„Grüne“ Fonds investieren in den Krieg

26. August 2025von 2 Minuten Lesezeit

Investitionen von Aktienfonds, die als „grün“ und nachhaltig definiert werden, fließen zunehmend in die Rüstungsindustrie. Die Finanzbranche hat zu diesem Zweck ihr Regelwerk geändert.

Grüne Fonds waren (und sind) bei Anlegern weiterhin beliebt. Mit „Nachhaltigkeit“ und „Ethik“ wirbt die Finanzbranche für die Anlageform – und nun wurden diese Fonds auch zur Finanzspritze für die Kriegsindustrie. Denn mit einer Anpassung der Regulierungen im Finanzsektor im Jahr 2024 investieren diese Fonds zunehmend in Verteidigungsaktien.

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) hat kürzlich Daten veröffentlicht, die den Trend untermauern. In aktiv gemanagten nachhaltigen Fonds, die unter Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung fallen – also solchen mit ökologischen oder sozialen Merkmalen – stieg der Anteil an Investitionen in Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsunternehmen von 0,8 Prozent Ende 2024 auf 1,3 Prozent bis Ende Juni 2025. Das Manager Magazin hat berichtet.

Auffälliger ist der Trend bei explizitem Blick auf Deutschland und Fonds, die nun Unternehmen wie Airbus und Rheinmetall in ihre Portfolios aufnehmen können.

Früher waren Investments in Firmen verboten, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit Rüstungsgütern erzielen. Seit Dezember 2024 sind nur noch Hersteller international geächteter Waffen tabu. Das machte die Überarbeitung des Rahmenwerks für „nachhaltige Finanzprodukte“ im vergangenen Jahr möglich. Auch Rheinmetall ist nun also ein nachhaltiges Finanzprodukt.

Interessant ist auch der Einfluss auf sogenannte „dunkelgrüne“ Fonds nach Artikel 9, die explizit auf nachhaltige Ziele ausgerichtet sind. Hier wurde erstmals ein messbarer Anteil von 0,2 Prozent an Rüstungsinvestments festgestellt.

Beobachter rechnen mit einer weiteren Zunahme. Die Kritik, dass der Begriff der „Nachhaltigkeit“ verwässert werden würde, wird nicht akzeptiert. Investition in die „Verteidigung“ sorge für Frieden und Stabilität – und somit auch indirekt für die Realisierung von Klimazielen und sozialen Zielen.

Die Kritik geht aber vielleicht ohnehin nicht weit genug. Viel eher zeigt die „nachhaltige Kriegsinvestition“ den wahren Charakter dieser Begriffe. Es ging nie darum, die Umwelt oder die Menschen zu schützen. Stattdessen machte man Investitionsfelder, die gerade politisch gefragt waren, für private Anleger attraktiver. Nun braucht man das Kapital für die Rüstung.

Bild „Stockmarket“ by DANNY : DE HEK is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

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5 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 3. September 2025 um 12:48 Uhr - Antworten

    Grün wird es nur mit CO2

    Seit 600 Millionen Jahren kein Zusammenhang zwischen Temperatur und CO2 zu sehen
    Prof. Dr. William Happer,
    Prof. Dr. Richard Lindzen:
    https://www.sec.gov/comments/s7-10-22/s71022-20132171-302668.pdf

    NASA-Satellitendaten belegen „schockierend großen“ Düngeeffekt durch CO₂
    2021_10_20
    https://www.epochtimes.de/umwelt/nasa-satellitendaten-belegen-schockierend-grossen-duengeeffekt-durch-co%E2%82%82-a3625655.html
    • Environmental Drivers of Agricultural Productivity Growth: CO₂ Fertilization of US Field Crops
    …. We consistently find a large CO₂ fertilization effect: a 1 ppm increase in CO₂ equates to a 0.4%, 0.6%, 1% yield increase for corn, soybeans, and wheat, respectively. …
    https://www.nber.org/papers/w29320

    There could be peace since May 2025 if Zelensky wanted to
    New York Post
    Trump gives Zelensky dire warning on Russia-Ukraine war — accept peace or risk ‚losing the whole country‘
    2025_04_23
    https://nypost.com/2025/04/23/us-news/trump-gives-zelensky-dire-warning-on-russia-ukraine-war-accept-peace-or-risk-losing-the-whole-country/

    EILMELDUNG: Die USA werfen der EU Sabotage am Friedensprozess vor
    „Höhere Beamte des Weißen Hauses glauben, dass einige europäische Führer Präsident Trumps Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges öffentlich unterstützen – während sie hinter den Kulissen versuchen, die Fortschritte seit dem Alaska-Gipfel rückgängig zu machen”, berichtet Axios.
    2025_09_01
    https://x.com/PolitRealist/status/1962454461097316835

  2. Bernhard 26. August 2025 um 18:48 Uhr - Antworten

    In „Zur Hölle mit dem Krieg“ fordert 1935 Smedley B. Butler, einer der wirklich großen Generäle der amerikanischen Geschichte:
    Zuerst müssten die obersten Nutznießer eines Krieges, die Führungskräfte von Rüstungsfabriken, Stahlunternehmen etc einberufen werden. Zweitens müsste allein die Jugend des Landes – also die, die dann tatsächlich leiden müssen – in einer begrenzten Volksabstimmung über einen möglichen Krieg entscheiden. Schließlich sollten die Streitkräfte nur zur Verteidigung eingesetzt werden. Die Schiffe der Marine sollten im Falle der USA per Gesetz auf einen Bereich von 200 Meilen vor der Küste beschränkt werden.

  3. therMOnukular 26. August 2025 um 16:40 Uhr - Antworten

    Wenn einmal Bevölkerungsreduktion als Nachhaltigkeit durchgeht, dann ergibt eines das andere…..

  4. Glass Steagall Act 26. August 2025 um 15:50 Uhr - Antworten

    Die Investoren investieren eben „nachhaltig“ in den Tod anderer Menschen! Den moralisch kleingeistigen Investor schert das nicht die Bohne! Ob in Todesspritzen, Waffen, Lebensmittel oder Agrarland. Für den gierigen Investor von Black Rock, Vanguard und co. ist kein Bereich tabu! Und selbst wenn die ganze Menschheit drauf geht, es interessiert diese Leute nicht, Hauptsache die Rendite stimmt!

  5. cwsuisse 26. August 2025 um 15:49 Uhr - Antworten

    Das Töten mittels kriegerischer Handlungen, wie beispielsweise im Grossmassstab bei den israelischen Kriegsverbrechen im Gazastreifen, erfülllt auch das Kriterium der „Nachhaltigkeit“.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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