
Milchwirtschaft und Ackerbau – gleichermaßen im Absturz – Teil 3 der Mikro-Perspektive
Nach dem Einstieg in das allgemeine Wohl und Wehe der Bauern in einem kleinen Dorf in Oberösterreich jetzt die Betrachtung der einzelnen Produktbereiche. Dabei sei angemerkt, dass fast keiner meiner Gesprächspartner in nur einem Bereich tätig ist.
Ob Milch- oder Ackerwirtschaft – es lohnt sich kaum, als Bauer zu arbeiten. Und wer nicht selbst verkauft, ist der Willkür des Handels sehr brutal ausgeliefert.
Die Tragik der Milchwirtschaft
Die Entwicklung bei den Milchbauern in meinem Dorf lässt sich auf einen Punkt reduzieren: Es wird in Kürze kaum mehr welche geben. Vor 25 Jahren waren es noch über 30, bei denen der Milchwagen jeden zweiten Tag die Milch abholte, jetzt sind es laut Schätzung einer Bäuerin noch ca. 12. Tendenz fallend. Die meisten stellen – wenn sie überhaupt mit Rindern weitermachen – auf Zucht oder Mast um.
Ich sprach mit zwei Vertreterinnen aus diesem Bereich, die ich beide schon seit Jahren kenne. Beide Höfe werden heute im Nebenerwerb bewirtschaftet, d.h. die Bäuerin ist jeweils die Betriebsführerin, Mann und Sohn bzw. Söhne arbeiten extern und kümmern sich um alles „Grobe“ nach Feierabend. In beiden Höfen steht heute schon fast fest, dass mit Übernahme des Hofs durch den Nachwuchs die Milchwirtschaft beendet sein wird. Die Gründe?
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
- Es rechnet sich nicht
- Die Auflagen sind zu hoch
- Der Ertrag ist zu niedrig
Und last but worst: Die Vorgaben der EU, die einen massiven Umbau bzw. Neubau des Stalles bis 2030 nach sich ziehen, sind nicht wirtschaftlich umsetzbar.
Die Zahlen, die mir genannt wurden, sprechen eine deutliche Sprache. Der Ertrag pro Kuh liegt aktuell bei rd. 1.000 Euro. Ein Neubau des Stalles kostet pro Kuh zwischen 25.000 und 30.000 Euro, hinzu kommen Kosten für Mechanisierung des Melkbetriebs. In einem Hof wurde der aktuelle Stall 1981 gebaut und war 2002 abbezahlt. Die Stallgröße wurde so gewählt, dass das Futter vom eigenen Grund zur Versorgung nicht nur ausreicht, sondern auch mal einen Überschuss für schlechte Jahre oder zum Verkauf erzeugt. Die Kosten lagen damals bei 100.000 Euro, heute muss man mit Beträgen von einer Million und mehr kalkulieren.
Der eigene Grund, d.h. das eigene Futter ohne zusätzliche Pachtkosten, sorgt dafür, dass die Arbeit sich überhaupt noch lohnt, wobei neben der Milch auch noch andere Produkte hergestellt werden. Mastbullen aus eigener Nachzucht und Masthähnchen stehen im Stall. Eier werden verkauft, Dinkel, Tannenbäume und Kartoffeln sind zu haben, je nach Saison eben.
Mit einem festen Einkommen pro Monat darf ein Milchbauer natürlich nicht rechnen. Das Einkommen wird über Liefermenge und den vom Handel, den Lebensmittelbörsen, Gott oder der EU festgelegten Milchpreis bestimmt. Je nach Anzahl trächtiger Kühe, die trockengestellt werden müssen, schwankt die Einnahmenseite eben. Der Zukauf von Milchleistungsfutter rechnet sich für kleinere Bauern selten. Dabei geben Hochleistungskühe rund 10.000 Liter Milch im Jahr – im Gegensatz zu den 5.000 bis 6.000, die mit eigenem Futter erzielt werden können.
Am eigentlichen Produkt – der Milch – Geld verdienen zu wollen, ist also ambitioniert, insbesondere wenn man die Preisentwicklung betrachtet. 1995 erhielt man für den Liter Milch 7 Schilling. Dieser Preis ist seitdem dramatisch … stagniert. Im März 2024 liegt er bei 53 Cent, im Februar waren es 48 Cent, wobei der Preis allein 2023 neun Mal gesunken ist. Den vollen Milchpreis erhält man auch nur, wenn die Werte der Proben, die drei bis vier Mal im Monat gezogen werden, in Bezug auf Fett- und Eiweißgehalt, Zell-, Keim- und Gefrierzahl – was immer das auch ist – den Vorgaben entsprechen. Sonst gibt es Abzüge, die den bereits sehr geringen Ertrag der Milchproduktion noch weiter senken. Und Vorgaben seitens der Molkerei änderten sich auch immer wieder.
Mein Eindruck aus mehreren Gesprächen ist, dass die Einnahmen aus der Milch heute maximal noch die Grundausgaben am Hof decken.
In den vergangenen 29 Jahren hat jeder Arbeitnehmer doch eine „geringfügig bessere“ Steigerung auf dem Lohnzettel feststellen dürfen. Bauern dürfen sich freuen, dass sie den Tiefstand 2016 von knapp 27 Cent überwunden und bis jetzt überlebt haben. Aber immerhin soll es 2024 einen Inflationsausgleich geben.
Am 1. April 2015 wurden die Milchkontingente abgeschafft, dadurch sind Milcherzeuger in der EU nicht mehr an ein Mengenkontingent gebunden. Der Vorteil: Die Strafe, wenn ein Bauer zu viel Milch geliefert hat, entfiel. Der Nachteil: Einige Bauern hatten aus Gründen der Altersvorsorge in Kontingente investiert und wollten diese bei Pensionsantritt verkaufen. Die hatten leider Pech.
Die aktuellen Regeln zur Anbindehaltung – die auch aus meiner Sicht positiv, da tierwohl-orientiert sind – fordern, dass Milchkühe mindestens 180 Tage pro Jahr für mindestens zwei Stunden spazieren können. Dafür wurde bei beiden Bauern ein entsprechender Auslaufbereich geschaffen, um nicht weiter den Abschlag von 5 Cent pro Liter in Kauf nehmen zu müssen. Ab 2025 wird Milch, bei deren Herstellung diese Vorgabe nicht erfüllt wird, überhaupt nicht mehr abgenommen. Wie sinnvoll diese Regelung letztlich ist, kann ich nicht beurteilen. Der Aussage „Bei Tieren, die fast den ganzen Tag fressen, liegen und wiederkäuen, wäre es sinnvoller gewesen, 120 Tage frisches Gras vorzuschreiben“, konnte ich gefühlsmäßig nicht widersprechen.
Neben Kosten für die Einrichtung des Auslaufbereichs bedeutet dies bei einer der beiden Milchbäuerinnen fünf Stunden Mehrarbeit für zwei Personen – also 10 Stunden, für die aber keine Preiserhöhung zu erwarten ist. Hinzu kommt ein größeres Risiko für die Bäuerin, die manche Tiere nur laufen lassen will, wenn der Mann zu Hause ist. Die Stallregelung ab 2030 wird diesen Hof nicht mehr betreffen, da die Betriebsführerin in Pension geht und die Milchwirtschaft dann beendet wird. Im anderen Fall ist man grundsätzlich auf Freilauffläche und Weidehaltung vorbereitet, aber eine große Investition in einen Neubau wird ausgeschlossen.
Da dies, wie eingangs erwähnt, vermutlich keine Einzelfälle sind, stellt sich die Frage, wo zukünftig die „gute österreichische Butter“ herkommen soll. Ob diese aktuell noch wirklich von österreichischen Kühen stammt, wage ich inzwischen auch zu bezweifeln. Ich musste nämlich lernen, dass man 25 Liter Milch benötigt, um 1 kg Butter herzustellen. Bei 50 Cent sind das 12,50 Euro Kosten nur für den Rohstoff. Hinzu kommen Transport und Verarbeitung, die energie-intensive Verarbeitung der Milch im gesamten Produktionsprozess der Butter und natürlich die Handelsspanne für Groß- und Einzelhandel. Butterpreise von 2,50 für das Viertel Kilo – also 10 Euro für ein Kilo im Supermarkt – kann ich mir seit diesen Gesprächen ohne massivsten Import nicht mehr erklären.
Nur als Randbemerkung: Es geht mir nicht um die „Nationalität“ der Kühe. Es geht mir um die mit der Aussage „österreichische Butter“ implizierte Qualität der Herstellung und den Grad des Tierwohls.
Auch nicht erklären kann ich mir, wie man dann noch Schlagobers, Sauerrahm, Käse, Topfen, Joghurt und – ach ja – Trinkmilch mit einem Fettgehalt von 3,6% ohne Zufuhr externer Fette herstellen kann. Ich vermute stark, dass es einen Zusammenhang zwischen der anwachsenden Laktose-Intoleranz in der Gesellschaft und der Milchverarbeitung gibt, nachdem ich schon mehrfach Menschen von dieser Intoleranz habe „heilen“ können, da es bei mir ausschließlich unbehandelte Rohmilch gibt. Aber was weiß ich schon …
Kleine Absurdität am Rande: Es gibt auch Milchprodukte speziell für Tiere. Die Whiskas-Katzenmilch kostet im März 2024, während ich diese Zeilen schreibe, „nur“ Euro 5,66. Pro Liter. Aber immerhin laktosereduziert, mit Kalzium, Taurin und Vitaminen und leicht bekömmlich. Meine Katzen erhalten, seit ich am Land lebe, gewässerte Milch. Die älteste wurde 21 Jahre alt. Ohne Katzenmilch.
Wie ich gerade von Freunden erfuhr, soll es in der Region um Steyr einige Bauern geben, die gerade Laufställe bauen. Das seien größere Bauern, die investieren können, um die absehbaren Anforderungen der EU zu erfüllen. Sie werden aber wohl über die Investitionen und Kredite über die nächsten Jahrzehnte weiter am Tropf des Systems hängen.
Ackerbau – ein besonderes Ärgernis
Jeder Berufstätige kann vermutlich nachvollziehen, welche Freude es macht, ein Jahr lang zu arbeiten, um dann zu erfahren, wieviel Geld man im Nachgang für diese Arbeit erhält. Was in der normalen Berufswelt völlig absurd erscheint, ist in der Landwirtschaft nichts Ungewöhnliches. Nicht mal zum Zeitpunkt, zu dem Bauern ihr Getreide beim Handel im Herbst abliefern, erfahren sie, in welcher Höhe ihre Arbeit vergütet wird. Erst die Abrechnung am Jahresende gibt die Antwort auf die Frage: „Hat sich mein Arbeitseinsatz überhaupt gelohnt?“
Nachdem 2022 die Getreidepreise explodiert sind – zur Freude der Bauern – sind sie im Folgejahr wieder zusammengebrochen. Die Verbraucherpreise spiegeln diesen Zusammenbruch 2023 aber nicht wider und auch die Kosten haben sich produktionsseitig nicht in Richtung Senkung entwickelt. Im Gegenteil, Energie-, Saatgut- und Düngemittel-Preise kannten auch 2023 hauptsächlich eine Richtung: aufwärts.
Der „reine“ Ackerbauer, mit dem ich sprach, war vorher lange Zeit Vollerwerbsbauer mit 60 Rindern, davon 20 Milchkühen. Er übernahm dann aber politische Funktionen und war damit jahrelang im Zuerwerb tätig. In dieser Zeit beendete er die Tierhaltung, weil sich diese mit seiner Arbeit nicht in Einklang bringen ließ. Jetzt ist er in Pension, betreibt seinen Hof jedoch weiter. Er produziert Wintergerste, Mais und Hafer und hat auch einigen Holzgrund, der ihm insbesondere in den letzten Jahren aufgrund von Bruch durch Stürme sowie Käferbefall wirtschaftlich auch nicht viel Freude macht. Dazu aber später mehr.
Die Getreidepreise unterliegen wie bereits erwähnt erheblichen Schwankungen. 2020 waren es 130 Euro/Tonne, kriegsbedingt waren es 2022 280 Euro/Tonne und 2023 dann wieder nur 170 Euro/Tonne. Er ist überzeugt, dass auch die österreichischen Händler billiges Getreide aus der Ukraine zukaufen, das eigentlich ja für die armen Länder gedacht ist. Auch wenn offiziell kein Mais aus der Ukraine importiert wird: „Man munkelt ziemlich laut, dass die Schiffe auf dem Weg Getreide verlieren, und wer weiß schon, was da wirklich aus Ungarn, der Slowakei oder Rumänien kommt.“ Letzten Endes bestimmen Großmärkte, Getreidebörsen und Handel den Preis – und nicht Produzent oder Konsument.
Wie für viele seiner Kollegen war Urlaub für ihn lange Jahre ein Fremdwort. Erst im Alter von 35 Jahren sind seine Frau und er das erste Mal weggefahren. Sein Sohn, der den Hof übernehmen wird, arbeitet am Wochenende mit am Hof. Er kann aber nicht in eine landwirtschaftliche Zukunft investieren, da niemand weiß, was im nächsten Jahr, geschweige denn im nächsten Jahrzehnt, auf einen Bauern zukommt.
„Wir könnten selbst Soja anbauen, aber man holzt dafür lieber den Regenwald in Brasilien ab. Mein Eindruck ist, es geht nur um Gewinnmaximierung für die Konzerne und eine drastische Strukturbereinigung durch Zerstörung der Kleinbetriebe“, so sein Resümee.
Aber auch mit Bio wird den Landwirten das Leben nicht leichter gemacht. Aktuell wird Bio-Getreide deutlich weniger nachgefragt als in der Vergangenheit und den Bio-Bauern wurde bei Mais eine Flächenkürzung von 50% vorgeschrieben, von den bereits erwähnten Preisreduktionen ganz zu schweigen.
Dabei ist gerade der biologische Mais-Anbau mit sehr viel Arbeit verbunden – bei 30 bis 45 Prozent weniger Ertrag im Vergleich zum konventionellen Anbau. Das beginnt im Frühling damit, Dünger aufs Feld zu bringen und diesen einzuarbeiten. Dann folgt die Bodenvorbereitung, die mehrfache mechanische Unkrautbekämpfung, der Anbau und das „Striegeln“ – ein anderes Verfahren zur Unkrautbekämpfung. Da Mais ein Starkzehrer ist, wird nochmals mit Bio-Dünger nachgedüngt und dann gedroschen. Ab diesem Zeitpunkt kennt der Maisbauer den Ertrag, der ihm nicht mehr durch Naturereignisse zerstört werden kann. Je nach internationaler Großwetterlage, den Spekulationen an den Getreidebörsen, den Lieferungen aus der Ukraine und anderen Faktoren, die nichts mit der Leistung der Bauern selbst zu tun haben, darf er sich dann am Jahresende über mehr oder weniger Geld freuen oder ärgern.
Netzfund aus Deutschland:
Die aktuellen Getreidepreise sind in vielen Fällen nicht mehr kostendeckend.
Hier mal eine etwas andere Gegenüberstellung, die zum Nachdenken anregen soll. Als Brotweizen erhält der Bauer 171/Tonne, der Heizölpreis lag am 29.2.2024 bei 1070 Euro /1000 Liter. Was wäre eigentlich, wenn wir Getreide verbrennen würden? Immerhin haben 2,5 kg Getreide den gleichen Heizwert wie 1 Liter Heizöl. Würden wir Heizöl durch Getreide ersetzen, könnten wir für unser Getreide den 2,5-fachen Preis erlösen, als wenn wir es als Brotgetreide verkaufen würden.
Wertvolle und in hoher Qualität hergestellte Lebensmittel verbrennen, um wirtschaftlich zu sein und weiter existieren zu können? Ist es das, was gewollt wird?
Der richtigere Weg wäre, die Wertschätzung für unsere Lebensmittel zu verbessern und Landwirten faire Erzeugerpreise zu zahlen!
Noch gibt es Rinderwirtschaft bei uns im Dorf. Und in gewissen Grenzen hat diese sogar noch eine Zukunft. Wie diese aussieht bzw. ob diese sonderlich rosig ist, davon mehr morgen.
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
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Die Situation der Bauern – eine Mikro-Perspektive aus Oberösterreich
Die Lage der Bauern meines Dorfes im Überblick – Teil 2 der Mikro-Perspektive
UN-Programm für „Ernährungsumstellung“ ist Krieg gegen die Bauern
Ich weine dem Niedergang der Milchwirtschaft keine Träne nach. Milch ist keineswegs so gesund, wie behauptet wird, weil sie nicht auf den Mensch angepasst ist, außerdem mit unsäglicher Tierquälerei verbunden….Trennung der Kälber von den Muttertieren, schmerzhafte Enthornung, Ausbeutung über die Milchleistung und ein elendes Ende im Schlachthof. Ob Bio oder nicht.
Mit Milchkühen braucht man auch gleich die eigene Käserei und einen Online-Shop für die Vermarktung oder Direktvermarktung als eigene Genossenschaft, d.h. ohne Verkauf, sondern Verteilung der Waren an die Unterstützer.
Und beim Korn ist es wohl gleich, man braucht die angelehnte Mühle und Bäckerei und auch Solarenergie.
Ubrigens! Passend zu meinem Kommentar, heute in den Salzburger N;
Frau Erlmoser, gibt es einen Käse, den Sie besonders empfehlen?
Katharina Erlmoser: Käse ist dann besonders wertvoll, wenn er aus Rohmilch gemacht wurde und lang gereift ist. Das sind beispielsweise Bergkäsesorten oder auch Emmentaler und Parmesan. Ich empfehle, beim konventionellen Einkauf auf der Rückseite des Produkts nachzusehen; dort steht, ob der Käse bio ist und ob er aus Rohmilch hergestellt wurde. Beim Direkteinkauf beim Käsehersteller lässt sich auch gezielt nach Rohmilchkäse fragen.Was ist der Vorteil von Rohmilchkäse?
Rohmilchkäse enthält lebende Enzyme, die für die Verdauung der Nahrung im Darm eine große Rolle spielen. Jeder Rohmilchkäse enthält probiotische Bakterien, die sich dann im Darm vermehren. Wird der Käse hingegen pasteurisiert, werden diese Bakterien abgetötet. Zudem kann der Körper die Vitamine und Mineralien im Rohmilchkäse leichter aufspalten, sie können so also besser aufgenommen werden.
Ich esse seit über 40 Jahren nur Butter aus unpasteurisierter Milch!
Die Homogenisierung lehne ich auch ab! Das zerschmettern der Fettkügelchen.
Käse aus Rohmilch ist auch immer schwieriger zu bekommen!
Eine Käsemeisterin aus Schlierbach hatte mir das auch schon vor langem als absurd erklärt bei der Käseproduktion dann Stoffe zusetzen zu müssen damit das überhaupt funktioniert, die man vorher entfernte um hauptsächlich Tuberkel, die aber nicht mal durch die üblichen Hitze bei der Pasteurisation zerstört werden, vermeintlich zu zerstören. Es geht eigentlich nur um Haltbarkeit. Bei Käsereien, welche eine althergebrachte Form der Haltbarmachung bedeuten, ist das besonders absurd!
Außerdem reicht die üblichen Kontrolle des Tierarztes bezüglich Konsumentengesundheit völlig!
Es könnte helfen wenn sich die Milchbauern wieder auf die Füße stellen. Ähnliches wie bei der Verbraucher – Erzeugergenossenschaft -bei der ich mitgearbeitet hatte, wieder auf die Beine stellen und Käse und Milch in diesem Zentralraum selber vermarkten!
Vielleicht liegt es an den ausgeschriebenen Namen???
Übrigens! Passend zu meinem Kommentar, heute in den Salzburger N;
Frau Er, gibt es einen Käse, den Sie besonders empfehlen?
K E: Käse ist dann besonders wertvoll, wenn er aus Rohmilch gemacht wurde und lang gereift ist. Das sind beispielsweise Bergkäsesorten oder auch Emmentaler und Parmesan. Ich empfehle, beim konventionellen Einkauf auf der Rückseite des Produkts nachzusehen; dort steht, ob der Käse bio ist und ob er aus Rohmilch hergestellt wurde. Beim Direkteinkauf beim Käsehersteller lässt sich auch gezielt nach Rohmilchkäse fragen.Was ist der Vorteil von Rohmilchkäse?
Rohmilchkäse enthält lebende Enzyme, die für die Verdauung der Nahrung im Darm eine große Rolle spielen. Jeder Rohmilchkäse enthält probiotische Bakterien, die sich dann im Darm vermehren. Wird der Käse hingegen pasteurisiert, werden diese Bakterien abgetötet. Zudem kann der Körper die Vitamine und Mineralien im Rohmilchkäse leichter aufspalten, sie können so also besser aufgenommen werden.
Eventuell gehört es für die Z und alle die ZZs werden wollen, so?
Rohmilchkäse enthält lebende Enzyme, die für die Verdauung der Nahrung im Darm eine große Rolle spielen. Jeder Rohmilchkäse enthält probiotische Bakterien, die sich dann im Darm vermehren. Wird der Käse hingegen pasteurisiert, werden diese Bakterien abgetötet. Zudem kann der Körper die Vitamine und Mineralien im Rohmilchkäse leichter aufspalten, sie können so also besser aufgenommen werden.
Guter Bericht aus dem praktischen Leben der heimischen Bauern……
NUR:
Leider hat Frau Drescher „nicht am Radarschirm“ dass die Grundpreise für Getreide und Milch sogenannte Weltmarktpreise sind, (meist an der Chicagoer-Börse in USA gemacht) deren brutal niedriges Niveau ohnehin nur dem glasklaren Vernichten des familiären Bauernstandes unter dem Deckmantel „des Marktes“ dient – denn wer weiß schon dass selbst diese niedrigsten Weltmarktpreise – die auch den kleinsten Bauern in Hintertupfingen in OÖ trifft – manipulierte dh. auf fach-chinesisch „subventionierte“ Preise sind.
So wird der Getreide und Maispreis schon lange in USA „subventioniert“ – dh. nach dem Börsenpreis ZUSÄTZLICH nach unten gelenkt – also mit US-Steuergeld unterstützt – um dann mit absolut vernichtend niedrigen Angeboten in Europa damit auf den Markt zu kommen.
So hat der gesamte Bauernstand in Europa KEINE Chance auf Überleben – ausser im BIO-Segment.
Ja – auch SO geht Wirtschaftskrieg.
Das bewusst gewählte Fach-Chinesisch des Hr. Ruziska liegt inhaltlich und sachlich vollkommen daneben, da hilft der an und für sich kluge Ivan Illich auch nicht…denn von Philosophie kann niemand leben, auch nicht mit diesen markigen Sprüchen – die obendrein von jemanden kommen (Ruszika) die noch nie in der Landwirtschaft auch nur einen Euro mit eigener Hand verdient haben – also weltfremde Theorien – ohne jeden Realitätssinn – verbreiten…
Erst wenn das bisherige System völlig darnieder liegt, werden Subsistenzmächtige Dörfer im Verbund mit wehrhaften Gemeindestrukturen überhaupt überleben können, sofern eine Staatsstruktur dieses überhaupt zuläßt – Haben Sie sich schon mal überlegt, daß man Geld nicht essen kann?
Die herbeigeführten Tatsachen nahezu völliger Abhängigkeit der Landwirtschaft von seit Jahrzehnten eingerührten Sachzwängen aller Art (befördert hier zu Lande z. B. durch Raifeisen, korruptesdte Kommunalpolitik etc.), ist kein Grund um sich nicht mit grundlegenden Überlegungen hinsichtlich Natur und den menschlichen Sozialstrukturen in aller einfachster Klarheit auseinander zu setzten – Es gibt jedenfalls immer mehr Bauern, welche das tun und sogar erfolgreich. Ein Versklavungs- und Profitsystem, welches sich seit Jahrtausenden explosionsartig verausmaßt, kann nicht von Heute auf Morgen in einen ausgeglichenen Zustand übergehen.
Wenn Sie unter „Realitätssinn“ das verstehen, sich immer und zu jeder Zeit den äußeren herrschaftlich herbeigeführten Gegebenheiten auch geistig sowie seelisch jederzeit unter zu ordnen, haben Sie ihre Selbstachtung schon geopfert – Nur wer sein Innenleben bewahrt, selbst unter aussichtslosesten Umständen, kann überhaupt irgend eine passende Gelegenheit möglicherweise wahrnehmen, sich selbst und seinen Nächsten mehr zu dienen, als jedweder Obrigkeit.
Leben ist m. u. die Fähigkeit, besonders aus Gefängnissen in sich selbst sowie äußerer Art immer wieder gewitzt auszubrechen, ohne den schnellen Erfolg haben zu müssen.
Die überlebenswichtigen Tätigkeiten werden kaum noch wertgeschätzt. Viel Geld kann man mit einer Gender-Professur, als Anwalt oder einer grünen Tätigkeit als Speichellecker des Regimes verdienen. Von Hans Jürgen Geese aus anderweltonline – „Würden sie bitte sterben“ zitiert:
„Die Perversität des Lebens auf Erden setzte ein, als der Bauer als weniger bedeutend angesehen wurde als ein Anwalt. Das ist doch völlig verrückt. Was anderes schafft so ein Anwalt schon als Ärger. Mit Hilfe von komischen Gesetzen, die er dem Politiker aufschwatzt, der Ihnen dann die Polizei auf den Hals hetzt.“
Die Erzeugung von Tier(qual)produkten ist keineswegs überlebenswichtig. Ansonsten stimme ich zu.
„Hier mal eine etwas andere Gegenüberstellung, die zum Nachdenken anregen soll. Als Brotweizen erhält der Bauer 171/Tonne, der Heizölpreis lag am 29.2.2024 bei 1070 Euro /1000 Liter. Was wäre eigentlich, wenn wir Getreide verbrennen würden? Immerhin haben 2,5 kg Getreide den gleichen Heizwert wie 1 Liter Heizöl. Würden wir Heizöl durch Getreide ersetzen, könnten wir für unser Getreide den 2,5-fachen Preis erlösen, als wenn wir es als Brotgetreide verkaufen würden.“….genau hier liegt das Dilemma unserer GRÜNEN-EU-AUGENAUSWISCHEREI-Politik…mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen
Danke, für diese wertvollen Vor-Ort-Informationen!
Zwischenconclusio:
Wenn die Bauern vor Ort im Rahmen ihrer Familien, des Dorfes und der Gemeinde nicht zeitnähestens ihre Subsistenzmächtigkeit (wieder)erlangen, ist sowieso schon längst Zappe gewesen.
Zur Erinnerung:
Die Herrschaftsfrage stellt sich immer und zu Jederzeit Jetzt – Wer sich nicht entscheiden kann auf Grund irgendwelcher Umstände, ist immer schon verloren gewesen, völlig gleichgültig ober er es selbst erlebt oder irgendwelche seiner Nachgeborenen.
Letztschlußgrundendfinalst werden subsistenzerfolgreiche Kleingemeinschaften, welche daseinsmächtige (© Ivan Illich) Sozialstrukturen leben können, als Keimzellen des sozial ausgewogenen Lebens als das möglicherweise Rettende sich erwiesen haben…
Das Rettende obsoletiert sich im Augenblick des Gleichgewichts, wie auch immer es sich gezeitigt.
P.S.:
Noch bevor der letzte Bauer sich selbst wegrationaliesiert hat, wenn dieser nicht als Hoflieferant tauglich vereinlievriert, gibts bloß noch Grillen und Soilent-Green für den gemeinstgeringst prekärillustren 15-Minuten-Insassen – Auschwitz 2.0 war auch schon eine Option in den Totalsten Endsieg Aller Zeiten längst gewesen – Frrrrrrrreundschaft!
Tippfehlerberichtigung: …wegrationalisiert…
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