Israel bombardiert iranisches Konsulat: Ein strategischer Fehler

2. April 2024von 5,3 Minuten Lesezeit

Am Montag bombardierte Israel das iranische Konsulat in Damaskus. Der Angriff markiert eine weitere Eskalation im westasiatischen Krieg um Gaza und könnte einen Wendepunkt darstellen. 

Israel hat die Eskalationsspirale nicht mehr in der Hand, da sein Angriff den Iran unter Druck setzt, zumindest symmetrisch mit einem eigenen Angriff auf ein israelisches Konsulat irgendwo zu antworten. Je nachdem, ob dies geschieht und wie schwerwiegend der Angriff ist, könnte sich Israel dann zu einer Eskalation gedrängt fühlen und damit einen unkontrollierbaren Kreislauf in Gang setzen, der sich bis zum schlimmsten Fall hochschaukeln könnte.

Neue Unruhe

Israel bombardierte am Montag das iranische Konsulat in Damaskus in einem kühnen Angriff. Mehrere hochrangige Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden wurden dabei getötet. Der Iran schwor umgehend, die Opfer zu einem Zeitpunkt und an einem Ort seiner Wahl zu rächen. Dazu werde er nach diesem eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht auf die eine oder andere Weise gedrängt. Ausländische diplomatische Einrichtungen sind nach dem Wiener Übereinkommen geschützt, und Israel weiß das nach früheren Angriffen auf seine eigenen Einrichtungen, die mit dem Iran in Verbindung standen, sehr gut.

Das war wohl ein strategischer Fehler und vielleicht einer der größten. Israel ist im Begriff die Hamas im Gazastreifen militärisch zu besiegen, allerdings auf Kosten der dortigen Zivilbevölkerung, die durch ethnische Säuberung, Hungersnot und Völkermord kollektiv bestraft wird. Diese humanitären und rufschädigenden Kosten wurden von Netanjahu im Interesse der Sicherheit als lohnenswert erachtet. Aber mit dem Angriff könnte er die Sicherheit seines Landes gerade zu dem Zeitpunkt verschlechtert haben, an dem er kurz davorsteht, den Sieg in Gaza zu erklären.

Die Eröffnung einer zweiten Front durch die Houthis reichte nicht aus, um den israelischen Feldzug zu stoppen, während die Hisbollah bisher zögerte, eine dritte Front zu eröffnen, die das Risiko einer „gegenseitig gesicherten Zerstörung“ mit sich bringen würde. Im benachbarten Jordanien kam es in letzter Zeit zu Unruhen, die von der Hamas und den Muslimbrüdern angezettelt wurden, die aber aufgrund der jahrelangen Ausbildung der Sicherheitskräfte durch den Westen wahrscheinlich überschaubar bleiben, so dass sich auch in diesem Königreich wahrscheinlich keine weitere Front eröffnen wird.

Ohne einen umfassenden Krieg der Hisbollah gegen Israel und/oder ein Abgleiten Jordaniens in einen Konflikt nach libyschem Vorbild, der auf das Westjordanland übergreift, wird Israel seine Zerstörung der Hamas im Gazastreifen zu Ende bringen. Dies war jedoch der Stand der Dinge bis zum Angriff am Montag, denn jetzt fühlt sich der Iran unter Druck gesetzt, eine Eskalation herbeizuführen. Und diese würde das Risiko mit sich bringen, eine weitere Front zu eröffnen. Dies könnte beispielsweise geschehen, wenn er die Hisbollah auffordert, in einer Weise zu reagieren, die ungewollt eine israelische Überreaktion auslöst, die dann zu einem umfassenden Krieg führt.

Israels Fehler

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die Revolutionsgarden, die Hisbollah und/oder verbündete irakische Kämpfer Jordanien im Rahmen eines hybriden Krieges ins Visier nehmen, um den Zusammenbruch des Landes herbeizuführen und so eine unmittelbare nationale Sicherheitskrise an Israels Ostgrenzen zu provozieren. Damit könnte den Großteil der israelischen Streitkräfte im Handumdrehen aus dem Gazastreifen abgezogen werden müssen. Ungeachtet dessen, was viele Moderatoren in den alternativen Medien  in den letzten sechs Monaten behauptet haben, will Israel keine „gegenseitig gesicherte Zerstörung“ riskieren, indem es einen Krieg gegen die Hisbollah und/oder den Iran führt.

Wenn es dazu Lust hätte, dann hätte es überwältigende Erstschläge gegen die Gegner führen können, um ihre Führung zu enthaupten und so viele ihrer Offensivwaffen wie möglich zu zerstören, bevor es sich auf den darauffolgenden Vergeltungsschlag vorbereitet. Die Zeit dafür ist jedoch längst verstrichen, denn der günstigste Zeitpunkt wäre direkt nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober gewesen und nicht erst ein halbes Jahr später, wenn sich die Gegner Israels noch mehr auf diese Möglichkeit vorbereitet haben, als sie es ohnehin schon waren.

Israel hat die Kontrolle über die Eskalationsspirale jetzt aber abgegeben. Denn sein gewagter Angriff setztden Iran unter Druck, zumindest symmetrisch mit einem eigenen Angriff auf ein israelisches Konsulat irgendwo zu antworten. Je nachdem, ob dies geschieht und wie schwerwiegend der Angriff ist, könnte sich Israel dann zu einer Eskalation gedrängt fühlen und so einen unkontrollierbaren Kreislauf in Gang setzen, der sich bis zum schlimmsten Fall hochschaukeln könnte. In diesem Fall wird ein überwältigender Erstschlag durch eine der beiden Seiten sehr viel wahrscheinlicher als zuvor.

Dies kommt für Israel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da es seine Kampagne gegen die Hamas abschließt und sich auf die Zukunft des Gazastreifens nach dem Konflikt vorbereitet, die laut Axios darin bestehen könnte, dass eine multinationale arabische Militärtruppe die Verantwortung für die Durchsetzung der Gesetze und humanitäre Aktivitäten übernimmt. Es ist unwahrscheinlich, dass dies inmitten einer größeren Eskalation zwischen Israel und seinen Gegnern von der sogenannten „Achse des Widerstands“ geschieht, was dazu führen könnte, dass sich die oben erwähnte Kampagne noch länger hinzieht, mit wachsenden physischen, finanziellen und rufschädigenden Kosten für Israel.

Hätte Israel das iranische Konsulat in Damaskus nicht bombardiert, bräuchte es sich keine Sorgen zu machen, dass sein bevorstehender militärischer Sieg mit enormen humanitären und anderen Kosten verbunden ist, die Bibi aber im Namen der Sicherheit für wert erachtet. Seine Pläne sind jetzt viel ungewisser als je zuvor, da niemand weiß, ob, wann oder wie der Iran auf diesen Angriff reagieren wird, aber sollte die Vergeltung eher früher als später erfolgen, könnte dies wirklich einen Wendepunkt darstellen.

Bild „War in the Middle East“ by Stewf is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.



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23 Kommentare

  1. Sofie Kampulek 2. April 2024 um 23:00 Uhr - Antworten

    Das Problem für viele Menschen ist den Zionisten Staat und die Kaballa vom, echten Judentum zu trennen. Ja, Israel ist böse, aber das Judentum ist eine friedliche Religion, die bis zum Ende der Welt ohne Staat lebt.

    • Samuel Roesen 3. April 2024 um 22:18 Uhr - Antworten

      Dieser Terroranschlag war durchaus beabsichtigt. Denn selbst der westlichen Welt fällt es immer schwerer das Genozid in Gaza zu unterstützen. Nethanjahu sucht deshalb nach einem Befreiungsschlag. Er möchte die USA in einen Krieg mit dem Iran verwickeln. Der Iran ist dadurch in einer Zwickmühle. Revanche bedeutet Krieg mit Israel aber auch mit der USA. Aussitzen bedeutet Imageverlust.

      Ich würde es wie die Ukraine machen öffentlich eine Todesliste mit Kopfgeld für solche Fälle installieren, in die auch Familienmitglieder der Schurken aufgenommen werden. Mal schauen ob der Nethanjahu und sein rechtsextremes Gesindel dann noch immer lacht.

    • Stefan stock 4. April 2024 um 0:27 Uhr - Antworten

      Die Analyse versucht uns wirklich vorzugaukeln, ein Land mit einem der Weltbesten Geheimdiensten lasse sich Fremdbestimmmen? Für wie blöd halten Sie uns?
      Israel begeht gerade den grössten Genozid der Geschichte, sie brauchen sich um die Moral also nicht mehr zu kümmern. Der Grund für den Anschlag auf den Iran ist einfach: Israel benötigt die Unterstützung der USA. Diese hat vor Kurzem angefangen zu bröckeln. Also warum nicht den (gemeinsamen) Erzfeind angreifen? Sollte dieser zurückschlagen tritt die USA im Handumdrehen in den Krieg im Nahen Osten ein. Kalkuliertes Risiko!

  2. Jurgen 2. April 2024 um 22:50 Uhr - Antworten

    Da wollen die Israelis doch echt, dass neben den Huthis auch der Iran auf Schiffe im Roten Meer Zoll erhebt? Ich denke die beste Zeit der F15 ist eh rum und das war eine der allerletzten Aktionen… die purzeln demnächst vom Himmel…

  3. Johanna 2. April 2024 um 21:20 Uhr - Antworten

    Freunde machen man sich damit keine. Aber eigentlich ist es wie meistens nicht das Volk, also nicht Israel, sondern die Vertretung. In dem Fall Netanjahu, der sehr umstritten ist. Seltsam war es, wie er wieder an die Macht kommen konnte, nachdem er unverhohlen Israel zum „Gentech-Versuchsland“ gemacht hatte – ein Vorbild übrigens für Sebastian Kurz…

    Ich habe das Gefühl, man hat Netanjahu nicht im Griff. Er weiß, dass er zurücktreten muss, sobald dieser Krieg vorbei ist.

    Moskau verurteilt den Angriff auf die Generäle der Revolutionsgarde, die durch das Wiener Abkommen über diplomatische und konsularische Beziehungen geschützt waren. Und das Weiße Haus weiß von nichts und will die Sache überprüfen.

    Viele Israelis protestieren schon gegen Netanjahu. Darum sollte man viel öfter nicht von „Israel“ sprechen, sondern von Netanjahu.

  4. Fritz Madersbacher 2. April 2024 um 20:26 Uhr - Antworten

    „Aber der Luftschlag, bei dem am Montag in Damaskus in einem iranischen Konsulatsgebäude Teherans Topgeneral in Syrien und sechs weitere Militärs getötet wurden, schraubt die Auseinandersetzung auf ein neues Niveau. Das gilt nicht nur militärisch, sondern auch diplomatisch: Das von Konventionen geächtete Bombardement eines Botschaftsgebäudes bringt Israel Verurteilungen auch von Staaten ein, die selbst unter der iranischen Einmischungspolitik leiden“
    („Der Standard“, 02/04/2024)

    „RIYADH: Saudi Arabia has condemned the targeting of the Iranian consulate building in the Syrian capital Damascus, a foreign ministry statement said early Tuesday.
    On Monday, suspected Israeli warplanes bombed Iran’s consulate in Syria, a marked escalation in a war pitting Israel against its regional adversaries, and Tehran said the strike killed seven military advisers including three senior commanders.
    The foreign ministry expressed “the Kingdom’s categorical rejection of targeting diplomatic facilities for any justification, and under any pretext.”
    Saudi Arabia said the attack is a violation of international diplomatic laws and the rules of diplomatic immunity.
    Gulf Cooperation Council Secretary-General Jasem Mohamed Al-Budaiwi also denounced the attack.
    He reiterated the importance of adhering to international laws, treaties and diplomatic immunities“
    („Arab News“, April 02, 2024)

    „UAE condemns airstrike targeting Iranian Diplomatic Mission in Syria … In a statement issued by the Ministry of Foreign Affairs today, the UAE condemned the targeting of the Iranian diplomatic mission in the Syrian capital, Damascus.
    An Israeli airstrike destroyed the consular section of Iran’s embassy in Syria, killing a senior Iranian military adviser and several others, Syrian officials and state media said Monday“
    („Khaleej Times“, UAE, Published: Mon 1 Apr 2024)

    • Andreas I. 3. April 2024 um 12:46 Uhr - Antworten

      Hallo,
      nicht dass die Leute durcheinanderkommen könnten, wer die Guten und wer die Bösen sind. Das muss unter allem Umständen klar bleiben und auf den „Standard“ist offensichtlich Verlass:

      „der iranischen Einmischungspolitik“
      („Der Standard“, 02/04/2024)

      Mal abgesehen von der Geschichte Iran-USA ab 1958, es reicht schon die aktuelle Lage:
      Ja Iran unterstützt die Hezbollah und die Houthis, aber warum?
      USA hält nach wie vor Irak besetzt und Irak liegt nicht am Mississippi, Irak liegt direkt neben Iran, USA-Militärstützpunkte direkt neben Iran.
      USA wollten ab 2011 Assad stürzen und deshalb sind überhaupt iranische Militärs in Syrien.
      USA hält nach wie vor Ostsyrien besetzt.
      USA-Proxy Israel fliegt seit Jahren alle 14 Tage Luftangriffe auf Ziele in Syrien.
      Übrigens annektiert USA/Israel nach wie vor die Golanhöhen.

      Und die schreiben von „iranischer Einmischungspolitik“.
      Das ist schon befremdlich, wenn man nur die oben erwähnten Tatsachen berücksichtigt.
      Aber aktuell kommt noch die Intensivierung des Völkermordes hinzu.
      Wobei das wahrscheinlich der Punkt ist, denn was sollen solche Qualitätsjournalisten da noch machen?! Wenn sie trotz allem noch USA & Verbündete irgendwie als die Guten darstellen wollen, dann können sie ja nur noch so dummdreist agieren.

      • Fritz Madersbacher 3. April 2024 um 16:52 Uhr

        @Andreas I.
        3. April 2024 at 12:46
        Ich habe gleich nach Erscheinen des Artikels hier im Blog einen Kommentar geschrieben, der diese Frage streift, aber leider (bis jetzt) nicht erschienen ist. Außerdem glaube ich, das die Einschätzung von „Israels Nähe zum Sieg“ in diesem Artikel nicht zutrifft, das Motiv für den allen diplomatischen Gepflogenheiten Hohn sprechenden israelischen Schurkenstreich in Damaskus (der eine Wiederholung des NATO-Anschlags auf die chinesische Botschaft 1999 in Belgrad darstellt) nicht in sieggefährdendem „Übermut“ oder in „Kühnheit“ liegt, sondern auf Durchdrehen vor der endgültigen strategischen Niederlage beruht …

  5. Maquin 2. April 2024 um 19:25 Uhr - Antworten

    Hallo

    Wieso „Fehler“ ? Die Zionisten machen doch keinen Fehler mit dem Angriff auf Damaskus. Fehler hiesse, den Angriff zu tun und nicht damit zu rechnen, dass es dafür Vergeltung gibt. Aber das ist alles bewusst gemacht, orchestriert, geplant von denen, die den 3. Weltkrieg unbedingt wollen. Das ist nicht „die USA“, das ist nicht Israel oder „die Juden“, das sind ganz Andere, das sind Auftraggeber.
    Manche bezeichnen sie als „Tiefen Staat“ oder so. Und das Ziel ist, soviel Zerstörung anzurichten, dass die Angegriffenen sich nachher gegenseitig an die Kehle gehen.
    Das „Orchester“, also die Befehlsempfänger wie Netanjahu, Selenski, alle Ampel-Hampel, von der Leyen, Biden, Macron, Schwab, Nuland und wie sie alle heissen, werden von der Bildfläche verschwinden und die Nationen, die sie ins Schlammassel geritten haben das Ganze durchführen lassen wollen.

  6. Andreas I. 2. April 2024 um 17:29 Uhr - Antworten

    Hallo,
    diese Fremdwörter habe ich so gelernt:
    strategisch sei das langfristige und Taktik das kurzfristige.
    (Oder strategisch das langfristige und Taktik das mittelfristige und operativ das kurzfristige)
    Demnach wäre das ein taktischer Fehler.

    ()Denn die langfristigen Fehler der Israelis liegen woanders und weit davor.)

  7. marrx 2. April 2024 um 16:52 Uhr - Antworten

    tja, es könnte passieren, daß hisbolla und hamas plötzlich tolle neue spielzeuge erhalten. dann wirds spannend.

  8. Jan 2. April 2024 um 16:16 Uhr - Antworten

    China hat sich das erhebliche iranische Öl vertraglich gesichert. Das führt zu einem strategischen Schutz aber auch zu einem Verlust an Selbständigkeit.

    China wird den USA keinen Grund geben wollen, sich das Öl zu holen.

  9. therMOnukular 2. April 2024 um 14:19 Uhr - Antworten

    Diese Interpretation der Ereignisse teile ich ganz und gar nicht. Ob der Plan Israel’s aufgeht, kann auch ich nicht sagen, aber ich denke es ist ein anderer Plan als hier angedacht: man will amS über Syrien/Iran die USA direkt in den Krieg ziehen – weil man weiß, dass man ansonsten verliert.

    Ich denke auch nicht, dass Israel gerade „die Hamas zerstört“ – ich glaube nicht einmal, dass das geht. Es ist – wie zB Ritter richtig sagt – mehr Ideologie als politischer Machtapparat. Die Hamas besteht aus Leuten, die in Gefangenschaft geboren wurden und deren Aussicht darauf auch in Gefangenschaft zu sterben, sie zu klassischen Märtyrern macht, die wirklich nichts mehr zu verlieren haben. In dieser Lebenssituation befinden sich alle Menschen in Gaza – und somit produziert Israel die Hamas/den Widerstand selbst (und finanziert sie nicht nur). Man wird sie vlt vertreiben können, aber das wird den Konflikt nicht beenden.

    Israel strebt den „totalen Sieg“ an – den es in Kriegen nie gibt, da zumindest immer das Unrecht erhalten bleibt, das solchen Wahnideen innewohnt.
    Israel tut also das, was die Hamas wollte: man ist ganz man selbst und zeigt seine tiefsten Abgründe offen vor der Welt.

    Es ist vielmehr so wie jenes 5-Jährige Palästinensermädchen aus einem News-Bericht, das sich vor einer Reihe IDF-Soldaten „aufbäumte“ und den Soldaten ausrichtete „Ihr könnt machen was ihr wollt, aber die Welt ist auf meiner Seite“. Ich hoffe, die Götter sind es auch und es gibt dieses Mädchen noch und es darf die Zukunft erleben, die es verdient hat….

    • OMS 2. April 2024 um 18:03 Uhr - Antworten

      Die USA wollen den Krieg gegen den Iran und da spielt Israel eben den Wegbereiter. Ist wie in der Ukraine, wo die NATO gegen Russland kämpft und dessen Kräfte bindet. Man benötigt halt immer einen Dummy. Die USA sind wie ein Ertrinkender, welcher wild um sich schlägt. Mit Krieg lässt sich eben viel Geld verdienen, solange man ungeschoren auf seiner Insel sitzen und die eigene Wirtschaft keiner Zerstörung ausgesetzt wird.

      • therMOnukular 2. April 2024 um 18:42 Uhr

        Da haben Sie natürlich ebenfalls nicht unrecht, OMS, aber derzeit sähe ich eine Divergenz zw. Wollen und Können.
        Vergessen Sie nicht, dass den USA/Westen gerade in der Ukraine ordentlich was um die Ohren fliegt, der globale Süden offen gegen die USA/Westen aufbegehrt etc.

        Die USA wären sicher auch in Taiwan schon „weiter“, aber sie können nicht, weil sie in der Ukraine sehen, dass die Pläne nicht aufgehen und der Rest der Welt (siehe BRICS) sein eigenes Ding macht. Das wiederum scheint mittlerweile zu sickern, dass dann die USA selbst immer weniger Mittel haben wird, solche Kriege zu finanzieren – und dann lässt sich auch kaum Geld mehr damit verdienen.

        Gleichzeitig kündigen Mitarbeiter der Biden Admin aus Protest gegen diese Politik, man kann kaum eine Wahlveranstaltung ohne „Free Palestine“ oder „Hey ho, genozide-Joe has to go!“ über die Runden bringen, die wahre Arbeitslosigkeit der USA beträgt bereits fast 25% (so viel wie in der Depression der 20er) usw. usf.

        Ja, die ertrinken und schlagen um sich. Das macht irgendwann müde, kraftlos und schwach – und dann ersäuft man. Daran, dass die USA nicht in diesen Krieg hüpfen, wie sie sehr wahrscheinlich gerne würden, erkennt man nur, wie schwach die USA bereits ist. Sie wissen vermutlich bereits, dass sie jede Waffe in der Hand nur noch mehr am „Schwimmen“ hindert und nach unten zieht.

    • Andreas I. 2. April 2024 um 18:05 Uhr - Antworten

      Hallo,
      da ich Israel in geopolitischer Hinsicht sowieso als USA-Militärstützpunkt betrachte – „terrestrischer Flugzeugträger“ – frage ich mich sowieso, welches Kalkül der USA-Strategen dahinter steckt.
      Und ich kann keines erkennen. :-O

      Sicherlich will USA Imperium bleiben und dem steht die relative wirtschaftliche Unabhängigkeit der BRICS+ im Weg, gerade der Beitritt von Saudi-Arabien und Ägypten dürfte ein schwerer Schlag für die USA-Strategen gewesen sein.
      Ich sehe nur nicht, was die aktuelle Eskalation in Palästina da noch helfen soll. Würde USA sich möglichst ruhig verhalten und den lokalen Strukturen ihren Raum lassen – leben und leben lassen – dann hätte USA eine Chance, zähneknirschend in der Region (Ostsyrien,. Irak, Palästina= geduldet zu werden, aber mit dieser Politik des maximalen Drucks verursachen die USA-Strategen entsprechenden Gegendruck.

      Und China hat eine strikte Nichteinmischungs-Politik.
      China mischt sich nicht ein, China kauft nur Öl von Iran und vielleicht liefert China auch Waschmaschinenchips, wer weiß, aber China mischt sich nicht ein. Und genau gegen sowas laufen alle Methoden, die die USA-Strategen im Werkzeugkasten haben, ins Leere.
      Apropos China; es ist möglicherweise auch nicht so geschickt, die Chinesen noch extra daran zu erinnern, was vor etwa 25 Jahren mit ihrer Botschaft in Jugoslawien passierte.

      • therMOnukular 2. April 2024 um 18:50 Uhr

        Hallo, Sie können kein Kalkül erkennen – weil es keines gibt (das zu verwirklichen wäre)!

        Das liegt amS daran, dass die USA gerade der Passagier von Israel sind und die Dinge nicht selbst in der Hand halten. Der „Admiral“ des „terrestrischen Flugzeugträgers“ verweigert die Befehle Washingtons und steuert nach eigenem Befinden.

        Haben Sie mitbekommen, dass Biden Netanyahu nach Washington „beordert“ hat, um sich eine Predigt wegen der Vorwürfe des Völkermords anzuhören?
        Netanyahu ist dem Aufruf nicht gefolgt – nachdem die USA bei der UN zuletzt das Veto verweigerten (eine Wahl steht bevor)…….man hat stattdessen mit der iranischen Botschaft eskaliert.

        Israel hat die USA am Nasenring.

      • therMOnukular 2. April 2024 um 19:04 Uhr

        Hätte auch Ihnen gerade geantwortet, aber der Foromat braucht mal wieder….;))

      • Andreas I. 3. April 2024 um 19:20 Uhr

        Hallo,
        aber warum hat Israel USA am Nasenring? Weil USA Israel braucht, USA als Imperium.
        USA könnte die Militärhilfe einstellen und Israel wäre erledigt, aber USA kann nicht, weil sie dann als Imperium erledigt wäre.
        Der Witz ist, dass USA als Imperium sowieso erledigt ist und bestenfalls noch den Zeitpunkt hinauszögern kann. Das halte ich für sinnlos, weil das Hinauszögern den Zusammenbruch nur noch schlimmer macht.

      • Samuel Roesen 3. April 2024 um 22:27 Uhr

        Israel ist der Staat der Zionisten. Das Königreich der Rothschilds. Diese Leute und ihre Freunde sind die USA. Es gibt dort auch keine Demokratie, da beide Parteien von den Geldeliten finanziert werden. Washington ist das größte Puff der Welt. Die tun dort Alles um sich die Taschen zu füllen, egal ob es der Bevölkerung nützt oder nicht. Den normalen Amerikaner interessiert weder die Ukraine, China oder Israel. Die möchten nur das für Migranten die Grenzen zu Mexiko geschlossen werden.

      • therMOnukular 3. April 2024 um 22:29 Uhr

        ;))))

        Ja, Andreas, das schaut nach einer echten Schicksalsgemeinschaft aus.

        Aber bei aller heimlichen Freude darüber sollten wir nicht vergessen, dass die uns mit in den Abgrund reißen, wenn wir nicht bald/sofort den Anker werfen. Ich sehe leider keine Politiker, die das vor hätten (und auch in die Nähe der nötigen Macht rücken würden). In D wird das Pendel wieder zurückschwingen und ein Kanzler Merz ist zu befürchten – der direkte „Maulwurf“ von Blackrock (das gerade das frisch gestohlene Acker-Land etc. an Russland verliert). Die franz. Semmel ist sowieso schon hinüber und im Kriegsrausch, die Uschi natürlich auch.

        Ich bin zwar ausgetreten, aber Gnade uns Gott!

  10. Samuel Roesen 2. April 2024 um 14:14 Uhr - Antworten

    Israel ist eine Beute der Zionisten. Ein Krebsgeschwür ohne Überlebensrecht im Nahen Osten. Das alte Israel war im heutigen Syrien und Theodor Herzl wollte es in Uganda. Vor Allem sind die heutigen Juden Osteupäer und Ädhiophier aber keine Semiten.

  11. Fritz Madersbacher 2. April 2024 um 14:08 Uhr - Antworten

    Der Autor sieht – ziemlich kurzsichtig – einen israelischen Sieg im Gaza-Streifen in Griffweite, Israels Komplizen und Schutzherren sehen es einer strategischen Niederlage entgegenwanken (das jüngste Massaker im al-Shifa Hospital wird diese Entwicklung nur beschleunigen – „War on Gaza: Israeli troops withdraw from al-Shifa hospital, leaving piles of dead bodies“ („Middle East Eye“, 1 April 2024):
    „The Senate Majority Leader Chuck Schumer, the highest ranking Jewish official in the US … warned Israel it can not survive if it becomes a global pariah … The loss of public opinion in the West, the continuing genocide case at the International Court of Justice, the erosion of the Jewish consensus, and the nervousness of Israel’s backers – all of these elements point to a strategic defeat for Israel“
    („Middle East Eye“, 14 March 2024)
    Der „kühne Angriff“ Israels auf das iranische Konsulat in Damaskus ist nicht eine unüberlegte Aktion der Gefährdung eines nahen Sieges („bräuchte es sich keine Sorgen zu machen“), weil es sich jetzt mit dem Iran anlegt, sondern offenbar gehen den Schlächtern von Gaza jetzt die Sicherungen durch, was ihr Ende unweigerlich beschleunigen wird, mit und ohne Iran, der sich – wie schon bisher – sicherlich nicht in irrationale Abenteuer verwickeln lassen wird …

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