleichen Wahnsinns. Zudem der Fortschritt uns ja sowieso befreit davon und wir ein anderes System zwigend brauchen.
Vor allem wissen wir nach den letzten 4 Jahren eines: Der Kapitalismus wird immer im Faschismus enden.
Aber es ist ja noch immer jut gegange.
Ja, der „pöse“ Kapitalimus. Schade, wenn man n i c h t zu differenzieren vermag.
Stalin war kein Kapitalist, Pol Pot war kein Kapitalist, Honecker war kein Kapitalist….
und trotzdem führten diese Kommunisten-Marxisten ihre Länder in furchtbare faschistische Systeme. Stakeholder sind Faschisten mit viel Geld. Kapitalismus ist nicht das Ideal, aber freie Marktwirtschaft funktioniert nur über das kapitalistische System. Allerdings muß ein „Kapitalanhäufungabstandsgesetz“ im Verhältnis zum BIP eines Staates definiert sein. Einzelne dürfen i n s g e s a m t nicht mehr Kapital besitzen als ein Staat. Global. Klare Sache.
Ich habe auch eine Forderung für die Zukunft und zwar für die nahe Zukunft: mögen die EU-Länder reihenweise aus der EU austreten. Dabei würde mich besonders freuen, wenn Deutschland eine Führungsrolle einnehmen würde. Letzteres ist aber nicht sooo wichtig. Ersteres schon.
Es ist die gezielte ZUSPITZUNG zum STAKEHOLDERKAPITALISMUS ‼️Diktierte, kaum erfüllbare Bedingungungen von höchster undemokratischer Ebene ( z.Bsp. EU) erlassen, sollen die „Kleinen“ ausschalten, damit die „Großen“ monopolisieren. Mit Lieferkettengesetzen und Klopapiermangel..😂👍 wird der Konsument auf Verzicht getrimmt. Alles hier auf der Welt transformiert vom L e b e n s m i t t e l zum Privileg und soll erst durch angemessene „Haltung“ erschwinglich werden.
So einfach ist das.