Die große Energiekrise in Europa – Teil 2

15. Dezember 2024von 22,2 Minuten Lesezeit

Energiepolitik ist gegenwärtig eines der wichtigsten Themen überhaupt. Denn ohne preiswerte Energie wird unsere Industrie verschwinden und damit auch der gesellschaftlichen Wohlstand und der Sozialstaat. Dieser industrielle Zusammenbruch wurde lange vorhergesagt, jetzt sind wir mittendrin. Beschäftigte sich Teil 1 vorwiegend mit dem Weg der EU in die Energie-Katastrophe, diskutiert Teil 2 mögliche Alternativen. 

Den ersten Teil der Serie finden Sie hier. 

Wie oben gezeigt wurde, ist preiswerte Energie unerlässlich, um die eigene Industrie zu behalten. Davon wiederum hängt auch die Existenz unseres Sozialstaates ab. Dies gilt umso mehr, weil im Zeitalter des Neoliberalismus alle Zollgrenzen niedergerissen und die Unternehmen einem globalen Wettbewerb ausgesetzt worden sind. Dies kann nur mit großen Schwierigkeiten zurückgedreht werden.

6. Die Bewältigung der großen Energiekrise

Um Strategien zur Bewältigung der großen Energiekrise zu entwickeln, muss man erst einmal angeben, wie das Narrativ vom menschgemachten Klimawandel einzuschätzen ist. Ist es wirklich schon fünf vor zwölf und sind Konsumeinschränkungen die einzige Möglichkeit?

In TKP wurden zahlreiche Studien vorgestellt, die an Klimanarrativ in der Tat zweifeln lassen. Dennoch soll im Folgenden davon ausgegangen werden, dass die vom IPCC beschriebenen Mechanismen im Wesentlichen zutreffen und nur die politischen Schlussfolgerungen, die ausschließlich auf CO2-Einsparungen mittels harter Konsumeinschränkungen für die Normalbevölkerung setzen, falsch sind.

Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass uns die Medien mit irrealen Katastrophenszenerien traktieren. Das wird auch offen zugegeben. So sagte der einflussreiche Klimaforscher Stephen Schneider: „Wie die meisten Menschen wollen wir die Welt verbessern, was in diesem Zusammenhang heißt, daran zu arbeiten, das Risiko eines potentiell gefährlichen Klimawandels zu reduzieren… Also müssen wir ängstigende Szenarien entwerfen, vereinfachende dramatische Aussagen machen und wenig Aufhebens um irgendwelche Zweifel machen, die wir vielleicht noch haben.“[1]

Das IPCC arbeitet mit 5 unterschiedlichen Szenarien für eine zukünftige CO2-Entwicklung. Das dramatischte Szenario 8.5 geht von einer Verdreifachung der CO2-Emissionen bis 2080 aus. In diesem Fall würde sich die Welt-Durchschnittstemperatur laut IPCC von 3,3 bis 5,7 Grad erhöhen. Die Medien berichten praktisch ausschließlich über dieses Szenario und auch Politiker wie António Guterres schwadronieren von einem globalen Kochen. Allerdings reichen die weltweiten Kohlenstoffreserven für ein solches Szenario nicht aus. Das gilt auch für das Szenario 7.0. Realistische Szenarien wie 4.5 kommen selbst bei den viel zu heiß laufenden Klimamodellen des IPCC bis 2100 auf keineswegs katastrophale 1,8 bis 2,7 Grad.

Ein besonders wichtiger und von Vertretern des Klimanarrativs bewusst übersehener Faktor ist folgender: Je höher der CO2-Gehalt der Atmosphäre ist, desto mehr CO2 wird von den Meeren und der Pflanzenwelt aufgenommen. Von dem 5 ppm CO2, die der Mensch gegenwärtig pro Jahr ausstößt, werden bereits 2,7 ppm aufgenommen. Sollte es der Menschheit gelingen, zwischen 2050 und 2100 ihre CO2-Emissionen zu halbieren, würde die CO2-Konzentration in der Atmosphäre stagnieren und schließlich zurückgehen. Dies ohne dass es zu einem „globalen Kochen“ kommt und die Erde unbewohnbar wird, wie Vertreter des Klimanarrativs behaupten.

Die Implikationen aus dieser Erkenntnis sind enorm. Denn wir haben durchaus noch Zeit für eine rationelle Dekarbonisierung etwa durch den Bau von Kernkraftwerken und ohne die der Normalbevölkerung zugemuteten Härten in Form von Konsumeinschränkungen, welche die Grünen so lieben. Da es unseren Milliardären aber genau hierauf ankommt, braucht es nicht zu wundern, wenn das IPCC diese CO2-Aufnahme in seinen Modellen ohne jeden sachlichen Grund viel zu niedrig ansetzt.[2]

6.1. Gesetzliche Rahmenbedingungen

Verstärkt in den letzten Jahren und abgedeckt durch das Lärmen der Pandemie wurden auf EU- und nationaler Ebene zahlreiche Gesetze erlassen, die das Ziel Netto Null bis 2050 unwiderruflich festschreiben. Die EU ist von diesem Ziel geradezu besessen und ihm wird alles andere untergeordnet. Insbesondere das Wohlergehen der Menschen ist den EU-Bürokraten und korrupten Parlamentariern keine Überlegung wert.

Zur Bewältigung der großen Energiekrise müsste dieses Gestrüpp an Gesetzen und Verordnungen gelichtet werden. Da die EU reformunfähig ist, wird eine solche radikale Politikwende anders als durch einen Austritt aus diesem Moloch nicht zu erreichen sein. Sinnvollerweise sollte die EU durch andere Formen der Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten ersetzt werden.

Vor allem müssten folgende Gesetze und Verordnungen abgeschafft oder geändert werden:

  • Aufhebung des CO2-Zertifikatehandels auf EU- und nationaler Ebene
  • Aufhebung aller Vorschriften der EU zum Sanierungszwang für Wohnungen
  • Aufhebung des Verbrennerverbotes in der EU-Verordnung (EU) 2019/631
  • Änderung des deutschen Erneuerbare Energiengesetzes dahingehend, dass neue Windkraft- uns Solaranlagen nicht mehr gefördert werden. Bestehende und zugesagte Förderungen müssen aufgrund des rechtstaatlich gebotenen Vertrauensschutzes bis zu ihrem Auslaufen beibehalten werden
  • Aufhebung des Habeckschen Heizungszwangsgesetzes
  • Aufhebung der Dämmpflicht für Wohnungen in Deutschland, die Neubauten und Sanierungen extrem verteuert
  • Änderung des deutschen Atomgesetzes dahingehend, dass Stromerzeugung aus Kernenergie in Deutschland wieder erlaubt ist
  • Aufhebung des Verbotes von CO2-Abscheidung in Deutschland

6.2. Konventionelle Kraftwerke

Alle in Deutschland noch vorhandenen Braun– und Steinkohlekraftwerke sollten beibehalten und mit CO2-Filtern ausgestattet werden. Dieses CO2 kann dann im Meeresboden in tiefe Basaltgesteine verpresst werden, die sich hierdurch zum Gestein Dolomit umwandeln. Es ist physikalisch und denklogisch unmöglich, dass das im Dolomit enthaltene CO2 jemals aus diesem Gestein entweicht. Die Zusatzkosten wären moderat im Vergleich zu den horrenden Kosten der Energiewende, aber mit rund 60 Euro pro Tonne CO2 auch nicht ganz unerheblich.[3]

Erdgas ist wichtig für die Abdeckung der Spitzenlast in der Stromerzeugung, als Heizmittel für Verbraucher und Industrie sowie als Rohstoff der Chemischen Industrie und bei der Erzeugung von Stickstoffdünger.

Mit der Sprengung dreier von vier Strängen der Nordstreampipeline höchstwahrscheinlich durch die USA[4] steht Erdgas nicht mehr in ausreichendem Maße und schon gar nicht preiswert zur Verfügung.

Zum Glück gibt es Alternativen. In der Norddeutschen Tiefebene lagern große Bestände an Erdgas, welche die Gasversorgung Deutschlands für Jahrzehnte sicherstellen können. Das Problem: Dieses Erdgas kann nur mittels Fracking gewonnen werden, gegen das Grüne und Medien eine heftige Propagandakampagne geführt haben. In der Tat waren und sind die in den USA genutzten Frackingmethoden aus ökologischen Gründen nicht ganz unproblematisch.

Hauptkritikpunkt war, dass Chemikalien für das Fracking genutzt wurden, die in das Trinkwasser gelangen könnten. Inzwischen wurden aber neue Frackingmethoden entwickelt, die ohne diese Chemikalien auskommen. Damit sind sachliche Gründe für das in Deutschland bestehende Frackingverbot weggefallen. Allerdings wird es dennoch von den Grünen und den Medien fanatisch verteidigt.

Dabei könnte in Deutschland binnen eines Jahres mit der Förderung von Schiefergas begonnen werden. Dieses Erdgas wäre wesentlich preiswerter als das US-Frackinggas, das mittels ökologisch problematischer Chemikalien gefördert und in steigendem Umfang von Deutschland importiert wird.[5]

6.3. Kernkraftwerke

Konventionelle Kraftwerke sind im Augenblick noch wichtig für die Stabilisierung der Stromversorgung. Allerdings sind die Erdöl, Erdgas und Kohle auf der Erde nur begrenzt vorhanden. Man nutzt sie langfristig effektiver als Rohstoff für die chemische Industrie. Sie sind viel zu wertvoll, um nur verbrannt zu werden.

Wenn angestrebt wird, alle 8 Milliarden Menschen auf den Lebensstandard eines Mittelklassehaushalts der Industrieländer zu bringen – was aus Gerechtigkeitsgründen absolut notwendig ist – geht das nur mittels der Kernenergie.

Jedes Mal, wenn die Menschheit einen Schritt nach vorne machte und eine neue, höhere Produktionsweise entstand, nahm die Produktivität der Arbeit zu. Eng damit verbunden waren neue Formen der Energiegewinnung. Jede Energieform hatte eine höhere Dichte als die vorhergehende und machte das Leben einfacher.

Die Evolution der Energieformen reicht von der Verbrennung von Holz über Wind- und Wasserkraft, der Verbrennung von Kohle, Gas und Erdöl bis hin zur Kernenergie. Jede dieser Formen stellt größere Quantitäten und Qualitäten von Energie für den Gebrauch des Menschen zur Verfügung. Jede war dichter als die vorhergehende, so dass mehr Energie aus Einheiten mit gleichem Gewicht und Volumen gewonnen werden konnte.[6]

Auch die heutige allgemeine Gesellschaftskrise kann durch den Übergang auf eine Energieform mit einer noch höheren Dichte gelöst werden. Gemeint ist die Kernenergie. Ihre Energiedichte ist enorm hoch. Die Spaltung eines Atomkerns von Uran 233, Uran 235 oder Plutonium 239 setzt rund 200 Megaelektronenvolt frei. Dies entspricht dem 1,8-Millionenfachen des Brennwertes von Benzin und dem Dreimillionenfachen des Brennwertes von Steinkohle. Das bedeutet auch einen geringen Flächenbedarf. Ein Kernkraftwerk mit einem Gigawatt-Reaktor benötigt mit allen Gebäuden und Anlagen etwa einen Quadratkilometer. Es könnte mehr als 20.000 Windkraftanlagen ersetzten.

Im Bezug auf die Kernenergie ergeben sich für Deutschland folgende Optionen:

Wiederinbetriebnahme der abgeschalteten Kernkraftwerke. Im Jahr 2023 war die Rede davon, dass 6 bis 7 der abgeschalteten Reaktoren wieder in Betrieb genommen werden können. Grüne Ministerien behaupten aber inzwischen, dass sie den Primärkreislauf der Kernkraftwerke durch Säure zerstört hätten. Wenn dem so wäre, hätten sie systematisch und absichtlich Milliardenwerte verschrottet, um den Ausstieg unumkehrbar zu machen.

Einige Fachleute halten diese Aussage für falsch. So geht eine aktuelle Studie der Radiant Energy Group davon aus, dass eine Wiederinbetriebnahme sogar bei 9 Reaktoren noch möglich ist.[7] Das Säureproblem behandelt sie allerdings nicht. Außer Grünen Ministerialbeamten haben keine externen Fachleute Zugang zu den Anlagen. Nach der Machtübernahme einer neuen Regierung jenseits der Altparteien müssten also erst einmal Begehungen stattfinden, um festzustellen, ob die Kernkraftwerke noch zu retten sind oder nicht. Die Möglichkeit einer Wiederinbetriebnahme verschlechtert sich allerdings im Laufe der Jahre rapide.

Bau von großen und inhärent sicheren Kernkraftwerken der Gigawattklasse. Auf der Welt gibt mit dem AP 1000 von Westinghouse und dem russischen WWER zwei Kernkraftwerkstypen der Generation III+. Diese zeichnen sich durch eine nochmalige Verbesserung der Sicherheitseigenschaften gegenüber der Generation III aus. Kernschmelzen sind beherrschbar und das heiße Kernmaterial kann per Naturumlauf auch ohne Stromversorgung gekühlt werden. Zu diesem Zweck haben die beiden Reaktortypen große Wassertanks auf dem Dach der Reaktorkuppel. Sollte das nicht ausreichen, wird das flüssige Kernmaterial in einen Kernfänger geleitet und dann gekühlt. Von jedem der beiden Typen sind weltweit etwa 10 Kraftwerke in Betrieb. Sie arbeiten zuverlässig und ohne besondere Vorfälle. Der heutige Stromverbrauch Deutschlands könnte mit ungefähr 50 bis 60 Reaktoren dieses Typs vollständig gedeckt werden. Dabei können mehrere Reaktoren in einem Kernkraftwerk zusammengefasst werden. Man benötigt vielleicht 25 Kernkraftwerke. Dies steht in einem extremen Gegensatz zum gigantischen Landschaftsverbrauch der Windenergie.

Vorerst wird es unvermeidlich sein, entweder Kernkraftwerke von den Herstellern Rosatom oder Westinghouse in Lizenz zu bauen oder aber sie sogar schlüsselfertig zu bestellen. Langfrostig wäre es sinnvoll, wenn Deutschland seine eigene Reaktorlinien der Generationen III+ und IV entwickeln würde. Der ursprünglich hierfür gedachte EPR[8] gilt als „Overengineered“. Um die Akzeptanz der Kernenergie bei den Grünen zu erreichen – was natürlich völlig vergeblich war – wurde der EPR mit übermäßig vielen redundanten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die sein Bau unnötig teuer machen, ohne seine Sicherheit bedeutend zu erhöhen. Inzwischen haben der AP 1000 und der WWER den EPR sicherheitsmäßig weit übertroffen.[9]

Bau von kleinen und modularen Reaktoren bis 300 Megawatt. Typen wären entweder inhärent sichere Druckwasserreaktoren, Siedewasserreaktoren oder Kugelhaufenreaktoren der Baulinie THTR. Diese dienen primär zur Erzeugung von Fernwärme, Industriewärme, Strom für Industrieprozesse und in der Perspektive dem Betrieb von Synthesekomplexen zur Erzeugung von künstlichen Kohlenwasserstoffen aus Luft-CO2 und Wasser. Damit wäre ein CO2-neutraler Betrieb des Verbrennungsmotors möglich. Mittels dieses Reaktortyps ist eine Dekarbonisierung der Industrieproduktion und der Heizung möglich ohne horrende Kosten und extreme Belastungen für die Bevölkerung.

Bau von Schnellen Brütern wie dem Dual-Fluid-Reaktor. Langfristig wird man Leichtwasserreaktoren durch Brutreaktoren ergänzen müssen, um das auf der Erde verfügbare Uran und Thorium besser auszunutzen. Brutreaktoren erzeugen mehr Brennstoff, als sie verbrauchen, indem sie nicht spaltbare Isotope, zum Beispiel das Uran238 in spaltbare wie das Plutonium239 umwandeln. Sie erbrüten also Brennstoffe.

Damit ist ein geschlossener Brennstoffkreislauf möglich und das auf der Erde verfügbare Uran und Thorium würde mehrere 10.000 Jahre reichen. Der so genannte Atommüll kann dann ebenfalls zur Stromerzeugung genutzt werden. Er braucht nicht mehr 100.000sende Jahre gelagert werden, sondern mittelradioaktive Spaltprodukte allenfalls mehrere 100 Jahre.

Der Dual-Fluid-Reaktor wird von der Arbeitsgruppe um Götz Rupprecht in Kanada entwickelt. Er ist ein Brutreaktor, der flüssige Brennstoffe nutzt, was seine Sicherheitseigenschaften weiter verbessert. Wenn sich die Brennstoff-Flüssigkeit erhitzt, dehnt sie sich aus. In der Folge nimmt die atomare Reaktivität automatisch ab und die Temperatur sinkt wieder – ganz von selbst. Der Reaktor kann sich deshalb niemals überhitzen und ist somit inhärent sicher. Der Dual-Fluid-Reaktor dürfte Anfang der 30er Jahre zur Verfügung stehen.[10] Wer nicht so lange warten will, kann sofort natriumgekühlte schnelle Brüter bauen, die allerdings nicht ganz so sicher sind wie der DFR. Diese Technik ist ausgereift und wird von Russland seit Jahrzehnten eingesetzt.

Ob und wenn ja wann Fusionskraftwerke einsetzbar sind, ist noch nicht abzusehen. Es wäre jedenfalls nicht gerechtfertigt, hierauf zu warten zumal die Kernfusion von den Grünen genauso bekämpft wird wie die Kernspaltung.

Gerade weil die Kernenergie eine extrem hohe Energiedichte hat und die ganze Welt in eine Energie-Überflussgesellschaft verwandeln kann, wurde sie von einigen Milliardären stark verteufelt. Denn ihre Herrschaft basiert auf dem allgemeinen Mangel der Menschen. Nur so lassen sie sich brutal ausbeuten. Wer mit seinem Überleben beschäftigt ist, wird die bestehende Gesellschaftsordnung gerade nicht infrage stellen. Demnach ist es auch kein Wunder, wenn der bekannte Eliten-Berater Jeremy Rifkin äußerte: „Die Aussicht auf billige Fusionsenergie ist das schlimmste, was dem Planeten passieren könnte.“[11]

Da die grüne Anti-AKW-Kampagne in der Bevölkerung tiefe Wurzeln geschlagen, sollen im Folgenden die wichtigsten Argumente gegen die Kernenergie diskutiert werden:

Behauptung 1: Kernenergie ist unsicher und gefährlich.

Antwort: Die untenstehende Grafik zeigt, dass die Kernenergie die sicherste Energiequelle ist. Nicht nur die Kernenergie, sondern alle Energiequellen verursachen Opfer. Die hohe Todesrate bei Kohle- und Ölkraftwerken kommt durch Lungenkrankheiten zustande, die durch Schadstoffemissionen entstehen. Dies wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, aber es zeigt sich deutlich an Extremereignissen wie dem großen Smog in London im Jahr 1952, an dem 12.000 Menschen starben. Nach einer Meldung der WHO starben allein im Jahr 2010 233.000 Personen an Lungenkrebs, der durch die Luftverschmutzung hervorgerufen wurde. Daran haben Kohlenkraftwerke den größten Anteil. Auch die Wasserkraft ist nicht harmlos. Dammbrüche sind selten, aber wenn sie vorkommen, fordern sie regelmäßig sehr viele Tote, zum Beispiel der Bruch der chinesischen Banquiao-Talsperre 1975 mehr als 100.000. Statistisch gesehen ist die Kernenergie die sicherste Form der Energieerzeugung. Das gilt auch dann, wenn man die von Greenpeace behaupteten 90.000 möglichen Krebstoten von Tschernobyl noch berücksichtigen würde, was in obiger Graphik nicht geschehen ist. Dann käme man auf 0,09 Tote pro Terawattstunde und die Kernenergie wäre immer noch die sicherste Energiequelle.[12]

Behauptung 2: Atommüll ist ein riesiges ungelöstes Problem.

Antwort: Nukleare Abfälle, der so genannte Atommüll ist in Wirklichkeit eine wertvolle Ressource, die in Schnellen Brütern ebenfalls zur Energieerzeugung genutzt werden kann. Allein mit dem in Deutschland lagernden Atommüll könnte das Land bei Nutzung von Schnellen Brütern 300 Jahre lang mit Strom versorgt werden. In diesem Fall müssten die noch anfallenden Spaltprodukte nur noch mehrere 100, aber keine 100.000 Jahre mehr gelagert werden.

Sollte man sich wider alle Vernunft entscheiden, die abgebrannten Brennelemente in tiefe Gesteinsschichten einzulagern, ist dennoch nicht zu erkennen, wie ihr radioaktives Inventar jemals wieder an die Erdoberfläche gelangen könnte. Mit Gorleben ist ein erkundetes End- oder Zwischenlager verfügbar, das sofort genutzt werden könnte.

Behauptung 3: Kernenergie ist teuer. Der Bau von Kernkraftwerken dauert Jahrzehnte. Budgetüberschreitungen sind an der Tagesordnung, wie die aktuellen Beispiele Olkiluoto, Hinkley Point und Vogtle zeigen.

Antwort: Solche Zeit- und Kostenüberschreitungen gibt es nicht nur bei Kernkraftwerken, sondern sie sind typisch für alle öffentlichen Infrastrukturbauten im Neoliberalismus. Beispiele sind der Flughafen Berlin-Brandenburg und Stuttgart 21. Die staatliche Bauaufsicht wurde ausgetrocknet und die verbleibenden Beamten sind weder in der Lage noch haben sie ein Interesse daran, die Profitgier der großen Baukonzerne, die sich allesamt im Besitz der reichsten Männer der Welt befinden, zu zügeln. Noch in den 70er und 80er Jahren waren deutsche Firmen sehr wohl in der Lage, Kernkraftwerke im Gigawattbereich innerhalb der geplanten fünfjährigen Bauzeit zu errichten. Beispiele sind die KKWs Biblis und Isar 2. Auch in Russland und China werden Kernkraftwerke innerhalb der geplanten Zeitspannen von jeweils 5 Jahren fertiggestellt. Wenn Deutschland nicht mehr in der Lage sein sollte, Kernkraftwerke zu bauen, kann man sie bei Rosatom auch schlüsselfertig bestellen, wie es die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate gemacht haben. Deutsche Firmen wie KSB (Klein, Schanzlin & Becker, Pumpen) und Siemens (Schaltungen) könnten dann gegebenenfalls als Unterauftragnehmer verpflichtet werden.[13]

6.4. Die Hochenergiewelt

Mit der Kernenergie wären Nutzungsformen möglich, die wir uns heute kaum mehr vorzustellen wagen.

Plasmavergasung: Bei der Plasmavergasung wird Haushalts-, Landwirtschafts- oder Industrieabfall durch eine Plasmalanze in den Aggregatszustand Plasma gebracht und so jede Verbindung in ihre niedermolekularen oder elementaren Bestandteile zerlegt. Durch die Plasmavergasung können Rohstoffe, unter anderem die seltenen Erden, ständig wiederverwendet werden. Die prognostizierte Rohstoffknappheit würde damit ein Ende haben. Damit fällt ein weiteres Argument fort, warum der westliche Lebensstil angeblich global nicht verallgemeinerbar ist.[14]

Aus Wasser und dem in der Luft befindlichen CO2 können künstliche Kohlenwasserstoffe gewonnen werden, die dann völlig klimaneutral wären. Denn das bei ihrer Verbrennung ausgestoßene CO2 entspricht ja genau demjenigen, das aus der Luft entnommen wurde. Damit könnte der Verbrennungsmotor CO2-neutral betrieben werden. Dies gilt freilich nur unter der Bedingung, dass auch bei der Herstellung dieser künstlichen Kohlenwasserstoffe kein CO2 emittiert wird. Hierfür sind enorme Energiemengen notwendig, die nur aus der Kernkraft stammen können. Der Aufbau solcher Syntheseanlagen würde zudem große Investitionen erfordern.

Atomschiffe: Als eine bedeutende CO2-Quelle gilt der Seetransport. Die großen Containerschiffe könnten statt mit Dieselmotoren mit Kernreaktoren ausgestattet werden. Damit könnten sie völlig CO2-neutral fahren. Bereits heute gibt es zahlreiche russische Atomeisbrecher. Auch viele Kriegsschiffe, darunter die US-Amerikanischen Flugzeugträger und die US-Amerikanischen sowie die Russischen U-Boote nutzen Kernreaktoren als Antrieb. Die entsprechende Technik ist also seit Jahrzehnten ausgereift und funktioniert problemlos.

Einzellerprotein: Häufig wird behauptet, der „exzessive“ Fleischkonsum in den Industrieländern zerstöre die Regenwälder der Erde durch dortigen Futtermittelanbau etwa von Soja. Der Fleischkonsum müsse deshalb für die Normalbevölkerung eingeschränkt oder verboten werden. Allerdings ist Soja als Tierfutter nicht alternativlos. Aus Kohle lässt sich in Bioreaktoren bei hohem Energieeinsatz so genanntes Einzellerprotein herstellen, das genauso gut als Tierfutter genutzt werden kann.[15]

Unsere Milliardäre betreiben gegenwärtig unter dem Vorwand des Klimaschutzes die Zerstörung der herkömmlichen Landwirtschaft, um den Menschen Kunstfleisch oder – noch schlimmer – einen ekelhaften Insektenfraß aufzwingen zu können.[16] Dies ist natürlich abzulehnen und es wäre bei Nutzung der Kernenergie auch nicht notwendig, selbst wenn man das Klimanarrativ in großen Zügen akzeptieren würde. Dennoch sollten wir Kunstfleisch und vertikale Landwirtschaft nicht verteufeln. Sie können bei einer rasant wachsenden Weltbevölkerung eine wichtige Option für den Fall werden, wenn die herkömmliche Fleischproduktion an ihre Grenzen stößt.

Unter dem Vorwand des Klimaschutzes wird der technische Fortschritt gegenwärtig außer in ganz wenigen Bereichen abgewürgt, öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen bewusst genauso verschlechtert wie die Qualität von Konsumgütern.

In einer Hochenergiewelt wären wieder Dinge möglich, die wir uns heute kaum noch vorzustellen wagen:

  • Überschallpassagierflugzeuge wie die Concorde für alle
  • Tragflügel- und Luftkissenboote
  • Durchgängige Straßenbeleuchtung auch von Autobahnen anstatt Verdunkelungsgebot
  • Große Wohnungen in Wohnhochhäusern mit Panoramafenstern, Balkonen, Sauna und Tiefgaragen, Klimaanlage, Fußbodenheizung und Müllschlucker
  • Großzügige öffentliche Bauten zum Beispiel im Baustil des Brutalismus
  • Qualitativ bessere Konsumgüter
  • Bessere Autos, insbesondere mehr Mittelklassewagen anstatt Kleinwagen
  • Bemannte Raumflüge zum Mond, zum Mars und anderen Planeten, Mondstationen

Überhaupt bedeuten preiswerte und im Überfluss vorhandene Energie mehr und preiswertere Konsumgüter. Wie Constanze Kurz und Frank Rieger in ihrem Buch Arbeitsfrei (2013) feststellten, wird es in einer Energieüberflussgesellschaft noch zahlreiche weitere Anwendungen geben, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Kurz und Rieger hoffen allerdings auf die Kernfusion, während sie politisch korrekt die Kernspaltung verteufeln.

Das heißt, der Konsum der Menschen könnte auch global wesentlich zunehmen. Notwendig wäre es auf jeden Fall.

Eine solche Hochenergiewelt wäre bei Nutzung der Kernenergie technisch, ökonomisch und ökologisch bereits heute problemlos möglich – auch noch bei einer Weltbevölkerung von 8 Milliarden Menschen.

6.5. Das große Ausgabenprogramm

Der Bau von vielen modernen Kernkraftwerken, Synthesekomplexen, Plasmavergasungsanlagen etc. zusammen mit der Reparatur der von den Altparteien heruntergewirtschafteten Infrastruktur von Straßen, Schienen, Brücken, Krankenhäusern, Schulen etc. und dem millionenfachen Neubau von Wohnungen wird ebenfalls sehr hohe Investitionen erfordern und Jahrzehnte dauern. Im Unterschied zur gegenwärtigen Energiewende ins Nichts werden sich diese Investitionen allerdings sehr schnell amortisieren und den Industriestandort Deutschland attraktiver machen. Er wird zudem viele gut bezahlte Arbeitsplätze in verschiedenen Branchen schaffen und insgesamt die Arbeiterklasse stärken.

Gerade im Bereich der Bauindustrie gibt es durchaus noch Tätigkeiten, wo es vor allem auf körperliche Kraft und weniger auf formal-operatives Denken ankommt, wie heute z.B. in vielen Metallberufen. Also wäre das eine ideale Möglichkeit, Flüchtlinge an den Arbeitsprozess heranzuführen und so islamistische Parallelgesellschaften auszutrocknen. Hierbei könnte man sich insbesondere auf die jüngere Generation stützen.

Voraussetzung für ein solches gigantisches Ausgabenprogramm wäre auch eine andere Bildungs- und Gesellschaftspolitik. Anstelle von heute 173 Lehrstühlen für Gender Studies[17] müssten wieder solche der Kernphysik und der Kerntechnik eingerichtet werden. Möglicherweise lassen sich emeritierte Professoren aus diesen Fächern für einige Jahre reaktivieren, um einer neuen Generation ihre Kenntnisse zu vermitteln. Aber auch hier gilt: Wenn das nicht passiert, wird das Wissen dieser Personen mit ihrem Tod unwiederbringlich verloren sein. Um die künstliche Spaltung der Gesellschaft zu heilen, müsste die staatliche Förderung der Wokeness und der Transgenderbewegung sofort eingestellt werden.

Dieses große Investitionsprogramm müsste vermutlich aus den Profiten der Kapitalisten finanziert werden. Sei es über Kapitalertragssteuern, einer Lastenausgleichsabgabe oder über eine direkte Enteignung von brachliegendem Spekulationskapital.

6.6. Politische Implikationen

Die Menschen stehen der Kernenergie mehrheitlich durchaus positiv gegenüber. Sie wird seit Jahren in Umfragen von mindestens 65% der deutschen Bevölkerung befürwortet. Haupthindernis ist das politische Führungspersonal der Altparteien. Die ganze Politik der letzten Jahre lässt erkennen, dass CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke mehr den Interessen der US-Milliardäre verpflichtet sind als den der eigenen Bevölkerung.

Es ist nicht zu übersehen, dass das hier vorgestellte Programm zur Überwindung der großen Energiekrise noch am ehesten den Forderungen der AfD entspricht. Allerdings ist die AfD auch eine neoliberale Partei, die staatliche Eingriffe auf ein Minimum reduzieren und den Sozialstaat abbauen will.

Sir würde zwar, wenn man den Äußerungen ihrer Vertreter glauben darf, viele gesetzliche Rahmenbedingungen in der Energiepolitik ändern, aber mehr auch nicht. Alles andere würde sie dem Markt überlassen, was aber bei weitem nicht mehr ausreicht.

Hier hätte das neugegründete Bündnis Sahra Wagenknecht BSW korrigierend eingreifen können. Angesichts von Wagenknechts scharfer Kritik an der Energiepolitik der Ampel in ihrer YouTube-Sendung Bessere Zeiten – Wagenknechts Wochenschau war durchaus zu erwarten, dass sie eine sinnvolle Energiepolitik mit einer klassisch sozialdemokratischen Sozial- und Wirtschaftspolitik kombinieren würde. Diese Hoffnung hat sich leider nicht bestätigt. Wie aus diversen Wahlprogrammen und mehr noch aus Koalitionsvereinbarungen hervorgeht, hat Sahra Wagenknecht das Klimanarrativ weitgehend geschluckt und setzt genauso wie die Altparteien ausschließlich auf erneuerbare Energien. Nur eine Koalition des BSW mit der AfD hätte eine grundlegend andere Politik in Deutschland ermöglicht. Diese Chance wurde unwiderruflich vertan. Das BSW koaliert lieber mit der CDU, die uns im Interesse der US-Milliardäre diese problematische Energiepolitik zum Teil eingebrockt hat. Insofern ist es durchaus gerechtfertigt, wenn böse Zungen das BSW zur jüngsten Altpartei erklären.

Eine Chance für eine alternative Energiepolitik ist weit und breit nicht in Sicht und der Niedergang Deutschlands wird deshalb wohl unvermindert weitergehen.

 

Fußnoten:

[1] Zitiert nach Fritz Vahrenholt: Die große Energiekrise und wie wir bewältigen können, München 2023, S. 42

[2] Vgl. Vahrenholt 2023 a.a.O., S. 42ff und S. 58ff.

[3] Vgl. Vahrenholt 2023 a.a.O., S. 94ff

[4] Vgl. Thomas Röper: Die Details werden bekannt: Wie die USA Nord Stream gesprengt haben, 09.02.2023, im Internet: https://anti-spiegel.ru/2023/die-details-werden-bekannt-wie-die-usa-nord-stream-gesprengt-haben/, abgerufen am 13.12.2024.

[5] Vgl. Vahrenholt 2023 a.a.O., S72ff

[6] David Walters: A Socialist defends nuclear Energy, im Internet: https://climateandcapitalism.com/2013/11/14/socialist-defends-nuclear-energy/, abgerufen am 13.12.2024

[7] Radiant Energy Group: Restarting Germany’s Reactors: Feasibility and Schedule, im Internet: https://www.radiantenergygroup.com/reports/restarting-germanys-reactors-feasibility-and-schedule, abgerufen am 13.12.2024

[8] EPR ist die Abkürzung für European Pressurized Reactor, also Europäischer Druckwasserreaktor. Er wurde von Siemens und Framatome entwickelt auf der Basis der deutschen Baureihe Kovoi und der französischen Paluel-Reaktoren.

[9] Vortrag von Klaus-Dieter Humpich, in: Vortragsveranstaltung Atomkraft – Wie weiter mit der Kernenergie? der AfD-Fraktion im Bundestag:, 23.03.2024, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=8gNUwdNKDm4, abgerufen am 13.12.2024.

[10] Dual Fluid – Wir erfinden die Kernkraft neu, im Internet: https://dual-fluid.com/de/, abgerufen am 13.12.2024

[11] Dirk C. Fleck: Das Warten auf den Kollaps – unsere einzige Hoffnung?, Neue Debatte, 10.09.2019, im Internet: https://web.archive.org/web/20200428014359/https://neue-debatte.com/2019/09/10/das-warten-auf-den-kollaps-unsere-einzige-hoffnung/, abgerufen am 13.12.2024.

[12] Brian Wang: Update of Death per Terawatt hour by Energy Source, Next Big Future, 03.06.2016, im Internet: https://www.nextbigfuture.com/2016/06/update-of-death-per-terawatt-hour-by.html, abgerufen am 13.12.2024.

[13] Vortrag von Klaus-Dieter Humpich, in: Vortragsveranstaltung Atomkraft – Wie weiter mit der Kernenergie der AfD-Fraktion im Bundestag:, 23.03.2024, im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=8gNUwdNKDm4, abgerufen am 13.12.2024.

[14] Fabian Hermann: Kurz und knapp: 17 Pro-Atom-Argumente, Nuklearia, 21.09.2012, im Internet: https://nuklearia.de/2012/09/21/kurz-und-knapp-17-pro-atom-argumente/, abgerufen am 13.12.2024.

[15] Bernd Schröder: Zur Geschichte einer ehemaligen Zukunftstechnologie, die noch nicht abgehakt ist, 20.10.20219, im Internet: https://web.archive.org/web/20210119100757/https://www.heise.de/tp/features/Zur-Geschichte-einer-ehemaligen-Zukunftstechnologie-die-noch-nicht-abgehakt-ist-4221160.html, abgerufen am 13.12.2024.

[16] Vgl. Stefan Brandl: Neue EU-Verordnung erlaubt die Beimischung von Hausgrillen in Nahrungsmitteln, TKP, 17.01.2023, https://tkp.at/2023/01/17/neue-eu-verordnung-erlaubt-die-beimischung-von-hausgrillen-in-nahrungsmitteln/, abgerufen am 13.12.2024.

[17] Vgl. Nikolaus Doll: „Es gibt acht Lehrstühle für Kernforschung, aber 173 Lehrstühle für Genderforschung“, Welt Online, 20.09.2023, im Internet: https://www.welt.de/politik/deutschland/plus247341858/Deutschland-Acht-Lehrstuehle-fuer-Kernforschung-aber-173-Lehrstuehle-fuer-Genderforschung.html, abgerufen am 13.12.2024.

Bild Jan Müller Grohnde 2019.


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Jan Müller, geboren 1971, ist Soziologe und lebt in einer Stadt in Hessen.


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9 Kommentare

  1. Impfgegner2 16. Dezember 2024 um 9:40 Uhr - Antworten

    Wir haben kein CO2-Problem.
    Ein paar Begründungen:
    – Die „hohe Küste“ im nördlichen Schweden, an der Ostsee gelegen, STEIGT seit Jahren. Grund: Folge der verschwundenen Riesengletscher in Skandinavien. Gleichzeitig sinkt das Land in Südschweden, Dänemark u. Norddeutschland aus dem gleichen Grund:
    Isostasie – die Lehre vom Heben und Senken der Kontinentalplatten
    – In Europa und den USA wird an immer mehr Standorten die falsche Temperatur gemessen, weil so viele Messstationen sich an „heißen“ Orten befinden: Parkplätze, Flugplätze, in der Nähe von Klimaanlagen, bei großen Gebäuden etc. (Suche: „Corrupted Climate Stations“).Zudem wird mind. in Deutschland der sogenannte Wärmeinseleffekt (Urban Heat Island) unzureichend berücksichtigt.
    – Das mit Abstand wichtigste Treibhausgas ist Wasserdampf, das steht sogar in Wikipedia, z.B. in „Wasserdampf“ (z.B. Vers. v. 15. Jan. 2017). Werden Wälder großflächig gerodet, gibt es Dürren => Amazonas!
    – Die „Diskussion“ um den berühmten „Hockeystick“, d.h. das Hockeyschlägerdiagramm, von Michael E. Mann, das zeigen soll, dass wir aktuell eine noch nie dagewesene Erwärmung der Troposphäre, also der Atmosphärenschicht, in der sich das Wetter abspielt, hätten. Die beiden Wissenschaftler Steve McIntyre (kanadischer Bergbauexperte) und Ross McKitrick (kanadischer Wirtschaftwissenschaftler) wiesen nach, dass die Analysen von Michael E. Mann falsch waren (u.a. durch Hauptkomponentenanalyse).
    – Der Skandal um „Climategate“ bzw. um das Verhalten von Wissenschaftlern an der CRU („Climate Research Unit“) der UEA („University of East Anglia“) im Jahr 2009 bezüglich der Behandlung von Daten, die dem Bösen-CO2-Narrativ widersprechen.

    Viele der (Energie- und Ernährungs)Probleme würden sich mit der Biolandwirtschaft lösen:
    – mehr Lebensmittel
    – billigere Lebensmittel
    – bessere Lebensmittel
    – kein Stickstoffdüngereinsatz mehr nötig (größter Energieinput!)
    – keine Mineraldüngung mehr
    – keine Phosphordüngung für mind. die nächsten 100 Jahre
    – keine schweren Hochwasser mehr
    – kein Import von Soja mehr (wg. deutlich höherem Eiweißgehalt der Nutzpflanzen)
    – geringerer Dieselverbrauch (kein Spritzen, kein Düngen, kein Pflügen)
    – Hebung der Trinkwasserqualität (weniger Nitrat, Landwirtschaft ist nicht einzige Quelle!)
    – weniger Dürreprobleme (Boden ist wieder Wasserspeicher)
    – Erzeugung von Pflanzenöl (=Treibstoff) auf dem gleichen Feld zusätzlich zur Produktion von Lebens- bzw. Futtermitteln
    – Speicherung großer Mengen von Kohlenstoff im Boden (dunkler, brauner, humoser Boden im Gegensatz zu „modern“ bewirtschaftetem, hellem Betonboden nach einigen Tagen ohne Regen)
    Ein sehr guter Vortrag dazu: YT: „Roots of your profits“ von Dr. Elaine Ingham (USA) auf der „Oxford Farming Conference 2015“ (England). Sie forscht seit über 50 Jahren im Bereich Biolandwirtschaft. Zum großen Teil auf Deutsch in der Bachelor-Arbeit von Urs Mauk vom August 2012 enthalten: „Pflanzenernährung durch Bodenfruchtbarkeit“ (pdf-Datei).

    Statt seit mindestens 15 Jahren PV-Anlagen, müssten solare Langzeitspeicher gehyped werden. 2/3 der Energie eines Privathauses geht fürs Heizen drauf (s. „Die Wärmemacher“, 3Sat, 2013).

  2. Andreas I. 15. Dezember 2024 um 21:55 Uhr - Antworten

    Hallo,
    Kernenergie war schon immer toll, die Gewinne streichen die Aktionäre ein, die Steuerzahler tragen die Kosten.

  3. Andrweas 15. Dezember 2024 um 15:50 Uhr - Antworten

    Entgegen dem Eindruck aus dem ersten Teil, glaubt Herr Müller an den Klimaschwindel.
    Und er argumentiert rein technokratisch. Ein Klassenkampf scheint für ihn nicht zu existieren. Die zunehmende Verfügung der Eliten über den Energieverbrauch ist für diese überlebensnotwendig. Will Herr Müller das nicht verstehen?

    • triple-delta 15. Dezember 2024 um 18:23 Uhr - Antworten

      Der Marxismus ist zu einfach. Es kann doch nicht sein, dass einfache Eigentumsverhältnisse eine Gesellschaft determinieren. Da muss doch irgendein göttlicher Gedanke mit im Spiel sein.

  4. Jan 15. Dezember 2024 um 15:12 Uhr - Antworten

    Alternative Energie und auch durch komplexere Methoden wie Fracking gefördertes Öl sind teurer. Seit Jahren versucht man den Ölpreis hochzutreiben ohne den Absatz zu verringern, was einer wirtschaftlichen Kontraktion gleichkäme. Es geht nicht!

    Jetzt versucht man, der Bevölkerung Verzicht schmackhaft zu machen, um die höheren Energiekosten zu zahlen. Das ändert nichts an der Kontraktion.

    Komplexe Systeme fallen über Kipppunkte zusammen auf Levels mit geringerer Komplexität. Damit schließen sich Kontraktion und Hochtechnologie aus. Eine zukünftige Energieversorgung muss daher auf weniger Komplexität setzen und nicht auf mehr. Science Fiction Technologien sind komplexer als weniger komplexe Methoden der Vergangenheit.

    Die deutschen Frackinggebiete unterscheiden sich von den amerikanischen geologisch. Es ist nicht sicher, dass sich die Investition lohnt. In den USA war das Fracking ein finanzielles Disaster.

    Die Produktion von Brennstäben ist extrem schmutzig. Europa lagert ihre Produktion ins abgelegene, russische Mayak aus. Will man wirklich eine derartige Dreckschleuder zwischen Rhein und Mosel etablieren?

    Hinter den Gasproblemen mit Russland stehen Entflechtungsbestrebungen im geopolitischen Kontext. Der Ölmarkt wird zu einem Verkäufermarkt. Der Käufer wird erpressbar. Das wäre beim Modell Mayak nicht anders.

    Atomkraftwerke produzieren etwa 4% der Primärenergie weltweit. Eine Verdopplung der bestehenden führte zu 8%, eine Vervierfachung zu 16%. Wieviele AKWs wollen wir bauen? Haben wir die Ingenieure dafür?

    Die Strom-zu-Gas-Technologie ist extrem ineffizient. Die entscheidene Bremse ist die Thermodynamik, man wird die Effizienz nicht erhöhen können. Reiner Wasserstoff macht ähnliche Probleme, da die Kompression viel Energie verschlingt. Wir müssten unter Umständen doppelt so viel Energie produzieren, als später zur Verfügung steht.

    Natürlich war der Atom- und Kohleausstieg ein Fehler. Die grundsätzliche Problematik ist aber sehr viel größer!

    Natürlich fahren auch Atomstromfirmen Kampagnen zur Akzeptanz in der Bevölkerung. Man sollte das nicht unkritisch übernehmen.

    • Jan Mueller 16. Dezember 2024 um 19:00 Uhr - Antworten

      Mit Verlaub, das ist hanebüchener Unsinn, was du hier schreibst.
      Brennelementefabriken gab es in Deutschland in Lingen und Hanau, eine Uran-Anreicherungsanlage (eine „Dreckscheluder“ wie in Mayak) in Gronau. Das alles sind Orte mit einer hohen Lebensqulität.
      Frackinggas rechnet sich ab einem bestimmten Gaspreis. Dieser Punkt ist in Deutschland allemal erreicht und das ist auch in den USA der Fall.

  5. Glass Steagall Act 15. Dezember 2024 um 15:09 Uhr - Antworten

    Der Autor des Artikels schreibt in Punkt 6:

    „Dennoch soll im Folgenden davon ausgegangen werden, dass die vom IPCC beschriebenen Mechanismen im Wesentlichen zutreffen und nur die politischen Schlussfolgerungen, die ausschließlich auf CO2-Einsparungen mittels harter Konsumeinschränkungen für die Normalbevölkerung setzen, falsch sind.“

    Wenn ich das richtig sehe, glaubt der Autor dennoch ein wenig an den menschengemachten Klimawandel. Demnach können weitere Schlussfolgerungen bereits nicht mehr korrekt sein! Es ist zunächst wichtig, sich von dem ganzen Klimaschwindel gedanklich zu verabschieden! Erst dann finden sich Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft. Die Lösung ist fast immer ein Energiemix und keine einseitige Lösung, wie wir es in Deutschland mit der grünen Ideologie betreiben.

  6. Jurgen 15. Dezember 2024 um 14:19 Uhr - Antworten

    Dezentralisierung der Energie ist die Einzige Lösung… Aufruf: Leute, nutzt mehr freie Energie!

    • Vortex 15. Dezember 2024 um 18:38 Uhr - Antworten

      Solaranlagen, Wärmepumpen, Wind und Wasserkraft sind im Prinzip auch freie Energie solange die physikalischen Kräfte auf die Energiewandler einwirken um die div. Energiearten in elektrische Energie zu transformieren, die nachfolgenden Ideen (tinyurl.com/2tvu2f4t, quanthomme.free.fr, jnaudin.free.fr/index.htm, vitanar.narod.ru, ecat.com, novam-research.com, merlib.org, tinyurl.com/yzhzpumb, jeanemanning.com, t1p.de/atvnl) werden hauptsächlich von Privatforschern untersucht, die offizielle Wissenschaft schaut hier leider beständig weg …

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