Grönland-Deal und Aktienkurse?

24. Januar 2026von 3,6 Minuten Lesezeit

Medien waren voller Lobeshymnen, wie geschickt Trump einen Deal wegen Grönland geschlossen hätte, er dürfe die Insel komplett wirtschaftlich ausnutzen, ohne die Souveränität zu übernehmen, hörte man. Was steckt dahinter? Eine Überraschung?

Die Ereignisse, auf die sich die meisten Medien beziehen, war ein Treffen zwischen Donald Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte am 21. Januar 2026 in Davos, das zu einem „framework of a future deal“ [Rahmen einer künftigen Vereinbarung] über Grönland und den Arktis-Bereich führte. Tatsächlich ist das kein formelles Abkommen, sondern ein verbaler Rahmen für weitere Verhandlungen.

Wenn Medien einfach berichten, was Politiker erzählen

Trump hat gerade ein Abkommen über Grönland abgeschlossen, mit jemandem, dem Grönland nicht gehört? Es war ein Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte aber nicht mit Vertretern Grönlands und/oder Dänemarks

Tatsächlich handelt es sich nicht um ein abgeschlossenes Abkommen, sondern um einen Rahmen für Gespräche, die nach dem Treffen von Trump verbreitet wurde. Rutte repräsentiert die NATO, der Grönland nicht gehört – es ist autonomes Territorium Dänemarks. Trump kündigte dies auf Truth Social an, und Rutte bestätigte weitere Gespräche zwischen USA, Dänemark und Grönland.

Dänemark war nicht anwesend. Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen sagte in einer Pressekonferenz in Nuuk, er kenne keine konkreten Details des Rahmens und sei nicht an den Gesprächen beteiligt gewesen. Grönland war auch nicht anwesend, wusste auch nichts von einem Deal.

Der offizielle NATO-Sprecher bestätigte, dass Rutte „keinen Kompromiss bezüglich der Souveränität vorgeschlagen“ habe. Die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen sagte: „Über unsere Souveränität können wir nicht verhandeln.“

Es gab weder ein Gespräch, und schon gar nicht ein schriftliches Dokument. Nichts wurde unterzeichnet. Keine Bedingungen vereinbart. Aber Trump sagte gegenüber Fox News, das Abkommen gelte „für immer“. Nochmal: Trump beschrieb den Rahmen als „infinite“ und „forever“ in Interviews und auf Truth Social, aber es ist gibt kein formelles Abkommen.

Jetzt die Auflösung

Die Tanbreez-Mine ist ein großes Bergbauprojekt für seltene Erden (Rare Earth Elements, REE) in Südgrönland, das als eine der größten bekannten REE-Lagerstätten der Welt gilt. Es wird von der Critical Metals Corp. (NASDAQ: CRML) betrieben und ist strategisch wichtig für die Versorgung mit kritischen Mineralien, die in Technologien wie Elektrofahrzeugen, Windturbinen und Elektronik verwendet werden. Das Projekt betont eine hohe Konzentration an schweren seltenen Erden (HREEs), die seltener und wertvoller sind als leichte REEs.

Die Aktie von Critical Metals ist diesen Monat um 158 % gestiegen. Die Tanbreez-Mine wird frühestens Ende 2026 eine Jahresproduktion von 85.000 Tonnen erreichen. Die Tanbreez-Mine plant eine Pilotanlage  ab Mitte 2026; Produktionsziele und Kosten werden als hoch eingeschätzt. Gesamtentwicklungskosten sollen 290 Millionen US-Dollar betragen.

Aber 80 % Grönlands sind von Eis bedeckt. Der Abbau in der Arktis ist 5- bis 10-mal so teuer wie in anderen Teilen der Welt. Ein Forscher nannte den Plan „völlig verrückt“ und meinte, man könne genauso gut auf dem Mond abbauen. Doch die Aktie steigt weiter. Warum? Weil die Schlagzeilen von einem „Deal“ reden.

Folgendes ist tatsächlich passiert

Das Verteidigungsabkommen von 1951 räumt den USA bereits das Recht ein, Stützpunkte zu errichten, militärische Ausrüstung zu verlegen und sich in den Verteidigungszonen Grönlands frei zu bewegen. Auf unbestimmte Zeit. Trump hat also einen erweiterten Zugang zu etwas ausgehandelt, worauf die USA ohnehin schon Zugriff haben. Das ist, als würde man verkünden, man hätte „uneingeschränkten Zugang“ zu einem Fitnessstudio, in dem man seit 1951 Mitglied ist.

Das Muster: Das Unmögliche drohen. Eine Krise herbeiführen. Sich mit dem zufrieden geben, was schon immer da war. Einen beispiellosen Sieg verkünden. Die Kursbewegungen beobachten. Wiederholen. Trump drohte mit Zöllen und sogar Militär, zog sie zurück und verkündete einen „Sieg“. Aktien wie CRML stiegen durch die Hype.

In einem Rechtsstaat würde man so etwas als mögliche Aktienmanipulation untersuchen.

Bild: Wikipedia Kursentwicklung

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3 Kommentare

  1. Jan 24. Januar 2026 um 17:02 Uhr - Antworten

    Bingo. Was bereits in Venezuela demonstriert wurde.

    Das lässt aber zwei Schlüsse übrig: erstes, den Amis gehts so schlecht, dass sie diese Hoffnung brauchen und zweitens, es gibt keinen anderen Lichtstreif am Horizont, sonst würde der Tanker Fahrt dahin aufnehmen.

    Während sich der europäische Wähler unter der Bettdecke verkriecht und fünfmal täglich zur Großen Ungewählten betet, dass sie das absaufende Schiff wieder heben möge. Die Kapitänin indes hat Order gegeben, dass die Konjunktur wieder anspringen möge.

    Lasset alle Hoffnung fahren, Ihr, die Ihr eintretet.

  2. VerarmterAdel 24. Januar 2026 um 11:23 Uhr - Antworten

    „Was steckt dahinter?“ Heiße Luft.

  3. Wolliku 24. Januar 2026 um 7:51 Uhr - Antworten

    So ist er nun einmal „unser Trump“. Einige sagen dazu geschicktes Taktieren bis der Teig weich ist, um ihn gut kneten zu können. Andere nennen das jegliche Aufgabe einer „regelbasierten Ordnung“. Ich muss beides nicht zwangsläufig gut oder richtig finden, um zu begreifen, unsere Politiker haben in beiden Fällen „unserem Trump“ nichts entgegen zu setzen, weil sie als falsche Fuffziger durch die Weltgeschichte marschieren – wie wir sie hier im Norden nennen. Dieser amerikanische Präsident hat in seinem Leben nur eines gemacht, deals, die entweder klappten oder in die Insolvenz führten. Legendär seine Aussagen an die Gläubiger bei seinen Insolvenzen: er wäre ja nicht Schuld, sondern die Banken, die kein Geld mehr nachschießen würden. Die Gläubiger sollten sich an die Banken halten, er würde ja weitermachen. Ich sage: mir ist ein solches Großmaul lieber als die falschen Fünfziger, die hinterrücks an den Kriegen arbeiten, weil sie die „regelbasierte Ordnung“ ganz nach ihren Interessenslagen ausrichten und umgestalten. Die Falschheit tritt nicht nur in der Ukraine offen zutage, auch wenn die Korruption in „unseren Demokratien“ – oder sollte ich mit Blick auf Brüssel lieber Demokraturen sagen – oft nicht leicht erkennbar ist. In der Klimakirche wird der Bürger mit dem CO2-Ablasshandel wissenschaftlich wertfrei geschröpft, mit Zwangsimpfungen elementare Menschenrechte ausgehebelt und Hass und Hetze dürfen nur noch diejenigen ausbreiten, die vom Bürger dazu scheinbar auf Wahlzettel autorisiert wurden und somit die „Meinungsfreiheit“ definieren und sanktionieren „dürfen“. Krankhafter Geisteszustand, wie die aktuelle Russophobie in Europa, wird als Tugend definiert, weil es die „Sicherheit“ nur für eine Seite gibt, nämlich die der „Guten“. In diese versammelte Phalanx der psychopathen Guten ist jetzt „unser Donald“ mit voller Wucht rein gerauscht, mischt den verkorksten Laden falscher Fünfziger gehörig auf und das kann ich nur gut heißen. Hoffentlich bleibt am Ende nicht wieder eine (globale) Insolvenz übrig, aber verdient hätten dies die hirnmüden und emotionsbefreiten Wähler vermutlich auch. Wer nicht wählen kann muss fühlen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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