
Der vorhergesagte Krieg
Alles was derzeit im Nahen Osten passiert war vorhergesagt worden. Man fragt sich wirklich, ob die Welt eine Simulation ist. Hier das Nachwort aus dem Buch zum 12-Tage-Krieg von 2025.
Die USA hatten den Atomvertrag JCPOA mit dem Iran gebrochen, indem Donald Trump „ausstieg“, ohne die im Vertrag vorgesehenen Kündigungsverfahren einzuhalten.[1] Nach dem erfolglosen Angriffskrieg Israels und der USA machten drei Länder Europas, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, in Bezug auf den JCPOA am 2. September 2025 nun eine Eingabe beim Sicherheitsrat, indem sie behaupteten, dass die im Rahmen des JCPOA aufgehobenen Sanktionen wieder eingeführt werden müssten, weil sich Israel nicht an die Bedingungen gehalten habe.
Eine zynische und vollkommen die Wahrheit in ihr Gegenteil verdrehende Logik. Denn es waren diese Staaten, welche nach dem Bruch des Vertrages durch die USA, ihren eigenen Verpflichtungen unter dem Druck der Sekundärsanktionen der USA nicht nachgekommen waren, und sogar neue Sanktionen verhängt hatten. Während der Iran sich buchstabengetreu an alle Bedingungen gehalten hatte, auch was die Anreicherung anging, deren Begrenzung ausdrücklich in dem Vertrag als nicht mehr bindend dargestellt wurde, sollte ein Mitglied den Vertrag nicht erfüllen. Und auch das erst nachdem der Iran ein Jahr darauf gewartet hatte, dass die europäischen Staaten vielleicht doch noch zu dem Vertrag stehen würden, und gegen die Sanktionsandrohungen der USA den Vertrag erfüllten. Was aber nie der Fall war.
Erwartungsgemäß hatten Russland und China dieses „Snapback“-Verfahren im Sicherheitsrat abgelehnt.[2] Aber das Vorgehen verdeutlichte noch einmal, dass für die Kolonialmächte und insbesondere die USA, die Frage der Unabhängigkeit des Irans von eminenter Bedeutung ist, um die Kontrolle über den Nahen und Mittleren Osten nicht zu verlieren. Außerdem würde das Herausbrechen des Irans aus dem BRICS-Verbund eine erhebliche Schwächung desselben verursachen, und mehrere wichtige Handelswege Chinas untergraben, was offensichtlich ein Teil des laufenden 3. Weltkrieges ist.
Wir sehen also, dass der 12-Tage-Krieg gegen den Iran nicht der letzte Krieg gegen ihn gewesen sein wird. Selbst wenn es keinen Bombenkrieg mehr geben sollte, weil sich der Iran militärisch als zu stark erwiesen hatte, wird zumindest durch die Schaffung einer Unsicherheit für Investoren die Entwicklung des Landes und der Handelswege eingedämmt. Und darum geht es.
Interessanterweise hatten die westlichen Mächte es nicht geschafft, den Friedensvertrag zwischen dem Iran und Saudi-Arabien, der von China vermittelt worden war, zu zerstören. Aber die Zerstörung des Friedens in der Region wird weiter das Ziel sein. Denn nichts ist für die wirtschaftliche Hegemonie der Kolonialmächte gefährlicher, als ein Naher und Mittlerer Osten ohne Krieg. Wenn die Bodenschätze und das Geld Saudi-Arabiens, verbunden mit der riesigen, hochgebildeten Bevölkerung des Irans, einem Land, das mehr Atomphysiker als Israel Ärzte hat, zusammen kommen, wäre das ein Albtraum für den Westen. Dann möglicherweise auch noch verbunden mit dem Heer von Arbeitern aus Ägypten und anderen arabischen Ländern, und einem riesigen Binnenmarkt mit gleicher Sprache und ähnlicher Kultur, der die Entwicklung durch enorme Nachfrage befeuert. Und das Ganze auch noch auf einem Knotenpunkt von verschiedenen neu entwickelten Handelswegen. Und zum Schluss noch, müsste man zynischer Weise hinzufügen, immer weniger Menschen, welche aus Notlagen heraus nach Europa strömen, um den demografischen Niedergang hier aufzuhalten.
Auf der Ende August 2025 in China stattgefundenen Sitzung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ, oder in Englisch SCO), hatte China die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank angekündigt. Außerdem wurde eine neue Form der Organisation der internationalen Zusammenarbeit verkündet. Sie sollte in Zukunft nicht auf hegemonialer Macht, sondern unter multipolaren Regeln, dem vereinbarten Völkerrecht, stattfinden. Was nichts weniger als die Kriegserklärung gegen die „regelbasierte“ Ordnung der USA und seiner Verbündeten ist. Nicht diese, sondern das im Konsens vereinbarte Völkerrecht und Lösungen ohne Bomben, Erpressung und Gewalt, zum gegenseitigen Nutzen der Völker, sollten zukünftig „die Regel“ werden.
Um das durchzusetzen bedarf es natürlich noch vieler Schritte. Die finanzielle Souveränität durch Verhinderung der Erpressung mittels westlicher Entwicklungsbanken, wurde bereits durch die BRICS-Entwicklungsbank und nun die SCO-Entwicklungsbank eingeleitet. Aber natürlich müssen weitere Schritte folgen.
Einer dieser Schritte wird sein, die Arbeit des IGH zu stärken, und seine Entscheidungen durch Abstimmungen der Generalversammlung durchzusetzen, auch gegen das VETO westlicher Veto-Mächte. Ein anderer Punkt wird wohl die Schaffung neuer Tribunale zur effektiven Verfolgung von Völkermorden und ähnlichen Verbrechen sein, sobald deutlich wird, dass der IStGH ein Papiertiger ist, der es noch nicht einmal wagt, überhaupt Untersuchungen gegen die USA oder Israel voran zu treiben.
Noch können die westlichen Mächte durch ihre Wirtschaftsmacht viele Länder nötigen, nicht aus den Verträgen, die dem Gericht zugrunde liegen auszusteigen. Aber mit jeder Missachtung des Gerichts durch die gleichen Mächte, welche afrikanische und asiatische Länder nötigen, Mitglied zu bleiben, wird ihre Macht schwächer.
Im Iran liegt Vieles im Argen. Korruption schwächt die Wirtschaft, große Investitionen in das militärische Abschreckungspotential, auch durch den Krieg gegen den Terror in Syrien und im Irak, aber auch die nie aufgearbeiteten dunklen Seiten der Revolution, als tausende von Kommunisten verfolgt und hingerichtet wurden, werden erst dann in der Gesellschaft aufgearbeitet werden, wenn der Krieg des Westens gegen das Land beendet wird.
Nachdem der Iran Mitglied in verschiedenen regionalen und internationalen Bündnissen geworden war, sah man Licht am Ende des Tunnels, ein Ende des Krieges der Kolonialstaaten gegen das Land. Aber mit dem 12-Tage-Krieg und dem Verhalten danach war klar geworden, dass der Krieg gegen den Iran noch so lange weiter gehen wird, wie Israel als zionistischer Apartheidstaat, statt als demokratisches Gemeinwesen, in dem alle durch seine Politik kontrollierten Menschen die gleichen Rechte haben. Und so lange der Westen immer noch auf seinem hegemonialen Einfluss beharrt, und für Kriege in der Region nicht nur die Waffen, sondern auch die Terroristen und Begründungen liefert.
Eine der Vorbedingungen dafür, dass die Kolonialstaaten weiter Krieg, Zwist und Gewalt im Nahen und Mittleren Osten verbreiten, ist die Propaganda an der Heimatfront. Um dem geneigten Leser Beispiele für diese Konditionierung der Massen im Westen zu geben, habe ich im Anhang einige Fakten bereitgestellt. Sie betreffen nicht unmittelbar den 12-Tage-Krieg, aber zeigen auf, wie es dazu kommen konnte, dass ein deutscher Bundeskanzler im Jahr 2025 von, sinngemäß, der Drecksarbeit für Deutschland, über einen brutalen Angriffskrieg Israels gegen den Iran sprechen konnte.
[1] https://mitschka.blogspot.com/p/der-vertragsbruch-10052018.html
[2] https://www.youtube.com/watch?v=PDpqwvu9NCI
Das Gerede vom Weltkrieg allein ist grob fahrlässig. Und hat wohl auch damit zu tun, dass die Wortführer die Konsequenzen eines solchen für sich selbst nicht (mehr) zu begreifen scheinen. Kaum jemand ist heute eine Insel. Selbst ein Peter Thiel nicht, obwohl er regressiv davon zu träumen scheint. Zynischer Weise kommt das Weltkriegsgerede überwiegend von „Friedenstauben“ und von Sachs bis Corbett. Ebenso die „Simulation“, als „PsyOp“ ins total Absurde gesteigert derzeit vom Briten Ritt Ritterlich dem Herausgeber des Off-Guardian. Vermutlich ist es auch einer logische Folge unserer Bildschirmexistenz, mit der unser Gefühl für reale Konsequenzen total verloren geht. Und so fand ich neulich die doch erstaunliche Nachricht in meinem Survival-Kitt nebens blechernen Bitcoins und einem Austin-Fitts-All-CBDC-Untergrund-Safe, dass man das „Internet“
….einfach abschalten könne.
Der Kollateralschaden ist viel größer als der Schaden des Iran.
Dies ist gar kein Krieg gegen den Iran, sondern einer gegen den Menschen.
Keine Simulation – ein Programm! 😊
Ich empfehle allen, den RAND-Bericht aus 2009 zu lesen. Da ist das ganze Drehbuch beschrieben, das jetzt Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Völlig unabhängig davon, wer gerade Präsident ist. Ausser den Worten ändert sich absolut nichts. Der Krieg wird noch viel länger dauern und auch noch andere Regionen erfassen:
https://www.brookings.edu/wp-content/uploads/2016/06/06_iran_strategy.pdf
Und NEIN, die USA folgen nicht Israel, sondern umgekehrt. Und Israel ist nichts weiter als eine Kampfmaschine im Dienste der USA, absolut genau gleich wie die Ukraine. Den USA ist es völlig egal, wenn Israel untergeht, genauso wenig interessieren sie sich für die Ukraine. Hauptsache die Ziele werden erreicht.