
Solarstrom-Boom lässt Strompreise in Europa tief unter Null sinken
Die Spotpreise für Strom sind an vorigen Wochenende in mehreren nordeuropäischen Ländern unter Null gefallen. Aber immerhin fand der Solarstrom-Überschuss ausreichend Abnehmer und es gab kein Blackout wie in Spanien.
Im Sommer scheint die Sonne. Das ist offenbar für die Fans unzuverlässiger Stromerzeugung durch Photovoltaik eine Neuigkeit. Negative Strompreise sind der Lohn, für einige Verbraucher in einigen Ländern zwar von Vorteil, bringen jedoch die Kosten/Nutzen-Rechnungen gründlich durcheinander. Die Solarstromproduktion in Europa steigt mit dem Sonnenstand rasant an und wird in diesem Sommer voraussichtlich für eine Reihe von Problemen sorgen.
Ein sonniges Wochenende in Nordwesteuropa ließ die Strompreise in der Region am Sonntagnachmittag aufgrund der stark gestiegenen Solarstromerzeugung auf Hunderte von Euro unter Null fallen.
Die Spotpreise für Strom in Belgien sanken laut Daten von Epex Spot SE, die von Bloomberg zitiert wurden, zwischen 13 und 14 Uhr auf bis zu -266 Euro pro Megawattstunde (MWh). Zur gleichen Zeit fielen die Strompreise in den Niederlanden auf -189,90 Euro, während die Preise in Deutschland auf -129,81 Euro pro MWh sanken.
Für die, die für die Stromabnahme kassieren sicher ein netter Zusatzverdienst, für die Steuerzahler in den Ländern, die zuerst die Solaranlagen subventioniert haben, aber zusätzliche Belastungen.
Verschlechtert wird die Bilanz dadurch, dass jede Solaranlage eine Zweitinvestition benötigt. In der Nacht kann noch ein Speicher Abhilfe schaffen, im Winterhalbjahr in der Regel aber nicht, da ist „schwarzes“ Kraftwerk mit Kohle, Öl, Erdgas oder ein AKW erforderlich.
Noch kann man sich behelfen dank Leitungen zu den Nachbarländern, denen man allerdings immer häufiger etwas für die Abnahme des Stroms zahlen muss. Die Solarstromkapazität und -produktion in Europa sind in diesem Jahrzehnt stark gestiegen, insbesondere nachdem die Sanktionen der EU gegen Russland die Länder von russischen Pipelinegaslieferungen abgeschnitten haben. Die EU will bis 2027 ihre Abhängigkeit von russischem Gas beenden und baut daher mit Hochdruck Kapazitäten für unzuverlässige Energien auf.

Insgesamt sinken die Strompreise in Europa in diesem Frühjahr von den Zweijahreshochs im Winter 2025, da die Erdgaspreise fallen und die Stromerzeugung aus unzuverlässigen Energien sprunghaft ansteigt. Das Ende des Winters, die Erholung von den länger anhaltenden Perioden der Dunkelflauten wo es weder Wind noch Sonne gab und der Anstieg der Solarstromproduktion im Frühjahr haben die europäischen Großhandels-Spotpreise für Strom im Vergleich zu den Höchstständen zu Beginn dieses Jahres nun mehr als halbiert.
Nach dem Blackout in Spanien ist mit dem höher Steigen der Sonne mit weiteren Problemen und ansteigenden Kosten für Umleitungsmaßnahmen oder Brownouts und Blackouts zu rechnen.
Schon der 1. Mai und das folgende Wochenende, sowie Pfingsten könnten bei viel Sonne und stark reduzierter Nachfrage neuerlich massive Probleme dank überschüssigem Solarstrom bringen.
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Leider hat der Endverbraucher nichts von dem Strom, der ihm Geld einbringen würde, wenn er ihn abnehmen könnte…
Erstaunlich ist auch die Bereitschaft der Haushalte viel Geld für Investitionen in Solaranlagen in die Hand zu nehmen, welche dann Strom produzieren welcher in Zeiten starker Sonneneinstrahlung nur negative Marktpreise erzielt. Offensichtlich gibt es in Europa ein Bildung Defizit in Sachen Haushaltsführung.
Noch nie von Insellösung gehört?
Die nicht enden wollende Bereitschaft der europäischen Politiker immer genau das falsche zu tun lässt einen immer wieder auf das Neue erstaunen.
Strom-Überproduktion im Frühjahr und Sommer ist noch ein Luxusproblem – im Herbst und Winter wird mit Dunkelflauten ein genau umgekehrtes Problem kommen. Währenddessen tröstet Juri Podoljaka mit russischen Volksweisheiten: