
Unwetter in Spanien – ein subjektiver Stimmungsbericht
Ich wohne Spanien in der Region Andalusien an der Südküste, dem Anfang der Costa del Sol. Am 28.10. hatten wir abends ein heftiges Gewitter und starke Winde wahrgenommen. Vom schweren Unwetter am 29.10. waren wir in der Stadt nicht betroffen; die Landwirtschaft schon.
Gleich hinter unserem Ort Roquetas de Mar befindet sich das größte Gemüseanbaugebiet Europas, das wegen der Gewächshäuser „Mare Plastico“ genannt wird. Sie sollen nicht wie in Holland die Wärme zurückhalten, sondern den Pflanzen Schatten spenden und den Wasserverbrauch durch die Rückgewinnung des Kondenswassers senken. Viele dieser Gewächshäuser wurden im Sturm stark beschädigt. Weitere sichtbare Schäden waren aber nicht zu beobachten.
Wahrscheinlich war unser Glück, dass hier die Küste in Ost-West-Richtung verläuft, in der Region Valencia aber in Nord-Süd-Richtung. In den Medien wurden alarmistisch die Regionen Valencia, Murcia, Andalusien und Kastilien-La Mancha, also halb Spanien, zum Katastrophengebiet erklärt. Die Fernseh-Meteorologen erklären das Unwetter sofort mit dem Klimawendel. Das Mittelmeer sei ungewöhnlich warm gewesen. Das deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen. Dieses Jahr war das Wasser mindestens im Vergleich zum Vorjahr deutlich kälter.
Die Geographie Südspaniens ist von Gebirgen geprägt, die an der Küste ins Meer abfallen. Für die Touristen ist das eine eindrucksvolle Landschaft. Gleich hinter dem Strand westlich von Almeria liegen drei Gebirgsketten hintereinander, und zwar die „Sierra de Enix“ mit dem Yegüeros (1.085 m), die Sierra de Gádor mit dem „Morrón de la Lagunilla (2.247 m) und die Sierra Nevada mit dem Mulhacén (3.478 m), die es dann schon mit den Alpen aufnehmen kann. In der Sierra de Enix sieht man die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada. Bei Südwind bleiben die Wolken an den Bergen hängen und regnen sich aus.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Wegen der geringen Entfernung zu Nordafrika kommt es hier nicht zu extremen Regelfällen. Die Wolkenbildung erreicht keine Extreme; Saharastaub ist dagegen eine tägliche Erscheinung. Weiter westlich hinter der Grenze zur Provinz Granada liegen zwischen den Bergen und dem Strand nur wenige hundert Meter. Hier muss bei Starkregen unmittelbar mit Wassermassen gerechnet werden, worauf sich die Küstenstädte aber eingestellt haben. Auf der Webseite mit Unterseiten habe ich Roquetas de Mar und die Umgebung mit vielen Fotos und Videos beschrieben. Anregungen von Lesern, weitere Informationen aufzunehmen, werde ich gern berücksichtigen.
In der Region Valencia blockiert die Sierra Calderona mit dem „El Gorgo“ (907 m) nur tiefe Wolken. Daneben gibt es noch ein paar kleinere Gebirgszüge. Bei Ostwind, der über dem Mittelmeer mit reichlich Feuchtigkeit aufgenommen hat, ziehen höhere Wolken an den Bergen vorbei. Die hohen Wolken passieren die küstennahen Berge und regnen sich in der Region Kastilien-La Manche aus, soweit sie nicht über der Sierra Calderona wegen der niedrigeren Temperaturen Wasser verloren haben.
Die Geographie der Südküste erfordert bei der Stadtplanung die Schaffung von großen Regenwasserabflüssen, in die bei Extremregen das Wasser aus den Bergen über das Gefälle der Straßen ins Meer abgeleitet wird. Die Touristen sind regelmäßig über das Ausmaß des Klimawandels entsetzt, weil sie diese Abflüsse für ausgetrocknete Flüsse halten. (z.B. Rambla de la Cura auf der Mitte der Seite – nach unten scrollen) Es ist vorstellbar, dass diese Maßnahmen in Valencia wegen der Seltenheit des Starkregens vernachlässigt wurden.
Für die Mainstream-Medien in Deutschland ist der Klimawandel für die Zerstörungen verantwortlich. Das grüne Weltbild ist in Spanien aber weniger stark ausgeprägt. Trockene Sommer und Starkregen im Herbst sind nicht ungewöhnlich. Darauf hat man sich schon seit der arabischen Herrschaft über Spanien ab 711 n. Chr. mit baulichen Maßnahmen eingestellt. Das Mittelmeer war im Herbst schon immer wärmer als im Frühling und die Regenfälle deshalb heftiger. Wenn die globale Erwärmung diese Unterschiede verstärkt, dann müssen auch die Schutzmaßnahmen angepasst werden.
Die Rolle der spanischen Parteien und Politiker
Die Menschen in Valencia sehen die Verantwortung deshalb bei den Regierungen. Die spanische sozialistisch-linksgrüne Minderheitsregierung war für die Meteorologie zuständig, die konservative Regionalregierung für die Warnung der Bevölkerung und für kurzfristige Schutzmaßnahmen. Beide schieben die Verantwortung zwischen einander hin und her.
Sollte der Bebauungsplan den Regenabfluss vernachlässigt haben, wären auch noch die Provinz und die Kommunen in der Verantwortung. Für diese Kompetenzstreitigkeiten haben die Menschen aber kein Verständnis. Dass die Zentralregierung Hilfsangebote aus Frankreich und Marokko abgelehnt haben soll, führte auch zu Unmut. Der spanische Regierungschef Sanchez wurde bei einem Besuch in Valencia als Hurensohn und Verräter beschimpft.
Es ist abzuwarten, ob die Flutkatastrophe das Vertrauen der Menschen in die Politiker nachhaltig erschüttert. Das Parteiensystem Spaniens ist seit dem Ende der Franco-Diktatur in den 70er Jahren weitgehend stabil, aber nicht verkrustet.
Die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) hat Wähler verloren, ist aber weitaus stärker als die SPD oder die SPÖ. Die von ehemaligen Mitgliedern der Franco-Partei gegründete Volkspartei (PP), vergleichbar mit der CDU und der ÖVP, hatte kürzlich eine Rechtsabspaltung (VOX) hinzunehmen, blieb aber sonst stabil. Eine Brandmauer hat sie nicht errichtet.
Die Spanische Kommunistische Partei (PCE) nahm linke Splittergruppen auf und wurde zur Vereinigten Linken (IU). Die zwischenzeitig erfolgreiche linksgrüne Bewegung Podemos, nach Obamas „yes, we can“ benannt, befindet sich in einem Wahlbündnis mit der IU und ist als „Unidos Podemos“ (= zusammen können wir – UP) an der Regierung beteiligt. Sie hat aber nur die Stärke wie die PCE in den 80er Jahren. Eigenständige Grüne spielen keine Rolle. Daneben gibt erfolgreiche Regionalparteien in Katalonien und im Baskenland.
Es wäre denkbar, dass sich aus der Empörung über die unfähigen Politiker aller Lager eine nachhaltige Protestbewegung bildet. Das aktuelle Abwälzung der politischen Verantwortung zwischen PSOE und PP wäre aber nicht ausreichend, sofern die Zentral- und Regionalregierungen jetzt eine wirksame Hilfe für die Betroffenen organisieren können.
Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wäre auch wahrscheinlich. Sollten dabei Bauplanungsfehler als Ursache identifiziert werden und vielleicht Baugenehmigungen in Regenabflussflächen gegen Schmiergeldzahlungen erteilt worden sein, könnte aber eine tiefgreifende Vertrauenskrise entstehen. Solche Überlegungen sind aber aktuell reine Spekulation.
Bild: Diliff, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Prof. Dr. Werner Müller, ehem. Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Mainz, seit 2023 pensioniert und wohnhaft in Spanien.
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Zusammenhang von Flutkatastrophe in Valencia mit Geo-Engineering in Marokko?
Extremwetter wie Starkregen seltener – Behauptungen des Gegenteils aber häufiger
Klimawandel und Extremwetter im Weinviertel seit dem Jahr 1271
Klimawandel verursacht nicht mehr Extremwetter-Ereignisse als früher
Die großen Überflutungen im Oktober 1957 brachte den Gemeinderat dazu den Fluss Turia in den Süden der Stadt zu verlegen. Es entstand eine wunderbare Anlage im alten Flußbett mit Kunst, Kultur und Sporteinrichtungen sehr empfehlenswert.
Die Verlegung wie damals üblich wurde in einen Betonkanal realisiert. Dieser hat jedoch zu wenig Kapazität um die immer wiederkehrenden Extremregenfälle aufzufangen. Alles eine ganz natürliche Angelegenheit und hat nichts mit irgendwelchen Verschwörungstheorien wie menschengemachten Klimawandel zu tun.
Wie schon weiter oben beschrieben lässt sich das bis in die Römerzeit nachweisen.
-Überschwemmungen wie in Valencia und Umgebung sind offensichtlich für diese Gegend weitgehend nichts Ungewöhnliches.. Seit dem 14. Jahrhundert werden z.B. entsprechende Ereignisse, unterscheidbar in katastrophale Überschwemmungen und extra-ordinäre Überschwemmungen, aufgezeichnet und von Wissenschaftlern analysiert:
(„Climatic and social factors behind the Spanish Mediterranean flood event chronologies from documentary sources (14th–20th centuries)“
-PEÑARROCHA et al. (2002) sind der Ansicht, dass der entscheidende Faktor für sintflutartige Regenfälle in der Region Valencia das Vorhandensein von östlichen Strömungen ist, die von Tiefdruckgebieten begleitet werden. Diese Situationen treten eher im Herbst auf, aber es ist möglich, dass die vorherrschende meridionale Zirkulation in manchen Perioden dafür verantwortlich ist, dass die oberen kalten Tröge während der warmen Jahreszeit häufiger durchziehen.
(Trog bezeichnet in der Meteorologie ein Gebilde tiefen Luftdrucks im Vergleich zur Umgebung)
Unter diesen Bedingungen kann es in Gebieten wie den iberischen Bergen, einschließlich der Einzugsgebiete der Flüsse Júcar und Turia, zur Bildung von Superzellenstürmen kommen.
In jedem Fall traten extreme Überschwemmungen fast ausschließlich im Herbst auf, was mit der maximalen Instabilität der Atmosphäre in dieser Jahreszeit zusammenhängt, die auf die Kombination aus dem häufigen Durchzug von Höhentrögen und den hohen Mittelmeertemperaturen zurückzuführen ist.
Fast alle Überschwemmungen (einschließlich Überschwemmungen mittleren bis hohen Ausmaßes) in der Region Valencia werden durch starke mediterrane Regenfälle verursacht.
In Valencia beispielsweise war in den ersten Jahrzehnten des17. Jahrhunderts der Schutz der Stadt notwendig, und es wurden neue Schutzmauern am Turia-Fluss gebaut. Auf diese Weise spiegeln die Dokumente späterer Perioden (18.-20. Jahrhundert) eine geringere Überschwemmungshäufigkeit des Turia wider. Nur wenige Ereignisse konnten die Mauern durchbrechen und das Stadtzentrum in Mitleidenschaft ziehen (extreme Ereignisse von 1776, 1897 und 1957)
-Klimaschwankungen und Landnutzungsänderungen erklären diese Überschwemmungsspitzen teilweise. Darüber hinaus wurden in dekadischen Perioden mit hoher Überschwemmungshäufigkeit die Abflussschwellen so gesenkt, dass es zu mehreren Überschwemmungen im Jahr kam. Die Verlagerung von Grobsedimenten bei wiederholten Überschwemmungen erhöhte die Höhe der Gerinnesohle und verringerte die Gerinnekapazität. Darüber hinaus spielen wahrscheinlich auch andere Faktoren wie die vorangegangenen Niederschläge und die Wasserstände der Grundwasserleiter eine entscheidende Rolle bei der Erklärung des Ausmaßes und der Häufigkeit historischer Überschwemmungen in dieser klimatischen Übergangsregion (semi-arid bis subhumid)
(« Flood frequency and seasonality of the Jucar and Turia Mediterranean rivers (Spain) during the “Little Ice Age”)
Extremes Wetter wird heute genutzt, damit das Narrativ des Klimawandels „stimmt“. Gut dieser Stimmungsbericht. Das Mittelmeergebiet ist seit jeher wegen der Starkregen bekannt und auch gefürchtet. Irgendwann kommen sie – die Katastrophen, dort wie hier bei uns die Vb-Wetterlagen mit Katastrophen wie im Ahrtal, z.B. 1804, 1910, 2021. Der Begriff hundertjähriges Hochwasser war/ist ein Fachbegriff. Klimawandel hat nichts primär damit zu tun, der Mensch meist schon. Wie hier geschildert, muss in vielerlei Hinsicht Vorsorge betrieben werden. Das klappt meist nicht, denn der Geldbeutel ist wichtiger. Die Alarmkette ist überall schwierig, besonders dann, wenn die Leute zu Recht oder Unrecht den Medien und teilweise den Offiziellen nicht mehr trauen. Beispiel: Hurrican Milton kürzlich wurde zu einem „flieh oder stirb“-Hurrican, mobilisierte Hunderttausende und bleibt als Hurricinchen in Erinnerung. In Deutschland stehen 41 % der Journalisten den Grünen nahe (lt. Umfrage TU Dortmund), arbeiten ständig am Narrativ zur Transformation und an den Fakten und Wahrheiten vorbei, bezahlen in ihrer Echokammer Attributionsforscher mit oder ohne Glaskugel, die den Gebrüdern Grimm Ehre machen. Wie ist das in Spanien? Die Klimakirche hat noch traditionelle Konkurrenz – oder?
„Warum hat die Regierung zu wenig Hilfsmannschaften geschickt? Warum ist nicht intensiv vor den Regenfällen gewarnt worden?“ 👍👍👍👍
Das AHRTAL läßt grüßen ‼️
Hier demonstriert sich die INSZENIERUNG. 🤮Auf dem Rücken der Menschen, coronalike, wird die Geschäftsidee der Klimaerwärmung geradezu erzwungen.
Wir erfinden gegen immer tödlichere Seuchen in nur 5 Monaten angeblich nebenwirkungsfreie Impfungen 😂 und sind nicht in der Lage ein jährlich auftretendes Unwetter in besonders vulnerablen Gegenden zu verhindern, abzusichern, a u f z u f a n g e n ??😖😖😖
Für WIE blöd halten diese Gewissenlosen eigentlich ihre Mitmenschen.
Das Gebiet ist klein und überschaubar. Lächerlich.
Hier wird ganz bewußt s k a n d a l i s i e r t.
Bereits bei Corona war der spanische polit-mediale Komplex ganz dicke dabei. Mit Seuchenanzügen auf der ERSTEN SEITE jeder Zeitung. 😂
Sanchez ist in Spanien so beliebt wie eine Hämorrhoide. Ein ostentativer Feind seiner eigenen Mitbürger.
In Madrid betteln die armen Spanier und auf den Kanaren will er ÖKO-Essen für Migranten.
Schäm dich.
Bei Unterberger heute:
Dramatisch sind – auch hierzulande – die Berichte über die Überschwemmungskatastrophe in Teilen Spaniens. Groß wird wie immer in solchen Situationen diskutiert: Warum hat die Regierung zu wenig Hilfsmannschaften geschickt? Warum ist nicht intensiv vor den Regenfällen gewarnt worden? Nur eines findet man nicht in österreichischen Medien: Berichte über die in Spanien aufgebrandete Empörung, dass die Folgen des Unwetters deshalb so schlimm seien, weil als Folge von in spanischer Eigenregie erfolgten Renaturierungsmaßnahmen in der Region etliche Hochwasser-Schutzdämme weggerissen worden sind. Jetzt haben sich Flüsse wie geplant große Stücke der Natur zurückgeholt. Und halt Hunderte Menschen dazu. Wir lernen: Gewesslers im Geiste gibt es auch bei der spanischen Linksregierung.