Städte wie Mannheim wollen Gasnetz bis 2035 komplett killen

11. November 2024von 4,3 Minuten Lesezeit

Just angesichts der Dunkelflaute, die Deutschland an den Rand des Blackout gebracht und höchste Strompreise beschert hat, kündigt Mannheim an, ab 2035 das Gasnetz komplett stilllegen zu wollen. Das ist noch ehrgeiziger als Österreich wo vom Gas-Verteilnetz bis 2040 nur mehr ein Bruchteil übrig bleiben soll.

Wie der deutsche Merkur berichtet, will Mannheim das „Gasnetz bis 2035 stilllegen: Gasheizungen ‚nicht zukunftsorientiert‘
Diesen Schritt ist die Stadt Mannheim beispielsweise gegangen. Und wie die Stadtwerke MVV am Freitag (8. November) mitgeteilt haben, ist sie so weit fortgeschritten, dass ab 2035 das Gasnetz stillgelegt werden kann. Bis 2030 soll demnach das Fernwärmenetz vollständig erneuerbare Energien nutzen und es werden 10.000 Haushalte neu angeschlossen. Und nicht nur das: Wer keine Fernwärme beziehen will, kann von der Stadt eine Wärmepumpe bekommen.

Die Ankündigungen von Mannheim sind fast wortident von dem was in Österreich am gleichen Tag via Regierungsfunk ORF verbreitet wurde. Kein Wunder, die Pläne gehen auf eine EU-Direktive vom Mai 2024 zurück.

Fossil gefeuerte Gasheizungen hält MVV dagegen nicht für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Beheizungsform. Transport und Nutzung von Erdgas führen zu vermeidbarem CO₂-Ausstoß, die CO₂-Kosten werden in den kommenden Jahren steigen, und da die Zahl der Gasnutzer sinkt, werden die Kosten des Gasnetzes auf immer weniger Nutzer umgelegt. MVV strebt daher an, das Gasnetz bis 2035 stillzulegen und empfiehlt seinen Kundinnen und Kunden, sich frühzeitig um alternative Heizformen zu kümmern“, heißt es in der Mitteilung der MVV.

Also nochmal: Im Jahr 2035 kappt die Stadt Mannheim den Bewohnern einfach den Gasanschluss weil die EU damit angeblich das Klima rettet.

Wer Pech hat, muss man dann eine Wärmepumpe installieren und möglicherweise bei der nächsten Dunkelflaute in den Monaten November bis Februar frieren oder exorbitante Strompreise zahlen, wenn der Großhandel wieder um einige Tausend Euro pro MWh einkaufen muss. Nicht zu vergessen ab 1. Dez. 2025 wird ab dann dem Ausgleichspreis ein Knappheitsfaktor hinzugefügt, der die Preise bereits vorige Woche auf 86.000 Euro pro MWh steigen lassen hätte.

Wer noch mehr Pech hat bekommt eine Fernheizung aufs Auge gedrückt, verliert damit jegliche Selbstbestimmung und ist den Launen der Stadtverwaltung hinsichtlich Raumtemperatur und Heizkosten ausgesetzt. Zumindest sind solche Klagen von fernbeheizten Mietern zu hören.

Auch andere mit Gas betrieben Geräte müssen ersetzt werden, wie etwa ein Gasherd.

Man muss sich vergegenwärtigen, dass die bisher durch Gasleitungen angelieferte Energie für Heizen, Warmwasser und Kochen eben durch die Stromleitung zu kommen hat. Oder sie muss in einem Fernheizwerk erzeugt werden und woraus denn bei Dunkelflaute?

Nach Erfahrungen von Umstellern von einer Gasheizung auf Wärmepumpe steigt der Stromverbrauch in den Wintermonaten mindestens um das Dreifache im Schnitt der Wintermonate und bei Temperaturen unter Null Grad noch um einiges mehr, bei Minus 10 so etwa um das Sechsfache. Und das muss aus dem Stromnetz kommen, das entsprechend verstärkt werden muss. Die Kosten dafür und auch für die Fernwärmeleitungen werden natürlich von den Bürgern kassiert, die schon die Gasinfrastruktur bezahlt hatten. Sie zahlen auch entweder direkt oder über Steuern die geförderten Wärmepumpen.

Und dann kommt das Problem, dass bei anhaltender Dunkelflaute, die wie jetzt durch ein stabiles Hochdruckgebiet verursacht wird, der Strom aus Photovoltaik vielleicht 3 Prozent des Bedarfs befriedigt und stillstehende Windräder gar nichts. Und dann muss Strom zugekauft werden, Ersatzkraftwerke mit Kohle, Öl oder Erdgas angeworfen werden, die natürlich wegen der geringen Nutzungsdauer sehr teuren Strom produzieren.

Mehr Details wodurch Preiserhöhungen durch diese Politik entstehen und wie die Lage vorige Woche war, ist in diesem TKP-Artikel ausgeführt. Unter dem Strich wird die europäische Wirtschaft durch wesentlich höhere Energiepreise als im Rest der Welt weiter geschwächt, die De-Industrialisierung schreitet weiter fort.

Morgen wird Strom in der European Energy Exchage (EEX) 160 Base und  195 Peak kosten. Durchschnittliche Spotpreise im Jahr 2024 lagen bei etwa 80 bis 90 Euro pro MWh, vor 2020 bei 35 bis 50 Euro.

Die Teuerungen treffen logischerweise die sozial Schwachen am stärksten. Deren Lebensumstände sind den Eurokraten und den europäischen Politikern völlig fremd und offenbar auch egal.

Die derzeitige Situation mit wenig Sonne, wenig Wind aber umso mehr Kälte wird laut dem Energieexperten Montel noch einige Zeit anhalten: Das Wetter in Deutschland wird in den kommenden zwei Wochen eher kalt und windstill ausfallen, zeigten Prognosen am Freitag. Mit wenig Erneuerbaren könnten die Spotpreise für Strom hoch ausfallen.

Deindustrialisierung und Wohlstandsverlust für die Bürger, sind laut Kommissionspräsidentin Leyen durchaus gewünschte Effekte. Ihr geht es um Stopp des Wachstums der Wirtschaft und der Bevölkerung wie sie im folgenden Video ankündig

Ergänzung was sich auf X/Twitter findet:

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Bild: Ionel Stanciu auf Pixabay/h5>

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4 Kommentare

  1. Varus 11. November 2024 um 20:43 Uhr - Antworten

    In der Wikipedia lese ich über Mannheim, dort amtiert als OB seit 2023: Christian Specht (CDU). Mich wundern all die Michels, welche die Woke Union für eine bürgerliche Partei halten.

  2. triple-delta 11. November 2024 um 20:29 Uhr - Antworten

    Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen. Bis dahin fehlt den Kommunen das Geld, um irgend etwas bauen geschweige denn zerstören zu können. Interessant wird sein, was die Wirtschaftsmigranten machen, wenn hier das Licht ausgeht. Wandern die dann wieder zurück oder gibt’s Randale. Letzteres wäre ja der feuchte Traum der Transatlantiker.

  3. 1150 11. November 2024 um 18:45 Uhr - Antworten

    ich finde diese idee charmant,

    die maturanten der koranschulen werden sich bestimmt noch wohler fühlen und sich durch das wärmekuscheln im engen, vertrauten clanmilieu noch mehr vermehren

  4. Wolliku 11. November 2024 um 18:26 Uhr - Antworten

    Noch sind Deutschland und Österreich nicht verloren. Der woke Traum mit dem greendeal hat nicht nur in Amerika eine falsche Bügelfalte bekommen. Der Gashahn und der hochmoderne Verbrenner sind zwei bewährte Technologien die wieder in Mode kommen. Die COP 29 Show präsentiert jetzt die Vorstellung des Publikums. Die kommen aus allen armen Ländern und wollen jährlich 1000 Milliarden Dollar von den Geberländern, freien Eintritt und Reisespesen bei den COP- Veranstaltungen. Gemeint sind vermutlich Österreich und Deutschland, denn China, Indien etc. sind nach UN-Standard Nehmerländer. Ich befürchte, die absolute Begeisterung in Amerika wird auch auf Europa abfärben. Der grüne Albtraum geht zu Ende, die Ampel springt auf schwarz oder blau und CO2 wird wieder das was es immer war, ein großartiges Molekül in der Formel des Lebens, die man früher in der Schule als Photosynthese kannte. Make our planet green again.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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