
Ungarn: AfD-Weidel wirft EU Wahlmanipulation vor
Das Netzwerk der EU-Medien titelte am Donnerstag wieder einmal, dass Viktor Orbán in den Umfragen weit zurückliege. Alice Weidel sieht hinter der Umfrage jedoch einen plumpen Einmischungsversuch aus Brüssel.
Die Wahlen in Ungarn Mitte April dürften zur wichtigsten Wahl innerhalb der EU im Jahr 2026 werden. Viktor Orbán, der Führer der patriotisch-souveränistischen Opposition in der EU, stellt sich seiner Wiederwahl. Die EU will ihn logischerweise loswerden – auch, um die Ukraine in die EU holen zu können.
Eine jüngste Umfrage soll der EU-Vasallenpartei Tisza von Oppositionsführer Péter Magyar 55 Prozent zuschreiben. Dem Regierungsbündnis von Orbán werden nur 35 Prozent zugeschrieben. Die Umfrage stammt allerdings vom oppositionsnahen Institut Medián – durchaus pikant, erklärt es doch seit Jahren, dass es in Ungarn keine Medienfreiheit gebe.
Alice Weidel spricht von einer EU, die „verzweifelt“ versuche, einen Regimewechsel in Ungarn herbeizuführen. Péter Magyar und seine Tisza-Partei seien die „Handpuppe“ der EU. Weidel kritisiert zugleich die Unterstützung der Ukraine bei der Blockade von Öl-Lieferungen über die Druzhba-Pipeline, die Ungarn wirtschaftlich treffen soll. Zum anderen sieht sie eine systematische Manipulation von Wahlumfragen. „Ihnen ist jedes Mittel recht“, schrieb sie wörtlich. „Sie wollen Orbán weghaben.“
Der irische Ökonom Philip Pilkington, dessen Kommentar Weidel teilte, nannte die Umfragezahlen „verrückt“ und warnte vor einer Wiederholung des Szenarios in Georgien 2024: Dort hatten überhöhte Oppositionsumfragen nach der Wahl zu Unruhen geführt.
Tatsächlich haben ungarische Oppositionsumfrageinstitute in der Vergangenheit wiederholt danebengelegen. Bei der Parlamentswahl 2022 unterschätzte Medián Fidesz um sieben Prozentpunkte, Publicus lag sogar um 20 Punkte falsch – Orbán gewann schließlich klar mit 54,1 Prozent gegenüber 34,1 Prozent für die vereinte Opposition. Trotz dieses Fehlerrisikos übernehmen westliche Medien wie Bloomberg, Reuters oder POLITICO solche Umfragen oft unkritisch.
Besonders umstritten ist die „Poll of Polls“-Zusammenstellung von POLITICO Europe: Im November 2025 entfernte das Portal zwei Institute, die Fidesz vorn sahen – woraufhin Tisza plötzlich mit neun Punkten führte. Kritiker sprechen von gezielter Manipulation, wie ein aktueller Artikel im Hungarian Conservative betont. Eine neuere Umfrage des Instituts „The Center“ zeigt hingegen Orbán weiter in Führung.
Es ist zu befürchten, dass die EU eine Wahlniederlage nicht anerkennen wird. Ein rumänisches Szenario ist unwahrscheinlich, da man anders als in Bukarest in Budapest nicht an der Macht ist und somit die Wahl nicht annullieren kann. Militante Unruhen sowie eine Erklärung, dass Orbán „nicht legitimer Machthaber“ in Ungarn sei, wären aber mögliche Szenarien, die zu einem massiven Konflikt eskalieren könnten. Wie weit könnte die EU theoretisch gehen? Will man deutsche Panzer nach Ungarn schicken, um einen „Budapester Frühling“ niederzuschlagen?
Bild Elekes Andor, CPAC Hungary 2025, CC BY 4.0
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