
Wie die Veränderung der Internet Suche die Zugriffszahlen von Medien bestimmen
Von vielen alternativen Webseiten hörte man, dass von März auf April 2025 Einbrüche in den Clickzahlen und Besuchen von bis zu 25% verzeichnet wurden, was manche Seiten vor existentielle Probleme stellte, andere ihre Aktivitäten zurückfahren mussten. Was war passiert?
Die meisten Seiten wurden hauptsächlich über Suchmaschinen aufgerufen, wenn auch die sozialen Medien für die Bekanntmachung eine zunehmende Rolle spielen, waren diese die wichtigste Sichtbarkeitsquelle für alternative Medien. Aber zunächst etwas Grundsätzliches.
Die Verhinderung der Erosion von Mainstream-Narrativen basiert einmal auf einer Untermauerung derselben durch so genannte Faktchecker und durch „Experten„, welche nur „anerkannte Autoritäten“ als qualitativ hoch einstufen und entsprechend ohne deren Aussagen keinen Widerspruch zu Narrativen zulassen. Die zweite Säule des Kampfes um die Meinungshoheit basiert auf der Unterdrückung von alternativen Analysen, Thesen und investigativen Berichten. Ziel ist noch nicht die vollkommene Vernichtung alternativer Nachrichteninterpretationen, sondern das Reduzieren auf ein Niveau, welches gerade noch ermöglicht zu sagen: „Wir haben doch Meinungsfreiheit„.
Google Core Update März 2025
Was 2025 passierte, zeigte die Macht der großen digitalen Konzerne, aber auch wie sie Hand in Hand mit politischen Interessen handeln. Am 13. März 2025 startete Google ein großes Core Update, das bis zum 27. März ausgerollt wurde. Dieses Update hatte massive Auswirkungen auf die Sichtbarkeit vieler Websites – besonders betroffen waren:
Hauptverlierer:
- Foren und Communities: Klassische Q&A-Foren wie gutefrage.net, urbia.de und motor-talk.de erlitten ab dem 17./18. März deutliche Sichtbarkeitseinbrüche
- Nutzergenerierten Content: Google bewertete nutzergenerierte Inhalte strenger
- Generischer, schwacher Content: Copy-Paste-Seiten und dünne Inhalte wurden abgestraft
- Automatisiert erstellte Inhalte: KI-generierte Seiten ohne Mehrwert
Gewinner:
- Spezialisierte Nischen-Experten mit hochwertigem Content, soweit sie sich auf „qualitativ hochwertige Quellen“ beriefen
- Seiten mit klarer Autorenschaft und Expertise, wobei Expertise z.B. an der Häufigkeit von wissenschaftlichen Veröffentlichungen gemessen wurde
- Gut strukturierte Websites mit echtem Mehrwert, wobei Mehrwert in Bezug auf Verbreitung von „richtigen“ Meinungen bewertet wurde.
Warum traf es alternative/dissidente Medien besonders hart?
Viele alternative Medien waren aus folgenden Gründen betroffen:
- Content-Qualität: Google verschärfte die Bewertung von Inhalten nach Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (E-A-T) Und Vertrauenswürdigkeit wurde nach Auflagenstärke und Ruf eines Mediums im Raum des Mainstreams bewertet.
- Nutzersignale: Seiten ohne starke Nutzerbindung wurden herabgestuft, daher war es so wichtig, dass sich Benutzer auf Seiten registrierten.
- Strukturelle Schwächen: Technische oder inhaltliche Defizite wurden stärker bestraft. Was bei finanziell schwach aufgestellten Seiten, die auf „Eigenbau“ basierten, unabhängig von der Qualität der Inhalte besonders verheerende Auswirkungen hatte.
Folgen der Algorithmen
Die Einnahmen der Seiten für Werbung brachen um fast 25% zusammen, gleichzeitig wurden die Spendeneinnahmen verringert, weil Spontanspenden wegfielen. Und manche Seiten hatten außerdem mit Bankenkontenkündigungen zu kämpfen was noch einmal zu drastischen Einnahmeeinbußen führte. Journalismus, der nicht durch Massenmedien mit Unterstützung von NGOs wie Soros und aus Steuergeldern subventioniert wird, wurde so weiter unter Druck gesetzt. Mal ganz abgesehen davon, dass die öffentlich rechtlichen Medien, welche durch erzwungene Beiträgen, also einer Art Steuer, finanziert werden, ganz erheblich im Bereich des Internets investieren konnten, und so als „alternative“ Quellen auftraten. Damit wurde alternativer Journalismus, wurden alternative Meinungen erfolgreich weiter an den Rand gedrängt. Zusätzlich sorgten EU-Sanktionen wie gegen Jacques Baud, juristische Verfahren und PsyOps im Internet für eine weitere Marginalisierung von nicht dem Mainstream folgender Meinungen.
PsyOps sind insbesondere solche, welche, oft in Verbindung mit ClickBait-Seitenbereitstellern, also solchen, die versuchen über Katastrophenmeldungen Clicks zu generieren, FakeNews verbreiteten, die dann durch „Faktenchecker“ dem ganzen Internet angelastet wurden.
Weitere Einschränkung der Reichweite und Wirksamkeit alternativer Medien waren so genannte BOTs, aber weniger solche, die rein auf Software basierten, sondern durch reale Menschen, aber mit dutzenden, manchmal hundert Konten in Sozialen Medien, bezahlt durch Werbeagenturen oder aus Steuergeldern, gegen alternative Meldungen agitierten. Deren Wirkung war besonders groß, da er jenen Teilnehmern in den sozialen Medien den Eindruck vermittelte, selbst auf der „richtigen Seite“ zu stehen.
Gegensteuern
Wer alternative Medien als Korrektiv für die quasi gleichgeschaltete Berichterstattung im Mainstream schätzt und die kritische Betrachtung nicht missen will, dem sei Folgendes empfohlen.
- Registrieren und interagieren. Mit Likes und Kommentaren. Falls Befürchtungen wegen Benachteiligungen in der realen Welt entstehen, nutze man eine anonymisierte E-Mail-Adresse, von einem relativ sicheren Provider (wäre ein separates Thema, aber kann eine Anfrage bei Claude.ki hilfreich sein).
- Hinweise auf evt. Fehler in den Artikeln durch Kommentare, damit diese beseitigt oder als Update erklärt werden können.
- Wenn es der Geldbeutel zulässt, spontane Spenden, oder sogar monatliche Zuwendungen, egal in welcher Höhe.
- Immer wieder Verbreitung der Seite bzw. seiner Inhalte in anderen Medien in den Kommentaren.
- Weiterleitung der Nachrichten der Seiten in den sozialen Medien.
Fazit
Alternative Webseiten haben sehr eingeschränkte Recherchemöglichkeiten und basieren oft auf Nachrichten und Informationen von internationalen investigativen Seiten. Aber auf Grund des Versagens der traditionellen Medien, entwickeln sich derzeit auch in Deutschland Rechercheseiten, die beachtet werden sollten. Und nicht zuletzt sollte die deutschsprachige Aufarbeitung von internationalen Erkenntnissen und die Kritik an deutschen Massenmedien unterstützt werden.
Nur wenn Bürger eine Chance haben, die „andere Seite“ zu erfahren, wird die vollkommene Enthemmung einer autoritären Ordnung verhindert. Wenn Dissidenten schweigen, werden endgültig alle Schranken der Herrschaft fallen. Ganz im Sinne von Angela Merkel, die schon 2010 erklärte, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn alle wichtigen Entscheidungen gegen die demoskopische Mehrheit der Bevölkerung gefällt werden. Und, wie sie implizit meinte, habe Demoskopie im Prinzip die Aufgabe festzustellen, wie groß der Propagandaaufwand sein muss, um die Bevölkerung zu überzeugen.
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