Maskenlos beim Massenevent – alles für den „guten Zweck“

21. März 2022von 1.6 Minuten Lesezeit

Zeitgleich mit der Ankündigung der Verschärfung der Maskenpflicht waren in Wien 45.000 Menschen bei einem Benefizkonzert – mit dem Bundespräsidenten an der Spitze.

Regelmäßig bei den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen war die Empörung in den Medien und in der Öffentlichkeit groß: Menschen, die bei diesen Freiluft-Massenveranstaltungen keine Masken tragen, würden die allgemeine Gesundheit gefährden. Somit wurden die Demonstranten als „Lebensgefährder“ diskreditiert. Die Polizei griff hart durch, es kam regelmäßig zu Anzeigen und sogar zu Verhaftungen.

Nun, am absoluten Höhepunkt der Omikron-Welle, erreichten den staunenden Zuseher die Bilder vom Benefizkonzert gegen den Ukraine-Krieg am Samstag im Wiener Ernst-Happel-Stadion: 45.000 Menschen, dicht gedrängt, hörten stundenlang den Musikern zu, die für den guten Zweck, nämlich die Kriegsopfer in der Ukraine, Spenden sammelten. https://orf.at/stories/3254334/

Nur einzelne Konzertbesucher trugen eine Maske. Niemandem schien dies allerdings aufzufallen. Auch dem Bundespräsidenten Alexander van der Bellen, schon ganz im Wahlmodus, war als Hauptredner dieser Umstand kein Wort wert. Er wurde vom Publikum bejubelt, als er von „Frieden und Freiheit“ sprach. Es ist jener Bundespräsident, der sich für die Impfpflicht ausgesprochen und gegen die Verletzung von Grundrechten keinen Widerspruch eingelegt hatte.

Zugute kamen diese der Aktion „Nachbar in Not“ des ORF, ein Vertreter des ORF war ebenfalls zugegen und hielt eine Rede. Auch dieser mahnte das Publikum nicht, ihre Masken zu verwenden. In der medialen Berichterstattung des nächsten Tages wurde das Konzert und die Besuchermassen in den höchsten Tönen gelobt. Es sei so schön, dass nach so langer Zeit so viele Menschen wieder einmal ausgelassen feiern könnten, meinte eine Kommentatorin. Dass die am Eingang verteilten, blau-gelben FFP2-Masken von den meisten Konzertbesuchern nicht benutzt wurden, war höchstens einen Nebensatz wert, tat der allgemeinen medialen Euphorie über die Veranstaltung aber keinen Abbruch.


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16 Kommentare

  1. beunruhigter 24. März 2022 at 10:52Antworten

    Volle Zustimmung Fr. Walterskirchen, einen Aspekt dazu möchte ich noch ergänzen: Nämlich wie leicht es offenbar ist, gerade die lautesten, diejenigen die sich als Hüter der westlichen Werte und der politisch korrekten Gesellschaft inszenieren, politisch und medial zu instrumentalisieren.

    Waren die tanzenden, singenden, schreienden Bescher des Ereignisses doch dieselben die sich aus Solidarität mit den Alten und Vulnerablen zwei Jahre lang drakonischen Maßnahmen untergeordnet haben, oder dies zumindest in Ihren „postings“ behauptet, und deren Einhaltung energisch eingefordert haben.

    Nun, nach nur drei Wochen medialer Schwarzweisaufarbeitung des Krieges gilt ihre Solidarität auf einmal nicht mehr den Alten, sondern den armen Ukrainern. Die Gefährdung der Vulnerablen muss sich nun einem aktuelleren Trend völlig unterordnen, auch wenn das ein diametral gegensätzliches Verhalten als zuvor bedeutet.

    Es ist einfach widerlich zu beobachten wie die Korrektheitsschikaria in ihren sozialen Medienkanälen einem (Solidaritäts-) Trend nach dem anderen nachjagt, sich in den jeweiligen Blasen oder medialen Events selbst zelebriert und dies als Ihren Anteil aktiver Mitwirkung an einer solidarischen Gesellschaft verkaufen will. Man faselt von Nachhaltigkeit und kann nicht einmal die eigenen Prioritäten die man kurz zuvor noch fanatisch zur ultimativen Ideologie gemacht hat, über den nächsten Trend hinaus aufrecht erhalten. Unverzichtbarer Treibstoff für diese seichte Empörungsgesellschaft ist die geeignete mediale Aufbereitung in schwarz und weiß, bzw. Gut und Böse. Das Wichtigste für diese sozialmedialen Aktivisten ist, ja nichts falsch zu machen. Nur so sichert man sich das für sein Ego unverzichtbare Schulterklopfen und kann die lebenswichtige Selbstbestätigung gleichgesinnter einzufahren. Bei so vielen Themen, Interessen, ist keine Zeit für kontroversen Umgang mit den Dingen. Lässt sich ein Sachverhalt nicht in einem Twittertextkasten darstellen und gleichzeitig abklären wird er entweder gar nicht behandelt, oder entsprechend reduziert. Kein Wunder, daß in einer digitalisierten Zeit mit fast ausschließlich digitalen Formaten bei der Informationsgewinnung das Binäre immer weiter in den Vordergrund rückt.

    Die Diskrepanz zwischen der Wirklichkeit, dem Analogen und der binären Theorie wird immer größer. Die Seuche spielte sich fast ausschließlich in den Medien ab, abseits der Krankenhäuser und ohne Masken hätte man die Pandemie auf der Straße wohl nie bemerkt. Auch der völlig veränderte Umgang mit Geld, mittlerweile fast ausschließlich Geld, daß es gar nicht gibt, daß bestenfalls anlassbezogen frisch gedruckt wird vermittelt eine Assoziation zu einem Computerspiel. Ein Spiel, das man meint ohne Konsequenzen herunterfahren zu können wenn das Chaos zu groß wird.

  2. Jens Tiefschneider 22. März 2022 at 10:21Antworten

    Maskenlos in 2-facher Hinsicht. Viele entblößen gerade ihr wahres Gesicht, indem sie dem Nazi-Unterstützer Selenskyj zujubeln. Auch wenn Selenskyj selbst nicht den Anschein macht, ein kompletter Nazi zu sein, so war er sich nicht zu schade, 2019 dem Anführer des Nazi-Batallions „Rechter Sektor“ den Orden „Held der Ukraine“ zu verleihen – für dessen Sniperkrieg im Donbass, gegen Frauen und Kinder. Auch arbeitet Selenskyj eng mit dem Nazi-Batallion AZOV zusammen, wie schon sein Amts-Vorgänger – ebenfalls ein Nazi-Freund. Wer mit Nazis kollaboriert, ist selber Nazi. Bei uns darf dieser Nazi sogar im Bundestag sprechen, unter dem Jubel von Grünen und SPD. Wenn aber die im rechten Mittelfeld umher wabernde AfD eine Rede hält, dann wird entsetzt aufgesprungen. Auf der Nazi-Skala von 1-10 schafft die AfD allenfalls eine 2.5, Selenskyj aber locker eine 8.0.. Oder all die links-grünen Gutmenschen, das Latte-Macciato-Heer aus Berlin-Prenzlauer Berg. Sie jubeln für jeden sichtbar dem Nazi-Freund Selenskyj zu und beschimpfen gleichzeitig friedliche Menschen als Nazis, weil diese für den Erhalt von Grundrechten auf die Strasse gehen. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo Bildung noch wichtig war und einen Wert hatte. Wenn ich mir den grünen Kindergarten in unserem Bundestag anschaue, allen voran die bildungsbefreite Baerbock und das Nilpferd Lang, dann muss ich mit meiner Vergangenheit wohl Glück gehabt haben.

  3. 1150 22. März 2022 at 9:28Antworten

    @Andreas I.
    das waren doch die guten kriege, da gibt es keine opfer, ergo brauchen keine opfer auch keine benefizkonzerte. oder?
    so einfach ist die welt der gut- und besserfaschisten gestrickt, den bei dreizehn angriffskriegen durch den wertewesten in den letzten zwanzig jahren kann man schon ein wenig die übersicht verlieren und überfordert werden

    • beunruhigter 24. März 2022 at 11:00Antworten

      Man sollte dazu erwähnen, daß bei den von Ihnen angeführten Angriffskriegen der „Böse“ medial niemals so genau herausgearbeitet worden ist wie beim aktuellem Krieg. Die Empörungsgesellschaft brauch immer klare Vorgaben gegen wen der Zorn gerichtet werden soll. Bei kontroversen Sachverhalten wäre das Risiko zu groß einen Fehler zu riskieren.

  4. Andreas I. 22. März 2022 at 8:28Antworten

    Wie damals 2011 und 2014 bei den Benefizkonzerten für die Menschen in Libyen, Syrien und in der ehemaligen Ostukraine, da waren doch damals diese Benefizkonzerte, oder? :-D

  5. Elisabeth 22. März 2022 at 3:31Antworten

    Aber wenn für Kritiker der Zwangsspikungen keine Maskenvorschriften und Abstandsregeln im Freien gegolten hätten, wie hätten denn dann die Polizisten zu zwanzig unbegleitete ältere Frauen und alte Männer niederringen und verprügeln dürfen? Ich meine, das wäre dann doch gar nicht erlaubt gewesen, oder doch?

  6. Thomas Holzer 21. März 2022 at 18:35Antworten

    So man sich auf der Seite des absolut Guten wähnt, ist alles! erlaubt 🙈🙊🙉😎🥃🇮🇱🇮🇱

  7. rudi & Maria fluegl 21. März 2022 at 18:33Antworten

    Sehr schön von Ihnen, dass Sie jetzt hier schreiben Frau Walterskirchen!
    Sie waren von Anfang an eine Bastion in der einstigen Qualitätspresselandschaft!
    Schade dass die andere Journalistin, der wir viel Respekt entgegenbringen, Frau Renata Schmidt-Kunz nach wie vor nur subversiv tätig ist!
    Indem sie zum Beispiel auch „hinterfragende“ zu Wort kommen lässt.

    • Dr. Gudula Walterskirchen 21. März 2022 at 19:05Antworten

      Liebe Familie Fluegl! Ich freue mich auch, auf diesem qualitätsvollen und seriösen Blog Themen platzieren zu dürfen, die sonst in der Medienlandschaft leider nicht ausreichend oder gar nicht diskutiert werden!

    • Elisabeth 22. März 2022 at 3:50Antworten

      Vielen herzlichen Dank! Ja, der Blog ist spitze.

  8. ibido 21. März 2022 at 18:32Antworten

    Mir hat´s gefallen. Habe es mir bewusst nebenher angesehen.
    1. finde ich es gut, dass im TV wieder Mal „Normalität“ zu sehen war. Das wirkt dem Gewöhnungseffekt, dem wir schon alle unterliegen, entgegen. Und Otto Normalbürger hat gesehen, so geht es auch.
    2. hat es gezeigt, dass es doch noch viele Menschen gibt, die nicht der Angst und der Massenpsychose erlegen sind.
    3. habe ich es genossen, dass die Maßnahmen-Hardliner dieser kognitiven Dissonanz ausgesetzt waren – „Was ist jetzt politisch korrekt?“ Aufregen über die fehlenden Masken? Aber gegen eine Veranstaltung gegen den Krieg darf man auch nix sagen…
    Hab nach langem wieder mal Standardforum gelesen und in mich hineingeschmunzelt, wie sie sich plagen, wo nun die Prioritäten für sie sind.

    Ich sehe das wie in der asiatischen Kampfkunst: Den Schwung des Gegners für sich ausnutzen.

    • Bettina 22. März 2022 at 18:09Antworten

      und näxte Woche sind sie alle wieder in ihrer Psychose, hängen sich den Pappenfetzen vors Gesicht und machen beim Sklaventreiben mit …. das war alles nur ein Beruhigen der kognitiven Dissonanz beim Pöbel

      denn die ach so armen Hardliner, die jetzt gar nix sagen dürfen (die tun mir wirklich sooooo unendlich leid) hätten schon bei blm oder csd oder fff die kognitive Dissonanz merken müssen

  9. Rudi Strele 21. März 2022 at 18:08Antworten

    Wien testet mehr als gesamt Deutschland. Künstlich wollen sie die Zahlen nach oben pushen, damit die PCR Tests weiterhin ein gutes Geschäft bleiben.

    Hatte Freitag einen Geschäftstermin in Wien und habe mich der Vorschrift wegen testen lassen, allerdings umsonst, bin nicht einmal kontrolliert geworden.

  10. Stefan Ochsner 21. März 2022 at 16:59Antworten

    Ist doch der Beweis das wir nix haben.

    „Des Kaisers neue Kleider“

    Immer noch sind so viele in Angst und im Schutze der Ukraine „Krise“ wird leise still und heimlich die Demokratie demontiert.

    Die politisch Korrekten sind aus ihrer Selbstgerechtigkeit nicht herauszuholen. Dazu gehören alle mit Standesdünkel – also vorzugsweise Akademiker und sog. Multiplikatoren

    Dekadent

  11. fantasmadellanotte 21. März 2022 at 16:58Antworten

    Das ist wieder einmal typisch und passt genau ins Bild: Was die Bundesregierung sich da erlaubt, ist nichts anderes als Zuckerbrot und Peitsche! Erst diese Lockerungen, noch dazu ein Massenevent – und das auch noch ohne Maske! Kein Wunder, dass bei diesem fahrlässigen Verhalten und dieser Disziplinlosigkeit die Corona-Zahlen wieder durch die Decke gehen! Aber dann sind es natürlich wieder einmal die Ungeimpften, die zu Sündenböcken gemacht werden! Es ist einfach nur noch unerträglich! Vielleicht täte es diesen uneinsichtigen Politikern mal gut, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und sich zu informieren, wie es andere EU-Mitgliedsstaaten machen. Als ich kürzlich vor diesem Impfterror ins spanische Exil geflüchtet bin, habe ich gesehen, wie man es anders und besser machen kann: Die Spanier verhalten sich äußerst diszipliniert, halten (im Gegensatz zu hier) Abstand. Alle Veranstaltungen, sogar der kanarische Karneval, wurden abgesagt. Das Tragen von Masken ist im öffentlichen Raum obligatorisch. Aber eine Impfpflicht gibt es Gott sei Dank nicht. Niemand wird zu dieser sogenannten „Impfung“ gezwungen. Auf diese Weise haben die Kanaren ihre Corona-Zahlen auch ohne Impfpflicht in den Griff bekommen. Dazu braucht man keinen Impfzwang! Umsicht, Rücksicht, ein wenig Hirn und Hausverstand reichen aus!

    • Bettina 22. März 2022 at 18:02Antworten

      weg mit der sinnlosen Zahlenargumentation! Es ist Winter herrschoftszeitn! da werden Leute halt mal krank, da kann man noch so viel beten und zu hause bleiben, die Natur interessiert das eingebildete Gehabe eines menschen, von wegen ich bin Gott und kann Mikroben aufhltlen, genau null! haben sie in Spanien vor zwei Jahren im Winter Abstand gehalten? sicher nicht, erst seit der Plandemie sind alle hysterisch.

      was wollen sie mit Verlaub mit einer Staubmaske? sind sie wirklich noch immer keinen Millimeter schlauer geworden? FFP2 ist eine Baustellenmaske, wie oft muss man das denn noch sagen?

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