95 Milliarden für Waffenlieferung an Ukraine, Israel und Taiwan – ein guter Tag für den Frieden

8. Mai 2024von 3,9 Minuten Lesezeit

George Orwell hat es mit seinem Klassiker 1984 vorhergesagt, wie sich die Weltpolitik entwickeln wird. Er hat sich nur im Jahr geirrt, es ist 2024 und und nicht 1984. Krieg ist Frieden und Impfung ist Gesundheit tönt es aus Washington, der Zentrale des Hegemons, und von den Vasallen in Brüssel und Berlin.

Aber es gibt noch Politiker, die in all dem Wahnsinn kühlen Kopf bewahren und die Dinge beim Namen nennen. Einer davon ist Ron Paul, Arzt und bis 2015 Kongressabgeordneter der Republikaner. Auch sein Sohn Rand Paul, Arzt und US-Senator, gehört zu den Stimmen der Vernunft.

In seiner jüngsten Kolumne zeichnet Ron Paul ein realistisches Bild von dem was gerade mit den laufenden Kriegen passiert. Hier sein Text in deutscher Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors:

Der große Ukraine-Raub ist noch nicht vorbei

von Ron Paul | 6. Mai 2024

Kaum war die Tinte auf Präsident Bidens Unterschrift, mit der er weitere 61 Milliarden Dollar in das schwarze Loch namens Ukraine transferierte, getrocknet, verkündeten die Mainstream-Medien die Nachricht, dass dies nicht der Abschiedsschuss einer gescheiterten US-Politik war. Die Eliten haben nicht die Absicht, diesen „Gravy Train“ zu stoppen, der den Reichtum von der Mittel- und Arbeiterklasse zur wohlhabenden und verbundenen Klasse transportiert.

Reuters schrieb gleich nach der Verabschiedung des Hilfsgesetzes, dass „die 61 Milliarden Dollar Rettungsanker für die Ukraine nicht genug sind“. Der Führer der Minderheit im Senat, Mitch McConnell, sagte in den Sonntagssendungen nach der Verabschiedung des Gesetzes, dass 61 Milliarden Dollar „nicht sehr viel Geld für uns sind“. Nun, er hat leicht reden – schließlich ist es immer einfacher, das Geld anderer auszugeben!

Der ukrainische Außenminister, Dmytro Kuleba, war alles andere als dankbar für die 170 Milliarden Dollar, die wir bisher in sein Land geliefert haben. In einem Interview mit der Zeitschrift Foreign Policy, das anlässlich der Verabschiedung des Hilfspakets gegeben wurde, hatte Kuleba die Frechheit, die USA dafür zu kritisieren, dass sie nicht schnell genug Waffen produzieren. „Wenn Sie nicht genug Abfangjäger produzieren können, um der Ukraine zu helfen, den Krieg gegen das Land zu gewinnen, das die Weltordnung zerstören will, wie wollen Sie dann den Krieg gegen einen Feind gewinnen, der vielleicht stärker ist als Russland?“

Was ist das für ein „Dankeschön“?

Es ist vielleicht verständlich, warum die Ukrainer frustriert sind. Der Großteil dieses Geldes wird ihnen nicht helfen, Russland zu bekämpfen. Die US-Militärhilfe für die Ukraine hat dazu geführt, dass unsere eigenen Waffenbestände erschöpft sind, so dass mit dem Geld neue Produktionslinien geschaffen werden, die die bereits in die Ukraine gelieferten Waffen ersetzen sollen. Es geht nur um die US-Waffenindustrie. Präsident Biden gab dies zu, als er sagte: „Wir helfen der Ukraine und investieren gleichzeitig in unsere eigene industrielle Basis.“

Aus diesem Grund ist Washington verzweifelt bemüht, sicherzustellen, dass die „Ukraine“-Sozialhilfe im Falle einer Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus nicht durch seine – oder künftige – Regierungen gestoppt werden kann. Letzte Woche wurde bekannt, dass die ukrainische Regierung mit der Biden-Administration über die Unterzeichnung eines zehnjährigen Sicherheitsabkommens verhandelt, das die US-Finanzierung für die Ukraine für die nächsten zweieinhalb US-Administrationen festschreiben würde. Damit wären künftigen Präsidenten in der Außenpolitik verfassungswidrig die Hände gebunden, und die Amerikaner würden für weitere Milliarden Dollar aufkommen müssen, die ihnen entzogen und an die Waffenindustrie und eine korrupte ausländische Regierung überwiesen würden.

Die US-Waffenindustrie und ihre Cheerleader in Washington DC sind entschlossen, das Geld für die Ukraine weiter fließen zu lassen … bis sie einen Weg finden, einen Krieg mit China anzuzetteln, nachdem sie den derzeitigen Krieg mit Russland verloren haben. Das hängt natürlich davon ab, ob von uns noch etwas übrig ist, wenn sich der Rauch lichtet.

Als Präsident Biden das 95-Milliarden-Dollar-Gesetz unterzeichnete, mit dem die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen fortgesetzt und ein künftiger Krieg mit China angezettelt werden soll, nannte er dies einen „guten Tag für den Weltfrieden“. Ja, und „Krieg ist Frieden“. Verschuldung ist gut. Freiheit ist Sklaverei. Wir leben in einer Post-Wahrheits-Gesellschaft, in der Milliarden, die für sinnlose Kriege ausgegeben werden, „nicht viel Geld“ sind. Aber die Zeche wird gezahlt und die Schulden werden getilgt werden.

Bild von LillyCantabile auf Pixabay

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11 Kommentare

  1. Erwin Engel 23. Mai 2024 um 7:44 Uhr - Antworten

    Ich glaube solche Dinge geschehen, weil sie die westlichen Finanzeliten so wollen:

    Krieg gegen Gaza für die Errichtung eines zionistischen Großisraels
    Entvölkerung der Ukraine fürs Waffengeschäft und als Möglichkeit zur Neugründung eines jüdischen Khasaren-Staates in Speckland.
    Taiwan, um durch einen 2. Ukrainekrieg Krieg Chinas Hegenomie zu brechen.

  2. MEDIEN - AustriaInfoCenter 9. Mai 2024 um 2:45 Uhr - Antworten

    […] 08.05.2024    95 Milliarden für Waffenlieferung an Ukraine, Israel und Taiwan – ein guter Tag für den Frieden […]

  3. Georg Uttenthaler 8. Mai 2024 um 14:41 Uhr - Antworten

    Ja! Haben sie denn noch alle Tassen im Schrank???! Die von der Ampel des „Werte- Westens“ aber auch andere Kriegstreiber Regierungen haben doch keine Ahnung, was Krieg eigentlich bedeutet.
    Krieg ist: Hunderttausende unschuldige Menschen werden umgebracht. Ihre Häuser und Wohnungen werden verwüstet. Das Land wird durch Minenfelder und Schrott- Metalle für viele Jahre unbrauchbar gemacht.
    Hunger, Not und Krankheit sind die Folge und „Seuchen“entstehen. Wer weiterhin dafür plädiert, Waffen zu liefern, anstatt an den Verhandlungstisch zu sitzen, ist ein Vorsatz- Verbrecher, der jeden Toten mitverschuldet. Und sie alle, vor allem die Kriegstreiber Politiker, Flak- Zimmermann- Rheinmetall und der „Panzer- Toni“ die sich die Hände schmutzig ja „blutig“ machen, wenn auch nur verbal, werden hoffentlich eines Tages zur Rechenschaft gezogen!
    Der „Tribunal- Saal 602 in Nürnberg“ steht zur Verfügung, auf den Plätzen von Göring und Hess sitzen dann die heutigen Polit- Nullen!!!

  4. Hasdrubal 8. Mai 2024 um 11:33 Uhr - Antworten

    … den Krieg gegen das Land zu gewinnen, das die Weltordnung zerstören will …

    Das Böse Medium zitierte gestern einen Herrn Kadyrow, der den Krieg sogar im nächsten Monat gewinnen wollte – so optimistisch bin ich nicht, aber Beschleunigung wäre gut. Dann bekäme das Woke Imperium keine Zeit, sich weitere Sauereien auszudenken. Endlich keine Weltuntergang-Gefahr durch furzende Kühe und Flugurlaube mehr!

  5. Henning 8. Mai 2024 um 10:07 Uhr - Antworten

    Verschulden ist Vermögen

    • Christine 8. Mai 2024 um 12:09 Uhr - Antworten

      Schulden sind Sondervermögen.

  6. Andreas I. 8. Mai 2024 um 9:48 Uhr - Antworten

    Hallo,
    währenddessen eskaliert es weiter.
    USA/Israel startete erste Angriffe auf Rafah und das wird zu allem möglichen führen, aber garantiert nicht dazu, dass die Hamas, die Hezbollah, der irakische Widerstand und die Houthis nun Däumchen drehen werden. Dann wird Israel wieder Luftangriffe auf Ziele in Syrien fliegen, die Ziele werden wieder iranische Kräfte in Syrien sein …
    Russland kündigte ein Manöver mit taktischen Atomwaffen an und übergab den Botschaftern Frankreichs und Britanniens eine Protestnote.
    Frankreich schickt derweil Fremdenlegionäre in die „Ukraine“, aber die Frontlinie verläuft noch innerhalb der mittlerweile russischen Gebiete.

    Und apropos „für uns ist das nicht viel Geld“.
    Das mag vielleicht sein, aber bei einer privatwirtschaftlichen Rüstungsindustrie bekommt man auch nicht viel fürs Geld. :-)

  7. verständnislos 8. Mai 2024 um 9:17 Uhr - Antworten

    Die breite Masse war schon immer leicht für die eine oder andere Schweinerei zu manipulieren. Selbst die, die 1984 gelesen haben, verstehen zu 90% nicht, was gerade passiert. Kriege sind gewollt, gut fürs Geschäft und „Gut“ gegen „Böse“ nur Marketing. Die „Herrschenden“ gehören alle zusammen, für die Bühne wird sich gestritten, wie bei den Parteien…. ich verstehe nicht, wie man das nicht sehen kann und das hat nichts mit Ausbildung oder Intelligenz zu tun.

  8. Fritz Madersbacher 8. Mai 2024 um 8:27 Uhr - Antworten

    „Aber die Zeche wird gezahlt und die Schulden werden getilgt werden“
    Ein kurzer Blick in die Geschichte genügt. Auch den westlichen Imperialismus wird sein Schicksal ereilen, wie seine Vorgänger anno nazimal, die zum Krieg drängten. Seine Parteigänger in Österreich „gedenken“ der Opfer von Mauthausen – in Wirklichkeit mißbrauchen sie sie – und plappern ergriffen „Nie wieder“, unterstützen im selben Moment bedingungslos und eiskalt die Schlächter von Gaza, und lassen sich vor den Karren jener Kriegstreiber spannen, denen Ron Paul – ein ehrlicher Gegner des US-amerikanischen Imperialismus – ein böses Ende prophezeit. Auch die westlichen Kriegsverbrecher und ihre österreichischen Adlaten werden bekommen, was sie verdienen …

    • Andreas N 8. Mai 2024 um 8:42 Uhr - Antworten

      diese gedenkhandlungen sind mittlerweile zu inhaltsleeren traditionen verkommen, festreden werden für passendes framing benutzt. zeigefinger hoch und achtung vor den rechten und dem allgegenwärtigen antisemitismus. das ist sehr dürftig und wird der mahnung, die von diesen orten und schreckenstaten ausgehen sollte, nicht gerecht. überhaupt nicht. unpräzise, einseitig berichtende medien leisten ebenfalls einen glanzlosen beitrag, der zwar die eigene existenz sichert aber ganz klar der logik des geldflusses folgt. eine anklage, eine bewusstseinsschaffung ist dringend nötig. und auch wenn zu st.corona-zeiten die masse befehlen und zuckerln folgte, fanden doch grosse gruppen auf den strassen zusammen. das lässt mich zumindest hoffen.

  9. Ed Uscho 8. Mai 2024 um 8:20 Uhr - Antworten

    Am Krieg verdienen die Reichen und das Volk liefert die Leichen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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