Teurer Strom: Offshore-Windparks liefern bis 50% weniger Energie als prognostiziert

15. Dezember 2025von 4,9 Minuten Lesezeit

Die neue Studie definiert die aerodynamische Obergrenze der Offshore-Windenergieerzeugung. Sie kommt zum Schluss, dass nationale politische Ziele die Energieerzeugung um bis zu 50 % überschätzen. Das ist ein weiterer Grund warum Offshore Windparks den Strom erheblich teurer machen.

Der Ausbau von Offshore Windparks ist in jüngster Zeit mindestens rückläufig. Für Betreiber rechnet es sich nur, wenn es massive Subventionen aus Steuergeld gibt. Deutschlands erste Offshore-Windpark-Auktion ohne staatliche Subventionen blieb Anfang August 2025 ohne ein einziges Gebot. Die Kosten der Errichtung von Windrädern im Meer sind noch einmal erheblich höher als an Land. Dazu kommen auch hohe Kosten für den Netzanschluss. Für Steuerzahler und Konsumenten ist Strom aus Windkraft eine teure Angelegenheit. Entweder man zahlt über Subventionen , höhere Leistungspreise oder verdoppelte Netzentgelte, wie das in den Niederlanden schon der Fall ist.

Nun kommt eine neue Studie zum Schluss, dass auch die erwarteten Erträge nicht eintreffen. Die Studie von Carlos Simão Ferreira et al mit dem TitelA theoretical upper limit for offshore wind energy extraction“ (Eine theoretische Obergrenze für Offshore-Windenergiegewinnung), die in Cell Reports Sustainability veröffentlicht wurde, hat ernsthafte Zweifel an den ehrgeizigen Zielen für die Offshore-Windenergie aufkommen lassen.

Die Forscher fanden heraus, dass Offshore-Windparks weltweit offenbar nicht in der Lage sind, die von den nationalen Regierungen versprochenen Energieerträge zu liefern. Unter der Leitung von Carlos Simao Ferreira von der Technischen Universität Delft analysierte die Studie Daten von 72 Windparks über 420 Betriebsjahre in ganz Europa und zeigte, dass die aktuellen politischen Ziele die tatsächliche Energieproduktion oft um bis zu 50 Prozent überschätzen.

Das Team entwickelte ein Modell zur Definition der „physikalischen Obergrenze” der Leistung von Offshore-Windparks und zeigte auf, wie dicht gepackte, große Turbinen einen Punkt sinkender Erträge erreichen können – an dem das Hinzufügen weiterer Turbinen nicht zu einer proportionalen Steigerung der Energieausbeute führt.

Da Windparks immer dichter werden, konkurrieren die Turbinen um die gleichen Windressourcen, was die Gesamteffizienz des Parks verringert. Die Studie bezeichnet dies als „Windschatten” oder „Nachlaufeffekt”, bei dem stromaufwärts gelegene Turbinen den Wind für die stromabwärts gelegenen Turbinen verlangsamen.

Das entlarvt auch den Unsinn von der „erneurbaren“ Energie. Es wird ein geringer Teil der kinetische Energie der Luftmassen in Strom umgewandelt. Diese Energie fehlt den Luftmassen und damit wird nach dem Bernoulli-Prinzip der Druck und damit in der Folge die Geschwindigkeit reduziert.

Unter Verwendung dieses validierten Modells bewerteten die Forscher die Offshore-Windkraftziele mehrerer Länder, darunter Großbritannien, Frankreich, Deutschland, die USA, die Niederlande und Belgien.

Ihre Analyse ergab erhebliche und systematische Diskrepanzen zwischen den nationalen politischen Prognosen und den realistischen aerodynamischen Grenzen. Insbesondere das niederländische Offshore-Windprogramm wies die deutlichste Überschätzung auf und prognostizierte Kapazitätsfaktoren, die fast 50 Prozent über den realistischen Grenzen lagen.

Ähnliche, wenn auch weniger extreme Überschätzungen wurden für Frankreich (bis zu 22 Prozent), Belgien (24 Prozent) und die USA (13 bis 20 Prozent) festgestellt. Solche weit verbreiteten Diskrepanzen unterstreichen das globale Risiko überhöhter Erwartungen, die zu fehlgeleiteten Investitionen, Fehlern in der Infrastrukturplanung und Engpässen in der Energieversorgung führen können, warnt die Studie.

Das zeigt auch die grafische Zusammenfassung der Studienergebnisse:

Da die Länder um den Ausbau der Offshore-Windkapazitäten wetteifern, warnt die Studie, dass eine Überfüllung der begrenzten Meeresflächen mit Turbinen die Gesamteffizienz weiter verringert.

Die aktuellen Pläne der Niederlande, die Turbinendichte in der Nordsee zu erhöhen, könnten zu einem Kapazitätsfaktor von nur 34,6 Prozent führen, was weit unter dem liegt, was versprochen wurde.

Dieser Mangel könnte laut den Forschern bis 2040 zu einer Lücke von 20 Prozent bei der geplanten Stromerzeugung führen.

Keiner der 72 bestehenden Parks, die Ferreira untersuchte, erzeugt mehr als 50 Prozent der maximalen Kapazität, auch nicht in der Nordsee.

Die Autoren lehnen Offshore-Windenergie als Lösung zwar nicht ab, fordern aber die politischen Entscheidungsträger auf, realistischere Planungen vorzunehmen, die den physikalischen Beschränkungen der Windenergiegewinnung Rechnung tragen.

In der Zusammenfassung schreiben die Autoren unter anderem:

„Mit zunehmender Größe und Dichte der Windparks verändern diese die atmosphärische Grenzschicht und erreichen die starken geostrophischen Winde in einigen Kilometern Höhe über der Oberfläche. Die Energiegewinnung hängt vom vertikalen Impulsübergang dieser Höhenwinde auf die Turbinen ab, wodurch eine physikalische Obergrenze für die nutzbare Energie entsteht.“

Diese Feststellung ist in dieser Deutlichkeit noch gar nicht oder kaum bekannt. Dass der Einfluss der Windparks bis in einige Kilometer Höhe reicht, unterstreicht den daraus folgenden Einfluss auf das Klima, wie das schon in einigen Studien festgestellt wurde. Fakt ist, dass Windfarmen zu Erwärmung im Bereich der Windparks und darüber hinaus festgestellt haben. Eine Studie aus Texas bezifferte die Erwärmung mit 0,72 Grad pro Dekade, was auch aus den Daten im österreichischen Burgenland abzuleiten ist.

Zum Einfluss auf die Stromkosten stellen die Forscher fest:

„Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Überschätzung des Kapazitätsfaktors eines Windparks zu einer Überschätzung seiner Energieproduktion und damit zu einer Unterschätzung der Energiekosten führt.“

Unter dem Strich liefern Windparks also erheblich teureren Strom als aus Kohlenwasserstoffen (Erdöl, Erdgas, Kohle) oder Atomkraftwerken.

Dazu kommen gesundheitliche Schäden durch den Infraschall, die Kontamination von Boden und Ozeanen mit PFAS, den „ewigen Chemikalien“, über die Vegetation und Nahrung die Gesundheit von Tieren und Menschen schädigen. Zusätzlich haben sie noch einen Einfluss auf das Klima – sie sorgen für Erderwärmung.


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Ein Kommentar

  1. VerarmterAdel 15. Dezember 2025 um 9:48 Uhr - Antworten

    Interessiert das ferngesteuerten Schwarzköpfe und Berufsschwerstkriminellen der Klimasekte, die das Land gezielt vor die Wand fahren mit ihrer Politik der maximalen Idiotie? Nein, natürlich nicht.

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