
Neue Studie: Infraschall verursacht „erhebliche biologische Auswirkungen“
Windräder richten auf vielfache Weise Schäden an der Umwelt an. Eine der am weitesten reichenden und insbesondere für Mensch und Tier schädlichsten Auswirkungen wird vom Infraschall – das sind Schallwellen unterhalb der Hörschwelle – verursacht. Das wird durch eine weitere Studie bestätigt.
„Infraschall, physikalisch definiert als Schall mit Frequenzen unter 20 Hertz, kann sich mit minimaler Dämpfung über große Entfernungen ausbreiten und biologisches Gewebe durchdringen. Er kann von natürlichen Quellen wie Wind, Vulkanen, Lawinen und Erdbeben erzeugt werden. Er kann auch von künstlichen Quellen erzeugt werden, z. B. Windkraftanlagen, Dieselmotoren und Lüftungssystemen.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine neue deutsche Studie die im Februar 2026 veröffentlicht wurde.
Die Dämpfung von Wellen wird mit dem Quadrat der Frequenz stärker. Das bedeutet, dass eine Welle von 10 Hertz – also in der Mitte des Infraschallbereichs – um 1 Million mal weniger gedämpft wird als eine Welle mit 10.000 Hertz – also in der Mitte des hörbaren Bereichs.
Die Studie von Christian Lehmann et al mit dem Titel „Infrasound and Human Health: Mechanisms, Effects, and Applications“ (Infraschall und menschliche Gesundheit: Mechanismen, Auswirkungen und Anwendungen) erschien am 2. Februar 2026 im Journals of Applied Sciences. Ko-Autorin ist auch die in TKP-Artikeln öfter zitierte Dr. Ursula Bellut-Staeck, hier ein Artikel zu einem Videointerview mit ihr.
Unter den künstlichen Quellen zeichnet sich der von Windkraftanlagen erzeugte Infraschall durch sein rhythmisches, sich wiederholendes Muster aus, wodurch er sich von den meisten anderen niederfrequenten Umweltquellen unterscheidet und sowohl in der öffentlichen Debatte als auch in der wissenschaftlichen Forschung besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Bemerkenswert ist, dass die deutsche Studie die vielfach kritisierte und veraltete Studie von Health Canada aus dem Jahr 2012 ins Visier nimmt, die von Windkraftunternehmen bis heute herangezogen wird, um die durch Infraschall verursachten Schäden pauschal abzutun.
In der groß angelegten Querschnittsstudie von Health Canada mit über 1200 Erwachsenen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, wurde kein Zusammenhang zwischen der Expositionsdauer und dem Blutdruck oder der Herzfrequenz festgestellt. Die Studie basierte zudem auf Daten aus Wohnhäusern in der Nähe von kleineren Windkraftanlagen mit einer Nennleistung zwischen 660 kW und 3 MW.
„Allerdings“, so die deutschen Autoren, „berücksichtigen diese Studien nicht den aktuellen Wissensstand hinsichtlich der Auswirkungen von Infraschall auf die zelluläre Mechanotransduktion, wie sie sich in Blutdruck- und Herzfrequenzmessungen widerspiegelt.“ Zudem sind Windkraftanlagen heute deutlich höher und größer.
Mechanotransduktion: „Eine grundlegende Basis für alle Lebewesen“
Mechanotransduktion ist der Prozess, durch den Zellen mechanische Signale in elektrische oder chemische Signale umwandeln. Sie ist für verschiedene physiologische Prozesse im Körper verantwortlich, darunter Tastsinn, Gleichgewicht und Gehör.
Eine der Autorinnen der deutschen Studie, Dr. Ursula Bellut-Staeck, hat die Auswirkungen von Infraschall auf zellulärer Ebene umfassend erforscht. In ihrer eigenen Studie, über die TKP hier im Juli 2025 berichtet hatte, stellte sie fest, dass die Mechanotransduktion durch periodische Exposition gegenüber impulsivem Infraschall, wie er von Windkraftanlagen ausgeht, erheblich gefährdet ist, insbesondere kardiovaskuläre und embryologische Funktionen.
Mit immer größeren Windkraftanlagen werden die Frequenzen immer tiefer. Dies macht Infraschall problematischer und gefährlicher.
Dr. Bellut-Staeck stellte darin unter anderem fest:
„Die potenziell schwerwiegenden Folgen einer Wechselwirkung, z. B. Verlust der Endothelintegrität, erhöhter Blutdruck und Gewebeumbau des Herzens, verminderte Fruchtbarkeit, Strandungen und Tod von Walen, Rückgang von Tierarten und Insekten sowie Verringerung der pflanzlichen Biomasse, haben eine gemeinsame Grundlage, die in diesem Artikel diskutiert wird: die Mechanotransduktion. „
Die deutsche Studie führt weiter aus: „Niederfrequente Geräusche aus Umweltquellen wie Windkraftanlagen, die oft Infraschallkomponenten enthalten, wurden mit Schlafstörungen und verminderter Leistungsfähigkeit bei kognitiven Aufgaben höherer Ordnung (z. B. logisches Denken, mathematische Berechnungen) in Verbindung gebracht. Die Kausalität bleibt jedoch umstritten, wobei einige Berichte Ärger, Unruhe oder emotionales Unbehagen betonen, ohne dass konsistente objektive Defizite vorliegen. Die Ergebnisse der Weichenberger-Studie könnten eine Erklärung liefern, ebenso wie die Tatsache, dass Infraschall vorübergehend die Wachsamkeit steigern kann.“
Dies, so behaupten sie, könnte erklären, warum viele Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, unter Schlaflosigkeit leiden. „Es ist erwiesen, dass Infraschall drei Zentren aktiviert, die für Angst, Flucht, Emotionen sowie die zentrale Regulierung von Atemfrequenz und Puls verantwortlich sind. Da einige dieser Zentren an der Aufmerksamkeitssteuerung und Erregung beteiligt sind, wurde vermutet, dass die Aktivierung dieses Signalwegs Menschen beispielsweise nachts aufwecken könnte, sodass sie nicht mehr genau sagen können, was sie tatsächlich geweckt hat.“
Aktuelle Studien, die von Professor Ken Mattsson und der Gruppe um Colas et al. veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass die Schalldruckpegel (SPLs) unter verschiedenen atmosphärischen Bedingungen und in der Nähe mehrerer Windkraftanlagen deutlich unterschätzt wurden. Aktuelle Pläne für Windkraftanlagen der 7-MW-Klasse lassen einen weiteren Anstieg der Schalldruckpegel auf bis zu 120 dB(Z) erwarten.
In einem Interview mit dem schwedischen Medium Riks erklärt er:
„Ich habe gesehen, wie Infraschall zur Erkennung von Nuklearexplosionen und Vulkanausbrüchen eingesetzt wird – das sind Schallwellen, die enorme Entfernungen zurücklegen und eine starke Wirkung haben. Aber wenn es um Windenergie geht, haben die Industrie und die Behörden dieses Thema bisher völlig ignoriert.“
„Die Tatsache, dass die meisten Menschen ihn nicht hören, bedeutet nicht, dass er harmlos ist. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man einen Schall hören muss, damit er auf den Körper wirkt. Es gibt Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Infraschall das Gehirn und das vegetative Nervensystem selbst bei Pegeln beeinflusst, die weit unter den heute verwendeten Grenzwerten liegen. Das Problem ist, dass wir eine veraltete Auffassung von Lärm haben und uns nur auf das konzentrieren, was hörbar ist. Die Forschung hat jedoch gezeigt, dass auch unhörbarer Schall physiologische Auswirkungen haben kann – Infraschall kann Stressreaktionen im Körper hervorrufen, den Schlaf beeinträchtigen und Migräne auslösen – und dies ist ein Bereich, der viel stärker hätte untersucht werden müssen, als es bisher der Fall war.
Die deutsche Studie fügt hinzu: „Forschung und Fallstudien haben gezeigt, dass Windkraftanlagenlärm die Konzentration und die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Zu den Korrelationsfaktoren zählen Schlafstörungen, erhöhte Belästigung und Stress. Laborstudien, die EEG- und fMRT-Daten einbeziehen, zeigen, dass Entspannung und Konzentration mit steigendem Infraschallpegel schwieriger werden. Somit kann davon ausgegangen werden, dass in der Nähe von Windkraftanlagen eine verminderte kognitive Funktion vorliegt.“
Die Studie räumt jedoch auch ein, dass der Kausalitätsnachweis „komplex“ und bisweilen „subjektiv“ ist, weshalb weitere Untersuchungen erforderlich sind. Dies mag zum Teil daran liegen, dass nicht jeder die gleichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verspürt.
Die überwiegende Mehrheit weist eine mäßig erhöhte Empfindlichkeit auf und denkt vielleicht nicht so sehr darüber nach. Ein weiterer Teil hat eine geringere Empfindlichkeit, während etwa 13 bis 15 Prozent eine sehr hohe Empfindlichkeit aufweisen. Das bedeutet, dass diese Gruppe von Menschen, die sich in die Nähe einer Windkraftanlage begibt, bereits nach wenigen Stunden Exposition von Symptomen betroffen sein kann.
Unzureichende Messungen
Eines der derzeit kritischsten Themen in der Windindustrie ist die Frage, wie Lärm – sowohl hörbarer als auch unhörbarer – gemessen wird. Die Alberta Utilities Commission (AUC), die Regulierungsbehörde, die Energieprojekte genehmigt, verlangt gemäß Regel 012 lediglich A- und C-bewertete Schallmessungen. Sie konzentriert sich zudem auf LFN (Niederfrequenzlärm) bis hinunter zu 20 Hz. Die schädlichsten Frequenzen liegen jedoch weit darunter. Die deutsche Studie erklärt, warum dies unzureichend ist:
„Die A-Bewertung betont die mittleren Frequenzen (etwa 500 Hz–6 kHz), in denen das menschliche Gehör am empfindlichsten ist, dämpft dabei tiefe und hohe Frequenzen und wird häufig für die allgemeine Lärmbeurteilung verwendet. Die C-Bewertung glättet den Frequenzgang bei höheren Schallpegeln, gewichtet tiefe Frequenzen stärker und wird oft zur Bewertung lauter Umgebungen verwendet. Die G-Bewertung zielt auf Infraschall ab, betont Frequenzen unter 20 Hz und spiegelt Druckfluktuationen wider, die mit dem Körper interagieren, anstatt die wahrgenommene Lautstärke. Die Z-Bewertung wendet keine Frequenzkorrektur an und liefert einen flachen Frequenzgang über den hörbaren und den tieffrequenten Bereich, was für die Erfassung des gesamten Energiegehalts von Umgebungsgeräuschen unerlässlich ist.“
Somit haben sowohl die Studie von Health Canada als auch die AUC das Ziel verfehlt, die tatsächlichen Auswirkungen von Infraschall zu erfassen oder zu berücksichtigen, da sie ausschließlich A- und C-bewertete Messungen verwendet haben, die auf 20 Hz begrenzt waren. Daher war eine kürzlich getroffene Entscheidung der AUC vorhersehbar:
Die Kommission räumt ein, dass die Studie von Health Canada auf umfangreichen und umfassenden Messungen, Modellierungen und Erhebungen beruhte … Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass das Projekt [Oyen Wind Albert, Inc.] wahrscheinlich keine nachteiligen Lärmauswirkungen auf die Anwohner haben wird.
AUC-Entscheidung 29377-D01-2025, 20. Oktober 2025
„Salt und Kaltenbach haben diese Unterschätzung bei Windturbinengeräuschen nachgewiesen“, merken die Deutschen an. „Bei 10 Hz verzeichnete die A-Bewertung keinen messbaren Schall, während C- und G-bewertete Messungen sowie unbewertete Messungen Schalldruckwerte von 40–60 dB anzeigten. Im 1-Hz-Bereich blieben die C- und G-bewerteten Messungen ähnlich, während die unbewertete Messung ~90 dB erreichte. Diese Pegel können die inneren Haarzellen an der Basilarmembran und in verschiedenen Körperhöhlen stimulieren, was zeigt, dass Turbinengeräusche unter 10 Hz starke biologische Reize sind.“
Doch die Windindustrie und ihre Freunde in den Aufsichtsbehörden wurden gewarnt. Prof. Mattsson hat zusammen mit Dr. Gustav Eriksson, PhD, SoundSim360 entwickelt, das auf mehr als 25 Jahren Forschung basiert. Sie beginnen nun, Frequenzen unterhalb von 1 Hz zu messen und decken dabei gefährliche Infraschallwerte in der Nähe von Windkraftanlagen auf – Messwerte, die von den Regulierungsbehörden bislang ignoriert wurden.
Die deutsche Studie kommt daher zu folgendem Schluss:
Die Exposition gegenüber Infraschall ist ein wichtiger Umweltstressor, dem bislang wenig Beachtung geschenkt wurde und der erhebliche biologische Auswirkungen auf verschiedene Körpersysteme haben kann. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Zell- und Tierversuchen sowie aus begrenzten Studien am Menschen deuten darauf hin, dass hochintensiver Infraschall oxidativen Stress, mitochondriale Dysfunktion, Kalziumansammlung und die Aktivierung apoptotischer Signalwege auslösen kann, was letztlich zu Gewebeschäden und Funktionsstörungen im Herz-Kreislauf-, Nerven- und anderen Systemen führt.
In diesem TKP-Buch findet sich alles Wissenswerte über die Schäden durch Windparks:
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In der EU sind etwa 236 GW Windkraft installiert, das entspricht rechnerisch etwa 80.000 Anlagen oder 620 TWh.
Das ist etwa soviel wie die 98 laufenden AKWs mit 650 TWh erzeugen.
Die IEA gibt den Primärenergieverbrauch EU-27
mit 12.000 TWh an und den TES mit 14.500 TWh.
Überschlägt man jedoch alle Importe samt Warenimporten und der in ihnen versteckten „embedded energy“, die in ihren Herkunftsländern für Produktion und Transport aufgewendet werden, dann erreicht man eher das Doppelte, schätzen wir also 30.000 TWh als wahren Energieverbrauch der EU.
Die 620 TWh aus Windkraft im Vergleich zum offiziellen Primärenergieverbrauch von 12.000 TWh sind aber nur 5,2%. Windkraft im Vergleich zu den geschätzten 30.000 TWh, die wir bräuchten, um alle Waren selbst herzustellen, liefert nur 2%.
Bei der „safe and effective“-Debatte zu Windenergie sollte man dies mitbetrachten. Tatsächlich sind wir von „fossiler“ Energie nie weggekommen und ihr Verbrauch steigt stetig.
Lohnt es sich, für 2% der Energie gesundheitliche Schäden, Schäden an der Natur und Wertverluste von Immobilien in Kauf zu nehmen?
Wenn wir aber von „fossilen“ abhängig sind und die EU streicht uns relevante Mengen, ohne dass wir regenerativen Ersatz haben, dann sollten wir auch diese Strategie auf den Prüfstand stellen.
Vergesellschaftet mit genug Funkantennen ist Infraschall eine wunderbare Kombi, um sich Krankheiten bis zum Tod einzufangen – meist schön schleichend und langsam, damit man auch sicher keinen Zusammenhang herstellen muss… denn wie immer ist alles nur Einbildung und eine ganz böse Verschwörungserzählung.
„Er kann auch von künstlichen Quellen erzeugt werden, z. B. Windkraftanlagen, Dieselmotoren und Lüftungssystemen“ und vermutlich auch Luftwärmepumpen, die sehr wahrscheinlich nicht nur hörbaren sondern auch nicht hörbaren Schall erzeugen.
Seitdem sie hier vor einiger Zeit ganz in der Nähe so ein monströs großes Ding aufgestellt haben, scheinen sich Gegenstände auf dem Boden zu bewegen…