51 Nobelpreisträger fordern Ukraine-Waffenstillstand

15. Juli 2024von 3,1 Minuten Lesezeit

Ein weiterer Aufruf für sofortige Verhandlungen und einem Waffenstillstand, der es in die westliche Öffentlichkeit geschafft hat. Diesmal sind es Nobelpreisträger, die den Appell verfasst haben. 

Ganze 51 frühere Nobelpreisträger fordern in einem öffentlichen Schreiben das Ende des Ukraine-Krieges mit Russland. Dabei schlagen sie drei Schritte zum Frieden vor. Der Aufruf wurde in der renommierten französischen Zeitung Le Monde abgedruckt.

Im Text werden drei unmittelbare Schritte zum Frieden vorgeschlagen:

  1. Einen sofortigen Waffenstillstand
  2. den Austausch aller Gefangenen gegen alle Gefangenen, die Freilassung der Geiseln und die Rückgabe der Leichen der Toten
  3. Die Aufnahme von Verhandlungen

Hier der Beginn des Textes maschinenübersetzt der ursprünglich auf Französisch erschienen ist:

Derzeit toben auf unserem Planeten mindestens 55 bewaffnete Konflikte. Diese Konflikte werden von den politischen Entscheidungsträgern nicht beendet. Lokale Kriege sind nicht mehr lokal. Und zum ersten Mal seit Jahrzehnten zerreißt ein blutiger Krieg – zwischen Russland und der Ukraine – den europäischen Kontinent.

Die Folgen dieses langwierigen Konflikts, der nun in sein drittes Jahr geht, wirken sich auf eine ganze Reihe von Ländern aus: Er führt zu einer Verschärfung der Hungersnot in Afrika, einer Migrationskrise in Europa und dazu, dass bei jedem Bombenangriff giftige Substanzen in das Wasser, die Lebensmittel und die Milch gelangen, die von den Menschen auf sechs Kontinenten verwendet werden. Bis zum Ende des Jahres wird zudem zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die Zahl der in Zentraleuropa getöteten oder verletzten Menschen eine Million überschreiten.

Im Zuge dieses Konflikts sind die Verteidigungsbudgets in allen Teilen der Welt so stark gestiegen, dass sie den globalen Klimawandel verlangsamen könnten. Doch während wir uns gegenseitig töten, zerstören wir auch unseren Planeten. Die Rüstungsausgaben würden auch ausreichen, um den Hunger in der Welt für die nächsten achtzig Jahre auszurotten. Stellen Sie sich vor: Niemand würde mehr hungern, niemand würde mehr an Hungersnot sterben, kein Kind wäre mehr unterernährt. Anstatt uns für das Leben einzusetzen, verschwenden wir unsere Ressourcen jedoch, um den Tod zu säen.

Den Frieden wiederherstellen

Wer sind heute die Opfer des Krieges? Die meisten von ihnen sind Menschen im Alter von 30 bis 40 Jahren. Jeder von ihnen hat also im Vergleich zu seiner Lebenserwartung etwa 40 Jahre verloren. Wenn also 100.000 Menschen getötet werden, bedeutet dies einen Verlust von vier Millionen Lebensjahren – mit Entdeckungen, die nicht gemacht werden, Kindern, die nicht geboren werden, und Waisen, die leiden.

Wir sind nicht die Vertreter von Staaten. Aber wenn die Bemühungen der Staaten, den Frieden wiederherzustellen, nicht ausreichen, müssen wir handeln. Und wir beschwören auch Sie, dies zu tun! Wir bitten Sie, zu einem Waffenstillstand und den dafür notwendigen Maßnahmen aufzurufen. Das Feuer muss eingestellt werden. Den Verlust von Menschenleben beenden. Eine nukleare Katastrophe verhindern.

Zu den Unterzeichnern gehören die Virologin Françoise Barré-Sinoussi (Preis für die Entdeckung von HIV), die Wissenschaftlerin Emmanuelle Charpentier (Preis für die Entwicklung einer Methode der Genom-Editierung), Alan Higer (Preis in Chemie für die Entdeckung und Entwicklung leitfähiger Polymere) sowie Dutzende anderer Wissenschaftler, die Entdeckungen in Chemie, Medizin und Physik gemacht haben.

Darüber hinaus wurde der Text auch von bekannten Liberalen unterzeichnet, darunter der russische Oppositionsjournalist Dmitri Muratow (Friedenspreis, Chefredakteur der Novaya Gazeta) und die weißrussische Schriftstellerin Svetlana Alexievich (Literaturpreis, lebt im Exil). Obwohl der Brief keine russischen Narrative übernimmt, empören sich einige Intellektuelle des Westens mit den üblichen Floskeln: Etwa: „Warum wird Russland nicht als eindeutiger Aggressor bezeichnet?“

Bild „King Birger letter of peace for Karelian women“ by Kansallisarkisto is licensed under CC BY-SA 4.0.

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11 Kommentare

  1. Roland Kaschek 17. Juli 2024 um 8:28 Uhr - Antworten

    Weshalb haben Sie meinen Kommentar zum Artikel über die 51 Nobelpreisträger nicht veröffentlich?

    • Thomas Oysmüller 18. Juli 2024 um 15:38 Uhr - Antworten

      Dauert manchmal ein bisschen.

  2. Erwin Engel 16. Juli 2024 um 14:16 Uhr - Antworten

    Zählen tut nur der Wille von etwa 10000 westlichen Oligarchen.

    Die wollen seit Amschel Rothschild immer mehr Geld und Macht. Koste es was es wolle.

    Im Donbas liegt ein Lithiumvorkommen, das Experten mit einer Billion Dollar beziffern. Das ist ja auch der Grund, warum Black Rock der Ukraine freiwillig soviel Geld borgte und Europa quasi zum Bürgen dafür machte.

    Daneben geht’s natürlich auch um. die Hegenomie. Diese Kabale möchte, wie gewohnt, auch in Zukunft die Welt alleine beherrschen.

  3. Roland Kaschek 16. Juli 2024 um 3:31 Uhr - Antworten

    Die ehrwürdigen Nobelpreis Träger fordern Frieden und in dieser Forderung ist ihnen zuzustimmen.

    Allerdings haben die Nobelpreisträger sich dem Anschein nach in politischen Ränken verlaufen, die sie nicht durchschauen. Ein Waffenstillstand in der Ukraine, der nicht mit sehr weitgehenden Zusatzbedingungen verbunden ist, wird von der NATO dazu genutzt werden die Aufrüstung der Ukraine fortzusetzen und ihr weiteres „Menschenmaterial“ zur Kriegführung zuzuführen. Die Ukrainischen Flüchtlinge, die der „Westen“ aufgenommen hat, damit diese in der Ukraine nicht die nötige kritische Masse bilden können, welche die Selenski Clicke und die ukrainischen Nazis zum Teufel jagen könnte, haben bekanntlich ihren Zweck überlebt und werden nun benötigt, damit die Ukraine im Auftrag und mit Unterstützung der USA weiter Krieg führen kann. Augenscheinlich ohne dies zu beabsichtigen betreiben die Nobelpreisträger das Geschäft der NATO, indem sie dieser die Zeit und die politische Unterstützung schaffen, welche benötigt wird, um die ukrainische Kriegsmaschine wieder aufzubauen.

    Die militärische Lage der Ukraine ist verzweifelt. Russland wird die Ukraine ohne drastische Intervention seitens der NATO militärisch niederringen. Falls nicht bald ukrainische Patrioten auf den Plan treten, die bereit sind Russlands Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen und in praktische Politik umzusetzen, wird es nach diesem Krieg keine Ukraine mehr geben. Selbst die Existenz der Ukraine als Nation ist bedroht.

    Die wohl gemeinte Initiative der Nobelpreisträger ist verfehlt, da sie von der Ursache des Krieges in der Ukraine absieht und nicht berücksichtigt, dass der geopolitische strategische Grund für den Konflikt darin besteht, dass die USA China als ökonomischen Rivalen und alternativen Welt-Hegemon ausschalten wollen und dazu Russland unter ihre Kontrolle bringen oder wenigstens als souveränen Akteur beseitigen wollen. Russland kann Initiativen wie derjenigen der Nobelpreisträger nicht zustimmen weil dies die Zerstörung Russlands befördern würde. Russland wird derartigem auch nicht zustimmen solange im Kreml russische Patrioten mit Verstand das Sagen haben.

    Weder der Westen noch die Ukraine kann derzeit für sich reklamieren vertrauenswürdiger Verhandlungspartner zu sein. Die Ukraine könnte versuchen sich diesen Status wieder zu verschaffen indem sie eine einseitige Feuerpause praktiziert, ihre Streitkräfte hinter den Dnjepr zurückzieht, die Neutralitätserklärung wieder in ihre Verfassung aufnimmt und das Verhandlungsverbot mit dem derzeitigen Russland abschafft. Zusätzlich müsste sie versuchen NATO Versuche effektiv zu unterbinden die Ukraine wieder aufzurüsten und gegen Russland in Stellung zu bringen.

  4. Christoph Detlev Weise 15. Juli 2024 um 22:05 Uhr - Antworten

    Der „Werte-Westen“ hat bei der Handhabung von Minsk 1 und 2 seine Vertragstreue demonstriert. Darauf werden die Russen so schnell nicht wieder hereinfallen.

  5. Jan 15. Juli 2024 um 17:39 Uhr - Antworten

    Jill, von der einigen jetzt erst bewusst wird, dass sie die Weltherrschaft übernommen hat, schaut ihren Gatten liebevoll an und sagt: Das machen wir NICHT! Gell, Schnurlibutz?

    Und Schnurlibutz antwortet: Gaga gugu gigi!

  6. federkiel 15. Juli 2024 um 16:45 Uhr - Antworten

    Die Überschrift wurde nicht übersetzt, die lautet nämlich:

    Der Appell der Nobelpreisträger: „Wir fordern die sofortige Durchsetzung eines Waffenstillstands in der Ukraine und im Gazastreifen während der Olympischen Spiele in Paris“.

  7. 1150 15. Juli 2024 um 12:42 Uhr - Antworten

    vom berühmtesten aller friedensnobelpreisträger und bunten ehemaligen us-präsidenten,
    vulgo drohnenkiller, gibt es bestimmt keine zustimmung

  8. Link,Udo 15. Juli 2024 um 11:25 Uhr - Antworten

    Das primäre Übel der Welt sind die Neokonservativen mit ihrem Alleinvertretungsanspruch , gefolgt von ihren Vasallen. Noam Chomsky zählte die Opfer des westlichen Terrorismus seit dem Zweiten Weltkrieg bei mehr als von ihnen organisierten 150 Putschen und US-Militärinterventionen auf der ganzen Welt und kam auf 55 bis 60 Millionen Menschen, die durch die USA ermordet wurden, praktisch alle unschuldige Zivilisten.

    Henry Kissinger
    „Es mag gefährlich sein, Amerikas Feind zu sein, aber Amerikas Freund zu sein, ist fatal.
    Amerika hat keine festen Freunde, nur Interessen. “

    Schon Marc Aurel meinte:
    „Das Ziel des Lebens besteht nicht darin, auf der Seite der Mehrheit zu stehen,
    sondern zu vermeiden, sich in den Reihen der Wahnsinnigen wiederzufinden.“

    • Nik Zerdahelyi 15. Juli 2024 um 22:54 Uhr - Antworten

      Warum Russland in diesem offenen Brief nicht als eindeutiger Aggressor bezeichnet wird ist relativ einfach: Weil dieser Brief nicht von unseren transatlantischen Freunden und deren Vasallen stammt.

  9. niklant 15. Juli 2024 um 10:50 Uhr - Antworten

    Es sind nicht die Normalos oder Nobelpreisträger, die etwas erreichen können, es sind die Korrupten Politiker, die einen 3.Weltkrieg wollen, für einen Raffgierigen Kriegstreiber! Der größte Terrorist auf diesem Planeten kommt aus Übersee.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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