1. Salzburger Gesundheitstage – eine Tagung mit vielen hochansteckenden Gesundheitserregern

20. März 2024von 4,3 Minuten Lesezeit

Am 16. und 17. März 2024 fanden die ersten Salzburger Gesundheitstage 1 im Zentrum der Visionen in Puch bei Salzburg statt. Die „Wissenschaftliche Initiative Gesundheit für Österreich“ wollte sich mit der zweitägigen Veranstaltung für eine ganzheitliche Medizin einsetzen.

Die Ziele des Kongresses beschrieb der Mitveranstalter und Vereinssprecher von Gesundheit für Österreich, Dr. med. Lukas Trimmel, folgendermaßen:

„Basierend auf unabhängiger Wissenschaft und Expertise wollen wir ein neues Bewusstsein für Gesundheit schaffen und Menschen in ihre Selbstbestimmtheit und Selbstwirksamkeit bringen. Außerdem wollen wir Öffentlichkeit, Ärztinnen und Ärzte, sowie andere therapeutische Berufe zusammenbringen um gemeinsam Visionen für eine gesunde Zukunft aufzuzeigen und zu erarbeiten.“

Mehrperspektivischer Ansatz

In seinem Einführungsvortrag stellte der Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation aus Wien drei Leitprinzipien vor, die eine moderne Medizin kennzeichnen: Ein mehrperspektivischer Ansatz sei die beste Grundlage. Verschiedene Sichtweisen auf medizinische Fragen sollten gefördert und zugelassen werden. Dazu gehöre ein biopsychosozialer Zugang, der Körper, Psyche und Umfeld berücksichtige. Außerdem sollte im Einklang mit der Natur gehandelt werden. „Die Unterteilung in Schul- und Alternativmedizin macht keinen Sinn. Man sollte alle Aspekte in die Heilung mit einbeziehen“, sagte der Facharzt. Freiheit der Wissenschaft und die Verantwortung eines jeden für die eigene Gesundheit sieht er als zentrale Forderungen.

Die Zahnärztin Saskia Wolf, Mitveranstalterin, machte deutlich, dass an jedem Zahn ein ganzer Mensch hängt. Es gehe in der modernen Zahnmedizin darum Störfelder im Mund, die Kiefergelenke, Schlafapnoe und die Atmung generell im Blick zu behalten. Präventives Vorgehen sollte in der Zahnarzt-Praxis mehr berücksichtigt werden. Zahnmedizin bestehe einerseits aus gutem Handwerk, aber der ganzheitliche Blick auf den Patienten sollte dabei nicht vergessen werden. Patienten hätten großen Einfluss auf das Handeln der Ärzte und könnten von daher auch etwas verändern.

Dr. med. univ. Walter Wührer, ebenfalls für die Organisation zuständig, ging auf weitere Details ein: So brächten viele Gesundheitschecks nicht den gewünschten Erfolg, sondern trügen eher zu einer Überbehandlung und hohen Kosten bei. Andere Wege der Krankheitsvorbeugung seien sinnvoll und wünschenswert. Es seien zudem weniger die Gene als die Epigenetik, das Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt, das unsere Gesundheit beeinflusse. Die Unterdrückung von Krankheiten könne chronische Erkrankungen auslösen. So helfe Fieber etwa bei der Gesundung, würde aber oft unterdrückt. Kaum aufwändige Vitamingaben können Krankheitsrisiken senken. Sorge bereitete ihm, dass die Pharmafirmen Pfizer und Glaxo Smith Kline (GSK) als Sponsoren für Ärztefortbildungen fast ein Monopol hätten. Die Teilnahme an den Salzburger Gesundheitstagen wurde übrigens als Fortbildung für Ärzte anerkannt.

Breite Themenpalette bei der Gesundheitstagung

Zahlreiche Mediziner, Wissenschaftler und Coachs aus den Heil- und Gesundheitsberufen vermittelten ihr Wissen, klärten auf und gaben wertvolle Gesundheitstipps. So könne man schwelenden Entzündungen im Körper, die den Alterungsprozess beschleunigen, durch Ernährung positiv entgegenwirken. Ausreichend Bewegung, genügend Schlaf, gesunde Ernährung und gute Freunde – so lautete die Grundformel etlicher Referenten für ein gesundes und aktives Leben.

Der tägliche Pillencocktail sollte dringend regelmäßig auf seine Effekte und seine Tauglichkeit überprüft werden, erläuterte Professor Dr. med. Andreas Sönnichsen anhand aktueller Untersuchungen.

Den grundlegenden Wert sozialer Beziehungen und den interessanten Aspekt fraktaler Strukturen im Körper und im sozialem Beziehungsnetz stellte Univ. -Professor Dr. Dr. Christian Schubert, Psychoneuroimmunologe und Psychotherapeut, dar. Fraktale Strukturen sind nicht lineare Entsprechungen in Form von Selbstähnlichkeit. Die Krone und die Wurzel eines Baumes verästeln sich zum Beispiel in vergleichbarer Weise. Ähnlich können sich familiäre Strukturen transgenerational wiederholen und widerspiegeln.

Wie die Chronomedizin grundlegende biologische Rhythmen nutzen kann, erklärte Univ.- Professor Dr. phil. Maximilian Moser.

Einen historischen Blick auf die Medizin warf der Radiologe und Medizinautor Dr. Gerd Reuther.

Über das indoktrinierte und daher chronisch erschöpfte Gehirn sprach der Arzt und Bestsellerautor Dr. med. Michael Nehls.

Weitere Themen waren: Hormonyoga, Hypnose, Fasten, die orthopädische Hausapotheke, Darmgesundheit, gesunder Schlaf, Krebs, Vitamin D und Künstliche Intelligenz. Auch das Thema „Biohacking“ stieß auf großes Interesse. Der Salzburger Fitnesstrainer Daniel Donhauser hatte hier motivierende Tipps zu bieten, mit denen man auch bis ins höhere Alter seine Vitalität erhalten kann.

Vereinssprecher Lukas Trimmel ist vom Konzept der Tagung überzeugt: „Die Veranstaltung hat nicht nur gezeigt, wie viel Potential für positive Veränderungen vorhanden ist, sondern auch wie viele motivierte, kluge Köpfe sich als „hochansteckende Gesundheitserreger“ für eine gesunde Zukunft einsetzen. Knapp 1500 Teilnehmer, die über 5000 Module besucht haben, sind für uns ein wunderbarer Erfolg und markieren einen guten Start für weitere Projekte und Gesundheitstage.“

Wissensschafteiche Initiative Gesundheit Österreich


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Dr. Christine Born ist Autorin und freie Journalistin.


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10 Kommentare

  1. MEDIEN - AustriaInfoCenter 21. März 2024 um 3:09 Uhr - Antworten

    […] 20.03.2024    1. Salzburger Gesundheitstage – eine Tagung mit vielen hochansteckenden Gesundheitserregern […]

  2. andi pi 20. März 2024 um 12:05 Uhr - Antworten

    habe letztens auf einem bücherflohmarkt zufälligerweise „gesund bis der arzt kommt“ von bert ehgartner entdeckt und lese es gerade. da geht es um ganz ähnliche themen. das buch stammt von 2010, fühlt sich aber so an, als wäre es erst heute geschrieben worden. kann ich sehr weiterempfehlen.

    • Gabriele 20. März 2024 um 12:10 Uhr - Antworten

      Sehr gut – besitze ich auch. „Alte“ Gesundheitsratgeber aus den 70er- bis 90er-Jahren sind eine wahre Fundgrube der Gesundheit. Die könnte man lesen, statt am Smartphone und beim Google-Doc zu hängen. Oder das alte Kneipp-Gesundheitsbuch. Aus diesem Grund stöbere ich z. B. unglaublich gerne in Carla-Läden – auch um tolle alte Kochbücher um ein paar Cent zu entdecken. Manchmal besser, als jede Buchhandlung, wo nur die zahlungskräftigsten Verlage ihre neuen oberklugen Autoren promoten…

    • Fritz Madersbacher 20. März 2024 um 13:16 Uhr - Antworten

      In dieser Hinsicht sind vor allem die Bücher des in Salzburg Vortragenden und TKP-Autors Dr. Gerd Reuther sehr empfehlenswert, z.B. „Heilung Nebensache“, „Der betrogene Patient“, „Die Kunst, möglichst lange zu leben“ …

  3. Gabriele 20. März 2024 um 8:06 Uhr - Antworten

    Wenn man nicht sonst auch noch etwas zu tun hätte, könnte man sich von früh bis spät mit seiner Gesundheit und möglichen Bedrohungen befassen. Ein richtig schönes Hobby…. geisteskrank ist diese Gesellschaft. Anders braucht man es nicht zu nennen.
    Schon die „Indianer“ wussten, dass man gesund bleibt und wird, wenn man genau das nicht tut. Und jeder Menschen mit Hausverstand weiß es auch.

    • Hannerl 20. März 2024 um 8:30 Uhr - Antworten

      Haben die „Indianer“ (?) das echt so gesagt?

      • Gabriele 20. März 2024 um 8:42 Uhr

        Ja, das haben sie… jeder „Medizinmann“ vermittelte, dass Kranke sich nicht dauernd mit ihrem Leiden beschäftigen sollen, um gesund zu werden. In der Hildegard-Medizin das Gleiche.
        Natürlich soll man sinnvoll dagegen handeln, aber nicht die eigene Gesundheit oder Krankheit zur tagesfüllenden Angelegenheit erheben – immer mehr Leute tun das heute, wie man an jedem mürrischen, keuchenden Jogger oder Nordic-Walker sehen kann, der einen nicht einmal mehr grüßt, wenn er vorbeihechelt, weil es ja so gesund ist. In dieser Richtung ist es gemeint. Und informieren ist gut, aber vor lauter Infos werden viele schon ganz verrückt und eine Menge Menschen wollen bald einfach nur noch ihre Ruhe haben, was vollkommen verständlich scheint.

      • Fritz Madersbacher 20. März 2024 um 10:59 Uhr

        @Gabriele
        20. März 2024 at 8:06
        „Schon die „Indianer“ wussten, dass man gesund bleibt und wird, wenn man genau das nicht tut. Und jeder Menschen mit Hausverstand weiß es auch“

        Wie wahr …

    • Gabriele 20. März 2024 um 8:34 Uhr - Antworten

      Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin nicht gegen diese Art von sinnvoller Veranstaltung, aber die Anzahl ist inzwischen unüberschaubar. Jeder meint, Recht zu haben und andere „aufklären“ zu müssen.
      Vielleicht aber brauchen das ohnehin die Ärzte dringender, als Menschen, die ganz einfach natürlich und vernünftig leben – wie das seinerzeit ging, sollte man am besten die Großeltern fragen. Ständig beim Arzt zu sitzen und alle möglichen Sachen einzunehmen oder das schon inflationär verbreitete „Biohacking“, gehörte nicht dazu. Dafür viel Natur, frische Luft, biologische Ernährung und ein sich Kümmern um andere, nicht bloß dauernde Nabelschau bei sich selbst. Gesundheit ist scheinbar die neue Religion und wie überall sonst streiten sich hier die Impf- und Techno-Chemo-Fundamentalisten mit dem Rest der Welt. Von Wahlfreiheit spricht auch hier keiner mehr. Und was ist das Ganze am Ende wieder? Ein Geschäft!

      • brigbrei 20. März 2024 um 12:26 Uhr

        @Gabriele 20. März 2024 at 8:42
        „…jeder „Medizinmann“ vermittelte, dass Kranke sich nicht dauernd mit ihrem Leiden beschäftigen sollen, um gesund zu werden. In der Hildegard-Medizin das Gleiche.“

        In unserer „modernen“ Zeit nennt man solche bemitleidenswerten Menschen Hypochonder. Ich denke, diese Psycho-Krankheit ist ein Hinweis darauf, dass sich der Mensch von der Natur abgenabelt, keine VerBINDUNG mehr zu ihr hat – eine indianische Prophezeiung:
        Die alten Dakota waren weise.
        Sie wußten, daß das Herz eines Menschen,
        der sich der Natur entfremdet, hart wird;
        daß mangelnde Ehrfurcht vor allem Lebendigen
        und allem, was wächst, bald auch die Ehrfurcht
        vor den Menschen absterben läßt.
        Luther Standing Bear, Oglala-Lakota (1868-1939)

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