Die Ukraine als neutraler Staat wie Österreich? Eine Analyse

17. März 2022von 4.9 Minuten Lesezeit

Russland sieht die Zukunft der Ukraine in der Neutralität nach österreichischem Muster. Dies kann tatsächlich die Lösung sein, aber nur, wenn sie von allen Seiten ernst genommen wird.

Österreich ist mit der Neutralität bisher sehr gut gefahren. Das kleine Land konnte als Verhandlungsort und Standort der UNO und OSZE viel mehr zum Frieden beitragen als es dies als NATO-Mitglied könnte. Und letztlich sollte es ja darum gehen, den Frieden zu erhalten und nicht, in ein neues Wettrüsten einzusteigen. Es stimmt, dass bei den Verhandlungen um den Staatsvertrag 1955 Russland auf der Neutralität Österreichs bestanden hat und die österreichische Regierung zuerst gezögert hat. Dennoch haben sich die Russen an alle Vereinbarungen gehalten. Österreich war das einzige Land, das von der UdSSR nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst teilweise besetzt und dann freiwillig geräumt wurde. Jahrzehntelang lag es direkt am Eisernen Vorhang, das Risiko war entsprechend groß. Vor allem im Zuge des Ungarn-Aufstandes 1956 und des Prager Frühlings 1968 bestand die reale Gefahr, dass die russischen Truppen nicht an der Grenze zu Österreich haltmachen würden. Es hätte mitten im Kalten Krieg wohl kein Land geholfen, die Grenzen zu verteidigen. Von einem „Mitläufertum“ Österreichs bei der NATO kann also keine Rede sein. Und die Neutralität ist keinesfalls „ausgehöhlt“ wenn Volk und Regierung daran glauben und diese weiterhin hochhalten. Bei jeglicher Debatte über die Neutralität ist die Frage, wie Österreich zu Frieden und Sicherheit in Europa beitragen kann: Wenn es als NATO-Mitglied ein paar Panzer und Soldaten stellt? Oder wie in der Vergangenheit bereits als wichtiger Ort von internationalen Verhandlungen, Organisationen zur Friedenssicherung und Vermittler in Konfliktfällen?

Neutralität in der Unabhängigkeitserklärung

Somit wäre Österreich tatsächlich ein Modell für die Ukraine, die ebenfalls an einem neuralgischen, geostrategischen Punkt liegt. Eigentlich ist die Ukraine bereits ein neutraler Staat: In der Unabhängigkeitserklärung von 1990 hat sich das Land zur Neutralität bekannt. Und dies ergab geopolitisch durchaus Sinn: Die Ukraine ist ein riesiges Land, mit vielen wertvollen Bodenschätzen und wichtiger Nahrungsmittellieferant. Sie reicht geografisch tief in Richtung Russland hinein und bildet eine Brücke zu den benachbarten NATO-Staaten wie Polen oder Rumänien.

Allerdings wurde die Neutralität von Beginn an nicht ernst genommen. Russland installierte wie in Weißrussland einen ergebenen Regierungschef. Dann kaperte es noch die Krim. Auf der Gegenseite rüstete die neue, westlich orientierte, Führung der Ukraine mit Worten und Taten auf, eifrig unterstützt vom Westen. Seit der Krim-Okkupation bestand zurecht die Sorge, dass Russland es nicht bei der Krim bewenden lassen würde. Es flossen seitens der EU viele Milliarden Euro ins Land, die irgendwo im Korruptionssumpf versickerten oder für Waffenkäufe verwendet wurden.

Doch statt auf den neutralen Status zu pochen und Entschlossenheit zu zeigen, diesen zu bewahren, strebte die ukrainische Führung einen EU-Beitritt an, was an sich kein Widerspruch zum neutralen Status ist. Die Dinge schaukelten sich jedoch zunehmend auf, als dann noch die Einladung an die Ukraine erfolgte, der NATO beizutreten. Der NATO-Beitritt war jedoch seitens Moskaus stets als „rote Linie“ definiert worden. Wenig verwunderlich, wenn man die Landkarte betrachtet. Die ukrainische Bevölkerung war in der NATO-Frage stets durchaus gespalten. Im Sommer 2021 hielt man in Kiew eine große Militärparade ab, bei der stolz die Neuanschaffungen präsentiert wurden. Und schließlich kündigte der Präsident an, dass er Atomwaffen beschaffen wolle. Man setzte offenbar auf Abschreckung. Doch dann tat Putin das, was niemand ernsthaft erwartet hatte, und ließ seine Truppen in der Ukraine einmarschieren.

Trotz der Schrecken dieses Krieges befindet sich der Westen in einer schwierigen Lage. Sollte die NATO dem Wunsch des ukrainischen Präsidenten entsprechen und in den Konflikt direkt eingreifen, würde man damit womöglich einen Weltkrieg auslösen. Das kann niemand wollen. Auch Deutschland nicht, das formal nach dem Zweiten Weltkrieg nie einen Frieden mit Russland geschlossen hat und dessen Regierungschef nun den Scharfmacher gibt. Daher muss der Westen bei drastischen Wirtschaftssanktionen bleiben. Umgekehrt läuft es auch für Putin nicht wie geplant, daher setzt der Kreml nun ein Signal für eine Lösung. Die Ukraine soll neutral werden wie Österreich. Das wäre eine Lösung, bei der auch Putin sein Gesicht wahren könnte. Man sollte diese psychologische Komponente nicht unterschätzen, denn es ist gefährlich, einen mächtigen Gegner, wenn er besiegt wird, noch zu demütigen.

Die Frage ist jedoch, wie ernst dieses scheinbare Einlenken Putins gemeint ist. Denn eigentlich ist die Ukraine ja bereits neutral, sie hat diesen Status formell nicht aufgehoben. Wenn der Vorschlag ernst gemeint ist, dann ist er eine Option, ja die einzige Option, ohne eine noch größere Katastrophe auszulösen. Denn der Krieg muss rasch beendet werden. Das ist im Interesse der ukrainischen und russischen Bevölkerung, die diesen Krieg nicht gewollt haben, und des Weltfriedens. Es ist daher schwer verständlich, dass Selenskyi den Vorschlag sofort strikt abgelehnt hat und stattdessen auf „Werbetour“ für mehr Unterstützung gegangen ist.

Es droht eine Hungersnot

Ein rascher Frieden ist aber auch im Interesse jener Länder, die von den Lieferungen aus der Ukraine abhängen. Hier geht es nicht um Rohstoffe für Computerchips, sondern vor allem um Getreide. Die UNO hat bereits Alarm geschlagen, dass ein Ausfall des Getreides aus der Ukraine nicht ersetzt werden kann. Ungarn hat bereits einen Ausfuhrstopp für Getreide verhängt. Und die Anbauflächen in der EU sind zu gering, um derartige Mengen zu liefern. Werden also in der Ukraine im Frühjahr nicht die Felder bestellt, werden bald hunderttausende, vielleicht sogar Millionen Menschen in Afrika verhungern. Die Fluchtbewegungen, die eine Hungersnot in Afrika auslösen würde, kann Europa jedenfalls sicher nicht verkraften. Daran sollten die Verantwortlichen ebenfalls denken.


Vom Krieg gegen Covid zur Eskalation des Krieges in der Ukraine – eine Analyse von Fabio Vighi

28 Kommentare

  1. Vortex 23. März 2022 at 21:11Antworten

    Interessant, dass Putin vor dem Krieg & Planspiel in der Ukraine bereits im Juli 2021 seine Gedanken schriftlich verfasste, hier seine Perspektive (On the Historical Unity of Russians and Ukrainians) als PDF/0.4 MB gleich in Deutsch übersetzt tinyurl.com/3bcsnbn8 sowie weitere Denkansätze tinyurl.com/2p846e6r zu Putins Aktivitäten.

  2. Eva-Maria 18. März 2022 at 8:22Antworten

    Es geht um weit mehr als die Ukraine.

    Russland und China haben vor, die Dominanz der USA zu brechen.
    voltairenet org
    Zitat:
    „China and Russia roll out new global financial system

    The Eurasian Economic Community (Belarus, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Russia, Tajikistan + Armenia for certain provisions) and China will create a new global economic and financial system, the foundations of which they will set at the end of March 2022.

    This new system should have a reference currency whose rate would be established from a basket of currencies of the founding Member States (therefore dominated by the Chinese yuan).

    It was designed by Sergey Glazyev (photo) and is intended to replace the Bretton Woods system, after Russia’s exclusion as part of the “sanctions” for its operation against the Ukrainian banderites [1].

    The emergence of two competing economic and financial systems should bring globalization to a halt and divide the world in two.“

  3. Steve Acker 17. März 2022 at 22:34Antworten

    die Ukraine hat doch vor 2 Jahren das Ziel der Nato-Mitgliedschaft in die Verfassung aufgenommen, soweit ich weiss.

  4. Michael R 17. März 2022 at 22:10Antworten

    Der Artikel ist leider voller sachlicher Fehler. Alles aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Nur die wichtigsten Beispiele:

    Beispiel 1: 》Denn eigentlich ist die Ukraine ja bereits neutral, sie hat diesen Status formell nicht aufgehoben.《
    Die Ukraine WAR bis zum Euro Maiden 2014 neutral. Seither ist sie es nicht mehr. „Die Ukraine beendet im Dezember 2014 ihre politische Neutralität und macht so den Weg frei für einen möglichen Nato-Beitritt. Die Nato beschließt, gegen etwaige Bedrohungen aus Russland dauerhaft Soldaten im Osten der Allianz bereitzuhalten. Zudem wird eine schnelle Eingreiftruppe aufgestellt mit heute bis zu 40.000 Soldatinnen und Soldaten.“ (Quelle: Bayrischer Rundfunk, BR24, „Geschichte des Russland-Ukraine-Konflikts: Stationen seit 2014“). Wäre die Ukraine wirklich neutral geblieben, hätte es diesen Krieg heute nicht gegeben.
    Die Rückkehr der Ukraine zur Neutralität war von Anfang an der Kernpunkt der russischen Forderungen, die Putin mehrfach wiederholt hat. Deswegen ist auch die Behauptung 》Die Frage ist jedoch, wie ernst dieses scheinbare Einlenken Putins gemeint ist. 《 falsch.

    Beispiel 2: 》Von einem „Mitläufertum“ Österreichs bei der NATO kann also keine Rede sein. Und die Neutralität ist keinesfalls „ausgehöhlt“ wenn Volk und Regierung daran glauben und diese weiterhin hochhalten. 《
    Österreich ist längst nicht mehr neutral, jedenfalls nicht im ursprünglich vereinbarten Sinn. „1994 ist Österreich der NATO-Partnerschaft für den Frieden beigetreten…. Neben der Teilnahme an verschiedenen EU-Battlegroups, zum Beispiel der Battlegroup 107, bestehend aus deutschen, niederländischen, finnischen und litauischen Verbänden oder der deutsch-österreichisch-tschechischen Battlegroup, beteiligt sich das österreichische Bundesheer auch regelmäßig an gemeinsamen internationalen Gefechtsübungen, hauptsächlich mit der deutschen Bundeswehr. … (Quelle: „Österreichische Neutralität“, wikipedia).
    An der Stelle möchte ich bemerken, dass ich Putin nicht verstehe, wenn er mit einer „Neutralität wie Österreich“ zufrieden sein will. Das Vorbild/Modell sollte wenn schon die Schweiz sein, nicht Österreich, aus o.g. Gründen.

    Beispiel 3: 》 Allerdings wurde die Neutralität von Beginn an nicht ernst genommen. Russland installierte wie in Weißrussland einen ergebenen Regierungschef. Dann kaperte es noch die Krim. Auf der Gegenseite rüstete die neue, westlich orientierte, Führung der Ukraine mit Worten und Taten auf, eifrig unterstützt vom Westen. 《
    Das ist eine mehr als grobe und damit falsche Zusammenfassung geschichtlicher Ereignisse. Vor der Krim ereignete sich ja doch noch ein bisschen mehr. Die Pachtverlängerung für die FlottenStützpunkte auf der Krim bis 2042 und der drohende Verlust?
    Warum wird der Maiden 2014 nicht erwähnt? Die Rolle der USA/der EU nicht benannt? Die Beendigung der Neutralität durch die Ukraine? Der Aufnahmeantrag der Ukraine in die NATO?

    Ich bin überzeugt, dass der Krieg nicht begonnen worden wäre, wenn der Westen die Ukraine überzeugt hätte, dass ein Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft und Neutralität besser sind für das Land. Stattdessen war vom Westen, insbesondere den USA zu hören „wir weichen keinen Zentimeter zurück“. Wie viele Tote und Verletzte, wie viel Leid hätten erspart werden können, wenn man einen gemeinsamen Vertrag aufgesetzt und unterschrieben hätte. Leider standen die geopolitischen Machtinteressen der USA und die Nationalisten in der Ukraine dem entgegen.

    • Fritz Madersbacher 18. März 2022 at 0:56Antworten

      @Michael R
      17. März 2022 at 22:10
      Sehr gute Zusammenfassung!
      Zu Beispiel 2: „… beteiligt sich das österreichische Bundesheer auch regelmäßig an gemeinsamen internationalen Gefechtsübungen, hauptsächlich mit der deutschen Bundeswehr“, und das sogar auf österreichischem Boden, in der Wattener Lizum in Tirol, wo sogar das Gelände der deutschen Bundeswehr zur Verfügung gestellt bzw. verpachtet werden soll … Die „Neutralität“ Österreichs wird von seiner Bevölkerung gewünscht, aber sie ist mehr Wunschvorstellung als gelebte Praxis. Gerade jetzt wird sie von unseren zahlreichen NATO-Marionetten im Land wieder „madig“ gemacht. Es ist hoch an der Zeit, dass wir uns einmal darüber klar werden, was Neutralität bedeutet, insbesondere, dass sie ihre Glaubwürdigkeit nicht aus einem Mitschwimmen mit dem westlichen Imperialismus bezieht, sondern aus einem Auftreten ohne Doppelmoral gegen alle imperialistischen Bestrebungen. Was gegenwärtig an heuchlerischer Doppelmoral frei Haus geliefert wird, ist mit einer sorgfältigen Herangehensweise an die laufenden Ereignisse – unter Einbeziehung der jüngeren Entwicklungen dorthin – unvereinbar …

    • Thomas Melzer 19. März 2022 at 14:57Antworten

      Schließe mich Fritz Madersbacher an, eine sehr gute und notwendige Ergänzung zu den Ausführungen von Frau Dr. Walterskirchen. Hätte mir von ihr etwas mehr erwartet.

  5. Martin Fischer 17. März 2022 at 22:02Antworten

    Die USA hat sich seit Jahren in der Ukraine eingenistet. Auch wenn die Ukraine nicht in der NATO war: die NATO war schon längst in der Ukraine. Von der daher ist es für Russland kein Unterschied, ob die Ukraine formell in die NATO aufgenommen wird oder nicht.
    Die Neutralität der Ukraine ist für Russland keine Kriegs-Notlösung, sondern es war von Anfang an das Ziel. Für Russland läuft der Krieg nicht schlecht, man nimmt sich Zeit.

  6. Tatjana 17. März 2022 at 20:24Antworten

    Die Verantwortlichen denken nicht daran, ob jemand verhungert oder damit eine Flüchtlingswelle auslösen. Hauptasche denen geht es gut. Jedenfalls sind wir alle längst an unseren Grenzen gestoßen. Was mich sehr verärgert ist. dass Menschen sich einbilden über irgendwelche Teile der Welt zu entscheiden. Geschweige zu behaupten es wäre ihr Land. Niemand auf diesen Planeten gehört etwas davon. Die Natur ist alleiniger Besitzer und Herrscher. Der allein bestimmt wann er uns ganz vernichtet. Davon sind wir nicht weit entfernt.

    • Andreas I. 18. März 2022 at 13:37Antworten

      Hallo,
      wenn man davon ausgeht, dass es widersinnig ist, Land zu Besitz zu erklären, dann entsteht die Frage, wie man möglichst friedliches Zusammenleben anders regelt.
      Mindestens ernähren müssen sich Menschen ja, irgendwo artgerecht wohnen auch, also selbst wenn man alles Überflüssige der Wegwerf-Konsumgesellschaft weglässt – was erfüllend wäre – müssen Menschen also Land für sich nutzen können.
      Dann hätte man keinen Besitz an Land, sondern Nutzungsrechte oder sowas.

  7. Gast22 17. März 2022 at 19:21Antworten

    Ich könnte mir durchaus auch eine relativ neutrale Europäische-Friedensunion vorstellen. Diese formiert sich unabhängig von der Nato und könnte mindestens folgende Staaten umfassen: Österreich, Schweiz, Deutschland, Schweden, Finnland. Weitere Staaten wie z. B. Frankreich und GB sind willkommen und können sich somit unabhängig von der Nato selbst verteidigen. Der Einfluss der EU-Kommission/-Regierung auf die souveränen Staaten wird auf ein Minimum reduziert. Diese Friedensunion unterhält auch zu Russland gute Beziehungen. Damit würde sich Russland nicht mehr eingeengt oder bedroht fühlen müssen. Ein Wunschgedanke?

    • Andreas I. 17. März 2022 at 20:05Antworten

      Hallo,
      ja selbstverständlich.
      Wer würde denn westeuropäische Staaten angreifen wollen? Was wäre da zu holen?
      Der größere Gewinn winkt doch, die westeuropäischen Staaten in Ruhe wirtschaften zu lassen und ihnen alles dafür nötige zu verkaufen.
      Dummerweise sind es Opponenten von USA – nämlich China Konsumprodukte und Russland Rohstoffe – die den (größeren) Gewinn machen würden und da geht der Stress los.

      Wenn man sich vorstellt, dass von McKinder bis Friedman die Rede ist, dass niemals Deutschland und Russland kooperieren dürfen, was für eine Katastrophe wäre dann eine Kooperation EU – China?
      (In der aktuellen Form der EU wäre das tatsächlich eine Katastrophe, aber rein theoretisch könnten die Bürger der EU ja auch Demokratie durchsetzten.)

    • Gleb Nershin 17. März 2022 at 20:09Antworten

      Das flächenmäßig größte Land der Erde fühlt sich eingeengt und bedroht?

      Ein Fall für den Psychiater.

    • wellenreiten 17. März 2022 at 20:44Antworten

      @ Gleb Nershin: Wie war denn die Situation damals mit den USA und Kuba? Die USA haben geographisch gesehen große Vorteile was Bedrohungsszenarien angeht. Was denken Sie, wie die USA (NATO) reagieren würden, wenn Russland mit Mexiko kooperieren würde und an der US-amerikanisch/mexikanischen Grenze ein paar Raketen aufstellt?

    • Andreas I. 18. März 2022 at 13:24Antworten

      @ Gleb Nershin 17. März 2022 at 20:09
      Interkontinentalraketen und ballistische Raketen, USA hat den Vertrag über Mittelstreckenraketen gekündigt … Kampfjets und Bomber, luftbetankungsfähig, atomwaffenfähig …
      Mit der Raketenabwehr in Polen und Rumänien hat USA seine Erstschlagfähigkeit erhöht.
      Japan, Südkorea, Türkei und baltische Staaten; mal abgesehen davon, dass das ausreicht Russlands Seewege zu blockieren, mit Ukraine und Georgien wäre der Ring so geschlossen, wie es USA möglich ist.
      Und was USA mit Opponenten macht, wenn USA keinen effektiven Gegenschlag befürchten müssen, das hat USA mehrmals bewiesen; Jugoslawien, Libyen, Irak.

      Übrigens hat das irakische Parlament bekanntlich abgestimmt, dass USA-Armee in Irak unerwünscht ist, dass die abzuziehen haben.
      Also wie ist das denn nun, wenn ein Staat sagt, was er will?!
      Doppelmoral, Verlogenheit, moralisch bankrott und der ökonomische Bankrott wird schon mindestens seit 2008 gedruckt, der „Westen“ hat fertig.

  8. Andreas I. 17. März 2022 at 18:22Antworten

    @ Mag. Oskar Krempl
    “ … , denn ansonsten würde Ihr Beitrag lediglich eine intellektuelle Selbstbefriedigung darstellen.“

    .

  9. Mag. Oskar Krempl 17. März 2022 at 17:58Antworten

    Sehr geehrte Frau Dr. Walterskirchen,

    danke für Ihren Beitrag. Da es leider in diesem Blog keinerlei Möglichkeiten gibt die jeweiligen Verfasser direkt zu kontaktieren (zumindest habe ich keine gefunden), versuche ich mittels meines Kommentars ein „Feedback“ in Form von Anmerkungen zu geben, getragen von der Hoffnung, dass Sie eventuell dies lesen, denn ansonsten würde Ihr Beitrag lediglich eine intellektuelle Selbstbefriedigung darstellen.

    1) Nachdem uns unsere Befreier mehr als 10 (!) Jahre von unserer Selbstständigkeit als souveräner Staat befreit hatten, war die Neutralität die einzige Möglichkeit sie alle los zu werden, denn der Westen wollte nicht gehen, wenn der Osten bliebe und der der Osten würde die paar Kilometer zurück zum Ostblock nur gehen, wenn es ihm einen Vorteil brächte. Wenn man auf die Landkarte blickt, sieht man dass die Schweiz und Österreich die direkte Verbindung zwischen Norden und Süden der NATO unterbricht.
    Dies wurde 1955 von Österreich willentlich und wissentlich akzeptiert. Zum Unterschied zu Finnland hat man den Zerfall der Sowjetunion lediglich dazu benutzt, um einige waffentechnische Beschränkungen als obsolet zu erklären. Dieses Zeitfenster ist nun geschlossen, daher sind diesbezügliche Diskussion als unpassend zu bezeichnen.

    2) Militärisch kann Österreich als nicht vorhanden bezeichnet werden. Weiters brachte uns die Neutralität auch ein, dass unsere großen Donaubrücken Zielpunkte für den Einsatz von taktischen Atomwaffen von Seiten der NATO wurden.

    3) Seit dem Ende des 2. WK wurde so viele Kriege, wie niemals zuvor auf der Welt geführt. In Europa gab es keinen Krieg zwischen den beiden Blöcken auf Grund der atomaren Abschreckung, so viel zum Mythos Österreich sichert mit den Frieden in Europa bzw. der Welt.

    4) Die Ukraine ist ein Staat mit 44 Millionen Menschen und einer einer Fläche, die fast doppelt so groß wie Deutschland ist. Es ist ein souveräner Staat. Souveräne Staaten entscheiden selbst, was sie wollen mit allen Konsequenzen. Von außen aufgezwungene Lösungen sind ein Beispiel für die „Finnlanddisierung“ eines Staates.

    5) Die Ukraine war bereits Atommacht und zwar die drittgrößte der Welt mit dem Zerfall der Sowjetunion. Sie hat diesen Status freiwillig für die Garantien (staatliche Souveränität in den damaligen Grenzen) im Budapester Memorandum aufgegeben, nebst Geld, aber dies ist eine andere Geschichte. Wieviel dieser Fetzen Papier wert ist, durfte sie 2014 erfahren.
    Einer der Garanten war die russische Föderation, die jetzt die Ukraine militärisch überfallen hat und das Land mit einem unerklärten Krieg überzieht. Dies dürfte nicht zur Glaubwürdigkeit russischer Zusagen in den Augen der Ukraine beitragen.

    6) Wenn Sie sich die Aussagen von Putin zu Gemüte führen wird Ihnen unter anderem klar, dass er den Zerfall der UdSSR als die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts betrachtet, dass er die Ukraine als einen Teil Russlands sieht (geteilte Nation), dessen staatliche Selbstständigkeit als SSR ein Fehler Lenins war. Übrigens der 9. Mai wird in Russland nicht als Ende des Krieges, sondern als Sieg des „Imperiums“ gefeiert, so viel zu staatlichen verordneten Psyche. Erst unlängst gab es im staatlichen Fernsehen der Russischen Förderation eine Sendung, wo ein Plan zur Annexion der 3 baltischen Staaten und Teilen von Polen und Schweden vorgestellt wurde. So viel zur staatlichen Friedensliebe der Russischen Föderation unter Putin.

    • Heiko 22. März 2022 at 16:26Antworten

      Wenn Sie schon Putin mit seiner Aussage zur größten geopolitischen Katastrophe des 20. Jh. bemühen, dann zitieren Sie ihn bitte vollständig und richtig. Der Satz geht nämlich noch weiter und konkretisiert den Sachverhalt. Aber das würde wiederum nicht in das von Ihnen implementierte Narrativ passen. Putin hat seinen Satz nämlich weitergeführt „weil dadurch 20 Millionen Russen zu Ausländern geworden sind.“ Wenn Sie über diesen Sachverhalt mal in Ruhe nachdenken und sich die Situation der russischsprachigen Minderheiten allein im Baltikum anschauen, dann wissen Sie evtl. was Putin meinte.

  10. Andreas I. 17. März 2022 at 17:54Antworten

    Ansonsten, ja Neutralität ist doch im Grunde genommen eine Selbstverständlichkeit, weil eine Grundlage von Selbstständigkeit.

  11. Andreas I. 17. März 2022 at 17:49Antworten

    „Seit der Krim-Okkupation“
    Nennen das die _Bewohner_ der Krim so oder wer?

  12. Bb 17. März 2022 at 15:50Antworten

    Die Ukraine will nicht neutral bleiben. Das sagt sie eindeutig, und sie will Atomwaffen. Seit Jahren und Jahrzehnten sagt Putin nichts Anderes, als dass die Ukraine neutral bleiben soll. Viele westliche Experten und Berater raten ebenfalls seit Jahrzehnten dazu, dies dient der Friedenssicherung. Extrem schade, dass dafür ein Krieg notwendig ist. Das hätte schon sehr viel eher geregelt werden können.

  13. Gleb Nershin 17. März 2022 at 15:41Antworten

    Zur Frage Neutralität der Ukraine gibt es ein interessantes historisches Beispiel: Anfang der 50er Jahre bot Stalin den Westdeutschen die sofortige Wiedervereinigung mit der DDR an, wenn sie sich neutral erklärten und nicht der NATO beiträten.
    Adenauer erkannte die Falle und hat abgelehnt; Stalin hätte sich die wehr-und schutzlose BRD bei der erstbesten Gelegenheit einverleibt.
    Neutralität funktioniert nur bei kleinen und unbedeutenden Ländern, die für benachbarte Großmächte zu uninteressant sind, als dass man sich die Mühe einer Annexion machen würde.

    • alexandrabader 17. März 2022 at 19:11Antworten

      Die Neutralität wurde und wird auch bei Österreich von Russland nicht ernstgenommen. Deswegen gibt es auch ein dichtes Netzwerk an verdeckter Einflussnahme, in dem es sich auch einige Österreicher behaglich eingerichtet haben. Man stösst darauf, wenn man politische Skandale recherchiert:

      https://alexandrabader.wordpress.com/2022/03/17/luftraumsicherung-eurofighter-und-russland/

    • Bergfan Max 17. März 2022 at 19:21Antworten

      sehe ich nicht so. Es ist durchaus möglich, eine bewaffnete Neutralität mit reinem Verteidigungskonzept zu bewerkstelligen. Die Schweiz lebt es vor. Aber auch größere Länder wie Schweden, Finnland fahren mit der Neutralität sehr gut.

    • Andreas I. 17. März 2022 at 19:44Antworten

      Gleb Nershin Hallo,
      „Anfang der 50er Jahre … Stalin hätte sich die wehr-und schutzlose BRD bei der erstbesten Gelegenheit einverleibt.“

      Nur hatte zu dieser Zeit USA im Wettrennen um Atomwaffen einen Vorsprung vor UdSSR, also gab es weder eine erstbeste, noch eine zweitbeste, noch eine drittbeste, noch eine viertbeste … Gelegenheit und damit ist dieser Gedankengang …

    • glebnershin 17. März 2022 at 20:15Antworten

      @Andreas I: Welchen Grund hätten die USA gehabt, ein neutrales Deutschland zu verteidigen? Sie hätten es auch im Fall eines sowjetischen Einmarsches in Österreich nicht getan.

      • Dr. Peter F. Mayer 17. März 2022 at 20:59

        Die USA haben seit 1945 niemand verteidigt, sondern verbrecherische Angriffskriege geführt – beginnend mit Korea über Vietnam, Irak, Putsche wie in Chile wo sie einen faschistisvhen Mörder als Präsident eingesetzt haben. Deutschland muss von den USA befreit werden.

    • Elisabeth 18. März 2022 at 5:40Antworten

      Die Russen haben nie ein Land angegriffen. Was man von der Ukraine wünscht, ist simpel – sie soll kein NATO-Mitglied werden (das ist primär mit neutral gemeint) – damit verbunden sind die NATO-Waffen inkl. US-Biolabore an der russischen Grenze zu entfernen – und sie soll aufhören, die russische Bevölkerung auszurotten.

      Das ist doch nicht SO schwierig … zumind. zu verstehen …

    • Andreas I. 18. März 2022 at 12:39Antworten

      @ Gleb Nershin Hallo,
      „Welchen Grund hätten die USA gehabt, ein neutrales Deutschland zu verteidigen?“

      Das ist ja die Frage, welchen Grund?
      UdSSR, UK und Frankreich waren nach dem Krieg selber am Boden, sofort wieder Krieg anzufangen wäre für die ökonomisch kontraproduktiv gewesen.
      Wer hatte die Möglichkeit Deutschland anzugreifen? Niemand außer USA selber.
      Und wenn sonst keiner angreifen kann, gegen wen oder was müsste USA dann verteidigen, gegen Marsmännchen?!

      Betreffend Ukraine und Georgien (2008) war es nicht so, dass zuerst diese Staaten von Russland angegriffen wurden und die dann danach deshalb in die Nato wollten,
      Es war so, dass zuerst diese Staaten, zumindest deren Regierungspolitiker, in die Nato wollten und dann deshalb von Russland angegriffen wurden.

      Auch predigen USA-Politiker ja immer, dass es alles wegen Freiheit und Demokratie wäre – bin ich dafür, also Volksabstimmung!
      Wenn die pro Nato ausfällt, bitteschön, wenn die kontra Nato ausfällt bitteschön – egal ob mir persönlich das Ergebnis dann gefällt, aber dann ist es der Wille der Mehrheit.
      So lange USA mit Council Of Forei9gn Relations und Atlantik-Brücke e.V: und Figuren wie Saakaaschwille, Jatzenjuk, Poroschenko und jetzt sogar einem echten Clown … ob die BEVÖLKERUNG der Ukraine wirklich in die Nato will, das kann man nur wissen, wenn es darüber eine Volksabstimmung gibt. „Der Westen“ sollte seine angeblichen Werte, die er immer predigt, auch mal unter Beweis stellen; Volksabstimmung(en) über Nato-Mitgliedschaft!

      Aber naja, was schreibe ich hier eigentlich noch; gerade kam die Nachricht, dass Saudi-Arabien an China in chinesischer Währung verkauft und damit rückt das Ende der Nato wieder ein Stückchen näher, das Problem erledigt sich von selbst. :-)

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