
Zuspitzung an Nord-Ost-Grenze: Estland fordert Blockade des finnischen Meerbusens
Estlands Regierung diskutiert die Blockade des finnischen Meerbusens, ein logischer aber brisanter Schritt zum neuen Eisernen Vorhang. Die Nordostgrenze NATO als strategischer Schauplatz im Krieg gegen Russland heizt sich auf.
Der größte Teil des Diskurses über den Stellvertreterkrieg zwischen der NATO und Russland in der Ukraine konzentriert sich natürlich auf die Ereignisse innerhalb dieses Landes. Dazu gehören aktuell die Fragen um den improvisierten „Zermürbungskrieg“, der von beiden Seiten innerhalb des Landes geführt wird, „False Flag“-Angriffsszenarien gegen die Kernkraftwerke in der Ukraine und die Frage, was passieren müsste, damit Russland oder Belarus in diesem Konflikt Atomwaffen einsetzen. Was die meisten Kommentatoren jedoch vergessen haben, ist die Tatsache, dass die neue nordöstliche NATO-Flanke Russland eine Menge Ärger bereiten kann, wenn der Befehl dazu gegeben wird.
Litauens gescheiterte Blockade Kaliningrads im Sommer 2022 und die diesjährigen Bemühungen, eine „EU-Verteidigungslinie“ entlang der polnisch-weißrussischen Grenze bis zur estnisch-russischen Grenze zu errichten, die de facto als neuer Eiserner Vorhang fungieren würde, der sich bis zur finnisch-russischen Grenze ausdehnen könnte, werden heutzutage nicht oft genug diskutiert. Das könnte sich ändern, nachdem der Befehlshaber der estnischen Verteidigungskräfte letzte Woche über die Pläne Tallinns zur Abriegelung des Finnischen Meerbusens gesprochen hat. Hier sind seine genauen Worte, wie der öffentlich finanzierte ERR berichtet:
„Die maritime Verteidigung ist ein Bereich, in dem die Zusammenarbeit zwischen Finnland und Estland zunehmen wird, und wir können vielleicht konkretere Pläne machen, wie wir, wenn nötig, die Aktivitäten des Gegners in der Ostsee vollständig blockieren können, im wahrsten Sinne des Wortes. Militärisch ist dies machbar, wir sind dazu bereit, und wir bewegen uns in diese Richtung. Wenn es eine Bedrohung gibt und es notwendig ist, sind wir bereit, es zu tun, um uns zu schützen.“
Daraufhin antwortete das russische Außenministerium wie folgt:
„Wenn Finnland und Estland planen, eine vollständige Blockade des Finnischen Meerbusens für die russische Schifffahrt zu verhängen, wird Russland ein solches Vorgehen als offensichtliche Verletzung des internationalen Seerechts betrachten. Dessen Normen enthalten keine Bestimmungen, die es erlauben, selbst auf der Grundlage einer ‚Drohung‘ Maßnahmen zur Einschränkung der Schifffahrt zu ergreifen, geschweige denn einseitige Maßnahmen diskriminierender Art, die sich gegen einen bestimmten Staat richten…aber wir gehen davon aus, dass sie sich in dieser Angelegenheit strikt an die Normen des internationalen Rechts halten werden.“
Das Szenario, dass Estland und Finnland den gleichnamigen Golf blockieren und gleichzeitig Litauen seine eigene Blockade gegen den russischen Zugang zu Kaliningrad über sein Territorium von Weißrussland aus verhängt, ist daher nicht auszuschließen. Auch wenn es sich dabei nur um eine Reaktion auf die eskalierenden Spannungen zwischen der NATO und Russland und nicht um eine überraschende Provokation handelt, so wäre dies doch ernst genug, um eine mit Kuba vergleichbare Krise zu provozieren. Russland wird nicht zulassen, dass seine Exklave Kaliningrad, die seine westlichste Operationsbasis gegen die NATO ist, abgeschnitten wird.
Eine andere Möglichkeit ist, dass Trump Putin nach der Wahl damit droht, falls er die Wahl gewinnt, als „Verhandlungstaktik“ den Meerbusen ins Spiel bringt. Um Moskau dazu zu bringen, jeden Deal zu akzeptieren, den er in der Ukraine anbietet. Estland würde nicht über eine Blockade des Finnischen Meerbusens sprechen, ohne vorher von den USA ermutigt worden zu sein, und dieselben imperialistischen Kräfte könnten entweder Trump manipulieren, damit er dies für eine „gute Idee“ hält, oder sie haben Kamala bereits davon überzeugt, es durchzuziehen, falls sie gewinnt, was weltweit besorgniserregend wäre und den NATO-Russland-Konflikt im Norden noch mehr anheizt.
Bild „Finnischer Meerbusen“ by Ulamm 18:34, 10 March 2008 (UTC) is licensed under CC BY-SA 3.0.
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Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.
Trump macht sowas nicht, denn er ist mit allen gut Freund. Trump dealt gerne, aber er erpresst niemanden, schon gar nicht so respektlos. Voller Stolz berichtete er, dass er sich auch mit Xi gut verstanden hätte, ebenso mit Kim und Putin. Ob man das für möglich hält oder nicht, Trump ist der bessere Diplomat als zB eine Baerbock, wenngleich das keine große Kunst ist.
Vermehrt gibt es nun Signale zu Friedensverhandlungen, denn die „Sonderaktion“ zur Befreiung der Donbass-Region ist fast fertig. Scholz möchte mit Putin telefonieren (das erste Mal seit 2022), und wie die Financial Times berichtet, zeigt sich Kiew zunehmend aufgeschlossen, über einen Waffenstillstand und Kompromisse zu verhandeln. Dies entspricht auch Trumps Vorstellungen. Die Ukraine wird auf die russischen Gebiete verzichten müssen. Und gibt es nicht klein bei, so werden die Verluste nur noch größer.
Litauen und Finnland sind kleine Kläffer, die sich durch den Schutz der „großen“ NATO frech zeigen wie das kleine Land in Nahost, das sich ebenso aufführt im Schutze der Großmacht USA, Deutschlands usw. Nach dem Krieg – diese Zeit kommt immer – wird man sich das merken und mit entsprechenden Sanktionen reagieren mit der Bedingung, dass auch diese Staaten neutral werden. Die NATO soll sich endlich von Russlands Grenzen schleichen. Nicht Russland erobert die Welt, es ist der „Westen“, der sich Rusland einverleiben möchte.
Umgekehrt wäre das undenkbar, denn Russland ist nicht imperialistisch.
Und ich fordere Schokolade für alle. 😂 Kriegsgedöns für den Zuschauer. Ein letztes Zucken der Dämokraten…..
Anstelle der Schokolade – heute ist die lange unbezwingbar scheinende Ukro-Festung Ugledar gefallen. Die Auswirkungen könnten ähnlich gravierend sein wie nach dem Fall von Avdejevka im Frühjahr – es gibt kaum noch eine Verteidigungslinie bis zum Dnepr.
Woher beziehen Sie Ihre Informationen ? Ich schaue mal wieder in meine Glaskugel und prophezeie Ihnen:
Die Grenzen sind bereits festgelegt. Rußland erhält die längst beanspruchten Grenzgebiete und behält natürlich die Krim. Der Rest der Ukraine gehört den USA.
So einfach ist das. Ein bißchen Kriegsspektakel findet ausschließlich aus Gründen der allgemeinen Aufrüstung und als generelles „Begründungspotential“ statt….Lieferkettenschwierigkeiten, Marktausrichtungen für ukrainischen Export…Der A.sch ist der Ukrainer und natürlich Selensky.
Jeder auf seine Weise. 😁👍
Hallo,
,,ein logischer aber brisanter Schritt zum neuen Eisernen Vorhang.“
So ,,logisch“ wie Maos Spatzen:
,,logisch“ wenn man nur sieht, was man sehen will (dass Spatzen Reiskörner fressen), aber wenn man möglichst alles betrachtet (u.a. dass Spatzen aich schädliche Insekten fressen), ist es eben unlogisch bzw. widersprüchlich
.
,,Der größte Teil des Diskurses über den Stellvertreterkrieg zwischen der NATO und Russland in der Ukraine konzentriert sich natürlich auf die Ereignisse innerhalb dieses Landes.“
Innerhalb der Ukraine finden russische Luftangriffe mit Raketen und Drohnen statt, aber die Frontlinie liegt in Russland (Lugansk, Donezk, Saporoschje) und damit findet der Hauptteil der Kämpfe in Russland statt.
Im Westen werden diese Gebiete als Teil der Ukraine angesehen und nach den Minsker Vereinbarungen wären sie das auch noch, aber genau diese Vereinbarungen wollte der Westen ja irgendwie nicht … real und faktisch ist das russisches Territorium, d.h. der Hauptteilo der Kämpfe findet faktisch in Russland statt.
Und apropos weiterer Blick:
China hat schon die Sprengtung von NordStream kritisch beäugt, obwohl die China gar nicht direekt betrifft, Aber China kann ganz bestimmt nicht wollen, dass es sich etabliert Infrastruktur einfach so zu zerstören. Und de3mentsprechend hätte Chinma auch eine Meinung dazu, wenn Häfen, Seewege u.ä. blockiert werden würden.
Die Esten sind genauso verrückte Hunde wie die Balten insgesamt – deshalb ist deren neuester Vorschlag nur Folgerichtig.
Aber wie alle Kläffer kläffen sie zwar laut, rechnen aber damit, sich hinter den Beinen des Herrchens – also der NATO – verstecken zu können.
Da allerdings kennen sie die USA schlecht, welche im Zweifelsfall alle ihre Kläff-Hunde fallen lassen wird.
Von daher: lasst sie kläffen ….
Die kleinen Hunde bellen am lautesten. Das Spielchen wird immer weiter getrieben solange bis Russland handelt. Letztlich das gleiche wie in der Ukraine. Wer meint Russland würde da zögern, der irrt. Das weiß die USA und wirds deshalb in der NATO nicht zulassen. Also reines Zähne fletschen.
Trotzdem sowas überhaupt zu äußern, ist schon unsäglich. Wer jemals dachte Trump ist irre, wird von den baltischen Staaten eines besseren belehrt. Und sowas hat man sich in die EU Kommision geholt.
Die Durchfahrt russischer Schiffe durch den finnischen Mehrbusen zu stoppen, macht natürlich die Verbindung zwischen Russland und Kaliningrad schwieriger. Sie ist aber, meiner Ansicht nach, vor allem eine Seeblockade von St. Petersburg. Sollte das geschehen dürfte Russland dies als Kriegserklärung verstehen. Meiner Ansicht nach zu Recht. Politische Kräfte in Russland, die schon länger der Meinung sind, dass auf einen groben Klotz ein grober Stein gehört, dürften weiteres Gewicht bekommen. „Es kann der frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ Letzten Endes könnte sich Russland zu der Ansicht durchringen, dass es keine Notwendigkeit für die Existenz der baltischen Staaten gibt.
Van der Bellen sagte, er wolle Kickl wegen dessen Haltung zur EU nicht angeloben.
Darf man Kriegstreiberei und sträfliches Versagen bei der Impfstoffkontrolle und -Beschaffung nicht abwählen?
Eine Seeblockade gilt als Kriegsakt, daher vermied Kennedy tunlichst in der Kuba-Krise dieses Wort. Russland würde wohl reagieren wie auf westlichen Beschuss mit Langstreckenwaffen – wollte Trump nicht derartige Eskalation vermeiden?
Wie bei vielen anderen Ländern bin ich froh, auch das Baltikum schon vor Jahren besucht zu haben, denn heute würde ich nicht einen Tourismus Cent dort hin bringen!
Vielleicht wird man im Baltikum hysterisch, weil die Ereignisse sich beschleunigen – während das Böse Medium heute die Befreiung von zwei weiteren Dörfen meldet, Scribblemaps zeichnet seit heute Ugledar vollständig unter russischer Kontrolle. Die Festung galt bisher als ähnlich wichtig wie Awdejewka – für derer Verlust wurde Saluschny entlassen. Wird der Klavierspieler jetzt Syrski feuern oder lieber sich selbst entlassen und in den Westen absetzen, wie gestern ein Artikel im Bösen Medium wie auch kürzlich ein Rutube-Blogger prophezeien? Selidowo auch schon fast komplett eingekesselt – eine der wichtigsten Festungen der letzten Verteidigungslinie bei Pokrowsk, hinter der es erst den Dnjepr gibt.
Vielleicht glauben Estland und Finnland der eigenen Propaganda mit Putin, der angeblich bis Talinn, Helsinki und weiter bis Lissabon marschieren soll?
Wir kriegen es dick aufs Butterbrot geschmiert. Ist das noch eine Demokratie? Gilt noch das Verbot der Kriegsvorbereitung? Arbeitet die Politik für das Volk? Und – was machen wir in dieser Situation? https://www.potsdam-aufstehen.de/2024/10/01/gericht-in-hamburg-versus-anlaufender-aufarbeitung-der-corona-massnahmen-demokratie-verbot-der-afd-demokratie/