USA plant Ausweitung der biometrischen ID zum Fliegen

31. Januar 2026von 4,1 Minuten Lesezeit

Die Transportation Security Administration (TSA) der USA schlägt eine umfassende Überarbeitung ihrer Trusted-Traveler-Programme vor, die über physische Ausweise hinausgeht. Sie soll zu einem System führen, bei dem die Identität der Reisenden aus einer Sammlung digitaler Datenpunkte besteht, die kontinuierlich mit den Datenbanken der Bundesregierung abgeglichen werden.

Der Plan der Behörde für einen „MyTSA PreCheck ID” stellt eine tiefgreifende Veränderung dar, da schnellere Sicherheitskontrollen als Tauschgeschäft dargestellt werden: persönliche Bequemlichkeit gegen eine umfassendere, dauerhafte Herausgabe biometrischer und biografischer Daten. Im Mittelpunkt des Vorschlags, der in einer kürzlich veröffentlichten Bekanntmachung im Federal Register detailliert beschrieben wurde, steht die Erweiterung des bestehenden PreCheck-Programms zu einem mobilen, digitalen Rahmenwerk.

Während das aktuelle PreCheck-Programm grundlegende Informationen wie Name und Geburtsdatum erfordert, würde die neue digitale ID mehr verlangen. Reisende, die sich dafür entscheiden, diese mobile Berechtigung auf ihrem Smartphone zu aktivieren, müssten zusätzlich zu den bereits erfassten Informationen weitere biometrische Daten, insbesondere Fingerabdrücke und Gesichtsbilder, bereitstellen.

„Modernisierung” von Reiseberechtigungsnachweisen könnte Datenschutz gefährden

Die TSA stellt dies als notwendige „Modernisierung” dar, als Konsolidierung der Identität unter einem einheitlicheren System. In der Praxis bedeutet dies, dass die Behörde versucht, biometrische Daten direkt in ihren Überprüfungsprozess zu integrieren. Einmal erfasst, würden diese Daten nicht einfach in einer TSA-Datei gespeichert werden.

Gemäß dem Vorschlag würden Fingerabdrücke und Gesichtsdaten in die Datenbanken des Department of Homeland Security (DHS) integriert, um eine „kontinuierliche Identitätsüberprüfung“ zu ermöglichen, wie es die Behörde nennt.

Dieser kontinuierliche Prozess würde zwei wichtige Bundesbehörden umfassen. Zunächst würden die biometrischen Daten über das Next Generation Identification System des Federal Bureau of Investigation (FBI) mit den Strafregistern des FBI abgeglichen. Insbesondere plant die TSA, die Teilnehmer in den „Rap Back”-Dienst des FBI aufzunehmen.

Dies ist keine einmalige Überprüfung. Sie ermöglicht es, die TSA kontinuierlich und automatisch zu benachrichtigen, wenn der Fingerabdruck einer Person später in eine Strafdatenbank aufgenommen wird, solange diese Person bei PreCheck registriert ist, wodurch die Teilnehmer effektiv einer permanenten, passiven Überwachung unterliegen.

Zweitens würden die biometrischen Daten in die eigene riesige Datenbank des DHS, das Automated Biometric Identification System (IDENT), eingespeist. Dieses System unterstützt das, was die Behörde als „kontinuierliche Überprüfung” bezeichnet, was bedeutet, dass die Identität einer Person an den Sicherheitskontrollen am Flughafen anhand dieser gespeicherten biologischen Informationen bestätigt und erneut überprüft werden kann.

Die Datenweitergabe der TSA umfasst eine Kooperationsvereinbarung mit der Grenzbehörde

Die Datenweitergabe geht über die Sicherheitskontrollen hinaus. Die TSA hat eine Kooperationsvereinbarung mit der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) skizziert, die es ermöglichen würde, PreCheck-Daten (sowohl biografische als auch biometrische) für die Bearbeitung von Global-Entry-Anträgen wiederzuverwenden. Die Behörde argumentiert, dass dies Doppelarbeit reduziert, schafft aber auch ein stärker vernetztes Netz von personenbezogenen Daten, die zwischen Regierungsbehörden fließen und alle über einen einzigen Punkt zugänglich sind: den Authentifizierungsdienst Login.gov der Regierung, der ein neues zentralisiertes Kundendienstportal kontrollieren würde.

Der Umfang dieser Datenerfassung ist enorm. Die TSA schätzt, dass sie in den nächsten drei Jahren Informationen von mehr als 25 Millionen Menschen verarbeiten wird, was fast 5 Millionen Stunden Verwaltungsarbeit entspricht. Die Behörde weist zwar darauf hin, dass die PreCheck-Gebühren unverändert bleiben, führt aber gleichzeitig einen separaten, kostenpflichtigen Dienst namens ConfirmID ein.

Dieser 45-Dollar-Dienst, der am 1. Februar starten soll, richtet sich an Passagiere, die ohne einen echten Ausweis am Kontrollpunkt ankommen, und bietet eine digitale Lösung für diejenigen, die nicht vorbereitet sind. Laut offiziellen Angaben soll die Gebühr Reisende davon abhalten, ihren Ausweis zu vergessen, aber sie schafft auch einen neuen kostenpflichtigen Weg durch die Sicherheitskontrolle, der auf digitaler Verifizierung basiert.

Diese Änderungen, die als eine Reihe von optimierten, modernen Tools präsentiert werden, signalisieren insgesamt eine bewusste Entwicklung hin zu einem stärker zentralisierten Identitätsmodell. Das Versprechen lautet: kontaktloses, effizientes Reisen.

Der Preis dafür ist die Normalisierung der Herausgabe der eigenen biologischen Daten – Fingerabdrücke und die genaue Geometrie des Gesichts – zur unbefristeten Speicherung, Integration in eine Bundesdatenbank und kontinuierlichen Überwachung. Mit der Ausweitung dieser Systeme ändert sich die Definition der „freiwilligen” Teilnahme subtil.

Die Wahl scheint zunehmend zwischen der Akzeptanz eines tiefgreifenden Datenaustauschs und der Hinnahme einer langsameren, umständlicheren Reiseerfahrung zu liegen – ein Kompromiss, der still und leise die Grenzen der Privatsphäre am Flughafeneingang neu definiert.

Letztlich läuft es insgesamt auf ein Totalüberwachung hinaus.


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Ein Kommentar

  1. Patient Null 31. Januar 2026 um 10:50 Uhr - Antworten

    Wir haben es allerdings mit 2 unterschiedlichen Ansätzen zu tun. Während Europa die ID möchte um seine Kritiker zu kontrollieren, gehts Amerika darum illegale Einwanderer abzuwehren.

    Da kann man sich jetzt fragen ist digitale ID gut oder schlecht. Denke am Ende wird sie jeder Staat benutzen. Ob sich daraus eine Totalüberwachung ergibt liegt nicht an der ID sondern wie sie von Staaten verwendet wird. Die USA haben da aus meiner Sicht die stabilere Verfassung, mit der tiefgreifenden Redefreiheit.

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