Prof. John J. Mearsheimer: Die moralische Bankrotterklärung des Westens

24. Dezember 2024von 1,8 Minuten Lesezeit

Einen etwas anderen Weihnachtsgruß hat Prof. John J. Mearsheimer am 24. Dezember gepostet. Es passt irgendwie zu dem was der exkommunizierte Erzbischof Carlo Maria Viganò zu sagen hatte. Es ist eine moralische Krise des Westens und im Fall von Palästina eine komplette Bankrotterklärung.

John J. Mearsheimer ist R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor für Politikwissenschaft an der University of Chicago, wo er seit 1982 lehrt. In einem aktuellen Posting schreibt Mearsheimer:

„Am 19. Dezember 2024 veröffentlichte Human Rights Watch einen 179-seitigen Bericht, in dem der Völkermord Israels in Gaza detailliert beschrieben wird.

Am 5. Dezember 2024 veröffentlichte Amnesty International einen 296-seitigen Bericht, in dem der Völkermord Israels in Gaza detailliert beschrieben wird.

Am 21. November 2024 erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.

Am 26. Januar 2024 stellte der Internationale Gerichtshof fest, dass plausibel gemacht werden kann, dass Israel in Gaza Völkermord begeht.

Angesichts des vermeintlichen Engagements des Westens für die Menschenrechte und insbesondere für die Verhinderung von Völkermord hätte man erwarten können, dass Länder wie die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland den israelischen Völkermord stoppen.

Stattdessen haben die Regierungen dieser drei Länder, insbesondere die Vereinigten Staaten, das unvorstellbare Verhalten Israels in Gaza auf Schritt und Tritt unterstützt. In der Tat sind diese drei Länder an diesem Völkermord mitschuldig.

Darüber hinaus haben fast alle der vielen Menschenrechtsaktivisten in diesen Ländern und im Westen im Allgemeinen geschwiegen, während Israel seinen Völkermord verübte. Die Mainstream-Medien haben sich kaum bemüht, das, was Israel den Palästinensern antut, aufzudecken und in Frage zu stellen. Tatsächlich haben einige wichtige Medienkanäle die Handlungen Israels entschieden unterstützt.

Man fragt sich, was sich die Menschen im Westen, die entweder den Völkermord Israels unterstützt oder geschwiegen haben, einreden, um ihr Verhalten zu rechtfertigen und nachts ruhig schlafen zu können.

Die Geschichte wird ihnen nicht wohlgesonnen sein.“


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10 Kommentare

  1. cwsuisse 26. Dezember 2024 um 11:20 Uhr - Antworten

    Prof. Mearsheimer hat meinen Respekt für seine aufrechte und unbeugsame Haltung. Jeder kann sehen, dass die zahlreichen europäischen fake-news Medien, die alle von der Financial Times abschreiben, den Massenmord der Israelis an den Palästinensern zu verschweigen versuchen. Das erinnert an die Presse im III. Reich.

  2. liudc5038bc891c 25. Dezember 2024 um 12:29 Uhr - Antworten

    „Siehst du, das Böse enthält immer die Samen seiner eigenen Zerstörung“.
    Es ist letztlich negativ und umfasst daher seinen Untergang auch in seinen Momenten des scheinbaren Triumphs.
    Egal wie grandios, wie gut geplant, wie scheinbar narrensicher ein böser Plan, die inhärente Sündhaftigkeit per Definition auf ihre Anstifter erwischen wird.
    Egal, wie scheinbar erfolgreich es auf dem Weg scheinen mag, am Ende wird es sich selbst zerstören.
    Es wird auf den Felsen der Ungerechtigkeit gründen und kopfüber sinken, um spurlos in die Meere des Vergessens zu verschwinden.“

    „Evil contains in itself the seeds of its own destruction.“
    „Das Böse trägt in sich den Keim seiner eigenen Zerstörung.“- Neil Gaiman

    • Sabine Schoenfelder 29. Dezember 2024 um 10:17 Uhr - Antworten

      Großartig.

  3. Andreas I. 25. Dezember 2024 um 11:08 Uhr - Antworten

    Hallo,
    vom westeuropäischen Kolonialismus über 1. und 2. Weltkrieg (einschl. der folgenden Gründung Israels in kolonialer Manier, als ob es die Ureinwohner nicht gäbe) … Vietnam … bis Irak, Jugoslawien, wieder Irak, Afghanistan, Libyen, Ukraine …
    Die aktuellen Ereignisse zeigen nur, dass sich im Westen leider nichts geändert hat.

    Gendern und Me Too und wehe, Mann macht einer Frau ein Kompliment, was sie missversteht … aber Araber millionenfach ermorden, DAS geht.
    Und das geht m.b.M.n. nur durch Dehumaniesierung, Entmenschlichung, es ist also Rassismus wie eh und je, Araber sind keine Menschen (für globale Wessis), der Rest der Welt wurde schon immer unter den westlichen Kolonialherren aufgeteilt.
    Aber damals hatten die Wilden nur Pfeil und Bogen, während die westlichen Kolonialherren die chinesische Erfindung Schießpulver zu nutzen wussten; jetzt haben die Wilden Raketen, das ist der Unterschied, aber der ist nicht moralisch, der ist waffentechnisch.

  4. Varus 25. Dezember 2024 um 4:47 Uhr - Antworten

    Kommt die Nächstenliebe aus dem Alten oder aus dem Neuen Testament? Dass das Zionistenstan mit dem Konzept nichts anfangen kann und ohne Skrupel nach Eroberungen lechzt, wird hier überzeugend dargestellt: https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20242/der-krieg-ist-der-vater-aller-dinge/

    Ob aber Russland wirklich bereits gewonnen hat? Auf der Karte geht es eher langsam voran. Der Autor schreibt selbst, dass die Oreschnik-Demonstration in Dnipro bisher nicht ausreichte und schlägt Ziele im Westen vor. Ich würde es lieber erst mal mit dem Kiewer Führerbau versuchen, wo so viele westliche Popanze auf Ökonatsi-Pilgerfahrt frequentierten.

    Das Fazit des Artikels „Die NATO, im Verbund mit der CIA, ist die schlimmste Terrororganisation auf Erden“ kann ich recht oft an verschiedenen Stellen lesen – da ist sicherlich was dran.

  5. Jan 24. Dezember 2024 um 20:03 Uhr - Antworten

    Die Grundrechte und die Menschenrechte sind das minimale Kondensat des göttlichen Willens, wenn wir es einmal großzügig sehen.

    Wir haben sie wegen einer nicht existenten Pandemie außer Kraft gesetzt und tun das auch weiterhin. Und auch Israel wäre nicht unmittelbar in seiner Existenz bedroht, würde es Menschenrechte respektieren.

    Das wäre rein theoretisch jedem zugänglich und auch jedem zuzumuten. Die Leute wollen halt nicht!

    • therMOnukular 24. Dezember 2024 um 22:17 Uhr - Antworten

      Naja, wollen dann schon, wenn man sie danach fragt.
      Das größere Problem ist amS das Unverständnis dafür, dass wir solche Grundrechte eben genau für solche Situationen erschaffen haben, um außer Rand und Band geratene Politiker an Schlimmerem zu hindern.
      Wenn dieselben Politiker diese Grundrechte dann, wenn es soweit ist, einfach ausser Kraft setzen und der Michel schläft, dann war die ganze Sache halt von vornherein zum Scheitern verurteilt. Auch nicht zu vergessen, dass dem Michel immer mehr Optionen genommen werden/wurden, Grundrechte einzufordern oder ansonsten politischen Wandel herbei zu wählen. Viele Institutionen sind unterwandert und ausgehöhlt. Egal welche Partei ans Ruder kommt – selbst wenn sie sich weigert, fahren die wirklich Mächtigen über sie drüber und am Ende kommt wieder das heraus, was die „Elite“ für sich will.
      Ich persönlich habe noch nie eine so große Protest- und Demonstrationsbewegung in Österreich gesehen, als zu C. Der Wille der Bevölkerung wurde also amS doch recht deutlich artikuliert, die Forderungen nach Einhaltung diverser Grundrechte eindeutig formuliert.

      Die Wurzel des Problems liegt tiefer. Wir müssen also noch warten, bis der Dollarstrom weiter versiegt und auch diese tiefen Wurzeln kein Wasser mehr finden.

  6. therMOnukular 24. Dezember 2024 um 18:25 Uhr - Antworten

    Amen.

    Ich wünsche jedem ein frohes Fest, der sich das verdient hat – und ansonsten das, was man mir wünscht. Mögen die Christkinderl und Santas Erleuchtung verteilen!

    • Gabriele 25. Dezember 2024 um 8:45 Uhr - Antworten

      Ja, das sage ich auch zu Neujahr immer – ich wünsche dir/euch alles, was du dir / ihr euch wünscht.
      Oder sonst das, was ihr mir wünscht…
      Wie Viele sich gestern wohl wieder die Augen ausgeweint haben – vor Einsamkeit oder Sorgen. Aber solange es „Licht ins Dunkel“ und genug TV zum Streamen und Handys zum Deppert-Herumspielen und Plappern gibt, ist ja alles in bester Ordnung.

  7. Der Zivilist 24. Dezember 2024 um 16:59 Uhr - Antworten

    Lieber, guter Weihnachtsmann,

    weißt du nicht, wie’s um uns steht?

    Schau dir mal den Globus an.

    Da hat einer dran gedreht.

    Alle stehn herum und klagen.

    Alle blicken traurig drein.

    Wer es war, ist schwer zu sagen,

    keiner will’s gewesen sein.

    Uns ist gar nicht wohl zumute.

    Kommen sollst du, aber bloß

    mit dem Stock und mit der Rute.

    (Und nimm beide ziemlich groß.)

    Breite deine goldenen Flügel

    aus, und komm zu uns herab.

    Dann verteile deine Prügel.

    Aber bitte nicht zu knapp.

    Lege die Industriellen

    kurz entschlossen übers Knie.

    Und wenn sie sich harmlos stellen,

    glaube mir, so lügen sie.

    Ziehe denen, die regieren,

    bitteschön, die Hosen stramm.

    Wenn sie heulen und sich zieren,

    zeige ihnen ihr Programm.

    Komm, und zeige dich erbötig,

    und verhau sie, dass es raucht!

    Denn sie haben’s bitter nötig.

    Und sie hätten’s längst gebraucht.

    Komm, erlös uns von der Plage,

    weil ein Mensch das gar nicht kann.

    Ach, das wären Feiertage,

    lieber, guter Weihnachtsmann!

    Erich Kästner, 1930

    (gekürzte Fassung)

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