
Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit – auch in Israel
Fast alles, was uns aus den Kriegsgebieten in den (sozialen) Medien präsentiert wird, dient der Propaganda. Von allen Seiten werden Bilder publiziert, die die Interessen der jeweiligen Seite unterstützen sollen.
Das heißt nicht, dass die jeweiligen Veröffentlichungen falsch sind, auch wenn inzwischen die KI weit über die Möglichkeiten von Photoshop hinaus für Fake-Bilder und -Videos sorgt. Ein böses Beispiel dafür sind die identischen Katzenbilder aus Gaza und der Ukraine, die derzeit die Runde machen. Auch reale Bilder und Videos zeigen meist nur den Ausschnitt, den wir sehen sollen. Aber wir, die wir diese Konflikte vom sicheren Sofa beobachten, tun uns schwer, uns so ein Bild der Lage vor Ort zu machen, das der Realität entspricht.

Versucht man sich über die Hintergründe und Ursachen des Konfliktes zu informieren, wird es noch schlimmer. Denn darüber wird nicht nur von allen Seiten gelogen, dass sich die Balken biegen. Die Ursachen in diesem Konflikt sind so komplex und vielschichtig, dass die einfachen Antworten, nach denen alle suchen, einfach nicht zu finden sind.
Was tun?
Man kann nur versuchen, sich dem Thema so offen wie möglich anzunähern, beiden Konfliktparteien zuzuhören und sogenannte historische Tatsachen nicht als Maß aller Dinge zu nehmen. Denn wie weit will man in der Geschichte mit seiner Argumentation zurückgehen, um „sicher“ sein zu können, die Wahrheit gefunden zu haben? Und wer schreibt die Geschichtsbücher?
- Schubert, Dr. Dr. Christian(Autor)
Eine Möglichkeit, sich der Wahrheit annähern zu können, ist es, den Kritikern des eigenen Lagers zuzuhören. In diesem Fall kommt insbesondere jüdischen Israelis, die den Gaza-Krieg lautstark kritisieren, in meinen Augen eine große Bedeutung zu.
Iris Hefets ist schon lange eine dieser lautstarken Stimmen. Sie wurde in Israel geboren, lebt seit vielen Jahren in Berlin und ist Mitglied im Vorstand im Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“.
Im Zusammenhang mit dem aktuellen Krieg in Gaza ist sie breiteren Teilen der Bevölkerung ein Begriff. Denn sie wurde aufgrund ihrer öffentlich demonstrierten Kritik an Israel kurzfristig von der Berlin Polizei verhaftet.
Die Gewerkschaftliche Linke Berlin berichtet darüber: Am 14.10.2023 wird die Jüdin Iris Hefets von Berliner Polizisten verhaftet. Sie hatte sich auf einem Platz in Berlin Neukölln aufgestellt und ein Plakat hochgehalten, auf dem sie als Jüdin und Israelin die israelische Regierung aufforderte, den “Genozid” im GAZA zu stoppen. Die Polizei monierte, dass Iris Hefets eine “nicht genehmigte Versammlung” abhalten würde. Was aber nicht stimmt, da eine einzelne Person nach deutschem Recht noch keine Versammlung darstellt. Iris Hefets wies die Polizisten auf diese Rechtslage hin und weigerte sich, der Aufforderung sich zu entfernen nachzukommen. Sie vertrete hier als Einzelperson lediglich öffentlich ihre Meinung. Sie nehme ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit in Anspruch. Sie wurde schließlich von den Beamten – nachdem diese mit Ihrer Zentrale Rücksprache gehalten hatten – verhaftet und abgeführt.
Iris Hefets im Gespräch
Thomas Stimmel vom Stichpunkt-Magazin setzt sich intensiv mit der Perspektive von Iris Hefets auseinander. Im Interview mit ihr „Krieg in Gaza: Ursachenforschung aus jüdischer Perspektive – Interview mit Iris Hefets“ konzentriert er sich auf die Wurzeln des Konflikts.
In diesem Zusammenhang geht es um das jüdische Leben in Israel, aber auch global. Kann man überhaupt einen Schuldigen ausmachen? Ist der Konflikt schwarz-weiß – oder doch vielmehr grau? Ist es möglich Kritik am Vorgehen Israels zu üben, ohne in ein antisemitisch rechtes Eck gestellt zu werden? Auf diese Fragen und vieles mehr versucht Thomas Stimmel gemeinsam mit Iris Hefets Antworten zu finden.
Ein für mich berührendes Gespräch, das ich jedem an Herz legen möchte, der sich für der Konflikt jenseits der Schlagzeilen interessiert.
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Friedensnobelpreisträger: In Gaza stirbt die internationale Ordnung
Israel will „künstliche Insel“ für Palästinenser
Reaktionen zum IGH-Urteil zum Völkermord durch Israel in Gaza
Verehrte Frau Drescher,
Ihr Titel nennt einen verbreiteten Irrtum.
Die Wahrheit stirbt immer weit vor einem Krieg. Denn sie ist die Voraussetzung, die Kriege ueberhaupt erst ermoeglicht.
Wenn man in allen Laendern der Welt normale Menschen fragt, ob Sie einen Krieg fuehren wollen, ihre Soehne und gegebenenfalls ihre Toechter dafuer opfern wollen, dann wird die Antwort immer Nein lauten.
Was also ermoeglicht Kriege.
Die Luegen und die Propagande interessierter Kreise. Auch bekannt als Psychopathen.
Danke Frau Drescher!
Jüdisch hin oder her. Das ist jemand aus den inneren, gut informierten Kreisen, der sich nicht korrumpieren ließ – Korruption findet auch durch Anpassen an die nähere Umgebung statt -!
Ein sehr wichtiges Verhalten, dass auch mit Whistleblowern zu vergleichen ist, um der Gemeinschaft auf zu zeigen, wo sie sich in ihrem „Massen“ Wahn hinbewegt!
Ohne solche Zivilcourage haben Entwicklungen in Richtung Humanität ausgedient!!!
„Der März in Gaza beginnt, wie der Februar geendet hat – mit Tod und Zerstörung.“
Das ist die Überschrift eines Artikels von Karin Leukefeld auf ()globalbridge.ch
Ein erschütternder Bericht.
Wiedereinmal wollen die USA als Helfer in der Not auftreten und sind dabei K r i eg s v e r b re ch er. Ich frage mich dabei, ob der UN-Sicherheitsrat nicht als Unsicherheitsrat fungiert.
Kleiner Auszug:
„Es hört nicht auf. Kein Ende in Sicht. Diese IL. (I.S.R.A.E.L) Angriffe machen uns fertig. Wir alle leben jede Sekunde mit der Angst, dass es uns trifft. Und für die Außenwelt, für die Regierungschefs und die Präsidenten der ganzen Welt, ist unser Leben nichts wert. Sonst hätten sie sich für ein Ende des Krieges schon längst eingesetzt. Auf der einen Seite wird IL von USA (und anderen Ländern auch) militärisch unterstützt und im UN-Sicherheitsrat wird das Veto-Recht zum Schutz von IL von den USA eingesetzt. Und dann werden uns Lebensmittel-Pakete aus der Luft von USA Flugzeugen abgeworfen. Als würden sie sich um uns Sorgen machen.“
„Der Familienvater aus Gaza schreibt darüber, wie oft die USA ihr Veto im UN-Sicherheitsrat einsetzen. Tatsächlich mißbrauchen die USA ihr Veto im UN-Sicherheitsrat, um Israel freie Hand in Gaza zu geben. Wer Israel in diesem Krieg weiter unterstützt, wird mitschuldig an den israelischen Kriegsverbrechen gegen die Palästinenser, sagt der ehemalige Direktor des New York-Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, Craig Mokhiber. Er ist Ende Oktober aus Protest von seinem Posten zurückgetreten.“
Danke, Frau Drescher: Ohne Ihren Artikel hätte ich nie Kenntnis von der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ bekommen. Und damit auch nie etwas von der mutig öffentlich auftretenden Jüdin Iris Hefets.
Ihre polizeiliche Verhaftung, heißt, die staatsgewaltiche Unterbindung, die exekutive Nichtduldung des staatlichen Grundrechts auf Meinungsfreiheit spiegelt einen weiteren Tiefpunkt des demokratischen Niedergangs der US-Kolonie „German Area“, am zeitnahen „Battleground Brave new Europe“.
Zur jüngsten Vorgeschichte:
Von verschiedenen Seiten gab es vor dem Hamas-Attentat am 7. Oktober 2023 Warnungen.
Die drei Väter Lior, Eyal und Dror eint das gleiche Schicksal: Ihre Töchter sind beim Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 getötet worden. Sie waren als Späherinnen der israelischen Armee nahe dem Grenzzaun zu Gaza im Einsatz. Tag und Nacht überwachten sie mit Kameras das Grenzgebiet und meldeten verdächtige Aktivitäten.
Nun erheben die Väter im israelischen Fernsehsender «Kan 11» schwere Vorwürfe. Schon seit längerem hätten ihre Töchter verdächtige Aktivitäten beobachtet – aber niemand habe reagiert. «Meine Tochter sagte: Wir sehen Leute, die nicht hierhergehören», erzählt Dror Ashram, Vater der getöteten Shai Ashram. «Diese Leute sitzen da, mit etwas, das wie Landkarten aussieht. Sie machen Skizzen.»
Fernsehjournalist Moav Vardi hat mit den Hinterbliebenen der Späherinnen gesprochen. Er sagt, in der Armee habe ein Gefühl der Überlegenheit über die Hamas vorgeherrscht. Auch deshalb seien die Warnungen der jungen Frauen nicht ernst genommen worden. «Ich denke, dass ein grosses Mass an Nachlässigkeit dazu beigetragen hat, dass es zum 7. Oktober gekommen ist. Denn niemand wollte die Warnungen hören.»
Laut einer Recherche der «New York Times» wusste Israel von den Hamas-Angriffsplänen schon seit über einem Jahr. Die Zeitung konnte ein rund 40-seitiges Dokument mit dem Code-Namen «Jericho Wall» einsehen, in dem die Pläne der Hamas Punkt für Punkt beschrieben waren.
Apropos New York Times:
Die israelische Filmemacherin und ehemalige Mitarbeiterin des Luftwaffengeheimdienstes Anat Schwartz war von der New York Times beauftragt worden, mit dem Neffen ihres Partners, Adam Sella, und dem Times-Reporter Jeffrey Gettleman an einer Untersuchung der sexuellen Gewalt durch die Hamas am 7. Oktober zu arbeiten, die das Verständnis der Welt über Israels anhaltender Krieg im Gazastreifen ändern könnte. Im November wuchs der weltweite Widerstand gegen die Militärkampagne Israels, bei der bereits tausende Kinder, Frauen und ältere Menschen getötet worden waren. In ihrem Social-Media-Feed, den die Times inzwischen nach eigenen Angaben prüft, fiel Schwartz ein Tweet auf, in dem es hieß, Israel müsse „den Strip in einen Schlachthof verwandeln“.
„Auf dem Weg zum Sieg gegen jede Norm verstoßen“, heißt es in dem Beitrag. „Die, die vor uns stehen, sind Menschentiere, die nicht davor zurückschrecken, minimale Regeln zu verletzen.“
Schwartz hatte keine Erfahrung in der Berichterstattung. Ihr Berichtspartner Gettleman habe ihr die Grundlagen erklärt, sagte Schwartz.
Gettleman, sagte sie, sei besorgt, dass sie „für jedes Detail, das wir in den Artikel einfügen, mindestens zwei Quellen erhalten und die Informationen gegenprüfen müssen.“ Haben wir forensische Beweise? Haben wir visuelle Beweise? Was können wir, abgesehen davon, dass wir unseren Lesern sagen: „Das ist passiert“, sagen? Können wir sagen, was mit wem passiert ist?
Quellen:
SRF „Hinweise mehren sich: Vor dem Hamas-Attentat gab es Warnungen“ Anita Bünter und Jonas Bischoff
The Intercept: “Between the Hammer and the Anvil” – The Story Behind the New York Times October 7 Exposé March 1, 2024
Fazit: Stehen wir vor einer erneuten Brutkastengeschichte?
Hallo,
meines Erachtens ist Israel so souverän wie Deutschland und so lange die Bevölkerung das nicht ändern will (wofür ich keine Anzeichen sehe), so lange diskutiert man über Außenstellen der USA.
Wem wundert dieses noch? Wenn man selbst das Deutsche Grundgesetz bei einer Versammlung nicht mehr zeigen darf, dann sollte jedem bewusst sein, dass Verbrecher am Werken sind. Und die Polizei(führung), gerade die Beamten sollten ein entsprechendes Rechtsempfinden haben, ist wieder Mittäter. Wer auf die Missstände hinweist, „Wehret den Anfängen“ tituliert, wird als Rechter diffamiert. Sie tragen ihre faschistoide Fratze öffentlich zur Schau und die Schlafschafe trotten hinterher. Wie es damals passieren konnte sieht man an der heutigen Zeit und die öffentlich rechtlichen Staatsmedien sind wie damals an forderster Front der Hetze und Diffamierung dabei.
Ich empfehle an dieser Stelle die Meinungskommentare von Gideon Levy von der israelischen Tageszeitung Haaretz (auch bei antikrieg nachzulesen).
Oder die gestrige Sendung von Lanz, in welcher Abed Hasan über das berichten durfte, was er am eigenen Leib in Gaza gesehen und erfahren hat und auch mit Bildern belegt wurde (für ÖRR-Verhältnisse war das ja schon häretisch).
Dabei habe ich die Engelsgeduld des jungen Mannes bewundert. An seiner Stelle wäre ich in Tränen ausgebrochen, hätte geschrien oder das Studio verlassen – angesichts der Empathie- und Mitgefühllosigkeit die ihm von besserwisserischen Gästen entgegen geschlagen ist.
was ist das in Gaza wenn nicht Völkermord und ethnische Säuberung?
aber der feige aber immer moralisch allen überlegene Westen – der angeblich geschworen hat „nie wieder!“ – nennt es nicht klar beim Namen?
Ich möchte nicht erfahren, was ich wissen soll.
Sondern ich möchte wissen, was ich nicht erfahren darf.
Die letzten Tage wurden aus Gaza die ersten toten Kinder gemeldet, die verhungerten. Einem Großteil der Bevölkerung dort droht der Hungertod – jetzt müsste man übrigens mehr glauben, wenn manche „Eliten“ global sogar 7-7,5 Milliarden „unnützer Esser“ weghungern möchten. Ja, die hätten wirklich keine Skrupel.
Skeptisch sollte man sein, wenn Informationen uns zu geistigen Mittätern machen wollen: die XY sind die Bösen, jetzt ist eine Grenze überschritten, hier kann nur Krieg Frieden schaffen, die XY geben keine Ruhe, bis sie nicht völlig vernichtet sind.