
Mysteriöser Tod in Korruptionsfall Netanjahu
In den sozialen Medien kursieren Gerüchte über einen Unfall mit Fahrerflucht, bei dem ein Richter getötet wurde, der in einem Korruptionsfall wegen deutschen U-Booten gegen den israelischen Premierminister Netanjahu ermittelte. Hier die Fakten.
Der Tod von Richter Beni Sagi, Präsident des Bezirksgerichts in Beersheba (Be’er Sheva), hat in den letzten Tagen für Aufsehen gesorgt, insbesondere im Kontext des langjährigen Korruptionsskandals um den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu. Viele Details stammen aus Nachrichtenagenturen und Social-Media-Beiträgen, die unterschiedliche Interpretationen bieten.
Wer war Richter Beni Sagi?
Beni Sagi (auch Benny Sagi geschrieben) war ein erfahrener israelischer Richter, der seit über 20 Jahren im Justizsystem tätig war. Er wurde vor weniger als einem Jahr zum Präsidenten des Bezirksgerichts in Beersheba ernannt. Sagi galt als hochangesehen: Israelische Quellen beschreiben ihn als „bescheiden und demütig“, „außergewöhnlich talentiert“ und „einen wunderbaren Familienvater“. Er hinterlässt eine Familie, und Präsident Isaac Herzog sowie der Oberste Gerichtshof drückten ihr Beileid aus.
Der Fall, in dem Deutschland involviert ist
Sagi war in mehreren sensiblen Fällen involviert, darunter dem „Tzahi Livor“-Fall, der ein zentraler Bestandteil des sogenannten „Case 3000“ ist. Case 3000, auch bekannt als der „U-Boot-Skandal„, dreht sich um Vorwürfe der Korruption bei der Beschaffung von U-Booten und Kriegsschiffen aus Deutschland durch Israel. Der Deal belief sich auf Milliardenbeträge und soll Bestechung, Betrug und Geldwäsche beinhalten. Netanyahu selbst wird in diesem Fall nicht direkt angeklagt, aber enge Verbündete wie sein ehemaliger Anwalt und andere Persönlichkeiten aus seinem Umfeld sind betroffen. Sagi spielte eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung von Details in diesem Skandal, was ihn zu einer wichtigen Figur in den laufenden Untersuchungen machte.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Der Tod von Beni Sagi: Unfall oder verdächtig?
Sagi starb am 4. Januar 2026 bei einem Verkehrsunfall auf der Route 6 in Israel. Er fuhr auf einem Motorrad, als ein Fahrzeug ihn traf – einige Quellen sprechen von einem „Hit-and-Run„-Vorfall oder einem „schockierenden Crash“. Israelische Medien wie The Times of Israel und The Jerusalem Post berichten es als tragischen Unfall, ohne Hinweise auf evt. Hintergründe, und betonen den Schock in der Justizgemeinde.
Nicht-westliche Quellen, insbesondere iranische Nachrichtenagenturen wie IRNA und Mehr News, bezeichnen den Tod jedoch als „verdächtig“ (suspicious). Sie verbinden ihn direkt mit Sagis Rolle im Korruptionsfall gegen Netanyahu und spekulieren über eine mögliche Beteiligung von Interessengruppen, die den Skandal vertuschen wollen.
Ähnliche Beiträge auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) von Accounts mit iranischem oder anti-israelischem Fokus wiederholen diese Sichtweise und nennen es eine „physische Eliminierung“. Andere Posts, wie von US-amerikanischen oder israelischen Nutzern, bleiben bei der Unfallversion und fordern keine weiteren Untersuchungen. Bislang gibt es keine offiziellen Ermittlungen, die auf ein Verbrechen hindeuten, und israelische Behörden haben den Vorfall als Unfall klassifiziert. Dennoch hat der Zeitpunkt – inmitten anhaltender Debatten über Netanyahus Prozess, der von Kritikern als zu langwierig kritisiert wird – Spekulationen angeheizt. Einige Beobachter sehen Parallelen zu anderen Fällen politischer Korruption, wo Zeugen oder Beteiligte unter mysteriösen Umständen starben, aber das bleibt natürlich spekulativ.
Keine Informationen zum Täter
Noch gibt es keine offiziellen Angaben darüber, dass der Unfallverursacher identifiziert oder festgenommen wurde. Der Vorfall wird von der israelischen Polizei als Verkehrsunfall behandelt, bei dem ein Fahrzeug Sagis Motorrad auf der Route 6 traf. Es wird spekuliert, dass das beteiligte Fahrzeug aus einem offenen Gelände auf die Fahrbahn eingefahren sein könnte, was auf einen möglichen Hit-and-Run hindeuten könnte, aber das ist nicht bestätigt.
Hintergrund zu Case 3000
Die Bundesregierung hat die ersten beiden Dolphin-U-Boote vollständig finanziert und das dritte teilweise (insgesamt rund 900 Millionen Euro für die ersten fünf). Dies geschah in den 1990er Jahren als direkte Subvention aus dem Bundeshaushalt. Deutschland hat weitere U-Boote subventioniert, darunter drei neue im Wert von drei Milliarden Euro (mit Zuschüssen bis zu 540 Millionen Euro). Solche Deals laufen seit den 1990er Jahren und umfassen insgesamt sechs bis neun Dolphin-Klasse-U-Boote.
Die U-Boote wurden nachträglich zum Abschuss von Kernwaffen umgebaut, was auf Grund der Spezifikationen vorhersehbar war. Es wurde durch Expertenberichte bestätigt, obwohl Israel sein nukleares Programm offiziell weder bestätigt noch leugnet. Die Dolphin-U-Boote (und deren Nachfolger) wurden modifiziert, um nuklear bestückte Cruise-Missiles (z. B. Popeye Turbo) abzufeuern.
Der Fall 3000 ist einer von mehreren Korruptionsfällen gegen Netanyahu (einschließlich Case 1000, 2000 und 4000). Es geht um den Kauf von ThyssenKrupp-U-Booten durch Israel zwischen 2009 und 2016. Vorwürfe lauten auf Bestechung: Netanyahu soll Einfluss genommen haben, um den Deal zu fördern, im Austausch für Gefallen. Beteiligt sind Figuren wie Netanyahus Cousin und ehemalige Berater. Der Fall hat internationale Dimensionen, da Deutschland involviert ist, und führte zu Untersuchungen in beiden Ländern. Netanyahu bestreitet alle Vorwürfe und sieht sie als politische Hexenjagd. Der Prozess läuft seit Jahren, und Sagis Tod könnte Verzögerungen verursachen, da er in einem Schlüsselzweig involviert war. Kritiker wie der ehemalige Oberste Richter Aharon Barak haben den Prozess als „zu lang“ kritisiert.
Bild: Wikipedia-Artikel
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