
Iran wird auf Angriff von USA und Israel „entschlossen reagieren“
Der 12-Tageskrieg war nur eine Schlacht im Krieg zwischen Iran und USA / Israel. Alle Kommentatoren erwarten weitere Angriffe von Israel oder direkt von den USA. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte angesichts dieser Bedrohung, Teheran werde „entschlossener reagieren“, sollten die USA oder Israel erneut angreifen.
„Der Iran weiß genau, was während der jüngsten amerikanisch-israelischen Aggression sowohl uns als auch unseren Gegnern widerfahren ist – einschließlich des Ausmaßes der Schläge, die immer noch zensiert werden“, schrieb der Diplomat auf X. „Sollte sich die Aggression wiederholen, werden wir nicht zögern, entschlossener und auf eine Weise zu reagieren, die UNMÖGLICH zu vertuschen sein wird.“
Iran, a nation with a rich culture originating from 7000 years of civilization, will never respond to the language of threat and intimidation. Iranians have never bowed down before any foreigners and respond only to respect.
Iran knows exactly what happened during the recent…
— Seyed Abbas Araghchi (@araghchi) July 28, 2025
Araghchis Beitrag folgte auf eine Drohung von Präsident Donald Trump, das iranische Atomprogramm erneut „auszulöschen“. Trump sprach diese Drohung gegenüber dem Iran aus, während er sich auf eine Erklärung des iranischen Außenministers bezog, dass Teheran sein Atomprogramm fortsetzen werde.
„Der Iran sendet schlechte Signale aus, das sage ich Ihnen. Für ein Land, das gerade ausgelöscht wurde, sendet es sehr schlechte Signale, sehr böse Signale. Und das sollte es nicht tun“, sagte Trump am Montag während einer Pressekonferenz in seinem schottischen Golfclub mit dem britischen Premierminister Keir Starmer.
- Schubert, Dr. Dr. Christian(Autor)
Am Tag zuvor hatte auch der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mit erneuten Angriffen auf die Islamische Republik gedroht. „Ich möchte von hier aus eine klare Botschaft an Diktator Khamenei senden: Wenn Sie weiterhin Israel bedrohen, wird unser langer Arm mit noch größerer Macht wieder nach Teheran greifen – und diesmal auch persönlich nach Ihnen“, sagte er am Sonntag.
Washington und Tel Aviv argumentieren, dass Teheran kurz vor der Fertigstellung von Atomwaffen steht, da die Islamische Republik über ein Urananreicherungsprogramm verfügt. Der Iran behauptet, keine Absicht zu haben, Atomwaffen zu bauen, und das Anreicherungsprogramm sei für seine Souveränität von entscheidender Bedeutung.
Araghchi erklärte in seinem Posting die Bedeutung des iranischen Anreicherungsprogramms:
„Mehr als eine Million Iraner benötigen medizinische Radioisotope, die vom Teheraner Forschungsreaktor hergestellt werden, einer von den USA gelieferten Anlage, die mit 20 % angereichertem Uran betrieben wird. Der Iran benötigt die Anreicherung auch als Brennstoff für seine im Bau befindlichen Kernkraftwerke. Niemand, der bei klarem Verstand ist, würde die Früchte enormer Investitionen in heimische und friedliche Technologie, die Leben rettet, aufgeben – nur weil tyrannische Ausländer dies verlangen“, sagte er.
Der iranische Diplomat fügte hinzu, dass es keine militärische Lösung für die Anreicherungsfrage gebe, aber Diplomatie weiterhin möglich sei. „Die jüngsten rechtswidrigen Bombenangriffe auf iranische Nuklearanlagen haben bewiesen, was wir immer gesagt haben: Es gibt keine ‚militärische Lösung‘“, erklärte er. „Wenn es Bedenken hinsichtlich einer möglichen Umleitung unseres Nuklearprogramms für nicht friedliche Zwecke gibt, hat sich die ‚militärische Option‘ als untauglich erwiesen – aber eine Verhandlungslösung könnte funktionieren.“
Er fügte hinzu: „Alle sollten wissen, dass wir Iraner unser FRIEDLICHES Atomprogramm NICHT GEKAUFT haben; wir haben es MIT BLUT, SCHWEISS UND TRÄNEN AUFGEBAUT. Die Technologie und das Know-how, die unsere BEEINDRUCKENDEN Humanressourcen entwickelt haben, KÖNNEN NICHT durch Bombenangriffe zerstört werden. Ja, unsere Anreicherungsanlagen sind schwer beschädigt, aber unsere ENTSCHLOSSENHEIT IST ES NICHT.“
In der Zwischenzeit berichten Militärmagazine, dass der Iran das weltweit stärkste Luftabwehrsystem S-400 aus Russland zum Testen erhalten habe. Auch das sehr fortgeschrittene chinesische System HQ-9B soll nach Berichten geliefert werden. Die Luftabwehr des Iran sollte damit erheblich besser gerüstet sein als am 13. Juni. Auch die Angriffe mit im Iran vorpositionierten Drohnen und Panzerabwehrwaffen sollten nicht mehr möglich sein.
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Um den militär-taktischen Aspekt zu ergänzen:
Der Iran hat kürzlich erfolgreich seine Korhamshar 5 (oder so ähnlich) getestet. 12.000km Reichweite und 2.000kg Nutzlast (da ginge sich auch was „Nukulares“ aus – siehe „Abschreckung“). Sie kann mobil oder aus den „Rocket-Cities“ abgefeuert werden und viele viele US-Ziele erreichen, die sich bisher sicher fühlten.
Was die Luftabwehr generell angeht:
Scottt Rittter hat geschildert, dass der Iran nach den ersten Abgriffen von innen (!) auf seine Luftabwehr reagiert hat und die meisten Einheiten in ihre Schutzbunker beorderte, bis die Gefahr von weiteren Sabotage-Angriffen gebannt war. Wäre auch eine logische Konsequenz, solange einem nicht klar ist, woher, womit und von wem genau man beschossen wird.
Man scheint jedenfalls so den größten Teil bewahrt zu haben.
Aber sich hierbei von Russland helfen zu lassen, ist sicher keine dumme Idee. Niemand weiß derzeit so gut, wie westliche Nato-Waffen funktionieren – oder eben auch nicht, bzw wie man sie daran hindern kann.