Kein Krieg oder doch Krieg gegen den Iran?

17. Januar 2026von 8,8 Minuten Lesezeit

Möglicherweise stellt sich die verbale Entspannung durch Donald Trump als einer der üblichen „Verhandlungstricks“ heraus, mit der der Iran schon beim 12-Tage-Krieg überrascht worden war. Damals war noch der nächste Verhandlungstermin vereinbart worden, als quasi schon die ersten angreifenden Jets Israels unterwegs waren. Warum auch diesmal der Angriffskrieg kommen könnte?

Ca. um um 12 Uhr deutscher Winterzeit hat das Pentagon möglicherweise implizit den genauen Zeitpunkt des nächsten Angriffskrieg gegen den Iran mitgeteilt. Nur hat niemand zugehört. Die USS Abraham Lincoln benötige noch „7 Tage bis zur Angriffsposition„. Die USS George H.W. Bush ist noch 10 Tage vom Mittelmeer entfernt. Im Luftwaffenstützpunkt Al Udeid wird das Personal evakuiert.

Kriegsvorbereitungen laufen weiter

Es ist unwahrscheinlich, dass die USA 10.000 Mann Personal vom Größten Stützpunkt im Nahen Osten abziehen, wenn sie eine „diplomatische Lösung“ erreichen wollen. Das passiert nur, wenn man erwartet, dass der Iran Raketen auf die Basis abfeuert. Und das ist nur wahrscheinlich, wenn ein US/Israel-Angriff stattfindet oder unmittelbar bevorsteht.

Al Udeid liegt 200 km vom Iran entfernt. Shahab-3-Raketen erreichen den Stützpunkt in 4 Minuten. Die Evakuierung ist kein Rückzug. Die USA entfernen Wertgegenstände und mögliche Opfer, um erwartete Einschläge verkraften zu können.

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7 Tage, das bleibt dem Iran möglicherweise zur Vorbereitung auf einen Krieg. Ein Krieg, der entweder den Iran in atomare Asche verwandelt, weil Israel, dem beim Völkermord in Gaza nicht Einhalt geboten wurde, nun die letzten und größten Menschenrechtsverbrechen auch noch begeht, und Kernwaffen einsetzt. Oder Regierungen werden gestürzt werden, welche sich Israel und den USA untergeordnet haben, und Revolutionen wie 1979 im Iran werden über den Nahen Osten fegen. Wogegen die so genannten Farbrevolutionen nur ein Vorspiel sein könnten. Oder der Iran schafft es tatsächlich, an einem Tag 2.000 Raketen gegen Israel loszuschicken, was das Ende der Einwanderung sein dürfte.

„Ring of Fire“

Der Begriff „Chinese ‘RING OF FIRE’ Activated“ bezieht sich im Kontext des Iran auf eine geopolitische und militärische Strategie, die in aktuellen Berichten und Analysen diskutiert wird. Zunächst einmal ist der „Ring of Fire“ (auf Deutsch: „Feuerring“) ein etablierter Ausdruck für die langjährige iranische Strategie, Israel durch ein Netzwerk von Proxys und Verbündeten (wie Hisbollah im Libanon, Huthi-Rebellen im Jemen und Milizen in Syrien und Irak) zu umzingeln. Diese Strategie zielt darauf ab, Israel im Falle eines Angriffs auf den Iran in einen Mehrfrontenkrieg zu verwickeln, der den Angreifer schwächt oder isoliert. Westliche Analysten behaupten natürlich, der Iran würde den Ring of Fire für Angriffe gegen Israel benutzen, und der 7. Oktober wäre die Aktivierung gewesen, was längst bewiesener Unsinn ist, sich aber hält, weil es der Dämonisierung des Irans dient. Tatsächlich hat der Iran diesen „Feuerring“ über Jahrzehnte aufgebaut, um Abschreckung zu schaffen. Und er war offensichtlich während des 12-Tage-Krieges im Jahr 2025 gar nicht aktiviert worden.

Der Zusatz „Chinese“ und „Activated“ (aktiviert) deutet auf eine aktuelle Entwicklung hin, bei der China den Iran militärisch unterstützt, um diesen „Feuerring“ zu stärken oder zu aktivieren. Laut Berichten hat China dem Iran fortschrittliche Luftabwehrsysteme wie das HQ-9B geliefert, die die iranischen Verteidigungsanlagen verbessern und einen „chinesischen Feuerring“ um Israel herum schaffen sollen. Denn auch an Ägypten wurden diese fortgeschrittene Systeme zur Stationierung auf der Sinai-Halbinsel geliefert. Sie sollen Angriffe von den USA oder Israel abwehren, bzw. früh erkennen, und indirekt den iranischen Einfluss im Nahen Osten festigen. In einem kürzlich veröffentlichten YouTube-Video wird dies explizit thematisiert: Es wird spekuliert, dass chinesische Lieferungen (z. B. per Flugzeug) den Iran vor US-Angriffen schützen und den „Ring of Fire“ aktivieren, während der ehemalige iranische Kronprinz Reza Pahlavi Israel um Hilfe bittet. Im Prinzip passt dies in den Kontext chinesisch-iranischer Kooperation, die sich auf Waffenlieferungen, Wirtschaftshilfe (z. B. Ölimporte) und diplomatische Unterstützung erstreckt, um westliche Einflüsse (insbesondere aus den USA und Israel) zu kontern.

Bedenken in arabischen Ländern

In arabischen Ländern, insbesondere in den Golfstaaten, wird die Möglichkeit eines Angriffs von Israel und den USA auf den Iran größtenteils mit Besorgnis und Gegnerschaft diskutiert. Viele Regierungen, darunter Saudi-Arabien, Qatar, Oman und Ägypten, haben intensiv diplomatisch in den USA interveniert, um eine Eskalation zu verhindern. Sie warnen vor regionaler Instabilität, wirtschaftlichen Schäden wie steigenden Ölpreisen und der Gefahr, dass ein Angriff die iranische Regierung sogar wieder stabilisieren könnte, indem er die Iraner vereint.

In diesem Sinn haben 21 arabisch-islamische Staaten, darunter Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei, israelische Angriffe auf iranische Einrichtungen verurteilt und zu Deeskalation und einem nuklearfreien Nahen Osten aufgerufen. In sozialen Medien und Berichten wird hervorgehoben, dass Golf-Staaten wie die VAE und Saudi-Arabien neutral bleiben wollen, um iranische Vergeltung zu vermeiden, und die USA drängen, Diplomatie zu priorisieren. Was die Falken in der politischen Elite der USA verzweifeln lässt, die gehofft hatten, endlich wieder „bomb, bomb, bomb Iran“ singen zu können.

Allerdings geht es weniger um Völkerrecht oder Menschenrechte, sondern um den Schutz der eigenen Länder, und vor allen Dingen die Sicherung der laufenden Profite, ohne dass eine Krise ausbricht, die alles durcheinanderwirbeln wird. Oman wird als eine der wenigen Stimmen, die darüber hinausgehen genannt, und gelobt weil es ein Gewissne habe, und das Land Israel und die USA für jede Eskalationen verantwortlich macht. Dabei muss man immer daran denken, dass in der Mehrzahl der reichen arabischen Länder Diktaturen herrschen, welche durch westliche Länder unterstützt werden, um vor Revolutionen und Umstürzen sicher zu sein.

Russlands Sicht

In Russland wird die Debatte um einen potenziellen Angriff von Israel und den USA auf den Iran scharf ablehnend geführt. Die russische Regierung, einschließlich Präsident Putin und des Außenministeriums, warnt die USA explizit vor militärischer Intervention, die als „kategorisch inakzeptabel“ und „extrem gefährlich“ mit unvorhersehbaren Konsequenzen beschrieben wird. Russland positioniert sich als Vermittler und hat Gespräche mit Netanyahu und dem iranischen Präsidenten Pezeshkian geführt, um Deeskalation zu fördern.

In russischen Medien und offiziellen Stellungnahmen werden israelische und US-Angriffe auf iranische Ziele (wie aus dem Konflikt 2025) als Verletzung des Völkerrechts verurteilt, aber auch insbesondere in Hinsicht auf die Bedrohung von russischen Arbeitern in Iran und dem Risiko eines nuklearen Krieges.

Kommentatoren wie Dmitry Medvedev, der „böse Cop“ unter den russischen Politikern, warnen vor einer „realen“ nuklearen Hysterie, und das Außenministerium betont, dass externe Einmischung in Irans Proteste inakzeptabel sei. Russland sieht den Iran als strategischen Partner und lehnt Regimewechsel ab, betont aber, dass es keine militärische Unterstützung leisten wird, um eigene Interessen nicht zu gefährden. Abgesehen davon dürfte Russland alle Hände voll mit dem Ukraine-Konflikt zu tun haben.

Die chinesische Positionierung

Chinesische Medien und offizielle Stellen diskutieren die Möglichkeit eines Angriffs mit starker Verurteilung und Aufrufen zur Zurückhaltung. China sieht US- und israelische Handlungen als Verletzung des Völkerrechts und der UN-Charta, die zu „katastrophalen Konsequenzen“ führen könnten. Aber auch Chinas Außenministerium betont Nicht-Einmischung, nicht nur in innere Angelegenheiten Irans und drängt auf Diplomatie, um einen breiteren Krieg zu vermeiden. Damit bleibt das Land seiner Linie treu, die schon so oft als Fehler angesehen wurde, aber immer öfter nun als Gegenpol zur USA positiv erkannt wird, je stärker die USA das Militär als „Lösung“ einsetzen.

China positioniert sich demnach wieder einmal als stabilisierende Kraft, kritisiert die USA für Eskalation und warnt, dass ein Angriff die US-Glaubwürdigkeit weiter schädigen würde. Insbesondere in der internen Kommunikation gegenüber der eigenen Bevölkerung, welche eine (nicht repräsentativ ermittelte) pro-iranische Meinung entwickelt hat, wird hervorgehoben, dass China den Iran unterstützt, aber nur diplomatisch, und keine militärische Hilfe leistet, um eigene wirtschaftliche Interessen zu schützen. Umfragen haben ergeben, dass die Chinesen erwarten, dass ihr Land mehr Verantwortung übernimmt. (Bei chinesischen Beiträgen auf X, die zum größten Teil von Hardcore-Exil-Chinesen oder US-Einfluss-Agenten zu bestehen scheinen, sieht man übrigens das gegenteilige Bild. Dort wird bemängelt, dass Trump nicht angegriffen hat.)

Pakistan

Pakistan ist eine oft unterstützte Atommacht, welcher China gerade Tarnkappenbomber der 5. Generation angeboten hat. Pakistan hat israelische und US-amerikanische Angriffe auf iranische Einrichtungen scharf verurteilt, darunter die Bombardements iranischer Nuklearanlagen. Die Regierung sieht diese als Verletzung internationalen Rechts und als Bedrohung für den Frieden in der Region. Islamabad unterstreicht das Recht des Irans auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta und steht in Solidarität mit dem Iran. Aber auch Pakistan sieht sich nicht als militärischer Verteidiger des Irans, so oft das auch durch das Internet geistert. Vielmehr versucht sich das Land als „Vermittler“ zwischen den USA und dem Iran zu positionieren. Und so heißt es, dass Trump das genutzt habe, und über pakistanische Kanäle signalisierte, dass er keinen Angriff plane. Wobei solche Äußerungen ja nur für den Tag gelten.

In der Breite steht die Bevölkerung Pakistans deutlicher an der Seite des Irans, was aus Demonstrationen während des 12-Tage-Krieges klar wurde. Aber das wird weniger ausgedrückt in den sozialen Medien, wo eher der Mittelstand vertreten ist. Ein Großteil der Nutzer in X zum Beispiel lehnt US-israelische Eingriffe zwar deutlich ab und warnt vor Chaos. Aber nicht wegen Völkerrecht oder Menschenrechten, sondern weil sie den Konflikt als Bedrohung für die regionale Stabilität ansehen. Anders als die Menschen auf den Straßen betonen sie, dass Pakistan neutral bleiben sollte, und begründen das damit, dass der Iran im Pakistan-Indien-Konflikt auch neutral blieb. Es gibt aber auch warnende Stimmen vor dem Einfluss von außen, mit dem Pakistan schlechte Erfahrungen habe. Es gibt Vorwürfe, dass Pakistans Militär (z. B. unter Asim Munir) zu US-freundlich sei und möglicherweise Unterstützung für Angriffe leistet, was als Verrat an der „Ummah“ (islamischen Gemeinschaft) gesehen wird. Aber das sind alles Einzelstimmen, es gibt keine repräsentativen Umfragen.

Zusammenfassung

BRICS hin oder her. Teheran ist auf sich alleine gestellt. Mit Diplomatie lässt sich die Aggression Israels und der USA nicht eindämmen. Zumindest öffentlich scheint noch nicht bewusst zu sein, dass der Angriff auf den Iran auch ein Angriff auf den ganzen Globalen Süden und BRICS ist.

Bild: von einem anonymen iranischen User mit KI erstelltes Bild, das die Situation des Landes symbolisieren soll.

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2 Kommentare

  1. Wonderwoman 17. Januar 2026 um 7:26 Uhr - Antworten

    Trump erhöht den Druck. Iran ist dialogbereit.
    „Aus diplomatischen Kreisen heißt es, die iranische Führung habe erkannt, dass politische und gesellschaftliche Zugeständnisse unumgänglich seien. Auch wirtschaftliche Reformen würden diskutiert. Besonders aufmerksam werde registriert, dass sich Teile des Basars – traditionell eine tragende Säule des Systems – zunehmend von der Regierung distanzierten.“

    Witkoff ist wieder mit dem Fall beauftragt. Er versichert, dass Trump lieber eine diplomatische Lösung sieht als eine militärische.

    Ganz sicher sind amerikan. und isr. Kräfte an dem Austand beteiligt. Jedoch verstärken sie nur, was ohnehin vorhanden ist. Die Demos kommen vor allem aus dem iran. Volk. Deswegen kündet das Regime nun auch Reformen an.

    Verhandlungen sind der beste Weg. Das wird vielleicht die Kriegstreiber auf beiden Seiten ernüchtern. So rate ich ihnen, mehr Sport zu betreiben, um ihre Aggressionen abzubauen – zB sind Überlebenstrips in der Wildnis sehr zu empfehlen, ohne Zündhölzer und so. Das kühlt das Mütchen…

    Es wird keinen Krieg geben.

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