Sie werden, was sie immer verteufelten

19. Februar 2026von 4,2 Minuten Lesezeit

Die USA priesen sich einst als „Land der Freien„. Aber so wie die politische Kultur in der Außenpolitik verroht, tut sie das auch im Inneren. Die Erschaffer von Claude.ai, eine der Künstlichen Intelligenzen, die vermutlich die liberalste Algorithmus-Einstellungen der großen KIs aufweist, wollten verhindern, dass diese Technik für autonomes Töten von Maschinen und illegales Bespitzeln der eigenen Bürger genutzt wird. Nun ist seine Existenz bedroht.

Der US-Kriegsminister erklärte eine der größten und wichtigsten Firmen für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz implizit zum Staatsfeind. Hier kommt nun in der Innenpolitik die gleiche Philosophie zum Tragen, wie derzeit in der Außenpolitik der USA zu beobachten ist. Drohen, erpressen, schießen. Wer in den 1960ern und 1970er Jahren im Westen sozialisiert wurde, erkennt, dass der Westen nun das wird, was er einst behauptete zu verachten.

Ein Nutzer auf X schrieb am 18. Februar über die Erpressung und den Totalitarismus in den USA

„Das Pentagon drohte gerade, eines der wertvollsten KI-Unternehmen Amerikas auf die schwarze Liste zu setzen. Nicht Huawei oder irgendein chinesischer Chiphersteller …Es ist Anthropic. Das Unternehmen hinter Claude. 380 Milliarden Dollar Bewertung. Und der Grund ist wirklich absurd:

Seit Monaten drängt das Pentagon alle großen KI-Labore, ihre Sicherheitsbeschränkungen für militärische Zwecke aufzuheben. Die Forderung ist simpel: Erlaubt uns, eure Modelle für alles zu verwenden, was technisch legal ist. Waffenentwicklung, Informationsbeschaffung, Kampfeinsätze, Massenüberwachung amerikanischer Bürger.

OpenAI stimmte zu. Google stimmte zu. xAI stimmte zu. Anthropic lehnte ab.

Allerdings nicht für alles. Sie waren verhandlungsbereit. Aber sie blieben in zwei Punkten hartnäckig: Sie wollen nicht, dass Claude zum Bau vollautonomer Waffen verwendet wird, die ohne menschliches Eingreifen feuern, und sie wollen nicht, dass es zur Massenüberwachung amerikanischer Bürger eingesetzt wird. Das ist alles. Das war die Grenze, die sie zogen.

Pete Hegseths Reaktion darauf war die Drohung, Anthropic als „Lieferkettenrisiko“ einzustufen. Und das ist aus folgendem Grund wichtig: Diese Einstufung bedeutet keine Vertragsauflösung. Es ist keine Geldstrafe. Es ist kein vernichtendes Schreiben … Es bedeutet, dass jedes Unternehmen, das mit dem US-Militär Geschäfte machen will, bestätigen muss, dass es Claude in keiner seiner Anlagen verwendet. Acht der zehn größten Unternehmen Amerikas nutzen Claude. Rüstungsunternehmen, Regierungslieferanten, Unternehmen mit jeglichen Verbindungen zum Bund … Sie alle müssten die Zusammenarbeit mit Anthropic über Nacht beenden oder ihre Regierungsaufträge verlieren.

Ein hochrangiger Pentagon-Beamter sagte gegenüber Axios: ‚Es wird extrem aufwendig sein, diese Verbindungen zu lösen, und wir werden dafür sorgen, dass sie die Konsequenzen dafür tragen, dass sie uns zu diesem Schritt gezwungen haben.‘

Ein US-Regierungsbeamter droht einem amerikanischen Unternehmen mit dem finanziellen Ruin, weil er nicht will, dass dessen KI zur Spionage gegen die amerikanische Bevölkerung eingesetzt wird.

Und es kommt noch schlimmer. Letzte Woche trat der Leiter der Sicherheitsforschung bei Anthropics zurück. Seine Abschiedsbotschaft: ‚Die Welt ist in Gefahr.‘ Elon Musk – dessen xAI dem Pentagon bereits einen Blankoscheck ausgestellt hat – greift Anthropics nun öffentlich an und bezeichnet Claude als menschenfeindlich. Ein Pentagon-Beamter erklärte gegenüber Axios, man sei ‚zuversichtlich‘, dass OpenAI, Google und xAI dem Standard ‚Nutzung für alle rechtmäßigen Zwecke‘ zustimmen würden.

Was wir also gerade beobachten, ist, wie jedes große KI-Unternehmen in Amerika der Regierung stillschweigend uneingeschränkten Zugriff auf die leistungsstärkste Technologie aller Zeiten gewährt. Ohne jegliche Kontrollen. Ohne jegliche Einschränkungen. Ohne unternehmensseitige Beschränkungen für die Verwendung.

Ein Unternehmen versuchte, sich zu wehren. Doch die Regierung wird an ihm ein Exempel statuieren. Wenn Anthropic nachgibt, ist alles vorbei. Jedes Labor hat gerade erfahren müssen, was passiert, wenn man sich wehrt. Und jede Einschränkung, jede Sicherheitsrichtlinie, jeder ethische Leitplan, den diese Unternehmen jahrelang aufgebaut haben, wird hinter verschlossenen Türen beiseitegefegt, sobald die Regierung danach fragt. Wenn sie nicht nachgeben, wird ein 380-Milliarden-Dollar-Unternehmen im eigenen Land an den Pranger gestellt. Beobachten Sie, was als Nächstes passiert.

Denn was auch immer Anthropic in den nächsten Wochen entscheidet, es schafft einen Präzedenzfall dafür, wie viel Kontrolle KI-Unternehmen tatsächlich über ihre eigene Technologie haben. Wie sich herausstellt, könnte die Antwort lauten: keine.“

Die Schlussfolgerung

Es gibt nur eine handvoll KI-Unternehmen, welche von der Regierung eingesetzt werden. Wären die USA wirklich ein „freies“ Land mit „freien“ Menschen, würden die anderen KI-Hersteller erklären, auf Geschäfte mit der Regierung verzichten zu wollen. Denn was Claude.ai passierte, kann morgen ihnen passieren, wenn sie irgendwann einmal Bedingungen für den Einsatz ihrer Software einwenden wollten. Aber Loyalität sieht man ja auch in den Medien, ist längst aus dem Wortschaft gestrichen.

Faschismus wird auch definiert durch das Zusammenwachsen von Industrie und Staat. „Und tust du es nicht freiwillig, gebrauche ich Gewalt“.

Bild: Wikipedia

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11 Kommentare

  1. W. Baehring 20. Februar 2026 um 13:30 Uhr - Antworten

    Also, ich wäre da etwas zurückhaltender:
    Die zensurwütige, ins Totalitäre abdriftende und kriegsgeile, russophobe EU hat es als DIPLOMATISCHER TOTALVERSAGER nicht einmal geschafft, das eigene Haus sauber zu halten, indem sie einen BILATERALEN KONFLIKT zwischen Russland und er Ukraine zu einem multilateralen, europäischen Konflikt gegen Russland aufgeblasen hat.
    Und der braucht man mit Vernunft auch nicht kommen!
    Von der geht also (zumindest aktuell) eine genauso große Gefahr aus.

  2. W. Baehring 20. Februar 2026 um 0:23 Uhr - Antworten

    Zitat: „Faschismus wird auch definiert durch das Zusammenwachsen von Industrie und Staat“
    Nicht ganz!
    Faschismus IST das Zusammenwachsen von Industrie und Staat (mittels Korruption sogar zum beiderseitigen Vorteil).
    Er leitet sich aus dem ital. fascismo in ders. Bed. wie ital. fascio: „politische Vereinigung“, eigtl. aber aus dem lat. fascis: „Bündel“ , ab.
    Mussolini selbst, der Begründer des (italienischen) Faschismus beschrieb den Faschismus als Symbiose aus Staat und Industrie (Zitat): „Der Faschismus sollte Korporatismus heißen, weil er die perfekte Verschmelzung der Macht von Regierung und Konzernen ist.“
    Der moderne Kapitalismus steht dem übrigens in nichts nach:
    Als Beispiel sei das Corona-„Impf“-Komplott zwischen „Impf“-Mafia und EU genannt, durch das Milliarden an Steuermitteln in die privaten Taschen der Bosse der „Impf“-Mafia umverteilt wurden und per sittenwidrigen Verträgen mit „Haftungsfreistellungsklauseln“ für die Hersteller die „Impf“-Schäden letztlich ebenfalls von den Steuerzahlern bezahlt werden müssen (getreu der Devise: Gewinne vollumfänglich privatisieren, Verluste vollumfänglich sozialisieren).
    Was die totalitäre Herrschaft mit z.B. Meinungs- und Parteimonopol betrifft, unterscheiden sich der klassische Faschismus und der modere schwarz-rot-grüne Kapitalismus bzw. der EU-Totalitarismus auch nicht mehr sonderlich voneinander. Heute heißt das Meinungs- und Parteimonopol lediglich „Brandmauer gegen Rechte und Nazis zur Rettung UNSERERDemokratie“.
    Dabei ist allerdings zu beachten, dass Nationalsozialismus und Faschismus zwar hohe Schnittmengen haben, jedoch sind sie keineswegs komplett identisch, weder inhaltlich noch historisch.
    Der Rassen-Wahn bzw. -Hass der Nationalsozialisten des dritten Reiches war zum Beispiel KEIN typisches Element des Faschismus in Sinnen von Mussolini, sondern er wurde erst später von den Nationalsozialisten oben aufgepropft.

  3. therMOnukular 19. Februar 2026 um 10:39 Uhr - Antworten

    „Die USA priesen sich einst als „Land der Freien„.“

    Ich würde sagen, das behaupten sie auch heute noch – das ist die übliche Vorgehensweise. Das Gerede von „Demokratie“ und „Freiheit“ war immer schon pure Demagogie im Westen. Die Liste der Dinge, die wir heute selbst tun, aber damals am ehemaligen Ostblock verlacht und verachtet haben, ist lang – und sie wird täglich noch länger. Letztlich war aber auch unser Motto dasselbe von damals: „Es muss demokratisch aussehen, aber….“ (W.Ulbricht, Mitbegründer der DDR)

    • local.man 19. Februar 2026 um 12:16 Uhr - Antworten

      Die Antwort ist immer diegleiche.. Das System einer pyramidalen Ordnung und die damit verbundenen Folgen, wie falsche Verteilungsidiologien, Besitztumsidiologien usw. werden immer dafür sorgen, dass eine Minderheit den Rest unterwerfen muss, damit sich daran nichts ändert.

      Und das sieht man ja auch ganz deutlich. Der Fortschritt hilft uns gar nicht mehr freier zu werden. Er wird als Waffe zur Unterdrückung genutzt und es wird täglich immer gefährlicher. Das Internet lernt Laufen und bald stehen wir einer uns feindlich gesonnenen Roberarmee gegenüber, mit draht zur Machtzentrale, die den Rest total überwacht und jede Facette des Lebens vorbestimmt nach Regeln und mit Sanktionen belegt.

      Alles deutet genau darauf hin, weil es eine Logik in sich trägt. Die Logik eines pyramidalen Systems…

  4. audiatur et altera pars 19. Februar 2026 um 9:03 Uhr - Antworten

    Kein typisch amerikanisches Phänomen…
    Aus aktuellem Anlass (und unter Applaus des EVP-Webers):
    Der Vorsitzende eines Vereins, der de facto die größten ungesühnten Politverbrechen der 2. Republik auf sich vereint, redet am Aschermittwoch allen Ernstes von der Verteidigung einer liberalen Demokratie, in der „nicht alles erlaubt sein“ dürfe. Er gehörte zu den Juristen, die (bei ihm nicht hoffentlich, sondern sicher) wider besseres Wissen für das Impfpflichtgesetz stimmten. Asche aufs Haupt? Passt so gar nicht zu einem Bundesbuddha. Dessen Vorgänger von den „Spitzfindigkeiten“ über die „Lebensgefährder“ bis hin zu den „Zügeln“ allesamt keine praktizierenden Freunde eines liberalen Rechtsstaates waren. „Verantwortungsträger“ und „Vorbilder“ würden zumindest ex post ein bisserl einen Anstand (nicht im Unterwäsche-Literaturmodus des Falter-Herausgebers gemeint) und Selbsterkenntnis zeigen. Doch das ist offenbar keine politische Tugend. Oder soll ich besser sagen: schwarzer Schimmel?

  5. Gabriele 19. Februar 2026 um 9:00 Uhr - Antworten

    Auch diese „Menschheit“ wird sich durch Technik am Ende zerstören. Wie ziemlich sicher schon andere „Menschheiten“ vor uns, von denen wir bisher leugnen, dass es sie gegeben hat.

    • Andreas_Sch. 19. Februar 2026 um 14:03 Uhr - Antworten

      Ich hasse *heiten – wahrlich ich hasse sie! 😆

  6. Hausmann_Alexander 19. Februar 2026 um 8:58 Uhr - Antworten

    Erinnert mich irgendwie an den Film (nur ein bisschen) Avengers, Age of Ultron.

    Ultron VS JARVIS (Vision)

    https://de.wikipedia.org/wiki/
    Avengers:_Age_of_Ultron

  7. Jan 19. Februar 2026 um 8:30 Uhr - Antworten

    Eine Gruppe besteht aus Individuen, denen immer noch das Recht zukommt, gemäß ihrer eigenen Taten beurteilt zu werden, auch wenn das gebrannte Kind vorsichtig wird, wenns auf Gruppenmitglieder trifft.

    Die USA leiden unter Erpressernetzwerken, die unter anderem mit schweren Straftaten an Kindern zusammen gehalten werden. Das ist laut Aussage von Opfern in Deutschland ebenso. Die Experten nennen das „Missbrauch“. Wenn Sadisten und andere psychisch fürs Grobe Geeignete Mutproben an Kindern begehen und ihnen die Gedärme rausreißen und sie zu Tode foltern, dann schreien die Hysteriker „SIE WAR NICHT ZUSTIMMUNGSFÄHIG!!!“ Das gleiche, wie wenn der Bruder unter der Decke fummelt. Maximal drei Monate Haft!!!

    Wenns nach dem Prinzip „mitgefangen, mitgehangen“ geht, dann gibts auch keine Intellektuellen mehr, die gehen im Meer der Dumpfbacken unter.

    Erpressernetzwerke töten dann mal Unschuldige im Iran, um für false Flag und Empörung zu sorgen. Und die müssen eben üben! Alles für karitative Zwecke, wie Killary gerade erklärt hat.

    Das wahre Problem der Dumpfbacken ist in den USA wie in Europa völlig gleich: Die wollen unbedingt von ungewählten Kleptomanen, durchgeknallten Spritzenmördern und sadistischen Kannibalen regiert werden. Alles andere wäre Rrääächtss!!!

    Dass in diesem Fahrwasser auch noch ein wenig Faschismus mitschwimmt, liegt in der Natur der Sache.

    • Hausmann_Alexander 19. Februar 2026 um 10:57 Uhr - Antworten

      Vielleicht sind deine Argumente
      der Grund, warum im Gleichschritt Jugendliche keine sozialen Medien konsumieren sollen.
      Ist ein Tabuthema bei den MSM …

  8. OMS 19. Februar 2026 um 8:29 Uhr - Antworten

    Die USA sind mit ihrer Politik die größte Gefahr auf diesem Planeten. Und mit Vernunft braucht man diesen schießwütigen Cowboys nicht zu kommen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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