
Storniert Serbien Kampfjet Deal mit Frankreich wegen BRICS Ambitionen?
Serbien als einer der Nachfolgestaaten von Jugoslawien ist traditionell mit sowjetischen und jetzt mit russischen und chinesischen Waffen ausgestattet. Um den schon lange in der Schwebe befindlichen EU-Beitritt zu fördern, hat sich Serbien bereit erklärt, französische Rafale Kampfjets zu kaufen. Mittlerweile scheint Belgrad aber BRICS Brüssel vorzuziehen, womit der Rafale Deal geplatzt wäre.
In Belgrad mehren sich die Stimmen, die genug haben von der Hinhaltetaktik der EU und den ständigen Forderungen. Am 13. Oktober erklärte der stellvertretende serbische Ministerpräsident Aleksandar Vulin, Belgrad erwäge den Beitritt zur BRICS-Gruppe als Alternative zur EU-Mitgliedschaft. „Es besteht kein Zweifel, dass BRICS eine echte Alternative zur EU geworden ist“, erklärte er.
Vulin hatte sich bereits Anfang August über die Attraktivität der BRICS geäußert: „BRICS verlangt von Serbien nichts und bietet mehr, als wir uns wünschen können. Die EU verlangt von uns alles, und ich bin mir nicht mehr sicher, was sie uns zu bieten hat. …. Wir sehen BRICS als eine Chance und eine Alternative.“
Und weiter: „Serbien untersucht sehr genau alle Möglichkeiten, die sich durch BRICS und eine engere Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedstaaten ergeben.“
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Obwohl Serbiens starke Abhängigkeit vom Handel mit den EU-Mitgliedern Fragen hinsichtlich der Durchführbarkeit einer Abkehr von der Europäischen Union aufgeworfen hat, haben die Spannungen mit Brüssel und mit mehreren EU-Mitgliedern zugenommen, da Belgrad sich dem zunehmenden Druck widersetzt hat, Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verhängen und die Beziehungen zu Russland anderweitig zu verschlechtern.
Der Rafale Deal
Im April wurde bestätigt, dass Serbien das französische Kampfflugzeug Rafale der vierten Generation für eine größere Anschaffung ausgewählt hat. Der Kauf wurde im eigenen Land angesichts der sich verschlechternden Beziehungen zur westlichen Welt und der aufkommenden Enthüllungen über die Einschränkungen der Fähigkeiten des Flugzeugs zunehmend kontrovers diskutiert, wie das US Military Watch Magazine berichtet.
Die von der serbischen Regierung aus wirtschaftlichen Gründen als notwendig erachtete Annäherung an die Europäische Union wird von Analysten als Hauptgrund für das Interesse des Landes am Erwerb westlicher Kampfflugzeuge angesehen, obwohl nicht-westliche Quellen Flugzeuge ohne auch nur annähernd vergleichbare Leistungseinbußen angeboten haben.
Die Tatsache, dass die Rafale nicht ohne Weiteres in das serbische Luftverteidigungsnetz integriert werden kann und keinen Datenaustausch mit den russischen MiG-29-Kampfflugzeugen und den chinesischen und russischen HQ-22- und Pantsir-S-Luftverteidigungssystemen ermöglicht, führte zu weiteren Kontroversen.
Der hochpolitische Charakter der serbischen Entscheidung für die Rafale, die als wichtiger Schritt für den Beitritt Belgrads zur Europäischen Union angesehen wurde, stellt ein ernsthaftes Risiko für das Geschäft dar. Serbien zieht die Möglichkeit in Betracht, seine Bestrebungen eines EU Beitritts aufzugeben und sich stattdessen der unabhängigen BRICS-Gruppe anzuschließen.
Serbien und das frühere Jugoslawien hatten stets sowjetische Kampfflugzeuge eingesetzt, wobei 14 MiG-29 heute das Rückgrat der Flotte des Landes bilden, von denen die meisten von Russland und Weißrussland als Hilfe gespendet wurden.
Aufgrund der Erfahrungen, die Serbien in den 90er Jahren mit der intensiven Bombardierung seiner zivilen Infrastruktur durch die NATO gemacht hat, zögert das serbische Verteidigungsministerium, sich zum Schutz seines Luftraums auf vom Westen gelieferte Ausrüstung zu verlassen, die im Falle eines Wiederaufflammens der Feindseligkeiten mit NATO-Mitgliedern als wenig nützlich erachtet wird.
Während Belgrad durch die Androhung westlicher Sanktionen davon abgehalten wurde, russische S-300- oder S-400-Luftabwehrsysteme zu erwerben, und stattdessen trotz erheblichen westlichen Drucks im Jahr 2022 chinesische HQ-22-Systeme anschaffte, ging man früher davon aus, dass das Land China um ein modernes Kampfflugzeug ersuchen könnte, das seinen neutralen Status in der aktuellen Konfrontation zwischen der NATO und Russland widerspiegeln würde.
Da das Rafale-Geschäft sehr eng mit den Bestrebungen Belgrads verbunden ist, der Europäischen Union beizutreten, würde ein Ende dieser Bestrebungen wahrscheinlich zu einem Ende der Pläne für den Kauf der Kampfflugzeuge führen.
Bild von Military_Material auf Pixabay
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„BRICS verlangt von Serbien nichts und bietet mehr, als wir uns wünschen können. Die EU verlangt von uns alles, und ich bin mir nicht mehr sicher, was sie uns zu bieten hat“
Und das ist noch höflich formuliert, mit zugesicherten Geldern politische Entscheidungen zu erzwingen.
Das bedeutet Krieg für Serbien!
Wann gibt Serbien endlich seine Ambitionen auf, den Rekord für „zwischen den Stühlen sitzen“ zu erwerben. Da ist Indien viel erfolgreicher. Dabei ist doch längst klar, dass Serbien nie EU-Mitglied werden kann – siehe Kosovo. Also wird es langsam Zeit die Konsequenzen zu ziehen und sich entschieden nach Osten zu wenden. Damit könnte man für die anderen osteuropäischen Länder zuu einer Art Pfadfinder werden, denn diese sind in der EU auch nicht gut aufgehoben.
„Storniert Serbien Kampfjet Deal mit Frankreich wegen BRICS Ambitionen?“
Serbien ist immer für Überraschungen gut, zu sehr wurde und wird es von westlicher Seite geschädigt. Es kann sein, dass es seinen Rafale-Deal als Druckmittel für seine eng verbundenen EU – Kosovo-Frage – Ambitionen verwendet. Wenn aber Serbien tatsächlich die Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten dem Beitritt zur EU vorzieht und seinen sündteuren Rafale-Vertrag storniert, so ist das ein schwerer Rückschlag für Frankreich und seine Rüstungsindustrie, und – noch gravierender – ein Heraufdämmern des Zusammenbruchs der EU. Es wäre nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern ein politischer Donnerschlag von größter internationaler Bedeutung …
Ich glaube kaum, daß das Geld für den „sündteuren Rafale-Vertrag“ aus Serbien selbst stammt. Woher denn?
Als Stellvertreter auf Kredit, vielleicht.
@Rumpelstilz
17. Oktober 2024 um 12:56 Uhr
„BELGRADE (Reuters) – Serbia on Thursday signed a landmark agreement with France’s Dassault Aviation for the purchase of 12 new Rafale fighter jets for 2.7 billion euros ($2.99 billion) …
Vucic said Serbia would pay two tranches of 421 million euros each in 2024 and 2025 for the planes … Vucic also sought to assure that Serbia will not share Rafales technology with Moscow. „We are not Russian spies to transfer technology, we paid for this with Serbian citizens‘ money,“ Vucic said.“ (By Reuters, Aug. 29, 2024)
Gute Entscheidung Serbiens aus der EU auszusteigen und stattdessen den BRICS zu bevorzugen.Mehrere EU-Länder müssten das tun aus der diktatorischen EU auszusteigen.Die EU inBrüssel ist eine Unterdrückungsorganisation mit einer nicht gewählten Präsidentin an der Spitze.