EU entscheidet gegen Bauern: Mercosur ist durch

9. Januar 2026von 3,4 Minuten Lesezeit

EU-Kommission und ihre Stellvertreter in den Mitgliedsstaaten jubeln. Das Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika ist beschlossen – trotz massivstem Widerstand. Die Lebensmittelsicherheit in Österreich und der EU wird damit weiter geschwächt.

Nach Zugeständnissen an Rom hat man in der EU das umstrittene Mercosur-Abkommen durchgebracht – 25 Jahre nach Beginn der Verhandlungen. Sogar Frankreich unter Macron blieb bis zuletzt bei einem Nein, die französischen Bauern mobilisieren massiv gegen den Pakt und sehen ihr Geschäft nun durch Billigware aus Südamerika bedroht. Auch Polen und Österreich waren dagegen – doch es reicht eine Zustimmung von zwei Drittel der Staaten, die mehr als 65 Prozent der EU-Bürger repräsentieren.

Trotz des Neins aus Österreich jubelte die Außenministerin und Bilderbergerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS): „Es ist kein Geheimnis, dass ich mir gewünscht hätte, dass auch Österreich das Abkommen unterstützt. Denn klar ist: Unsere Wirtschaft, unsere Betriebe und unser Wohlstand werden massiv davon profitieren.“ Das sieht nur noch die Industriellenvereinigung so. Bauernlobbys und auch FPÖ haben eine ganz andere Perspektive – ähnlich jener, die sogar französische Regierungslinie ist.

Oppositionschef Herbert Kickl spricht von einem „schwarzen Tag für Österreichs Landwirtschaft und einen beispiellosen Verrat an unserer Bevölkerung“, dieser sei „der Todesstoß für die Bauernschaft.“ „Die europäischen Systemparteien, allen voran die EVP, haben den Ausverkauf unserer Heimat an globale Konzerninteressen endgültig besiegelt. Das ist Verrat an der Heimat in Reinkultur“, so Kickl. Die ÖVP, eigentlich Bauernvertreter sah dabei tatenlos zu: „Das ‚Nein‘ Österreichs war von Anfang an eine Farce, eine reine Show für die Wähler. Die ÖVP wusste genau, dass ihre Stimme in der eigenen EVP-Parteienfamilie absolut nichts wiegt. Statt eine Allianz gegen diesen Wahnsinn zu schmieden, hat man die Bauern verraten und verkauft. Das ist das ultimative politische, erniedrigende Armutszeugnis für diese Partei.“

Kickl sieht den Pakt äußerst düster:

„Während unsere Bauern unter einer Lawine an Vorschriften, Zertifikaten, Regularien und dem absurden ‚Green-Deal‘-Wahn der EU begraben werden, flutet man unseren Markt mit Billigstprodukten aus Südamerika. Fleisch von Tieren aus Massentierhaltung mit niedrigsten Standards, für die unsere Bauern bestraft würden – all das soll bald in unseren Regalen landen. Das ist ein Frontalangriff auf unsere Lebensmittelsicherheit, unsere Qualitätsstandards und die Existenz tausender heimischer Familienbetriebe!“

Mit dieser Kritik ist er in Europa aber nicht alleine. Vor allem die starken Bauernlobbys in Frankreich und Polen betrachtet Mercosur ähnlich. Auch Ungarn war dagegen. Dazu kommt, dass die Bauern auch aus dem Osten unter Druck kommen. Aus der Ukraine wird der Markt schon jetzt mit Billigprodukten geflutet, der die EU-Landwirtschaft noch weiter unter Druck setzt.

Dazu die Kritik vom Bauernbund: „Wir sind nicht gegen Freihandel. Aber Freihandel braucht faire Regeln. Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren unter weltweit höchsten Umwelt- und Tierwohlstandards. Gleichzeitig werden Importe zugelassen, die diesen Standards nicht entsprechen. Das ist scheinheilig und setzt unsere Betriebe massiv unter Druck Es kann nicht sein, dass europäische Landwirte strengste Auflagen erfüllen müssen, während Produkte aus Drittstaaten zu völlig anderen Bedingungen auf unseren Markt kommen. Wer Zugang zum EU-Binnenmarkt will, muss unsere Standards einhalten – ohne Ausnahmen und ohne Schlupflöcher.“

Doch in Österreich ist es trotzdem absolut ruhig, Zeitungen berichten, das war es dann auch schon. In Frankreich ist das ganz anders. Dort üben Bauern seit Tagen den Aufstand, haben das Zentrum von Paris besetzt und rufen zur Revolte. Wenn sogar einer der führenden Globalisten wie Macron einknickt, sagt das einiges. Doch die EU zeigt sich einmal mehr als „Staatengefängnis“.

Trotz nationalstaatlichem Nein muss man sich fügen. Auch in Polen und Griechenland gibt es Proteste der Bauern. Die Proteste richten sich eindeutig gegen Brüssel. Nicht wenige Bauern fordern einen EU-Austritt ihres Landes, denn dies sei der Weg zum Austritt aus Mercosur.

Bild „Dairy farmers protest, Brussels, 5th of Oct. 2009“ by Teemu Mäntynen is licensed under CC BY-SA 2.0.

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.


USA verlassen Klima-IPCC und Dutzende UNO-Organisationen

Zweiter Oreshnik-Angriff auf Ukraine



 

9 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 9. Januar 2026 um 22:48 Uhr - Antworten

    Genau nach diesem Muster wird bald alles in der EU geregelt! Die Kommission entscheidet. Der Bürger ist dagegen? Egal, es wird trotzdem umgesetzt was die Kommission will, der Bürger hat zu folgen! Immer mehr Vorschriften, bei gleichzeitig weniger Rechten. Das wird bald in allen Bereichen durchgesetzt! Brüssel entscheidet und die Regierung des eigenen Landes muss folgen, sonst setzt Brüssel Strafen aus! Der Bürger kann dann zwar noch seine Landesregierung wählen, aber die hat absolut nichts zu sagen und führt nur aus, was ihr gesagt wird!
    Das gilt für das Klima, die Landwirtschaft, die Gesundheit, das Militär, die Freizeit, den Verkehr, die Lebensmittel, die Kommunikation, die Waren, die Arbeit, die Familie, das Privateigentum, das Wohnen usw. usw.

  2. Hunsruecker 9. Januar 2026 um 19:17 Uhr - Antworten

    Die Bauern bei uns haben sich schon an die neuen Gegebenheiten angepasst.
    Neben meinem Gemüseacker erstreckt sich eine riesige Wiesenlandschaft, Im Frühjahr gibt es einen ersten Schnitt, es wird Heu gemacht. Danach sind den Rest des Jahres Kühe mit Nachwuchs auf der Weide.
    Im letzten Jahr nicht mehr. Jetzt wird mehrmals gemäht, der Bauer hat einen nagelneuen Ladewagen und saugt das Gras ab. Neugierig wie ich bin, hab ich dann mal gefragt, was los ist.
    Biogas ist los, er macht jetzt in Biogas, und, der Monsterladewagen, mit Sicherheit sauteuer, ist mit freundlicher Unterstützung des Steuerzahlers finanziert. Also, langfristige Planung.
    Auch wo früher Getreide angebaut wurde, wächst jetzt irgendwelches Grünzeug und Rüben, alles für die Biogasanlage.
    Deshalb mault hier der Bauer nicht.

    • weirdo 9. Januar 2026 um 19:53 Uhr - Antworten

      Dann müssen die Leute am Land sich halt wieder Händln halten. In den südlichen Ländern staune ich immer wieder, wie selbstverständlich dort jeder fünfte Haushalt Hühner hat. Und kommt mir jetzt bitte keiner mit irgendwelchen EU-Richtlinien, dass man das nicht darf. Das interessiert einfach genau niemand. Isst man halt kein Rindfleisch mehr, wenn es wirklich kein europäischer Bauer mehr machen möchte. Wir sind alle nicht so hilflos, wie man uns immer einreden möchte. Wir müssen nur in die Gänge kommen. Ich kann dieses Gejammer nur noch schwer ertragen. Oje oje, dann gibts im Supermarkt nur noch Billigfleisch. Oje oje. Krieg ich nicht mehr jeden Tag Leberkässemmel und Schnitzi. Ist jetzt bitte nichts gegen dich persönlich, sondern gegen diese gesamte verweichlichte Wohlstandsgesellschaft.

      • Hunsruecker 9. Januar 2026 um 20:34 Uhr

        Danke für die freundlichen Worte
        Zum besseren Verständnis: Mein Gemüseacker ist so dimensioniert, daß ich 10 Prozent für mich brauche, der Rest wird verschenkt bzw getauscht.
        Körner Fleisch und Eier krieg ich für noppes, ich hab nur Angst, daß die Städter, die Woken, im Krisenfall, wenn die Lieferketten zusmmenbrechen, Stichwort Krieg, zum Plündern kommen.

  3. Sabine Schoenfelder 9. Januar 2026 um 15:22 Uhr - Antworten

    Dieses Abkommen ist NICHTS weiter als ein Angriff auf unsere selbstständige EIGENE Versorgung durch unsere Bauern !
    ..und VOLL unökologisch und V E R L O G E N. Mit jeder Menge zusätzlichem CO2 transportiert man Fleisch und andere Lebensmittel mit viel AUFWAND in die EU, IHR HEUCHLER, die wir hier 👉 regional zur Unterstützung unserer Bauern erwerben können….🤮
    Ein weiterer Schritt hinein in den Stakeholder- geleiteten Faschismus.
    Wir können Einfluß nehmen. Kaufen wir nur noch EINHEIMISCHE PRODUKTE oder europäische….soll diese importierte Ware in den Regalen verschimmeln.🖕

    • weirdo 9. Januar 2026 um 16:11 Uhr - Antworten

      Ich wollte gerade genau das Gleiche schreiben. Darauf gibt es nur eine Antwort: Wer den Dreck kauft, ist selber Schuld! Ich weiß schon, dass die geistesgestörte Bürokratie, mit der diese EU Elite krampfhaft versucht, uns in den Ruin und Wahnsinn zu treiben, deshalb für die Bauern nicht verschwindet. Aber hier entscheidet dann immer noch der Markt, sprich der Konsument. Wenn der Dreck in den Regalen verschimmelt, dann werden die Großhändler das auch nicht rüber holen. Punkt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Die Großstadtbevölkerung mit ihren Mohammeds haben zwar sicher nicht das entsprechende Bewusstsein, aber die restliche Bevölkerung legt – was ich beobachte – sehr großen Wert auf regionale Produkte. Ich hoffe also, dass es in diesem Fall der Markt regelt. Und wo es geht, versuche ich ohnehin, direkt beim Erzeuger zu kaufen. Dann wird es für die Bauern noch „leichter“.

    • Daisy 9. Januar 2026 um 16:22 Uhr - Antworten

      Mach ich natürlich auch. Aber ich fürchte, der Dreck wird billiger sein als die guten heimische Produkte. Viele können sich ja bald das Essen und Heizen nicht mehr leisten bei der hohen Inflation und düsteren Wirtschaftlage. Die Deindustrialisierung führt zu immer mehr Arbeitslosen. So viele Betriebe wandern schon ab, doch treibt die Regierung weiterhin nun auch den Mittelstand immer mehr in die Armut.

      • Dorothea 10. Januar 2026 um 12:23 Uhr

        Daisy@ Leider muss auch ich sparsam mit den Ausgaben, bezüglich Lebensmittelkosten, umgehen. Trotzdem schaue ich jetzt mehr auf Qualität statt billiger Quantität. Was nutzen günstige 10er Semmeln, die zäh sind und nach nichts schmecken? Oder billige 3er Krapfen mit ranzigem Ölgeschmack und mit einem halben Kilo Zucker bestreut?
        Das Fleisch im Supermarkt spottete besonders vor Weihnachten jeder Beschreibung. Insbesondere das Schweinefleisch. Der Anblick vermieste einen den Appetit auf Schweinsbraten oder Schnitzel. Graue Fleischstücke, die sich in der Verpackung aussaftelten. Öffnete man die Tür des Kühlgerätes, erfasste einen ein unangenehmer Geruch von verdorbenem Fleisch. Vielleicht war es auch nur ausgeronnener Fleischsaft, der nicht beseitigt wurde. Gibt es keine Kontrollen durch das Marktamt mehr? Will man uns dadurch tatsächlich den Fleischverzehr abgewöhnen?

      • Daisy 10. Januar 2026 um 21:21 Uhr

        Ja, das ist mir auch aufgefallen, dass sie vor Weihnachten ihren letzten Dreck anbieten, weil die Leute noch unbedingt was brauchen. ZB hat sich der Billa erdreistet statt der guten Manner Kochschokolade eine von Clever hinzulegen. Beim Spar hab ichs gekriegt. Vieles wurde so mit Eigenmarken ersetzt, die man normalerweise nicht nimmt. Ich mach immer die Sacher. Da brauch ichs.
        Fleisch ess ich nicht viel, da hab ich ein Biohendl ergattert als Truthahnersatz quasi :-)
        Naja, die Krämersee!en…oder das ist ein Gesetz, in jedem Obstnetz ist immer eins, das bald verschimmelt. Man muss es rasch finden und von den anderen trennen, sonst sinds alle hin.

        Aber so bewusst wie Sie sind andere leider nicht. Viele greifen zum Billigen, auch wenn sie sich das bessere leisten könnten. Ich mach das nie. In meinen Körper kommt mir kein solches Zeugs.
        Die Bauerkammer verlangt jetzt strikte Kennzeichnungspflichten. Ob das was wird? Gut wärs, um ein Bewusstsein bei den Leuten zu schaffen. Dann könnte es klappen, dass der Mist zum Ladenhüter wird – wie übrigens auch der ganze Veggiedreck. Diese Bereiche werden immer kleiner :-)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge