Greenpeace als NATO-Partner – sonderbarer Umweltschutz

7. Mai 2024von 3,6 Minuten Lesezeit

Der schweizerische öffentlich-rechtliche SRF freut sich in einem Artikel darüber, dass Greenpeace die NATO unterstützt. Es geht dabei um die Sanktionen von USA und deren EU-Gefolge gegen Russland, insbesondere die Erdöl betreffenden.

In dem Artikel wird lang und breit beklagt, dass sich eine „Schattenflotte“ entwickelt hätte, mit der „verkauft Russland trotz Sanktionen weiterhin Öl“. Man würde nicht mehr bei Lloyds versichern und „seriöse“ Reedereien hätten sich zurückgezogen. Und für die Schweiz besonders ärgerlich – man hat an Einfluss verloren: „Als Drehscheibe dienen unter anderen die arabischen Golfstaaten, sagt in einem Video des «Wall Street Journal» Viktor Katona von der Firma Kpler, die sich mit Daten und Analysen zu den Energiemärkten befasst: «Beim russischen Öl hat Dubai Genf als Haupthandelsstandort ersetzt.»“

Dabei ist dem SRF offenbar entgangen, dass Russland Teil der OPEC ist, gemeinsam mit den Golfstaaten. Russische Politiker und sogar Putin besuchen diese Staaten gelegentlich.

Die „Schattenflotte“ soll zwischen 400 und 1500 Schiffe groß sein, wird vermutet. Sie scheinen nicht mehr in den westlichen „Schiffsregistern wie jenem von Lloyd’s“ auf und sie sein in afrikanischen Staaten wie Gabun registriert.

Das Problem des Westens ist der völlig geschwundene Einfluss auf die afrikanischen Staaten, die haben die alten Kolonialmächte praktisch auf dem ganzen Kontinent hinausgeworfen. Den Grund dafür fasst dieses X-Posting perfekt zusammen:

„Russland und China in Afrika verhalten sich besser als der Westen. Sie geben nicht vor, uns zu belehren.“

Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, kritisiert westliche Positionen in seinem Interview mit @DariusRochebin“

SRF beklagt weiter: „Kunden für russisches Erdöl gibt es reichlich. Seit Europa als direkter Absatzmarkt ausfällt, springen China, Indien, die Türkei und viele andere gewichtige Volkswirtschaften in die Bresche und kaufen kräftig ein“.

Welche katastrophalen Auswirkungen auf die Energieerzeugung die Sanktionspolitik im politischen Westen hat, zeigt eine Grafik in dem Buch “Why the West Can’t Win” von Fadi Lama.

Chinas Stromerzeugung hat inzwischen die aller G-7-Staaten zusammengenommen übertroffen. Alle „Klimawandel“-Nationen sabotieren ihre eigene Energieinfrastruktur, was zu einem rapiden Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion, der Industrie, der militärischen Fähigkeiten, des Wachstums von Kleinunternehmen und auch der Bevölkerung führt. Es sind die Klimawandel-Kultisten, die den nationalen Selbstmord vorantreiben, während die Nationen, die sich nicht scheuen, Energie zu produzieren und zu nutzen, den Westen schnell in den Schatten stellen.

Die Nato weiss den Druck vonseiten Greenpeace zu schätzen“ zwischentitelt SRF und bezieht sich dabei auf Elisabeth Braw, Analystin, US-Denkfabrik Atlantic Council.

Aus ideologischen Gründen liegt eine formelle Partnerschaft zwischen der Nato und Greenpeace gewiss nicht auf der Hand. «De facto ziehen sie hier aber am selben Strick», sagt Elisabeth Braw. «Das Engagement von Greenpeace ist hilfreich.“ so SRF.

Zur Rolle und Bedeutung des amerikanischen Atlantic Council schreibt Swisss Policy Research:

Der Atlantic Council ist bekannt für sein Engagement gegen NATO-kritische »Desinformation«, seine Kooperation mit Facebook, die zur Löschung zahlreicher Seiten führte, sowie seine Einwirkungen auf die deutsche und europäische Außenpolitik. Doch wer ist der Atlantic Council?

Der 1961 gegründete Atlantic Council of the United States, wie er mit vollem Namen heißt, ist das US-Mitglied der Atlantic Treaty Association (ATA), die wiederum als politische und publizistische Unter­stützungs­gruppe der North Atlantic Treaty Organization – das heißt der NATO – fungiert.

Greenpeace bemüht sich also nicht nur um die Durchsetzzung der Sanktionen der US/NATO/EU, in der Schweiz steht sie auch hinter den Klagen von Klimaseniorinnen, wie Kollege Sander-Faes recherchiert hat.

Auch wenn Greenpeace wohl kaum eine formelle Partnerschaft mit der NATO – aus „ideologischen“ Gründen – eingehen wird, besorgt sie doch auf vielen Ebenen die Geschäfte der NATO und somit der USA. Und deren Ziel ist die Verlängerung des Krieges in der Ukraine, was jede Menge CO2 erzeugt und enorme Schäden an der Umwelt anrichtet. Auch Greenpeace setzt Prioritäten.

Photo: Niels Johannes / Wikimedia Commons

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12 Kommentare

  1. Dave V. 10. Mai 2024 um 0:28 Uhr - Antworten

    Bezgl. Schattenflotte: Nur wer naiv genug ist, glaubt man könne auf das Russische Öl verzichten. Die Welt braucht ca. 100 Mio. Barrel Öl pro Tag. Europa davon etwa 13 Mio. Das ändert sich nicht, nur weil wir Europäer kein Russisches Öl mehr kaufen. Wir kaufen die 13 Mio. Fass nun anderswo, respektive schnappen es anderen zu überhöhten Preisen weg. Diese Länder müssen nun ihrerseits die 13 Mio. anderswo beschaffen, namentlich in Russland und das auf Umwegen, weil wir uns einen Dreck um die Interesse derer kümmern, denen wir das Öl weg kaufen. Also gibt es für diese, ich denke hauptsächlich ärmere Länder, glücklicherweise eine Schattenflotte. Sonst würden die Länder wohl zusammenbrechen.

  2. Georg Uttenthaler 7. Mai 2024 um 18:08 Uhr - Antworten

    Alle die Leute bei uns, die unbedingt Krieg wollen, schlage ich ein mehrmonatiges Praktikum im UKR Krieg vor. Gerade jetzt wo die Ukraine am Boden liegt, wäre die Unterstützung soooo notwendig, denn Schnorrensky stellt gerade einen „Volkssturm von 15-65 Jahren zusammen“ zusammen, da sollen auch die „Fahnenflüchtigen“ Mander und Frauen aus ihren Urlaubsorten bei uns aus Solidarität zurückkehren.

    Vor allem die Politiker, auch Generäle, die so gerne Kriege planen, wie 1924 den 2. WK., hohe Militärs , allen voran Pistorius, Flak- Zimmermann und die Aktivisten von „Greenpeace“ gehören natürlich dazu: Kurzausbildung am Gewehr, wo nötig, und dann an die vorderste Reihe der UKR Truppen, da wo am meisten gestorben wird. Nicht nur sagen, wir müssen Russland besiegen, auch „HANDELN“ ist angesagt.

    Vielleich finden sich auch noch die Wähler der Kriegshetzer- Parteien ein und marschieren mit, um das Elend zu beenden. ….Die USA möchten sich nämlich die Hände nicht „dreckig“ machen, haben eine Wahl vor sich, daher wollen sie einen auf Europa begrenzten Krieg. Hauptsache : US Wirtschaft und Waffen liefern und dann weit weg ungestört weiter Geld am Krieg verdienen.

    Und wir EU-ler sind zu doof, dieses Spiel zu durchschauen und wählen immer wieder die Kriegshetzer- Parteien, die uns auch die Sanktionen mit den höchsten Energiepreisen eingebrockt haben, nach Brüssel. Geht`s noch???

    • Satya 8. Mai 2024 um 20:45 Uhr - Antworten

      Georg Uttenthaler
      7. Mai 2024 at 18:08Antworten

      Ach Georg.
      Die paar Jahre die Ihnen noch bleiben, verbringen Sie mit dem ständigen wiederholen der immer gleichen Phrasen.
      Einmal braun immer braun, gell, frustrierter, alter Mann.
      Jahrzehnte sehnen Sie sich schon nach einer braunen Regierung, sie alter Brauner Simbacher.
      Aber auch diesmal wird es wieder nichts, versprochen.

  3. Andreas I. 7. Mai 2024 um 12:39 Uhr - Antworten

    Hallo,
    «Beim russischen Öl hat Dubai Genf als Haupthandelsstandort ersetzt.»

    Es ist schon hart für die Guten&Moralischen, aber es hilft ja nichts; die Sanktionen müssen sein, unprovozierte Angriffskriege gehen gar nicht.
    Aber ich habe da eine Idee für die armen Genfer Zocker:
    Als kleiner Ausgleich können sie ja mit dem Öl aus Ostsyrien handeln.

    Im Ernst, selbstverständlich pfeifen alle Staaten außerhalb der USA-Hegemonie auf deren „Sanktionen“. Denn die sind Wirtschaftskrieg der USA und wer kann, hält sich da raus bzw. davor fern.

  4. Kooka 7. Mai 2024 um 11:44 Uhr - Antworten

    Kein Wunder, dass sich Patrick Moore, ein Gründungsmitglied von Greenpeace, von diesem Verein distanziert hat. Und ich bin froh, dass ich nie eine müde DM bzw € gespendet habe.

  5. Hasdrubal 7. Mai 2024 um 10:48 Uhr - Antworten

    „Die Nato weiss den Druck vonseiten Greenpeace zu schätzen“ zwischentitelt SRF

    Ich wüsste nicht, was es der NATO helfen soll – der Verein wird in westlichen ergrünten Medien belobhudelt, doch in Russland wurde er wegen wirtschaftlicher Sabotage verboten. In etlichen Ländern des Globalen Südens dürfte die Wahrnehmung ähnlich sein. Werden die irgendwann versuchen, sich in Dubai an einen Tanker anzukleben, worauf öffentliche Auspeitschung für geänderte Lebensperspektive sorgen dürfte?

  6. Fritz Madersbacher 7. Mai 2024 um 10:16 Uhr - Antworten

    „Alle „Klimawandel“-Nationen sabotieren ihre eigene Energieinfrastruktur, was zu einem rapiden Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion, der Industrie, der militärischen Fähigkeiten, des Wachstums von Kleinunternehmen und auch der Bevölkerung führt. Es sind die Klimawandel-Kultisten, die den nationalen Selbstmord vorantreiben …“
    Alle „Klimawandel“-Nationen“ sind dem Westen zugehörig, die „globale Mehrheit“ lässt sich nicht mehr von den einstigen Kolonial- und Hegemonialmächten zur Selbstkasteiung bzw. zum Selbstmord vergattern.
    Was zeigt das? Es zeigt das parasitäre, kannbalistische Wesen des Kapitalismus, dessen grosse Monopole nicht davor zurückscheuen (können), für ihre Profite die eigenen Gesellschaften zu ruinieren. Beispiele sind oben genannt, man müßte insbesondere die „Pandemie“-Inszenierung(en?) dazunehmen. Nicht „die Revolution“, sondern die Konterrevolution, der seiner inneren Gesetzmäßigkeit folgende, zum (imperialistischen) Monopolkapitalismus fortgeschrittene Kapitalismus ist der Kannibale, der seine Kinder auffrißt …

    • Hasdrubal 7. Mai 2024 um 11:55 Uhr - Antworten

      dessen grosse Monopole nicht davor zurückscheuen (können), für ihre Profite die eigenen Gesellschaften zu ruinieren

      Nur wenn man solche Monopole wie BlackRock zulässt, die mächtig genug sind, die Politik zu korrumpieren. Kleinere Firmen, die innovative Produkte entwickeln, sind hingegen sehr nützlich – solche gibt es verbreitet in den heutigen Russland und China. Der einstige Ostblock-Sozialismus wollte gar nicht funktionieren (was ich selbst erleben musste).

      • Fritz Madersbacher 7. Mai 2024 um 12:15 Uhr

        @Hasdrubal
        7. Mai 2024 at 11:55
        „Nur wenn man solche Monopole wie BlackRock zulässt“
        Es ist ein verbreitetes Wunschdenken, dass die Herausbildung von Monopolen im Kapitalismus verhinderbar ist, einfach nur verboten werden muß. Von wem? Monopole entstehen aus dem Konkurrenzkampf der Unternehmen, die größeren setzen sich durch. Das Bankenkapital ist kräftig beteiligt. Und die „Politiker“? Keiner von ihnen tastet die kapitalistische Grundlage an, sonst kann er die Koffer packen und heimfahren (im harmlosesten Fall, es gibt auch andere Fälle). Die Politiker sind die Marionetten auf der Bühne. Wer an einen anderen, sich selbst beschränkenden oder durch „gewählte“ Politiker „eingehausten“ Kapitalismus seine Hoffnungen hängt (statt an das eigene aktive Zusammenschließen), der gibt sich schönen Illusionen hin.
        „Der einstige Ostblock-Sozialismus wollte gar nicht funktionieren“, weil er schon längst keiner mehr war. „Sozialismus“ gibt es nur auf Basis von Volksmacht, nicht degeneriert durch verbürgerlichte Machthaber, denen ihre Privilegien wichtiger sind als sozialistische Errungenschaften …

      • Hasdrubal 7. Mai 2024 um 12:41 Uhr

        Und die „Politiker“? Keiner von ihnen tastet die kapitalistische Grundlage an, sonst kann er die Koffer packen und heimfahren

        Lesen Sie einfach irgendwo darüber, wie Putin den eigenen früher mächtigen Oligarchen vermittelte, dass diese sich aus der Politik raushalten mögen – gerade heute beginnt er seine fünfte Wahlperiode. Leider blieb solche Ansage mit realer Sanktion bei Soros, Gates oder BlackRock aus.

        Ohne Korruption müssten Antimonopol-Behörden funktionieren und Zuviel Konzentration verhindern.

      • Fritz Madersbacher 7. Mai 2024 um 14:21 Uhr

        @Hasdrubal
        7. Mai 2024 at 12:41
        Es war ja kürzlich hier im TKP-Blog ein sehr interessantes Interview zu lesen („44 Jahre Russland-Erfahrung: Ein „alter Hase“ erzählt“, 01/05/2024). In der „Ära Putin“ hat so etwas stattgefunden wie ein Kampf der nationalen Bourgeoisie gegen die völlige Preisgabe des Landes an den westlichen Imperialismus, der sich zwangsläufig gegen die unter Gorbatschov und Jelzin emporgekommenen „Oligarchen“ in den Schlüsselindustrien richten mußte. Nur die Entmachtung und Enteignung dieser Fünften Kolonne des Westens konnte die Kolonialisierung des Landes (die in der DDR erfolgreich vonstatten ging) verhindern …

    • Andreas I. 7. Mai 2024 um 12:57 Uhr - Antworten

      Hallo in die Runde,
      in Russland wurde Yukos zerschlagen und sowas finde ich interessant, weil Russland zwar seit den 90ern auch kapitalistisch ist, aber nicht so nach liberaler Ideologie wie im Westen. Das in Russland ist sozusagen postkommunistischer Kapitalismus, was komisch klingt, aber es sind Teile des kommunistischen Erbes erhalten worden, wie z.B. starke staatliche Strukturen in einigen Bereichen (was der liberalen Ideologie, die höchstens einen „Nachtwächter-Staat duldet, widerspricht).

      Ähnlich in China, dort gibt es sozusagen kapitalistische Wirtschaft unter (post)kommunistischer Herrschaft und starke staatliche Strukturen und das funktioniert wirtschaftlich gut.

      Zumindest ist es bis jetzt so. Wie sich das weiterentwickelt …

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