E-Auto Test: neuer Renault Zoe

Renault hat seit 2013 mit dem Zoe das bisher meistverkaufte E-Auto auf dem Markt. Seit November 2019 gibt es den Zoe nun in der dritten Version. Bei unverändertem Design wurde die Technik verbessert. Der Akku hat nun eine Kapazität von 52 kWh, ist aber gleich groß wie beim ersten Modell mit 22 kWh und auch beim Vorgänger Modell, das es auf 41 kWh brachte. Die Entwicklung  geht also recht flott voran.

Gleich vorweg: Der Renault Zoe bietet sowohl sehr viel Fahrspaß als auch Komfort, den man bei keinem Verbrenner findet. Aber der Reihe nach. Getestet wurde das Modell Zen der mittleren Preisklasse mit einigen Extras.

Leistung gepaart mit Reichweite

Zunächst stürzte mich Renault in gelinde Verwirrung. Im Zulassungsschein wird der Motor mit 69 PS ausgewiesen, auf der Webseite findet sich aber eine völlig andere Angabe, nämlich für den stärkeren R135 Motor 100 kW bzw 135 PS bei einem satten Drehmoment von 245 Nm. Die Lösung, dass es einen „Normalmodus“ mit 69 PS (220 Nm Drehmoment) und einen Boost-Mode mit 135 PS gibt.

Schon mit den 69 PS lässt sich der Zoe dank des enormen Drehmoments von 220 Nm äußerst agil bewegen. Da alles elektronisch-elektrisch erfolgt, ist auch das Ansprechverhalten völlig unmittelbar. Ein kurzer Tritt auf das Fahrpedal bei niedriger Geschwindigkeit und du glaubst, dich tritt ein Pferd.

Angenehm finde ich bei allen E-Autos die Möglichkeit der stärkeren elektrischen Bremsung. Beim Zoe gibt es den B-Mode, der stärker rekuperiert, also beim Bremsen die Batterie lädt. Fährt man halbwegs vorausschauend, genügt das Fahrpedal, das Bremspedal wird nur benötigt um von 10 kmh bis zum Stillstand abzubremsen.

Verbrauch und Reichweite

Die Stromer haben je nach Fahrweise und Jahreszeit einen recht unterschiedlichen Verbrauch, Beim Verbrenner wird im Winter ein Teil der sonst an die Luft abgegebenen Abwärme zum Heizen des Inneren verwendet. Der Stromer belastet allerdings die Batterie damit. Durch  eine Wärmepumpe wird zwar beim Zoe der Energiebedarf halbiert, er bleibt aber noch immer beträchtlich.

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Beim Wegfahren fiel die Reichweite binnen 3 km von 385 auf 362 km um bei  einer Außentemperatur von -1 Grad das Innere aufzuheizen. Als Verbrauch wurden 21,4 kWh/100 km angezeigt. Insgesamt kam ich beim Test auf einen Durchschnittsverbrauch von 18,3 kWh/km. Bei 197,3 gefahrenen Kilometern verblieb dabei eine Restreichweite von 49 km. Gefahren wurde dabei rund die Hälfte auf der Autobahn mit 100 kmh und etwa je ein Viertel Landstraße bzw Stadt.

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Man muss sich dabei allerdings vor Augen halten, dass die 52 kWh Speicherkapazität der Batterie gerade einmal  der Energie von etwa 5 Liter Diesel oder 6 Liter Benzin entsprechen! Bei wärmeren Temperaturen verlängert sich die Reichweite natürlich Richtung der 385 Kilometer, steigt die Temperatur aber weiter, so dass gekühlt werden muss, so sinkt sie natürlich wieder.

Kosten

Es gibt drei Basismodelle, nämlich Liefe, Zen und Intens mit unterschiedlicher Ausstattung. Der Preisbereich geht von 22.190 bis 28.390 Euro bei Batteriemiete. Kauft man die Batterie, so schlagen zusätzlich 8200 Euro zu Buche. Die Batteriemiete geht von 74 Euro für 7500 km pro Jahr bis zu 124 Euro ab 20.000 km. Bei Miete wird die Batterie getauscht, so die Kapazität unter 75% fällt, beim Kauf gibt es für 8 Jahre oder 160.000 km eine Garantie und getauscht wird, wenn die Kapazität auf 66% gefallen ist.

Etwas ärgerlich finde ich, dass die Lademöglichkeit mit 50 kW separat mit 990 Euro gelöhnt werden muss. Diese Option wird wohl jeder Käufer wählen, da damit die Ladezeit mehr als halbiert werden kann gegenüber der Wechselstromladung, die mit 22 kW Leistung begrenzt ist.

Design und Handling

Optisch finde ich den Zoe nach wie vor sehr gelungen. Auch das Interieur ist sehr ansprechend. Vier Personen finden bequem Platz, wobei man auf Rückbank nicht zu groß sein sollte. Der Kofferraum ist angesichts der Größe des Autos erstaunlich voluminös, was offenbar dem Kombi-artigem Aufbau geschuldet ist.

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Das Tablet gibt es in der großen Ausführung wie hier abgebildet, sowie auch nur in der halben Größe. Die große Ausführung wirkt völlig deplatziert und unharmonisch. Zum Glück lässt sich abgesehen vom ohnehin nicht standardmäßig vorhanden Navi alles andere völlig ohne Tablet bedienen. Alles Wichtige ist am oder unter dem Lenkrad angeordnet. Einige Tasten finden sich links davon, einiges unter dem Tablet.

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Fazit

Mein Fazit: Der Renault Zoe ist absolut alltagstauglich und bietet mehr Fahrspaß als alle Verbrenner dieser Klasse. Die etwas höhere Anschaffung wird kompensiert durch deutlich geringere Energie- und Wartungskosten. Bei 15.000 km pro Jahr ist der Zoe bereit nach 5 Jahren kostengünstiger als ein gleichwertiger Verbrenner. An Förderung gibt es bei Neukauf derzeit bis zu 4300 Euro. Es gibt keine motorbezogene Versicherungssteuer und man spart die 16 % Steuer beim Kauf.

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