US-Militär setzt sich in Finnland fest

21. Dezember 2023von 2,8 Minuten Lesezeit

Vor den Augen der Öffentlichkeit etabliert sich eine neue Front im Stellvertreterkrieg gegen Russland: In Finnland. Das US-Militär setzt sich im neuen NATO-Land fest – ein Vertrag dafür wurde unterzeichnet. 

TKP hat am Montag berichtet: Russland beabsichtigt, die Grenze zu Finnland aufzurüsten. Die NATO/USA planen offenbar, die „ukrainische Front“ durch eine „kontrollierte finnische Front“ zu ersetzen. Wenige Stunden später schlossen die USA und Finnlands einen entsprechenden Vertrag: Die USA setzen sich in Finnland fest.

Finnische Front

Antony Blinken und der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen haben sich auf ein Abkommen geeinigt. Das finnische Parlament muss es noch absegnen, was als Formsache gilt. Die NATO-Nordostgrenze wird zu einem heißen Konfliktfeld, Finnland massiv militarisiert. Man diskutiert sogar bereits die Stationierung von Atomwaffen.

Was steht im aktuellen Abkommen? Das US-Militär wird künftig zu 15 finnischen Militärstützpunkten und den dazugehörigen Übungsgebieten Zugang haben. Zuletzt hatten die USA bereits in Schweden ein solches Abkommen geschlossen. Die US-Armee kann 17 schwedische Militäreinrichtungen nützen. „Ein historischer Tag“, jubelte Finnlands Verteidigungsminister über den Deal.

Bei Blinken klang das anders. Er erwähnte nach der Unterzeichnung explizit die Ukraine: „Finnland weiß wahrscheinlich besser als jeder andere, was für die Ukraine auf dem Spiel steht. Im Jahr 1939 sahen sich die Finnen ebenfalls einer russischen Invasion gegenüber und bewiesen, dass ein freies Volk einen unglaublich starken und widerstandsfähigen Widerstand leisten kann. Ihre Geschichte ist auch eine Erinnerung daran, warum es so wichtig ist, die Ukraine weiterhin zu unterstützen: Autokraten, die versuchen, die Grenzen eines Landes mit Gewalt neu zu ziehen, werden mit ziemlicher Sicherheit nicht aufhören.“

Nun werden die USA und Finnland im militärischen Bereich „effektiver und effizienter zusammenarbeiten“, so der US-Außenminister weiter. „Unsere Truppen werden mehr Möglichkeiten haben, gemeinsam zu trainieren, und wir werden die Interoperabilität der NATO stärken.“

Dass der Kreml erst kürzlich erklärt hatte, in keiner Weise einen Angriff auf ein NATO-Land zu planen und bis zum NATO-Beitritt keinerlei Streitigkeiten mit Finnland gehabt habe, ignoriert man in Washington und Helsinki. Nun ist Russland alarmiert, rüstet seinerseits selbst auf und warnt Helsinki seit Monaten, engere Verträge mit den USA abzuschließen.

Der Militärexperte Andrej Korybko hatte bereits im November eine Zuspitzung an der finnischen Grenze erwartet. Er schrieb vor einigen Wochen bereits:

Die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass die NATO eine Verschwörung anzettelt, um Russland entlang der Grenze zum neuen finnischen Mitglied des Blocks stärker unter Druck zu setzen. Damit sollen gegenseitige militärische Schritte provoziert werden, die dann als sogenannte „unprovozierte Aggression“ dekontextualisiert werden können, um einen sich selbst erhaltenden Eskalationszyklus zu rechtfertigen. Es ist unklar, wie weit und wie schnell das alles gehen kann, aber das scheint die Absicht zu sein, und zwar in einer Zeit, in der der Block seinen Stellvertreterkrieg gegen Russland durch die Ukraine neu überdenkt.

Bild „Cadets from the United States Military Academy participate in the fall Sandhurst competition on October 28 & 29, 2022. (US Army Photo by Cadet Drew Adams)“ by West Point – The U.S. Military Academy is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

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10 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 22. Dezember 2023 um 0:24 Uhr - Antworten

    Nur ein Vollidiot freut sich darüber, dass sich die USA und Russland direkt an der Grenze gegenüber stehen! Wie würden wohl die USA empfinden, wenn Russland in Mexiko und Kanada Militärbasen mit Atomwaffen errichten würde? Was sagen eigentlich die Finnen dazu?

    Das verzogene Kind USA bekommt auch immer seinen Willen!

  2. marrx 21. Dezember 2023 um 19:48 Uhr - Antworten

    herzliche gratulation! es ist auch nicht verdächtig, dass die dafür verantwortlichen politiker sich aus schlechtem gewissen verpissen, war in neuseeland auch nicht anders, nur die spielwiese war eine andere….
    willkommen im fadenkreuz!

  3. rudifluegl 21. Dezember 2023 um 17:11 Uhr - Antworten

    Da taucht doch das Bild des jubelnden verrückten Wissenschaftlers auf , der im Stanley Kubrick Film auf der Atombombe reitend davonfliegt.
    Ersetzt durch Sanna Marin.

  4. Karl Schlosser 21. Dezember 2023 um 15:10 Uhr - Antworten

    Langsam ist es an der Zeit, Karl Liebknecht´s legendäre Parole „dreht die Gewehre um, der Feind steht immer im eigenen Land“, den Bevölkerungen aller Länder wieder nahe zu bringen!

  5. Nemo 21. Dezember 2023 um 15:05 Uhr - Antworten

    Für Rußland ist es einerlei wo die ihre Kasernen haben — nun eben ein paar mehr im Norden… dafür bald ein paar weniger im Süden. Das ist für die ein Nullsummenspiel. Insbesondere müssen die Russen ohnehin Ausbildung im hohen Norden machen. Das ist dann fast ein Konjunkturprogramm für eine ansonsten abgehängte Region nördlich von Sankt Petersburg.

    Für die USA ist es aber sehr teuer nun auch noch Personal in Finland stationiert zu haben. Irgendwo im Nirgendwo. Jeder Burger-Patty muß eingeflogen werden.

    Sollte es zum Krieg kommen, dann hat Rußland die kürzeren Versorgungswege. Und Logistik entscheidet heute über Sieg oder Niederlage.

    Die Russen können sich also entspannt zurücklehen und zuschauen, wie sich Finland immer mehr an das Ende einer sehr tiefen geographischen Sackgasse manövriert. Keine andere Region der EU ist so dermaßen wirtschaftlich nutzlos wie Finland — selbst das menschenleere zentral Frankreich oder die spanische Hochebene haben da mehr an potentiellen Möglichkeiten zu bieten. Die Finnen sind mit ihrem Kurs noch weitaus mehr gef*ckt als wir Deutschen es sind.

  6. suedtiroler 21. Dezember 2023 um 13:02 Uhr - Antworten

    jetzt können sie im Westen wieder grölen:

    „Von Finnland bis zum Schwarzen Meer!“

    nutzen wird es auch diesmal nichts. Die Ukraine hat schon verloren.
    das Einzige was die Finnen jetzt erreicht haben ist (neben der gewollten Zerstörung der Beziehungen zu ihrem Nachbarn), dass nun einige russische Nukes ständig auf sie gerichtet sein werden. im Kriegfall werden sie mitbrennen, egal wer begonnen hat.
    Gratulation!

  7. wr 21. Dezember 2023 um 12:53 Uhr - Antworten

    In Finnland Politik gibt es also auch bezahlte Volksverräter … erbärmliche Menschheit … faschistoide Scheißwelt …

  8. niklant 21. Dezember 2023 um 12:43 Uhr - Antworten

    Deutschland sucht mit Pistorius inzwischen neue Soldaten als Kanonenfutter für den 3.Weltkrieg mit Russland! Alles läuft wie geplant, Amerika entfacht in Europa den 3.Weltkrieg mit Russland und Israel bereinigt das ehemalige Palästina!

    • asisi1 26. Dezember 2023 um 9:43 Uhr - Antworten

      Zweimal hat der dumme Michel sich das gefallen lassen. Und selbst 80 Jahre danach zahlen wir immer noch und den dritten WK wünschen sich viele Politiker noch! Und diese Lumpen wird der Michel wieder wählen!

  9. OMS 21. Dezember 2023 um 12:17 Uhr - Antworten

    Ami go home!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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