Warum Deutschland und die EU sich nach den Iran-Unruhen Sorgen machen sollten

23. Januar 2026von 7 Minuten Lesezeit

Nach zwei Tagen friedlichen Protesten gegen die Währungsmanipulationen, welche die Lebenshaltungskosten und Inflation unerträglich machten, begannen plötzlich Randalierer im Iran mit bisher noch nie im Iran gesehenen Gräueltaten. Enthauptung, Kehle durchschneiden, hatte man noch nie in dem Land auf Demonstrationen gesehen. Es waren typische ISIS-Zeichen, der Beginn einer Operation wie in Syrien im Jahr 2011. Deutschland und Österreich sollten gewarnt sein.

Vorweg: Natürlich werden die in diesem Artikel verwendeten Links von westlichen Medien nicht als „Beweis“ anerkannt, und alles was von iranischen Regierungsstellen vorgelegt wird, grundsätzlich als „Propaganda“ abgelehnt. Das mag verständlich sein, sehen doch viele Dissidenten in Deutschland und Österreich die Aussagen ihrer Regierungen inzwischen mit einer ähnlichen Skepsis. Insofern ist der folgende Text keine Tatsachenbehauptung, sondern die Erklärung einer These. Es ist noch nicht einmal eine Verschwörungstheorie, weil derzeit noch gar keine Verwschwörung gesehen wird, nur eine These.

Im Iran leben Millionen legale und ungemeldete Flüchtlinge aus Afghanistan und auch Pakistan. Einige von Ihnen haben Verbindungen zu Terrororganisationen. Aus dieser Gruppe wurden ganz offensichtlich Banden zusammengestellt, welche sowohl gegen Sicherheitskräfte als auch zufällige Beobachter mit bisher ungekannter Brutalität vorgingen. Man darf annehmen, dass es eine koordinierte Operation von Mossad, CIA und MI6 war, und dass die Kommunikation über Starlink erfolgte. Was nun vielen zum Verhängnis wurde, weil der Iran mit Hilfe Russlands in die Lage versetzt worden war, die Empfänger von Nachrichten zu orten, bevor die Starlink-Signale unterdrückt wurden. So jedenfalls die „unbestätigten“ Berichte.

Warum sollten Deutschland und Österreich daraus lernen?

Diese Länder sind noch viel verwundbarer als der Iran. Es ist unvorstellbar, dass dort das Internet und Telefonverbindungen abstellt und Starlinks-Signale unterdrückt werden, um die Kommunikation zu verhindern. Und ähnlich wie der Iran gibt es eine kleine Armee von gewaltbereiten ehemaligen Terroristen, die vor der Regierung Assad geflohen waren, und noch nicht nach Syrien zurückgekehrt sind. Wenn manche mit mehreren Identitäten unterwegs sind, andere mit unbekanntem Aufenthaltsort, um der Ausweisung zu entgehen, zeigt das, wie wenig Kontrolle zum Beispiel der deutsche Staat über die Situation hat.

Die meisten syrischen Familien, die in Deutschland Schutz gesucht haben, wollen nicht zurückkehren, wegen der finanziellen Anreize in Deutschland, sondern weil sie Angst for dem Jolani-Regime in Syrien haben. Ein Regime, das Milliarden Euro von der EU erhalten hat, aber gerade die ISIS-Flagge über einer eroberten Kurden-Staat gehisst hat. Diese Menschen haben nicht nur Angst vor der Ausweisung, und zurück in ein nun von Terroristen regiertes Syrien zu müssen, sondern vor den Extremisten unter den Flüchtlingen, welche mit mafiösen Methoden erpressen.

Und wenn diese zu Gewalt neigenden Kreise durch irgendeinen Geheimdienst, sei es dem russischen, oder einem US-Geheimdienst oder dem Mossad, angeworben werden, mit Waffen versorgt und bezahlt werden, um das zu veranstalten, was man im Iran erlebt hat, ist Deutschland weniger darauf vorbereitet als der Iran.

Was wurde im Iran angegriffen?

Um zu verstehen, was zur Destablisierung eines Landes angegriffen wird, hier die Liste der im Iran angegriffenen Objekte. Die Zahlen wurden kompiliert aus verschiedenen Mitteilungen der Behörden, aber aus westlicher Sicht „nicht bestätigt„.

  • 305 Krankenwagen, Busse, andere öffentliche Fahrzeuge wie die über 50 Feuerwehrfahrzeuge
  • 24 Tankstellen
  • 700 Lebensmittelgeschäfte
  • 300 Privatwohnungen
  • 750 Bankniederlassungen und Büros
  • 414 Regierungsgebäude
  • 749 Polizeistationen
  • 120 Zentren der Zivilverteidigung
  • 200 Schulen
  • 350 Moscheen
  • 15 Büchereien
  • 2 Armenische Kirchen
  • 264 Bushaltestellen
  • 600 Geldautomaten
  • 800 private Fahrzeuge

Wie schwerwiegend war der Angriff

Laut einer Erklärung der iranischen Stiftung für Märtyrer und Veteranen (veröffentlicht über staatliches Fernsehen am 21. Januar 2026) beträgt die Gesamtzahl der Todesopfer 3.117. Davon werden 2.427 als „Märtyrer“ eingestuft, die als unschuldige Zivilisten und Sicherheitskräfte gelten. Unter den Toten sollen mehrere hundert Sicherheitskräfte sein. Alleine in Teheran wurden in einer von ein großen Menschenmenge begleiteten Trauerfeier 100 dieser Opfer geehrt. Die restlichen 690 Tote werden als „Terroristen, Randalierer und Angreifer auf militärische Einrichtungen“ beschrieben. Westliche Medien haben sich von 2.000 auf 12.000 bis 20.000 Opfer gesteigert, wobei natürlich „ausschließlich friedliche Demonstranten durch das bösartige Regime“ getötet wurden

Aber gehen wir von realistischen Zahlen und weitgehend namentlich bekannten Opfern aus. Außer den 690 Getöteten, wurden Hunderte Verdächtige festgenommen, viele davon im Besitz von Schusswaffen. Mindestens einigen davon wurde die Beziehung zur Terrororganisation Mujahedin-e Khalq nachgewiesen. Das ist eine Organisation, die auch einmal in den USA als Terrorgruppe gelistet worden war, aber dann für den verdeckten Kampf gegen den Iran als nützlich befunden und unterstützt wurde.

Wenn ein solcher Angriff in Deutschland stattfinden würde, wären die Opferzahlen unter den Zivilisten wesentlich höher. Denn weder die zivilen, noch militärischen Ordnungskräfte haben Erfahrungen und Ausbildung im urbanen Straßenkampf, in dem sich Kämpfer mit Macheten, Schusswaffen und Messern unter Zivilisten mischen. Deutsche Sicherheitskräfte sind weder mental noch von der Ausrüstung her vorbereitet für einen ähnlichen Vorgang wie im Iran.

Nebenaspekt: In Teheran gibt es ca. 20 Synagogen, in Isfahan 12, im ganzen Land zusammen ca. 30 bis 70, je nach Zählweise. Zusätzliche gibt es spezielle Geschäfte, welche koschere Lebensmittel anbieten und ein jüdisches Krankenhaus. Von diesem Objekten wurde keines angegriffen. Historisch hat der Iran keine Anschläge auf jüdische Einrichtungen erlebt, und die Gemeinde wird als unbeeinflusst durch die Regierung beschrieben, solange sie keine Werbung für die Apartheid-Politik Israels betreibt.

Ist mehr allgemeine Kontrolle und Überwachung die Lösung?

Natürlich wird, falls dieses Risiko bis in die politischen Entscheidungszirkel dringen sollte, als Erstes der Ruf nach Kontrolle und Überwachung folgen. Aber damit unterdrückt man nur harmlose Dissidenten. Ausländische Geheimdienste werden immer einen Weg finden, um ihre Zellen zu führen. Denn die Gefahr geht nicht von einem spontanen Aufstand, oder ein Aufbegehren von Massen, die gegen etwas Protestieren aus, auch nicht von der Rollator-Gang. Und Kontrollen und Überwachung kann nur solche Entwicklungen erkennen.

Viel wichtiger wäre die vollständige Erhebung aller geduldeter ausländischer dauerhafter Bewohner und Durchleuchtung der Vergangenheit, bei Unklarheit und fehlender Kooperation notfalls Überwachung entweder geschlossen oder mit Fußfessel. Und schnellere Abschiebung von als Risikopersonen erkannten Einzelfällen. Außerdem muss ein Geheimdienst in die Lage versetzt werden, gegen ausländische Verdächtige auch in Deutschland vorzugehen, sowohl mit Ermittlungen, als auch mit Unterwanderung. Wenn es möglich ist, dass der deutsche Inlandsgeheimdienst, genannt Verfassungsschutz, so viele Undercover-Agenten in die NPD eingeschmuggelt hatte, dass ein Verbotsverfahren deswegen platzte, sollte es für einen Geheimdienst ermöglicht werden, ausländische Personen zu überwachen und Gruppen zu infiltrieren. Nicht der Verfassungsschutz, weil es sich nicht um Ermittlungen gegen den Versuch handelt, möglicherweise etwas gegen die Verfassung Deutschlands zu unternehmen, sondern ein Geheimdienst, weil es sich um Zellen handelt, die möglicherweise aus dem Ausland angeworben und gesteuert werden, um Deutschland nicht von außen, sondern von innen anzugreifen. Wie gerade im Iran gesehen. Es geht wohlbemerkt auch nicht um „Spionageabwehr“, sondern um „Verteidigung“. Und ganz sicher geht es nicht um von der EU sanktionierten Autoren wie Jacques Baud.

Aber damit ist man wieder bei Kontrolle und Überwachung

Es ist ein Unterschied, ob man versucht, flächendeckend alles und jeden zu überwachen, oder ob man gezielt Gruppen beobachtet und infiltriert, welche aus der Erfahrung in anderen Ländern missbraucht werden könnten, um von Außen einen Krieg ins Innere des Landes zu bringen. Das ist auch kein Rassismus oder Diskriminierung. Denn das Ziel ist nicht Unterdrückung oder Bestrafung, sondern Vorbeugung und Verteidigung gegen einen äußeren Feind im Inneren. Und dieser Feind ist kein Journalist oder Autor, welcher es wagt, auch die Sichtweise eines tatsächlichen oder angeblichen Feindes zu beschreiben.

Oder glauben Deutsche und Österreicher wirklich, dass bei ihnen niemals ein Regime-Change stattfinden wird der über Wahlbeeinflussung hinausgeht, wenn die Länder versuchen sollten, Teil der multipolaren Welt zu werden?

Bild: Karte der US-Regime-Wechsel-Operationen

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Mark Teufel ist das Pseudonym eines Autors, der in Südostasien und Deutschland lebt und vorwiegend über politische Themen in der Region schreibt. https://www.xinxii.com/mark-teufel-13018


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7 Kommentare

  1. Waerschtlamo 24. Januar 2026 um 7:42 Uhr - Antworten

    Die USA haben seit ihrer Existenzgründung keine Menschenrechte eingehalten und sie werden es auch niemals tun – alles andere ist gelaber.

  2. therMOnukular 23. Januar 2026 um 15:08 Uhr - Antworten

    Nein nein, bei uns wird’s das nie geben. Wozu auch? Latschen doch eh genügend Trottel immer brav in der Masse mit…..

    In Wahrheit muss man leider mittlerweile tatsächlich mit allem rechnen, was man sich als normal-anständiger Mensch gar nicht ausdenken könnte.
    Die Warner werden wie immer schon in der Geschichte verlacht (sofern sie Glück haben), oder existenziell vernichtet.

    PS: Dass keine Synagogen abgefackelt wurden, wundert mich keineswegs. Funfact: all die zahlreichen „antisemitischen Islamisten und Terrorgruppen“, die Israel angeblich ja auslöschen wollen, haben noch nie einen Anschlag in Israel verübt…… Man beißt nicht die Hand, die einen füttert.
    Der Autor irrt also in diesem Punkt – ES GESCHIEHT DIE LÄNGSTE ZEIT. Ich werte die meisten „Terrorattentate“ im Westen mittlerweile als Inszenierungen des „Nazionismus“, mit denen dieser Schurkenstaat die Regierungen und Gesellschaften der Welt erpresst.

  3. Jan 23. Januar 2026 um 13:37 Uhr - Antworten

    Ein Großteil des bedrohlich wirkenden Amalgams an jungen „Ausländern“ in Österreich ist hier aufgewachsen und sozialisiert worden. Die Opposition gegen „Bio-Österreicher“, auch die auf der Straße, ist eine Reaktion auf den Mist, der ihnen über Jahre täglich in den Schulen eingetrichtert worden ist und auf die fehlenden Aufstiegschancen. Man soll doch nicht denken, dass ein vierjähriger Moslem nicht voller Hoffnungen und natürlichem Ehrgeiz in die Vorschule gegangen wäre.

    Die im Krieg sozialisierten Kinder sind heute kaputt, behindert, im Drogenrausch, die PTBS schlägt durch, und froh, wenn sie einer kleinen Arbeit nachgehen können, die sie ablenkt.

    Also bleiben jene, die noch einigermaßen gesund aufgewachsen sind und als Jugendliche Militär und Mafia kennengelernt haben und danach nach Europa gekommen sind. Die haben eine Machete, weil sie verstanden haben, dass sie selbst Freunde und Familie schützen müssen und dass der Staat ihr Feind ist.

    Das haben sie mit jenen gemeinsam, die verstanden haben, dass der Staat sie behördlich vergiftet und die Justiz sie nicht schützt.

    Es wird nicht anders gehen, als dass der Staat alle mitnimmt, dazu gehört eine anständige Justiz, eine Abkehr vom Prinzip Leyen, ein Ende des Nudging, funktionale Perspektiven am Arbeitsmarkt und ein Vorwärtssprung in der Bildung.

    Läutet doch einmal bei den Radikalos in der Nachbarschaft an und fragt nach einer Bohrmaschine! Oder macht die Tür auf, wenn die Verhüllte von oben schnell eine Kinderbetreuung oder eine Zigarette braucht. Kann jede TKP-Omi machen. Wirkt besser als Fußfesseln.

  4. OMS 23. Januar 2026 um 11:47 Uhr - Antworten

    Die Gefahrenlage in Deutschland und Österreich sind eher gering <30%. Mehr gefährdet sind eher Frankreich, Belgien und die Niederlande >60%. In Polen oder Ungarn geht die Gefahr gegen Null.

  5. weirdo 23. Januar 2026 um 11:07 Uhr - Antworten

    Der Artikel trifft es wieder auf den Punkt. Die Vorgehensweise und das Muster ist überall zu sehen. 1:1 gerade in den USA, wo unter dem Vorwand der Migranten, die sie brav die letzten Jahrzehnte herein gelassen haben, jetzt Palantir & Co ihre feuchten Kontrollträume ausleben dürfen. Exakt das Gleiche Schema erwarte ich bei uns. Wenn man die Gestalten in Deutschland und Österreich sieht, die sich in gewissen Ballungszentren herum treiben, wird einem Angst und Bange. Da warten Einige sicher nur auf das „Go“ und dann Gnade uns Gott. Das wird ein Gemetzel. Und dann sind alle streichelweich und bereit für die komplette digitale Durchleuchtung. Es kotzt mich ja jetzt schon an, dass man auf Schritt und Tritt von Kameras beobachtet wird. Autobahnen sind bereits auf jedem Kilometer mit Überwachunsgeräten ausgestattet um angeblich Vignetten zu prüfen. Genau. Die Austria ID ist schon wunderschön ausgerollt und wird Jahr für Jahr auf mehr notwendige Dienste des Lebens angewendet. Ich versuche es, zu verdrängen, aber es wird keine nette Zukunft für uns, fürchte ich. Die immer gleiche Antwort von Mitmenschen, dass es so bequem ist und alles doch nur sicherer macht. Ich kann es nicht mehr hören. War es vor 30 Jahren unsicherer? Nein. Im Gegenteil. Jeden Älteren, den du befragst, sagt immer das Gleiche: Früher war es sicherer. So viel Kriminalität hat es nicht gegeben. Na sowas. Irgendwas passt da nicht zusammen.

  6. Hausmann_Alexander 23. Januar 2026 um 10:19 Uhr - Antworten

    Was ich persönlich sagen kann, ist, dass in Deutschland Veteranen dämonisiert und entwaffnet werden.

    Wenn mir das passiert, kann es jeden treffen.

    Jeder der gegen Terroristen kämpfen würde, wird mental gedemütigt, verleumdet und kriminalisiert.

    Jeder der nur wegen Geldes zur Bundeswehr gegangen ist oder zur Polizei um Behördenstatus zu bekommen, wird meiner Meinung nach nicht in Stande sein Deutschland bei solch einem Angriff zu verteidigen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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