Blutbad am Goldmarkt

29. Oktober 2025von 2,7 Minuten Lesezeit

Nach dem Rausch kommt der Kater: Nach einem scheinbar nicht zu stoppenden Aufstieg ist der Goldpreis dramatisch eingebrochen. Über drei Billionen wurden am Goldmarkt innerhalb einer Woche ausgelöscht.

Der Goldmarkt hat nach dem Aufstieg auf Rekordhöhen von an die 4.400 US-Dollar einen dramatischen Einbruch erlebt. Nach dem Goldrausch ist ein dramatischer Einbruch auf unter 4.000 Dollar gekommen. Für Langzeitanleger kein Problem, wer aber am Höhepunkt eingestiegen ist, startet mit einem Minus.

TKP hat Mitte Oktober berichtet und warnende Stimmen veröffentlicht: Lange Schlangen vor den Goldhändlern zeigten eine große Euphorie am Markt – und wie so oft: Wenn alle ihr Geld bereitwillig in den Markt schieben, zieht das große Kapital nicht selten seine Gewinne raus. Es folgte der größte Crash seit 12 Jahren.

Blicken wir kurz auf die Entwicklungen:

Der Oktober 2025 begann vielversprechend für Gold. Der Preis kletterte auf neue Höhen, getrieben von geopolitischen Spannungen, einer schwachen US-Wirtschaft und der Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die Federal Reserve. Bis Mitte des Monats notierte Gold bei rund 4.381 Dollar, was einem Jahreszuwachs von über 50 Prozent entsprach.

Analysten der Finanzmärkte werben für Gold und Edelmetall, da es als sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit glänzt, während Aktienmärkte schwanken.

Doch dann kam der Umschwung: Innerhalb weniger Tage verlor Gold mehr als 10 Prozent an Wert, fiel auf 3.963 Dollar und löste Panikverkäufe aus. Silber und Platin folgten mit ähnlichen Einbußen, was den gesamten Edelmetallsektor in Mitleidenschaft zog.

Nach dem massiven Anstieg im Jahr 2025 – Gold stieg um 55 bis 57 Prozent – suchten die großen Investoren nach Ausstiegen. Zudem dürfte die Nachfrage gesunken sein, weil es aktuell Optimismus bezüglich des US-China-Handelsabkommens wieder gut aussieht. Das kann sich aber schnell ändern, wie wir durch den sprunghaften US-Präsidenten wissen. Auch der Dollar wurde zuletzt wieder etwas stärker. ´

Trotzdem ändert der Trend nichts am Langzeittrend: Im März durchbrach der Goldpreis erstmals 3.000 US-Dollar, diese Marke hat er weit überflügelt – auch nach dem Einbruch. Es ist ein Regime-Change, Gold wird wertvoller, während sich der Dollar und andere Währungen entwerten. TKP hat berichtet. Trotz des Chaos sehen viele Analysten den Rückgang als temporär an. JPMorgan prognostiziert einen starken Rebound, mit Preisen um 3.675 Dollar Ende 2025 und über 4.000 Dollar bis Mitte 2026. Während der aktuelle Absturz wie ein Blutbad wirkt, könnte er den Boden für neue Höhen bereiten.

In absoluten Zahlen ist der Absturz aber brutal: 3,37 Billionen US-Dollar wurden in einer Woche am Goldmarkt vernichtet. „Vernichtet“ ist allerdings nicht wirklich korrekt: Ja, das Geld ist vom Markt genommen – allerdings hat es jemand anderer, der noch Käufer für sein Gold gefunden und/oder auf fallende Preise gewettet hat.

Zum Vergleich: Der gesamte Bitcoin-Markt hat eine Marktkapitalisierung von 2,2 Billionen US-Dollar. Microsoft hat einen Börsenwert von 3,8 Billionen Dollar.

Anleger, die am Höhepunkt gekauft haben, haben aktuell Verluste – sofern sie ihr Gold wieder verkauft haben. Diese Woche scheint sich der Markt aber bereits wieder stabilisiert zu haben, der Trend setzt bereits wieder auf steigende Preise. Der Goldrausch könnte also ziemlich schnell wieder weitergehen.

Bild „NBP Gold“ by covilha is licensed under CC BY 2.0.

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18 Kommentare

  1. Sabine Schoenfelder 31. Oktober 2025 um 8:48 Uhr - Antworten

    Der Verfassungsschutz klärt auf : „Edelmetalle sind somit nicht nur Teil einer rechtsextremistischen Finanzierungsstrategie, sondern das Bewerben dieser trägt vor dem Hintergrund der durch die Akteure konstruierten Bedrohungsszenarien indirekt auch zur Verbreitung von antisemitischrechtsextremistischen Vorstellungen und Narrativen bei.“…….so siehtˋs aus, liebe Goldspekulanten….😁✌️

  2. Glass Steagall Act 29. Oktober 2025 um 21:03 Uhr - Antworten

    Die großen Zentralbanken von China, Russland und weitere BRICS, verkaufen schon seit Jahren ihre Dollarbestände und tauschen sie Stück für Stück gegen Gold ein. Würden sie das auf einmal tun, würde Gold über 10.000 Euro in kürzester Zeit springen und ihre US-Dollar hätten kein Wert mehr. Deswegen machen sie es langsam, ohne Eile. Langfristig werden sie das Gold locker auf einen fünfstelligen Betrag treiben! Die kurzen Rücksetzer wie im Artikel beschrieben, ermuntert sie, wieder nachzukaufen.
    Während der Westen auf Inflation baut, bauen die BRICS auf die Stabilität von Gold! Außerdem planen die BRICS eine goldgedeckte Währung, während der Westen das Gegenteil unternimmt. Keine Sorge, Gold wird zwangsläufig weiter steigen, mit längeren Seitwärtsbewegungen und kleinen Rücksetzern, denn das aktuelle westliche Geldsystem ist am Ende!

    • Sabine Schoenfelder 30. Oktober 2025 um 12:51 Uhr - Antworten

      Eine „goldgedeckte“ Währung hört sich immer so solide an. Wer hat denn noch einen „Goldstandard“ ? Gerade das Fiatgeld ermöglicht unbegrenzte Macht, intransparente Finanzgebaren, unerschöpfliche Geldakquise ! Dieses Instrument werden die Akteure NIEMALS freiwillig aufgeben. Gold bedeutete eine begrenzte Menge Geld im Überblick. Völlig unerwünscht. Digitales, manipulierbares, KI-gesteuertes Bürgergeld ist die Zukunft.
      Gold ist für „das gute Gefühl“. Was wollen Sie damit zu Notzeiten ? Mit der Goldmünze zum Bäcker ? Gold ist für STAATEN ein bißchen Unabhängigkeit, aber im Endeffekt liegt der Wert der Zahlungsmittel in der Stärke des emittierenden Landes….Bodenschätze, geopolitische Ausrichtung, Militärstärke, globale Führerschaft usw.

      • Glass Steagall Act 30. Oktober 2025 um 18:38 Uhr

        Momentan hat niemand einen Goldstandard. Die USA haben ihn Anfang der 70er unter Nixon aufgegeben, um Geld für den Vietnamkrieg zu drucken. Seitdem hat der US-Dollar etwa 99% seines Wertes eingebüßt! Und mit ihm alle anderen Währungen.

        Die westlichen Staaten werden früher oder später das Gelddrucken aufheben müssen, denn die Inflation rennt schon teilweise und wird irgendwann noch schneller laufen! Wenn die Menschen feststellen, dass ihr Geld immer weniger Wert hat, werden sie Alternativen suchen und da sind Edelmetalle ein sicherer Hafen!

        Für den Bäcker wäre die Silbermünze besser! Auf die muss man aber 19% Steuer bezahlen, es sei denn, man lagert sie in einem Zollfreilager. Das Gold ist eher dafür da, sein Vermögen über die schlechte Zeit zu retten!

        Natürlich ist auch Agrarland eine Alternative zum Werterhalt oder zum Teil auch Immobilien.

      • Sabine Schoenfelder 30. Oktober 2025 um 19:21 Uhr

        Die westlichen Staaten werden früher oder später das Gelddrucken aufheben müssen..“ Das Denken Krall und Freunde schon lange. Trifft aber nicht zu. Das durch ehrliche Arbeit generierte Geld ist nur noch ein Bruchteil der riesigen Fiatgeldmenge. Überschau- und manipulierbar. Steigt die Inflation, werden die Steuern erhöht, CO2-Steuer generiert…😂. So entzieht der Staat dem Bürger Geld und damit die Nachfrage.
        Durch Fiatgeld hat der Staat immer Vermögen und kann im günstigen Fall alle Aufgaben erfüllen….NGOs finanzieren, „Sondervermögen“ bilden….😉 Das Geld landet auf den Konten von Haushalten und Unternehmen…
        Staatsschulden in der eigenen Währung sind dennoch keine normalen Schulden. Es sind die Schulden desjenigen, der das Geld-Monopol besitzt und der folglich immer bezahlen kann….

  3. Sabine Schoenfelder 29. Oktober 2025 um 20:17 Uhr - Antworten

    Diese Attacken auf Gold und Bitcoin könnte man auch als Machtdemonstration globaler Geldhaufen verstehen….ein paar verkaufen im großen Stil und der Kumpel wettet auf die fallenden Kurse….und der Kleinanleger bangt…..
    Wer das Finanzwesen beherrscht, kann es auch manipulieren. 🤓🥂

  4. widerborstig 29. Oktober 2025 um 19:40 Uhr - Antworten

    Zitat: «Über drei Billionen wurden am Goldmarkt innerhalb einer Woche ausgelöscht»

    Diese Information ist falsch. Der Kursrückgang hat überhaupt nichts „ausgelöscht“. Schon gar kein Geld wie die „drei Billionen“ suggerieren sollen.

    Was ist passiert? Der Buchwert der Goldbestände in den Händen der Goldbesitzer ist gesunken. Mehr nicht. Das kann im Einzelfall ein Problem werden. Zum Beispiel, wenn jemand beim Höchststand des Goldpreises auf Kredit Gold gekauft hat. Dann ist sein Gold nach dem Kursrückgang weniger wert, als zu dem Zeitpunkt als er es kaufte. Er hat somit seine Wette auf steigenden Goldpreis verloren. Muss der Kredit kurzfristig getilgt werden, weil zum Beispiel der Kreditgeber den Braten gerochen hat, kann das sehr schmerzhaft sein. Kann die finanzielle Basis ruinieren. Aber das passiert bei jeder verlorenen Wette, wenn der Einsatz existentiell hoch ist.

    • Sabine Schoenfelder 29. Oktober 2025 um 20:22 Uhr - Antworten

      Natürlich ist das Geld WEG. Wenn Sie verkaufen, bekommen Sie weniger Geld. Ähnlich bei einer Inflation. Das Geldvermögen verliert an Wert.
      Sie können natürlich argumentieren, mir doch egal, ich tanke immer für 10 Euro….🤣😂

      • Gautier Blanc 29. Oktober 2025 um 23:15 Uhr

        Wenn ich Gold kaufe, bei USD 1’500, 1’900, 2’300, und dazu noch Goldminen bis im April 2025 und Silberminen noch bis im Spätsommer 2025 (und die meisten im Oktober bereits 50 bis 300% im Plus) und nun konsolidiert das Gold von 4’400 auf 4’000, wo soll jetzt Geld verloren sein???
        Wer Gold bei 4’400 kauft und eine Woche später jammert, dass es im Wert gesunken ist, und es mit Verlust wieder verkauft, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.
        Bevor sie ihr Auto auftanken, rechnen sie erstmal mal die Buch- und realisierten Gewinne zusammen, die beim Gold und Silber in den letzten Jahren angefallen sind.

        Meinereiner hat in den letzten Wochen, bei super laufenden Minen immer wieder mal 10% verkauft und nunmehr – mit einem kleinen Teil der Gewinne – gehebelt bereits wieder angelegt.

        Das Geld ist alles andere als weg, im Gegenteil.

      • Thomas Oysmüller 30. Oktober 2025 um 10:12 Uhr

        Ich habe auch im Artikel geschrieben, dass Langzeitanleger nicht betroffen sind.

      • Sabine Schoenfelder 30. Oktober 2025 um 10:28 Uhr

        Freue mich immer, wenn Menschen glauben, die Logik neu erfinden zu können. 🤓
        Natürlich ist Ihr Schaden bei guter Investition begrenzt und sogar der Ertrag immer noch positiv. Absolut betrachtet haben Sie dennoch durch diesen kleinen „Crash“ Geld verloren. Punkt. Ein Teil des Wertes, den Sie, trotz günstigen Einstiegspreises, nicht mehr besitzen.
        Ansonsten gratuliere ich Ihnen zu Ihrer geradezu „ausgebufften“ Anlagestrategie ! 😁🥂

      • widerborstig 30. Oktober 2025 um 17:09 Uhr

        Sabine Schönfelder schreibt: «Natürlich ist das Geld WEG.»

        Das Geld, das ich beim Kauf des Goldes zum Höchstpreis bezahlte, hat der Verkäufer. Welches Geld ist somit weg?

        Der Käufer verliert bei einem Preisrückgang kein Geld. Seine Zahlungsmittel bleiben davon unberührt, ebenso seine Forderungen und Verbindlichkeiten.

        Sein Sachvermögen verliert bei einem Preisrückgang für Gold an Wert. Wenn der Goldbesitzer sein Vermögen jeden Tag in einer Bilanz aufstellt, sinkt der Wert seines Sachvermögens, wenn der Preis für Gold sinkt und der Wert seines Sachvermögens steigt, wenn der Preis für Gold steigt. Dass der Wert in der Bilanz in Euro gemessen wird, heißt jedoch nicht, dass es mehr Geld gibt, wenn der Wert der Aktiva steigt, oder dass Geld vernichtet wird, wenn der Wert der Aktiva sinkt.

      • Glass Steagall Act 30. Oktober 2025 um 19:21 Uhr

        @ Sabine Schoenfelder

        Das sind keine ausgebufften Strategien sondern es ist unter den Anlegern eine immer wieder empfohlene Strategie. Ich empfehle Ihnen mal bei den Videos von Markus Krall, Dirk Müller und weiteren hineinzusehen! Risiken streuen und in verschiedene Bereiche anlegen. Nie alles auf eine Karte setzen!

      • Sabine Schoenfelder 30. Oktober 2025 um 19:41 Uhr

        So @ widerborstig….😂 :“ Das Geld, das ich beim Kauf des Goldes zum Höchstpreis bezahlte, hat der Verkäufer. Welches Geld ist somit weg?“…..🤣 Habeck läßt grüßen…
        Den Wert des Goldes, schreiben Sie selbst, erfahren Sie durch Preisrückgang oder Steigerung. Natürlich in Geld. Äpfel wird keiner beim An-oder Verkauf akzeptieren.
        Tatsächlich titulieren Spekulanten auf den Goldpreis jede Preissteigerung als Gewinn, bezeichnen aber fallende Kurse erst als Verluste, wenn Sie unter Ihre Investitionsausgaben fallen.
        So hält sich der Spekulant bei Laune und ergötzt sich an den „Zu-Spät-Einsteigern“.
        ….letztendlich kann man auch Gold nicht essen, aber in der Regel geht es ja „nur“ um das gute Gefühl in einer undurchsichtigen, m.E. gelenkten, intransparenten Finanzwelt….

      • Glass Steagall Act 30. Oktober 2025 um 23:37 Uhr

        Oberflächlich betrachtet, wäre das Geld auch nur scheinbar weg. Genauer gesagt, ist das Gold immer gleich viel wert! Nur das Fiatgeld (Währung) schwankt, bis es eines Tages bei null steht. Das Gold wird nie bei null stehen!

      • Sabine Schoenfelder 31. Oktober 2025 um 9:02 Uhr

        Der Wert eines Assets wird von vielen Faktoren bestimmt, von Angebot und Nachfrage, gesellschaftlicher Übereinkunft, politischen Entscheidungen, allgemeinen Umständen….
        Goldhandel und -besitz können vom Staat verboten werden. Ein Brot in Notzeiten kann mehr wert sein, als ein Diamantring…künstliche Verknappung treibt die Preise hoch,….. gutes Marketing, Angst, Hysterie beeinflussen „Werte“….und, und, und..
        Ich möchte Sie nicht frustrieren, sondern Ihnen nur deutlich machen, wie sehr wir bereits Abhängige sind. Oft Gläubige in einer virtuellen Finanzwelt, ohne Kompass und mit extrem wenig Rechten….😘🤝✌️

  5. cwsuisse 29. Oktober 2025 um 17:10 Uhr - Antworten

    Ein Fall um 400 USD ist kein Blutbad.

    • Thomas Oysmüller 30. Oktober 2025 um 10:15 Uhr - Antworten

      Grundsätzlich stimmt das. Wenn es aber das größte Asset der Welt betrifft, sind die absoluten Zahlen eben heftig. In in einer Woche wurden dadurch eben über 3 Billionen an Wert ausgelöscht. Das ist schon ein Blutbad.

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