Gewonnen, oder erneute Kehrwende Trumps?

7. Januar 2026von 8,9 Minuten Lesezeit

Trump erklärt, er habe gewonnen, und Venezuela verkaufe den USA Öl zu Marktpreisen, und die USA würden die Erlöse verwalten, „zum Besten für Venezuela und die USA“. TKP beleuchtet, was das wirklich bedeutet und wie China und andere Länder auf die Venezuela-Krise regieren.

Donald Trump hat am 7. Januar 2026 angekündigt, dass Venezuela bis zu 50 Millionen Barrel Öl an die USA zu Marktpreisen liefern wird. Dies ist Teil eines Deals nach einer US-Militärintervention, bei der Präsident Nicolás Maduro entführt wurde. Das Öl soll verkauft werden, wobei die USA die Erlöse kontrollieren, um Venezuelas Infrastruktur aufzubauen. Trump erklärt, damit total gesiegt zu haben.

Was wurde wirklich vereinbart?

Tatsächlich bedeutet der „Kauf zu Marktpreisen“, dass Trump etwas macht, was US-Konzerne wie Chevron schon lange tun, nämlich jene, die sich mit der Regierung arrangiert haben. Der behauptete Unterschied ist, dass nicht Venezuela die Erlöse verwaltet, sondern die US-Regierung „zum Wohle der Venezolaner und der USA„. Angesichts der Historie von Trumps politischen Aussagen und der Komplexität der aktuellen Situation ist es natürlich verständlich, vorsichtig zu sein.

Und tatsächlich gibt es keine Bestätigung bisher, dass die Erlöse tatsächlich durch die USA kontrolliert und bestimmt werden. Aktuell gibt es keine detaillierten öffentlichen Vertragskopien oder Bestätigungen von Seiten der Venezolanischen Regierung, die im Kontext dieses speziellen „Marktpreis-Deals“ (z.B. die 30–50 Millionen Barrel) veröffentlicht wurden. Die Vereinbarungen und Details sind bisher mehr politisch aufgeladen und nicht vollständig transparent.

Nochmal: Die venezolanische Regierung hat öffentlich erklärt, dass sie mit den USA über Ölgeschäfte und Ressourcenverkäufe verhandelt habe. In diesen Erklärungen wird das „Marktpreis“-Angebot in Bezug auf mögliche Ölverkäufe betont. Aber die exakten Details der Vereinbarungen sind nicht veröffentlicht worden. Insofern gilt, dass Trump das realisiert hat, was Chevron seit Jahren macht, solange nichts anderes bewiesen wurde.

Venezuelas Außenministerium erklärte, dass sie “bereit sind, Marktbeziehungen” mit der USA zu pflegen, aber dass alle Lieferungen von Öl mit Bedingungen und politischen Gesprächen verknüpft sein würden. Die US‑Regierung ihrerseits hat durch offizielle Kanäle signalisiert, dass sie Ölkäufe zu Marktpreisen aus Venezuela in Betracht zieht, jedoch behauptet, dass die Erlöse unter US‑Kontrolle bleiben werden. Wer hier was wie interpretiert, ist noch unklar.

Trumps „Ungenauigkeit“

Trump ist bekannt für seine zunehmend ungenauen Aussagen und auch Fehlinformationen in Bezug auf politische Themen. Es gibt immer wieder Beispiele für Behauptungen, die später widerlegt oder relativiert wurden. The Guardian erklärt, dass es bei dieser Vereinbarung nicht nur um Öl gehe, sondern dass Trump die Möglichkeit eines Deals für politische Zwecke nutze, z. B. die Entlastung von US‑Ölunternehmen und die Möglichkeit, den Druck auf Venezuela durch die Kontrolle von Erlösen und Ressourcen zu verstärken. Das macht viele seiner Aussagen potenziell instrumentalisiert oder übertrieben in Bezug auf den praktischen Inhalt der Vereinbarungen. Möglicherweise geht es in erster Linie darum, Öl, das sonst nach China oder Russland geht, „vom Markt“ zu nehmen, um es dann als US-Material zu verkaufen.

Die genauen Vertragsbedingungen und Vereinbarungen über den Ölverkauf sind nicht in öffentlichen Quellen zugänglich. Die Regierungen beider Länder geben lediglich allgemeine Aussagen ab, aber keine detaillierten Dokumente. Das ist nicht selten bei geopolitischen Abkommen, die diplomatisch gehandhabt werden. So können beide Länder ihre Narrative pflegen.

Keine Bestätigung für Trumps Aussage

Um es noch einmal ganz klar zu machen: Die Venezolanische Regierung und die US-Regierung haben den Marktpreis im Allgemeinen als Grundlage genannt, aber keine spezifischen Verträge veröffentlicht. Was es aber gibt, sind verschiedene offizielle Erklärungen, die den Rahmen dieser möglichen Transaktionen skizzieren, wobei Marktpreis oft als allgemeiner Begriff verwendet wird, um die Handelslogik zu erklären — ohne auf die genauen Konditionen einzugehen.

Venezuela selbst betonte, dass es bereit sei, zu fairen Marktpreisen zu verkaufen, aber das Angebot politisch gebunden ist.

Was implizit ein Dementi der Aussage von Trump ist. Um es diplomatisch auszudrücken:

Die venezolanische Position relativiert die Trumpschen Aussagen, indem sie politische Rahmenbedingungen für Handelsgeschäfte betont. Trumps Behauptungen, die oft als rein wirtschaftliche Deals präsentiert werden, scheinen daher nicht vollständig die Komplexität der venezolanischen Außenpolitik zu berücksichtigen.

Die Reaktionen im Westen

Im Westen, insbesondere in den USA und Europa, überwiegt Skepsis und Kritik. US-Ölkonzerne zeigen wenig Begeisterung aufgrund niedriger Ölpreise, Instabilität in Venezuela und hoher Investitionsrisiken; Kritiker in den USA sehen die Intervention als imperialistische Aktion, die Big Oil nutzt, aber dem US-Volk schadet. In Europa verurteilen EU-Führer die Militäroperation als Verstoß gegen internationales Recht, äußern Panik über US-Aggression und fordern eine multilaterale Lösung, um weitere Eskalationen (z. B. bezüglich Grönland) zu vermeiden.

CNN zum Beispiel beschreibt, wie US-Ölunternehmen Trumps Pläne ablehnen, angeblich, weil Venezuelas Öl zu teuer zu fördern sei und der Markt übersättigt wäre. Dabei hört man aus anderen Quellen, dass es dringend Bedarf für den Typus von Öl aus Venezuela in den USA gebe. Man darf annehmen, dass die Konzerne lieber nicht in einem Wespennest investieren wollen, von dem vollkommen unklar ist, wie es sich entwickeln wird angesichts der Aggression Trumps. Denn zu behaupten, das Öl eines Landes gehöre den USA, es zu bombardieren um es zu erpressen, das Öl herauszurücken, ist nicht unbedingt das Umfeld, welches für ein friedliches und profitables Arbeiten der Konzerne sorgt.

In Europa sieht man den Krieg der USA gegen Venezuela als furchteinflößend an. Die Medien beginnen zu überlegen, welche Konsequenzen dieses Vorgehen für die Verbündeten in Europa bedeutet. In The Guardian findet man einen Bericht über EU-Bedenken.  Die Aktion schwäche multilaterales Recht und verstärkt Ängste vor Trumps unilateraler Politik. Welchen Verträgen, welchen völkerrechtlichen Regelungen kann man selbst als Verbündeter noch vertrauen?

Die Reaktion im Globalen Süden

Wie wir wissen, spielt die Musik des Wachstums und der Entwicklung inzwischen im so genannten „Globalen Süden„, insbesondere Russland, China, Indien. Die Reaktionen dort bleiben negativ, mit Betonung auf Verletzung der Souveränität und wirtschaftlichen Ausbeutung durch den Öl-Deal. In Venezuela wird der Deal als Fortsetzung der US-Aggression gesehen, mit Fokus auf Kriegsverbrechen. Russland verurteilt die Forderungen nach Abbruch von Beziehungen zu Partnern wie Russland selbst. China kritisiert es als „Erpressung“ und Verstoß gegen internationales Recht und schützt seine Investitionen. Indien zeigt gemischte Reaktionen mit einer Opposition, die die US-Aktionen verurteilt, während offizielle Statements den Deal im Kontext von Energie und Handel betrachten.

Die noch freien Medien in Venezuela und Offizielle der Regierung kritisieren Trumps Motive als Versuch, Venezuelas Öl und Ressourcen zu stehlen. Lokale Berichte sehen den Deal als Teil der US-Invasion mit Hinweisen auf die Opfer des Angriffs der USA. Der Fokus liegt auf Ablehnung der US-Kontrolle über Öl. Neben der Entführung von Maduro kommen nun auch stärker die über 80 Opfer des Angriffs und die Schäden in die Medien, welche die USA verursachten. Forderungen nach Reparationen werden erhoben, statt „das Öl gehört den USA“ anzuerkennen.

Russland

Russland verurteilt den Deal als erpresst und den Versuch, Venezuela zu zwingen, den Kontakt zu Russland und China abzubrechen. Das wird durch einen Bericht befeuert, der erklärt, dass die USA von Venezuela einen Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen Venezuelas zum Iran, zu China, Kuba und Russland als Vorbedingung für den Deal stellen. Was wiederum der Aussage Trumps widerspricht, dass Russland sein Öl weiter beziehen könne. Was auch immer man von Aussagen Trumps halten mag. Tatsächlich drängt die USA die Interimsregierung, alle Berater aus Russland, China, dem Iran und Kuba auszuweisen. Was bedeuten würde, dass sich Venezuela vollkommen der Gnade Trumps unterwerfen müsste. Es ist kaum anzunehmen, dass Venezuela das wagt, denn damit würde die derzeitige Regierungschefin diametral gegen ihre eigene Aussage handeln, nie mehr der Sklave eines Anderen werden zu wollen.

China

China verurteilt das US-Vorgehen als Erpressung und drastische Verletzung des Völkerrechts. Es fordert Schutz seiner Rechte und Investitionen in Venezuela. Insbesondere die Forderung an Venezuela, EXKLUSIV mit den USA im Ölbereich zu kooperieren, wird als Mobbing abgelehnt. Und so geht es wenige Stunden später noch drastischer weiter. Kaum eine Stunde später wird noch einmal nachgelegt. Die Rückkehr des Ressourcen-Imperialismus wird deutlich betont.

Ankündigungen im Internet, dass China Handelsrestriktionen verhängt hätte, für die Ende letzten Jahres aber ein Moratorium erklärt worden war, sind am 7. Januar nicht belegt.

Weitgehend unerwähnt in westlichen Medien ist die Tatsache, dass im Dezember Peking ein weiteres Strategiepapier zu Lateinamerika und der Karibik veröffentlicht hatte. Es war schon das dritte Papier dieser Art. So etwas gab es in der Vergangenheit nicht oder sehr selten.

In dem Papier wird eine positive Agenda für eine institutionalisierte, erweiterte und gestärkte Beziehung zu den Ländern Lateinamerikas und der Karibik skizziert. Dies spiegelt Chinas wachsendes Engagement in der westlichen Hemisphäre und seinen zunehmend umfassenden Ansatz wider, der Chinas Absicht bekräftigt, weiterhin eine alternative Weltordnung zu gestalten. D.h. Peking ist nicht bereit, sich einfach aus Venezuela zurückzuziehen, weil Trump ein paar Bomben auf das Land abwirft.

Indien

Die Opposition kritisiert die Regierungsreaktion als schwach. Medien diskutieren Auswirkungen auf Handel und Energie, mit Fokus auf Trumps Tarifdrohungen im Kontext russischen Öls. Im Detail: Rahul Gandhi kritisiert Regierung zu Trumps Bemerkungen über Indien und russisches Öl. Die Times of India berichtet, dass Trump (stolz) erklärte, Modi sei unzufrieden mit den Tarifen, in Zusammenhang mit dem Handel Indiens mit den USA und dem Kauf russischen Öls, also weniger Bezug auf Venezuela. Morning Digest (dynamische Seite) erwähnt Trumps Ankündigung, Venezuela überträgt 30-50 Millionen Barrel Öl an USA, ohne Wertung oder größere Kritik. Indianexpress erklärt den Lesern, dass Öl Venezuelas für US-Firmen kein gutes Geschäft sei.

Insgesamt scheint Indien relativ unberührt von den Vorgängen in Venezuela. Nur alternative Medien, wie Indianpunchline.com weichen davon ab. Dort wird z.B. berichtet, dass Venezuela nichts mit Drogen oder Migration zu tun habe, sondern es sei Trumps „Ukraine-Moment“. Darauf anspielend, dass die USA den Maidan angezettelt haben, um die Ukraine aus dem Einflussbereich Russlands zu entfernen und NATO-Raketen an seinen Grenzen zu stationieren. Der Artikel ist vermutlich einer der lesenswertesten, wenn man den Konflikt aus Sicht eines Neutralen sehen möchte.

Bild: US-Soldat vor brennenden Ölquellen im Irak

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8 Kommentare

  1. Varus 8. Januar 2026 um 5:28 Uhr - Antworten

    In Europa sieht man den Krieg der USA gegen Venezuela als furchteinflößend an. Die Medien beginnen zu überlegen, welche Konsequenzen dieses Vorgehen für die Verbündeten in Europa bedeutet.

    Sich nach einer anderen Weltmacht als Verbündeten umschauen? Ich kenne eine mit europäischem Hintergrund ganz in der Nähe.
    Vielleicht nicht ganz bekannt – die Mutter des letzten Zaren kam aus Dänemark. Heute schickt Dänemark 3% BIP den Banderas für Terr@r gegen Russland – Rekord in Westeuropa. Jetzt wollen die geliebten USA Grönland wegnehmen und es wird geweint?

  2. Fritz Madersbacher 8. Januar 2026 um 0:07 Uhr - Antworten

    „Die Vorkommnisse in Venezuela ordne man „nüchtern und realpolitisch“ ein, teilte FPÖ-Außenpolitiksprecherin Susanne Fürst am Mittwoch mit. „Die Vereinigten Staaten sind ein zentraler sicherheitspolitischer Akteur und handeln – wie jede Großmacht – auf Grundlage ihrer nationalen Interessen“, so Fürst mit Blick auf die Entführung von Staatschef Nicolás Maduro“
    („krone.at“, 07/01/2026)

    „Das Weiße Haus erklärt, dass die Trump-Regierung den Präsidenten von Venezuela und seine Ehefrau entführt und in die USA gebracht habe, wo sie wegen Narko-Terrorismus vor Gericht gestellt werden sollen. Der Vorwurf des Drogenhandels ist ein Vorwand für die erneute Plünderung der nationalen Ressourcen Venezuelas – so wie Saddam Husseins angebliche Massenvernichtungswaffen und Assads angeblicher Einsatz chemischer Waffen als Rechtfertigung für die amerikanische Militäraggression gegen Irak und Syrien dienten … Präsident Trump hatte der Welt den wahren Grund für seinen Angriff auf Venezuela bereits genannt. Trump sagte, er werde „unser Öl“ zurückholen. „Unser Öl“ ist Venezuelas Öl … Trumps Haltung, die Vereinigten Staaten seien befugt, das Eigentum anderer Länder zu stehlen, symbolisiert das Verhalten einer kriegstreiberischen Schurkenregierung, die der Unterstützung des amerikanischen Volkes unwürdig ist … In den Vereinigten Staaten ist Hegemonie kein Ausdruck amerikanischen Nationalismus. Sie ist ein Instrument von Geldinteressen“
    (Paul Craig Roberts, früheres US-Regierungsmitglied der Reagan-Administration, „Der Friedenspräsident zieht in den Krieg“, übersetzt auf „uncut.news.ch“, 06/01/2026)

    „Führende Außenpolitiker der AfD billigen die US-Gewaltpolitik gegenüber Venezuela, stimmen darin mit führenden CDU-Politikern bis hin zu Bundeskanzler Friedrich Merz überein … Frohnmaier [außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion] hat sich, wie Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul, in seinen Reaktionen jeder Kritik an der US-Gewaltpolitik enthalten; er hat behauptet, die venezolanische Bevölkerung weine Maduro keine Träne nach – und wer sich nun „gegen die USA“ wende, reagiere „hypermoralisch“. „Großmächte tun, was Großmächte schon immer getan haben“, erklärt Frohnmaier; es gelte jetzt zu „lernen, damit besser umzugehen und darauf zu reagieren“. Auch der AfD-Außenpolitiker Matthias Moosdorf bekräftigt, „entscheidend“ sei „das faktische Handeln von Großmächten“
    (erschienen am 7. Januar 2026 auf „GERMAN-FOREIGN-POLICY“, übernommen auf „Antikrieg.com“, 07/01/2026)

    „Man sollte daher erwarten, dass die EU den einseitigen Angriff der USA auf Venezuela Anfang 2026, der zur Entführung von Präsident Nicolás Maduro führte, verurteilt. Doch nichts dergleichen geschah …
    Stattdessen war die Reaktion der EU auf Präsident Trumps Angriff auf Venezuela ein Paradebeispiel für Ausflüchte. Europäische Staats- und Regierungschefs gaben vage, wortgleiche Erklärungen ab, in denen sie sich vor allem dazu verpflichteten, die Lage in Venezuela „genau zu beobachten“ … Zu diesem bedauerlichen Schauspiel gehörte auch die Behauptung des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, die rechtlichen Umstände des US-Vorgehens seien „komplex“ … Präsident Emmanuel Macron, der sich selbst als Verfechter einer „europäischen strategischen Autonomie“ bezeichnet, hat die US-Operation faktisch gebilligt und dabei Maduros fehlende Legitimität betont.
    Im krassen Gegensatz dazu haben Marine Le Pen und Jordan Bardella, die Vorsitzenden des rechtspopulistischen Rassemblement National, sich entschieden für das Prinzip der Souveränität und des Völkerrechts eingesetzt und die Operation als gefährlichen Machtmissbrauch verurteilt – ebenso wie die linke Partei Unbeugsames Frankreich“
    („Europa ignoriert die venezolanische Krise“, erschienen am 6. Januar 2026 auf „RESPONSIBLE STATECRAFT“, deutsche Übersetzung: „Antikrieg.com“, 07/01/2026)

  3. Fritz Madersbacher 7. Januar 2026 um 22:55 Uhr - Antworten

    „Nach scharfer Kritik an ihrem Schweigen haben die Freiheitlichen ihre Positionen zur US-Politik gegenüber Venezuela und Grönland präzisiert … Die Vorkommnisse in Venezuela ordne man „nüchtern und realpolitisch“ ein, teilte FPÖ-Außenpolitiksprecherin Susanne Fürst am Mittwoch mit. „Die Vereinigten Staaten sind ein zentraler sicherheitspolitischer Akteur und handeln – wie jede Großmacht – auf Grundlage ihrer nationalen Interessen“, so Fürst mit Blick auf die Entführung von Staatschef Nicolás Maduro“
    („krone.at“, 07/01/2026)

    Paul Craig Roberts, früheres Regierungsmitglied der US-Regierung Reagan, auf seiner Homepage („The Peace President Goes to War“):
    „Das Weiße Haus erklärt, dass die Trump-Regierung den Präsidenten von Venezuela und seine Ehefrau entführt und in die USA gebracht habe … Der Vorwurf des Drogenhandels ist ein Vorwand für die erneute Plünderung der nationalen Ressourcen Venezuelas – so wie Saddam Husseins angebliche Massenvernichtungswaffen und Assads angeblicher Einsatz chemischer Waffen als Rechtfertigung für die amerikanische Militäraggression gegen Irak und Syrien dienten … Präsident Trump hatte der Welt den wahren Grund für seinen Angriff auf Venezuela bereits genannt. Trump sagte, er werde „unser Öl“ zurückholen.
    „Unser Öl“ ist Venezuelas Öl … Trumps Haltung, die Vereinigten Staaten seien befugt, das Eigentum anderer Länder zu stehlen, symbolisiert das Verhalten einer kriegstreiberischen Schurkenregierung, die der Unterstützung des amerikanischen Volkes unwürdig ist … In den Vereinigten Staaten ist Hegemonie kein Ausdruck amerikanischen Nationalismus. Sie ist ein Instrument von Geldinteressen …“
    (Paul Craig Roberts, „Der Friedenspräsident zieht in den Krieg“, Januar 6, 2026; deusche Übersetzung auf „uncut.news.ch“, 07/01/2026)

    „Führende Außenpolitiker der AfD billigen die US-Gewaltpolitik gegenüber Venezuela, stimmen darin mit führenden CDU-Politikern bis hin zu Bundeskanzler Friedrich Merz überein und weiten die Gemeinsamkeiten im Hinblick auf eine mögliche künftige Koalitionsbildung aus … Dabei kann sich die AfD mit ihrer Akzeptanz für die US-Gewaltpolitik gegen Venezuela als eine Partei profilieren, die laut einem Experten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) Deutschland und Europa „auf eine neue Ordnung ausrichtet“
    Die intensive Annäherung an die MAGA-Bewegung bzw. die Trump-Administration ist für die AfD ein wichtiger Schritt, um Koalitionsfähigkeit zu erlangen: Sie demonstriert … den Willen zu transatlantischer Kooperation, der für ihre potenziellen Koalitionspartner CDU und CSU unverzichtbar ist … Frohnmaier [außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion] hat sich, wie Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul, in seinen Reaktionen jeder Kritik an der US-Gewaltpolitik enthalten; er hat behauptet, die venezolanische Bevölkerung weine Maduro keine Träne nach – und wer sich nun „gegen die USA“ wende, reagiere „hypermoralisch“. „Großmächte tun, was Großmächte schon immer getan haben“, erklärt Frohnmaier; es gelte jetzt zu „lernen, damit besser umzugehen und darauf zu reagieren“. Auch der AfD-Außenpolitiker Matthias Moosdorf bekräftigt, „entscheidend“ sei „das faktische Handeln von Großmächten“
    („Führende AfD-Außenpolitiker billigen die US-Gewaltpolitik gegenüber Venezuela“, erschienen am 7. Januar 2026 auf „GERMAN-FOREIGN-POLICY“, übernommen auf „Antikrieg.com“, 07/01/2026)

    „Präsident Emmanuel Macron, der sich selbst als Verfechter einer „europäischen strategischen Autonomie“ bezeichnet, hat die US-Operation faktisch gebilligt und dabei Maduros fehlende Legitimität betont. Im krassen Gegensatz dazu haben Marine Le Pen und Jordan Bardella, die Vorsitzenden des rechtspopulistischen Rassemblement National, sich entschieden für das Prinzip der Souveränität und des Völkerrechts eingesetzt und die Operation als gefährlichen Machtmissbrauch verurteilt – ebenso wie die linke Partei Unbeugsames Frankreich“
    („Europa ignoriert die venezolanische Krise“, erschienen am 6. Januar 2026 auf „RESPONSIBLE STATECRAFT“, deutsche Übersetzung: „Antikrieg.com“, 07/01/2026)

  4. Sabine Schoenfelder 7. Januar 2026 um 18:14 Uhr - Antworten

    Wer weiß tatsächlich, ob CHINA das Öl zu Marktpreisen einkaufte ? 😳 Wer kennt die Verträge ? Schätze, der amerikanische Geheimdienst.
    Es ist genug für alle da, wenn man es in ausreichender Menge zu fördern vermag. 80% des bislang generierten Öls ist garantiert nur ein Bruchteil des potentiellen Umfangs und so könnten wirksame Verträge mit China weiterlaufen….👍🏼

  5. Sabine Schoenfelder 7. Januar 2026 um 17:03 Uhr - Antworten

    Daß China hier zu intervenieren versucht, da bislang 80% des gewonnenen venezolanischen Öls China einkassierte, dürfte auf der Hand liegen.
    Wie wurde es eigentlich transportiert? Etwa CO2-generierend über die Meere… ?? 😂
    Da wird Trump noch zum Öko-Papst, nebenbei, denn in den USA ist das Öl schneller….Gerade darin liegt Amerikas Vorteil. Venezuela liegt vor der Tür. WAS soll China unternehmen ?
    Ansonsten kann nur spekuliert werden, denn es wird gelogen bis sich die Balken biegen, allerseits…..
    Trump rüttelt an allen völkerrechtlichen Vereinbarungen, um ein neues „Blatt“ für MAGA zusammenzustellen.
    Nicht jeder Trump(f) sticht. Venezuela, schätze ich, war einer. Am Iran wird er sich die Zähne ausbeißen….so er tatsächlich einen ernsthaften Putsch versuchen sollte.

  6. Nurmalso 7. Januar 2026 um 16:29 Uhr - Antworten

    Das dumme an der ganzen Geschichte ist ja, der Putin ruft immer noch diesen Hampelmann an. Da gibt es einfach nichts mehr zu telefonieren.

    • Varus 7. Januar 2026 um 17:05 Uhr - Antworten

      Trump ist bekannt für seine zunehmend ungenauen Aussagen und auch Fehlinformationen in Bezug auf politische Themen.

      Heute piratierte der US-Diktator einen russischen Tanker in der Nähe von Schottland, theoretisch ein Kriegsakt. Ob er auch darüber mit Putin telefonierte?

      Wie möchte er seine Aktion öffentlich erklären?

  7. Jan 7. Januar 2026 um 16:09 Uhr - Antworten

    Ich denke, dass die Infrastruktur zur Ölförderung sehr viele neue Investitionen erfordert. Angesichts der politischen Situation besteht das Risiko, das Private dort investieren und eine neue Regierung dann verstaatlicht. Möglicherweise versucht man dieses Risiko abzufedern, indem man die venezolanischen Einnahmen verrechnet.

    So schafft man natürlich keine Stabilität, aber Hunter Biden als Regierungschef war kaum besser.

    Die Verdrängung des russischen und chinesischen Einflusses ist ein nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt.

    Als Folge der Ressourcenproblematik dürfte demnächst Kuba kollabieren. Das wäre ein gefundenes Fressen, um sich einen karibischen Standort zu schaffen! Aus diesen Gründen müssen die USA übernehmen, Rubio steht schon länger in den Startlöchern.

    Die Vorgänge in Venezuela muss man sicher auch im Zusammenhang mit Kuba sehen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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