
Vom Angriff auf den Iran zum Finanz-Crash
Selbst wenn der Krieg schnell zu Ende gehen würde, würde die globale Wirtschaft in eine tiefe Krise stürzen. Zu diesem Schluss kommt der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis in seiner Analyse.
Der Ökonom Yanis Varoufakis hat sich in den letzten Jahren zu einem der prominentesten Kritiker Israels entwickelt. In einem aktuellen Interview mit dem Pulitzer-Preisträger Chris Hedges rechnet er mit verheerenden Folgen für die globale Wirtschaft, die der Angriff der USA und Israels auf den Iran bereits ausgelöst hat.
Varoufakis erklärt ausführlich, warum dieser Krieg anders ist als Trumps Zölle von 2024: „Je länger der Krieg mit Iran andauert, desto stärker wird die globale Wirtschaft in die Krise gestürzt. Die Iraner haben den Straß von Hormus abgeriegelt, durch den 20 Prozent der weltweiten Energieversorgung fließen.“ Die Ölpreise würden auf über 100 Dollar pro Barrel steigen, nach Erschöpfung der Reserven sogar auf 200 bis 300 Dollar. Benzinpreise explodierten, Lieferketten brächen zusammen. Anders als bei temporären Zöllen wirke hier der Energie-Schock langfristig – auch wenn die Straße morgen wieder offen wäre.
Egal, was also passiert, auch wenn ab morgen wieder alles im Energiesektor wie vor dem Krieg wäre: Die Krise und die Inflation sind bereits ausgelöst. Als einen der Hauptverlierer nennt Varoufakis die Trump-Wähler aus der amerikanischen Arbeiterklasse: „Die überwiegende Mehrheit der Arbeiter, die für Trump gestimmt haben, leiden unter exorbitant steigenden Transportkosten. Vergessen wir nicht, dass der durchschnittliche MAGA-Wähler 100 Meilen am Tag in durstigen SUVs und Autos zurücklegt und diese Steigerung des Benzinpreises direkt ins Familienbudget geht.“
In den USA ergibt sich die paradoxe Situation, dass sowohl das Kapital (das transatlantische Leitmagazin The Economist titelt aktuell: Operation Blind Fury) als auch die Arbeiterschaft gegen den Krieg sind. Trumps Politikprojekt dürfte sich unwiederbringlich zerschlagen haben.
Aber auch für Europa wird die Krise brutal: „Europa befindet sich in einer schrecklichen Situation. Ich habe heute die Strompreise in Europa verglichen: In Spanien kostet eine Kilowattstunde 0,35 Euro, in Deutschland 0,98 Euro und in meinem gottverlassenen Land Griechenland 1,44 Euro. Es ist nicht nur eine Welle der Rezession, die uns trifft – sie trifft uns asymmetrisch, und diese Asymmetrien beruhen auf der relativen Macht der lokalen Oligarchien.“
Der Crash werde demnach auch eine weitere Umverteilung von unten nach oben auslösen.
Die Zentralbanken würden nicht helfen, sondern die Krise verschärfen. Statt Zinssenkungen kämen Erhöhungen, um die Inflation zu bekämpfen – auf bis zu 20 oder 22 Prozent wie in den 1980er Jahren. „Wir bekommen Inflation, keine Hyperinflation, kombiniert mit Arbeitslosigkeit. Also Stagflation. Die Zentralbanken sind überhaupt nicht am Wohlergehen der kleinen Leute interessiert. Sie werden die Inflation nicht über ein bestimmtes Niveau steigen lassen, selbst wenn das bedeutet, die Zinsen auf 20, 21, 22 Prozent zu erhöhen.“
Varoufakis sieht darin ein systemisches Versagen. Der Krieg lege die Fragilität der US-Hegemonie offen, lasse Finanzkreisläufe der Golf-Staaten kollabieren und treibe Deindustrialisierung sowie Arbeitslosigkeit voran.
Länder mit starker Abhängigkeit von Öl und Gas, wie Bangladesch oder Japan, stünden vor Rationierung und Rezession. Am Ende drohe Autoritarismus: „Immer, immer ist Faschismus die Ideologie und die Praxis, auf die die Herrschenden zurückgreifen, um an der Macht zu bleiben. Die Faschisten waren schon immer besonders nützlich für die herrschende Klasse, wenn diese eine Krise verursacht hat, die sie selbst nicht mehr beherrschen konnte.“ Er sieht jene Länder im Vorteil, die in chinesische Solar- und Windkraft investiert hätten.
Der Ex-Politiker spricht ungern über Pläne wie den Great Reset und dass die globalistische Oligarchie eine solche Deindustrialisierung durchaus wünschenswert finden könnte – ein „missing link“, den Varoufakis umgeht. Aber seine Analyse des „Technofeudalismus“ – die Ablösung des klassischen Kapitalismus durch Cloud-Kapital von Tech-Giganten – stößt doch in dieselbe Richtung. Der Krieg beschleunigt den Zerfall: KI-Investitionen, die bisher Zölle abfederten, scheitern nun am Energiemangel. Die arbeitende Bevölkerung zahlt den Preis, während Oligarchen und Zentralbanken ihre Vermögen schützen.
Varoufakis sieht eine Lawine anrollen, die nicht mehr gestoppt werden kann. Es ist nur noch die Frage, wie groß sie sein wird.
You will own nothing and be happy (to die).
Sie stecken ALLE unter einer Decke.
Aber es will niemand wahrhaben.
Trump & Putin’s Plan to Exterminate Whites: Russia & USA wipe out Europe as China & Europe take out America – https://cjbbooks.substack.com/p/trump-and-putins-plan-to-exterminate
Trump & Putin’s Plan to Exterminate Whites? Passiert.
Russia & USA wipe out Europe? Passiert.
China & Europe take out America? Passiert.
Dummland könnte dem ganzen Irrsinn den Steckerziehen.
Aber dieses Land heißt nicht umsonst Dummland.
Putin wollte eine Wirtschaftszone von Lissabon bis Wladiwostok. Putin hat immer wieder um den Westen geworben. Das passte allerdings den USA nicht, weil sie dem nicht gewachsen gewesen wären. Ich kann Ihrem Kommentar also nichts abgewinnen. Nunja, vielleicht bin ich ja zu dumm.
Mit Bewilligung, die Zahlen stimmen so nicht, es duerfte sich um einen hundertmal kleineren Wert handeln, zB in Spanien liegen zur Zeit Strompreise zwischen 0,09 und 0,34 €/kWh bzw im Schnitt 0,15 €/kwh, vgl. https://www.endesa.com/en/catalog/light/electricity-prices-today.
Was freilich eine Entwicklung in die angegebene Richtung nicht ausschliessen kann…
Ist schon geändert!
Was wundern sich denn alle?
Wir leben im Kapitalismus und da ist nun mal das Kapital die herrschende Klasse. Also wird, egal was passiert, die herrschende Klasse auf ihren Vorteil aufpassen und eben immer reicher werden.
Rosa Luxemburg hat es doch kurz und prägnant erklärt: Sozialismus oder Barbarei.
Aber bis jetzt ist die Angst vorm Sozialismus im Westen immer noch größer als vor der Barbarei.
Können Sie mir einmal eine herrschende Klasse zeigen, die nicht auf ihrem Vorteil aufgepasst hätte?
Was mir an der Stelle von Leuten, die sich „Herrschende Klasse“ wähnen gewisses Unbehagen verursachen würde: Der (vermeintliche) Vorteil stellt sich quasi automatisch ein und die Wege der finanziellen Ströme – das Reicherwerden – weisen, wie mit dem Finger gezeigt, in meine Richtung. Das ist wie im Casino: Was passiert, wenn einer ständig gewinnt?