Was die Indianer uns zu sagen hätten

6. März 2022von 10 Minuten Lesezeit

Die Weltlage scheint derzeit nicht mehr viel Raum für Hoffnung zu lassen. Statt auf Deeskalation zu setzen, schaukelt sich die Situation zunehmend auf. Doch hinter allem Weltgeschehen steht ein genereller historischer Irrweg, dessen fanatische Verfechter immer schon aus unserer viel gelobten „westlichen Zivilisation“ kamen. Alles begann mit den „großen Entdeckern“ und die ersten Opfer waren indigene Völker aller Kontinente.

Von Gastautorin Dr. Gabriele Feyerer

Als Kolumbus 1492 Amerika erreichte, meinte er in Indien zu sein, also taufte er die „Eingeborenen“, die ihn empfingen (mit Jubel, wie er dachte), Indianer. Sie selbst mögen den Ausdruck nicht und man nennt sie korrekt „First Nations“ in Kanada oder „American Natives“ in den USA.

Was wir über sie zu wissen glauben, speist sich vorwiegend aus „Indianerfilmen“, wo sie stets die Bösen und die smarten Cowboys immer die Guten waren (kommt uns das etwa bekannt vor?). Winnetou, der französische Paradehäuptling Pierre Brice mit seinem hübschen Stirnband (das nur erfunden wurde, damit die Perücken der Schauspieler nicht verrutschten, Indianer kannten so etwas nämlich nicht), wirft noch immer lange Schatten, doch die Realität dieser Menschen sieht anders aus. Sie ist in vielen Reservaten nach wie vor geprägt von Gewalt, Alkoholismus, Arbeitslosigkeit und hohen Selbstmordraten. Natürlich geht ihnen schon deshalb das Klischee des halbnackten, Pferde stehlenden Indianers ebenso auf die Nerven wie die Figur des „edlen Wilden“, die gerne von Esoterikern bemüht wird.

Indianer kämpfen heute wie alle indigenen Völker vor allem um den Erhalt ihrer Traditionen und ihrer Identität. Ansonsten mampfen sie genauso ihre Hamburger, trinken Cola, sind Bauarbeiter, Rechtsanwälte oder Schauspieler und in den USA häufig bei der Armee, weil dort zumindest ein Auskommen winkt.

Was indigene Völker uns allerdings in ethischer und moralischer Hinsicht von Beginn an zu sagen hatten, ist in diesen Zeiten hörenswerter denn je:

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich der bekannte Schriftsteller und Maler, Ernest Thompson Seton (gest. 1946) für den Schutz der Umwelt ein und kämpfte ein Leben lang für die Rechte der Indianer, deren Dezimierung durch die weißen Siedler er miterlebte. In seinem Buch „Das Manifest des roten Mannes“ (engl. „The gospel of the redmen“), erstmals 1935 erschienen, erzählt davon, wie die Indianer Kanadas lebten und dachten und welche Vision sie von einer lebenswerten Welt hatten. Eine „Botschaft“ daraus lautete schon damals:

„Die Zivilisation des weißen Mannes ist ein Misserfolg, sie zerfällt zusehends um uns herum. Sie hat in jeder wichtigen Prüfung versagt. Niemand, der Dinge an ihren Auswirkungen misst, kann diese grundsätzliche Behauptung in Frage stellen. Anscheinend ist der Geldwahn die Hauptsache.“ (1)

Immer hielten sich die Weißen zweifellos für „Global Leaders“. Heute braucht man für den Rest nur einen Blick nach Kanada zu werfen: Premierminister Justin Trudeau, der unlängst Eltern unter den Demonstranten drohte, ihnen „die Kinder wegzunehmen“, hat sich vor nicht allzu langer Zeit bei den First Nations mit Krokodilstränen in den Augen dafür entschuldigt, dass man einst brutal ihre Kinder entführte, um sie in Internate zu stecken und kleine „Weiße“ aus ihnen zu machen. Dort wurden sie häufig sexuell missbraucht , gefoltert und getötet. Ihre Sprache und ihre Traditionen wurden verboten und lächerlich gemacht, sie mussten die hässlichsten Kleider tragen und ihre Haare kurz schneiden. Kehrten sie als Erwachsene zu ihren Eltern zurück, verstanden sie diese nicht mehr und waren unfähig zu einem normalen Leben in der Gemeinschaft. Bis heute ist in Kanada die Rate der Mordfälle und Vergewaltigungen bei indigenen Frauen am höchsten. Dieser Staatschef täte also gut daran, sich um ganz andere Probleme in seinem Land zu kümmern, denn trotz aller Versprechen bessert sich nichts.

Die „rote“ Sicht der Dinge

Ein „echter“ Indianer äußerte sich später in Anspielung auf Kolumbus so:

„Er wusste nicht, wo er hinfuhr und nicht, wo er gewesen war. Und er tat alles mit anderer Leute Geld. Die restlichen Weißen sind seither seinem Beispiel gefolgt.“ (2)

Und eine alte Weisheit der Hopi könnte sich vielleicht bald schon bewahrheiten:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fisch gefangen ist, das letzte Tier getötet, das letzte Gewässer und die Luft vergiftet sind, werden die Menschen erkennen, dass man Geld und Gold nicht essen kann.“

Ewig und immer geht es natürlich um den Mammon. Vereinfacht gesprochen, denn einfach ist es leider nicht – trotzdem gilt: Wer das Geld hat, hat die Macht.

Konzerngelenkte Macht-Medizin versus Naturheilkunde und Hausverstand

Um nun den Bezug zwischen der Weltlage, vor allem jener der „Wissenschaft“ und den Indianern herzustellen: Sie wissen natürlich, dass auch die westliche Medizin sich auf einem totalen Holzweg befindet – und das nicht erst seit gestern. Schon sehr lange rücken große Pharmakonzerne Naturvölkern rund um den Erdball auf den Pelz und schicken ihre Spione aus, um nach Pflanzenwissen zu fahnden, das man patentieren und geschickt für sich nutzen könnte (natürlich ohne die Rezeptgeber je am Gewinn zu beteiligen). Was tagtäglich mit den Urwäldern dieses Planeten passiert, wissen wir zur Genüge: In jeder Minute wird hier ein Potenzial an Heilwissen vernichtet, von dessen Existenz wir noch nicht einmal wussten. Viele indigene Medizinkundige sind aber klug genug, ihr Wissen nicht dem Nächstbesten zu überlassen, weil wir in der Regel damit sowieso nichts anfangen können, solange es üblich ist, alles lächerlich zu machen, was man nicht unmittelbar sehen und „wissenschaftlich nachweisen“ kann.

Dazu bemerkte Hopi-Medizinmann „The Raven“ sehr treffend:

„Es gehört schon eine gute Portion Engstirnigkeit und Ignoranz dazu, nur noch das zu akzeptieren, was man durchs Mikroskop sieht und analysieren kann. Solche Ambitionen sind geradezu blödsinnig – aber sie sind eben wissenschaftlich.“ (3)

Die ganze Sache mit der „Ethnomedizin“ erwies sich bisher leider nie als lukrativ genug, also baut der Westen jetzt ausschließlich auf die Genschiene. Dafür muss man der ganzen Welt wirksam vorgaukeln, dass es ohne sie nicht mehr geht. Und was wäre dafür geeigneter, als regelmäßige Pandemien, die man notfalls selber generiert? Dagegen wussten die Indianer bereits zu Kolumbus‘ Zeiten darüber Bescheid, wie man Skorbut heilt. Sie halfen kranken Seefahrern etwa mit einem Aufguss aus Vitamin C-haltigen Nadeln der amerikanischen Hemlocktanne. Später wiesen Indianerheiler die Forscher darauf hin, dass künstliches Vitamin C, also Ascorbinsäure, nie so umfassende Wirkungen entfalten könne, wie die natürliche Substanz. Natürlich interessierte es niemanden, was „die Wilden“ zu sagen hatten. Sie kannten jedoch intuitiv das heute erwiesene Prinzip der Synergie, wonach sämtliche Bestandteile einer Pflanze bzw. von mehreren Pflanzen zusammen meist viel breiter und nachhaltiger wirken, als künstliche Extrakte oder „naturidente“ Kopien einer Substanz.

Ärzte – die hilflosen Helfer

Es gibt aus den 80er-Jahren ein bemerkenswertes Buch des Münchner Arztes Till Bastian, verfasst „cum ira et studio“, und zum ersten Mal wurde hier im Vorwort das ärztliche „Helfersyndrom“ angesprochen. Titel des Buches: „Arzt, Helfer, Mörder – Eine Studie über die Bedingungen medizinischer Verbrechen“. (4) Der Autor betont ausdrücklich, dies sei weder ein Schuldvorwurf an seinen Berufstand, noch als Nestbeschmutzung gedacht, vielmehr wird schon eingangs die Frage gestellt:

„Und warum sollte der Arzt in einer umweltzerstörenden Gesellschaft anders mit den Menschen umgehen, als die Erbauer von Landebahnen, Atomkraftwerken oder Schnellstraßen mit der Landschaft?“ (S. 8)

Das respektvolle „Zwiegespräch“ zwischen Mensch und Natur, wie die Indianer es bis heute pflegen, gibt es nicht mehr. Stattdessen verwalten und vergewaltigen wir das, was uns nährt und überleben lässt. An die Stelle lernender Anschauung ist Ausbeutung getreten. Die neue „Wissenschaft“ betrachtet die Natur als Feind und die Geschichte der „modernen“ Medizin ist gekennzeichnet von Machtergreifung und Tyrannei. Die Wissenschaft wird zum bloßen Instrument, deren Objekt – die Natur – nur noch als lästiger Gegenstand zu „bearbeiten“ und vorgeblich zu verbessern ist. Der Mensch steht – so Till Bastian – der Natur jetzt als neuer „Prothesengott“, als homo faber oder homo creator gegenüber, der es geschafft hat, die Erde so verwüstet und unwirtlich zu machen, wie nur möglich. Es gibt heute mehr Waffen und Sprengstoff als Brot – nukleare Katastrophen stehen ständig im Raum. Angst macht sich breit, weil der Prothesengott selbst bemerkt, dass er weniger einem Gott, sondern eher Goethes Zauberlehrling gleicht, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird. Schuld weist er indes weit von sich. Nach einem ähnlichen Schema agiert die Medizin mit ihren „Göttern in Weiß“, die zunehmend zu reinen Handlangern der neuen „Wissenschaft“ geworden sind. Ärzte präsentieren sich bei jeder Gelegenheit als Helfer (taten dies im SS-Staat viel willfähriger als gedacht), in der Praxis sind sie hilfloser denn je, klammern sich darum an rigide Paradigmen.

Die Lebensweise der Indianer überdauerte Jahrtausende, schon wegen ihrer umsichtigen Geburtenbeschränkung, aber sie musste mit brutaler Gewalt dem „Fortschritt“ weichen. Dem Wegwerfkapitalismus des berühmten „American way of life“ bleibt dagegen wohl nur mehr kurze Zeit bis zum absoluten Endpunkt – und wieder ist die Antwort Krieg, um eigenes Versagen zu kaschieren. Wann wird es endgültig heißen: Game over? Und wer wird dann am meisten leiden, wenn nicht wir und die geschundene Natur?

Till Bastian schreibt:

„Wenn wir untersuchen, warum die Menschen einander so schreckliche und grausame Dinge antun – auch für einen besonderen Bereich, nämlich den der Therapie (…) – dann sollten wir zuerst einmal analysieren, wie sie mit ihrer natürlichen Umgebung umgehen.“ (…)

„Und noch mit anderen Worten: Wenn ein Mediziner 50 Katzen töten muss, um eine Doktorarbeit abzufassen, deren Wert für die Wissenschaft dahingestellt bleiben muss (…) – wenn also ein Mensch dies tun muss, um seine Karriere zu begründen, dann ist es in meinen Augen so völlig abwegig nicht, dass ein anderer Mediziner einen Patienten zu töten versucht, um die Karriere eines ‚Kollegen‘ zu ruinieren. Denn der Humanismus der Medizin ist in der Tat ein Humanismus der maßlosen Überheblichkeit.“ (S. 28-29)

Damit ist alles Nötige gesagt.

Zum Schluss wieder ein Filmtipp für alle, die ihn noch nicht kennen: „Last Samurai“ – dieses ausgezeichnet gemachte Epos wird niemanden ohne tiefere Gedanken hinterlassen, denn es zeigt auf berührende Art, wie es sich im Ernstfall zu kämpfen lohnt und warum alle „Blinden“ bis zum letzten Atemzug nicht nachgeben…koste es, was es wolle! Natürlich sollte man auch „Der mit dem Wolf tanzt“ gesehen haben (unbedingt die originale Langfassung, kein gekürztes Zeug, sie es im üblichen TV servieren – neuerdings werden dort gehorsam alle Szenen gestrichen, die „zu viel Gewalt“ zeigen, denn das tut uns ja nicht gut).

Kleines Fazit: Ließe man jetzt den Ältestenrat diverser indigener Völker zusammentreten, würden deren Antworten auf das Weltgeschehen uns kaum gefallen. „Kriegerisch“ waren die Indianer natürlich auch…aus ganz anderen Gründen. Aber nicht von ungefähr sitzen bei uns klugen Weißen so viele „Älteste“ in Heimen, werden geimpft und haben nichts zu melden.

Dem allgegenwärtigen Thema Angst würde ich diese Weisheit der Lakota-Indianer entgegenhalten:

„Du sollst dich nicht vor dem Sterben fürchten, sondern vor dem, was auf dem Weg dahin in dir stirbt!“

Quellenanmerkungen:

(1) Vgl.: Ernest Thompson Seton: Das Manifest des roten Mannes. Zürich 1999

(2) Vgl.: Gabriele Feyerer: 9 Kräuter-Essenz. Pflanzenkraft aus dem Schatz indianischer Heilkunst. Roermond 2016

(3) Ebd.

(4) Vgl.: Till Bastian: Arzt, Helfer, Mörder. Eine Studie über die Bedingungen medizinischer Verbrechen. Paderborn 1982

Bild von Dieter Martin auf Pixabay

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

© Gabriele Feyerer, Juristin, freie Autorin


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14 Kommentare

  1. Brigitte 7. März 2022 at 9:51Antworten

    Mark Twain: „Von allen Geschöpfen Gottes gibt es nur eine, der nicht unter der Peitsche versklavt werden kann. Es ist die Katze. Die Kreuzung eines Menschen mit einer Katze würde den Menschen verbessern, aber die Katze schlechter machen.“

    Henry Saas, Dozent an der Xavier University vermutet: „Vielleicht lieben viele die Katze, weil sie das einzige Beispiel dafür ist, dass sie in menschlicher Gegenwart leben kann, ohne versklavt zu werden, wofür viele sie auch hassen.“

    In der Schatzkiste irischer Weisheiten findet sich eine ernst gemeinte Warnung: „Vorsicht vor Menschen, die Katzen nicht mögen!“ Die passende Ergänzung dazu liefert der Stand-Up-Comedian und Schauspieler Stephen Wright, der glaubt: „Menschen, die Katzen hassen, werden in ihrem nächsten Leben als Mäuse zurückkehren!“

    Deng Xiaoping : „Treibe nie eine Katze in die Enge, lasse ihr immer einen Ausweg.“

    Oder frei nach mir, die Katze weiss noch, was der Mensch vergessen zu haben glaubt.

    Das gleiche gilt aber auch für den Wolf, denn auch der Wolf tanzt nicht in der Manege und er bleibt seiner Familie treu bis in den Tod. Er ist resistent gegen Lügen, denn er riecht und fühlt, wie Du Dich fühlst! Du kannst ihn nicht betrügen ! Er hat seinen Instinkt nicht verloren, ganz im Gegenteil er folgt ihm. Und wenn er Dir folgt, dann weil er das möchte und nicht weil Du ihn bestichst oder zwingst.

    Lernen wir ein bisschen von der Natur

    Und vergessen wir nicht zu leben und Freude zu haben, egal was um uns herum aufgeführt wird.

    Denn letzendlich verändern wir die Welt zum Guten, indem wir uns selbst zum Guten verändern. Weniger Verantwortung an andere abgeben, mehr Verantwortung selber übernehmen.

    Ganz im Ernst, welcher Mensch ist heute noch ohne Hilfe von anderen überlebensfähig, unsere Unselbstständigkeit ist schier erschütternd. Wissen greift ineinander Fähigkeiten greifen ineinander, alles in getrennte Wissenschaftszweige oder Fertigungsbereiche aufzuteilen macht keinen Sinn. Das Handwerk ist genauso am Ende wie unsere Wissenschaft und das ist auch einer der Gründe dafür. Ich bekomme kein annähernd gutes Gesamtbild mehr, wenn ich mich nur mit Teilbereichen beschäftige und Wissen und Verantwortung outsource. Ausserdem ist es für das Überleben eines Landes genauso wenig förderlich fremdbestimmt zu sein, nicht genug Ressourcen und Fertigung für die eigenene Versorgung zu haben. Ohne Visionen und Zusammenarbeit aber keine Veränderung.
    Zuerst gab es einen Träumer, dann gab es eine Idee, dann verbreitete sich die Idee, dann setzte irgendjemand die Idee in die Tat um. Dann sahen andere, dass die Idee gut war und machten sie nach. Und etwas später hatte sich die Welt verändert. Es ist nicht verboten zu träumen Gedanken sind frei. Es ist Zeit unsere eigenen Träume zu träumen und uns diese nicht mehr vorgeben zu lassen.

    • Nightbird 7. März 2022 at 17:29Antworten

      @ Brigitte

      Sehe ich genauso

      Ich war mal selbst Katzenbesitzerin.
      Oder eine Dosi, wie man landlaüfig sagt.
      Scheinbar hab‘ ich mir von meiner Kleinen einiges abgeschaut.
      Denn fast schon lebe ich wie ein Katze
      Ich lebe alleine
      Ich schlafe lange
      Ich mach‘, was ich will und wozu ich Lust habe.
      Ich lass‘ mich nicht dressieren
      Ich meide die Menschen (meistens)
      Besonders jene, die Katzen nicht mögen.
      Wer mich ärgert, den fauche ich an, kratze oder beisse ihn.
      Auch meine Haare (mangels Fell) stellen sich dabei auf.

      Die einzigen Unterschiede sind:
      ich habe Probleme mit den Hervorwürgen von Fellknäuel.
      Ich kann die Kühlschranktür alleine aufmachen.
      Ich muß mein Futter selbst einkaufen.

      BTW wie alles, was mystisch ist, liebe ich besonders Wölfe und Raben.

      „von der Natur lernen“
      Wer weiß den heutzutage noch, wo im Wald was essbares zu finden ist.
      Und zwar ohne sich dabei zu vergiften.
      Was es bedeutet, wenn die Vögel gen Süden fliegen.
      Wie man anhand der Wolken sagen kann, wann ein Gewitter kommt.

      „welcher Mensch ist heute noch ohne Hilfe von anderen überlebensfähig,“

      Der Großteil jedenfalls nicht.
      Besonders die letzten Generationen brauchen für jeden Scheiss Hilfe oder einen Professionisten.
      Zündkerzen- oder Reifenwechsel, Lichtschalter oder Steckdose austauschen, etwas selber reparieren und nicht gleich wegschmeissen,
      selbst kochen, und noch vieles mehr…

      Man stelle sich vor, es ist Krieg oder eine größere Naturkatastrophe.
      Kein Strom, kein Wasser, zuwenig Lebensmittel, keine medizinische Versorgung.
      Sie würden sterben, verhungern.
      Oder andere überfallen und ausrauben.

      Zumal es in solchen Situation auch kein Internet mehr gibt und das neueste Handy nimmer funktioniert.
      Schon allein das wäre für die Meisten der Untergang*bg*

      Nightbird

  2. Axel Müller 6. März 2022 at 22:01Antworten

    Danke Nightbird, Du sprichst mir aus der Seele!

  3. Nightbird 6. März 2022 at 15:25Antworten

    Danke für diesen Artikel.
    Er spricht mir aus dem Herzen.

    Besonders an Canada, Neuseeland, USA, Australien sieht man, wie sie Minderheiten ehemals behandelten und
    jetzt immer noch behandeln. Es macht keinen Unterschied, ob es die Ureinwohner (Natives, Maori, Aborigines etc.)
    sind oder die Ungeimpften, alle werden bekämpft. Man kann, nein, besser, man will nicht zulassen, daß jemand
    anderer Meinung ist, als man selbst.

    So gesehen, bin ich ein Austrian Native.

    Immer wieder fällt mir dazu A. Schweitzers Zitat ein:
    „Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen“

    Zu „Du sollst dich nicht vor dem Sterben fürchten, sondern vor dem, was auf dem Weg dahin in dir stirbt!“

    Habe längst aufgehört, mich vor dem Tod zu fürchten, denn er ist ein Teil des Lebens.

    Was dabei (besonders in den letzten 2 Jahren) in mir gestorben ist?
    Die Zugehörigkeit zu unserer, sogenannten zivilisierten Gesellschaft.
    Ich habe mich von ihr getrennt.
    Sie ist mir nicht mehr wichtig.

    Nightbird

    • nukemall42 7. März 2022 at 11:10Antworten

      „Was dabei (besonders in den letzten 2 Jahren) in mir gestorben ist?
      Die Zugehörigkeit zu unserer, sogenannten zivilisierten Gesellschaft.
      Ich habe mich von ihr getrennt.
      Sie ist mir nicht mehr wichtig.“

      Geht mir genauso.

  4. Markus Schwarz-Greindl 6. März 2022 at 14:53Antworten

    Der 12. Oktober 1492 ist im „herrlichen“ Spanien Nationalfeiertag.

    Hier wird die Wehrlosigkeit vom „Indianischen“ Volk GEFEIERT!

    Eine „HERRENRASSE“ beseitigte Kultur durch TÖTUNGEN und LANDNAHME.

    WIR machen und machten ALSO alles richtig, DENKEN und DACHTEN WIR!?

    Wir dürfen ALLE tief in uns gehen, um die Welt noch etwas zu retten …

  5. Elisabeth H 6. März 2022 at 10:02Antworten

    Danke für diesen Beitrag.

  6. Andreas I. 6. März 2022 at 10:01Antworten

    Aus Wolf-Dieter Storl „Pflanzen der Kelten“, er ist mit einem „Indianer“ in Bayern, dieser schüttelt zunächst den Kopf über die Weißen, doch als er erfährt, dass sie Frau Holle kennen, schöpft er Hoffnung.
    Zitat:
    „Indianer könnt ihr Europäer nicht werden, denn die Schildkröteninsel, die ihr Amerika nennt, hat ihre eigene >Medizin< (Kräfte) und diese hat uns geprägt. Wie Ameisen aus ihrem, Bau sind unsere Vorfahren dort aus der Erde hervorgegangen. Aber ihr könnt euch hier wieder mit der Erdmutter verbinden und euch mit den geschundenen Bäumen, Kräutern, Steinen, mit den Tieren und den Ahnengeistern versöhnen, so dass ihr wieder Wurzeln bekommt und stark werdet."

    Diese Episode steht als Einleitung in "Pflanzen der Kelten", weil das, was die Amerikaner vor Kolumbus waren, in Westeuropa "die Kelten" waren, was weniger ein Volk als mehr eine Kulturepoche war.
    Hier bei uns wachsen keine Kakteen und Lianen, bei uns wachsen Holunder und Karde. Das Naturwissen war alles schonmal da.

    Und ja, das Wissen um Heilpflanzen wird um so wichtiger, je mehr die Pharmazie versagt.
    (Im Hinblick auf multiresistente Krankenhauskeime ist selbst in der Hochschulmedizin schon länger die Rede vom Ende des Antibiotika-Zeitalters, wobei damit die bisher angewendeten synthetischen Antibiotika gemeint sind.)

  7. quantumonly 6. März 2022 at 8:30Antworten

    Der erste Revolutionär der Neuzeit, nach Spartakus, Hatuey, wurde am 2.Februar 1512 von den Spaniern ernmordet, dabei soll er folgendes vor seiner Ermordung gesagt haben:

    „“„Hier ist der Gott, den die Spanier verehren. Für diesen kämpfen sie und morden. Für diesen Gott verfolgen sie uns und darum müssen wir sie ins Meer werfen … Diese Tyrannen sagen uns, dass sie einen Gott des Friedens und der Gleichheit anbeten und sie nehmen uns unser Land und machen uns zu Sklaven. Sie sprechen zu uns von einer unsterblichen Seele und rauben unser Hab und Gut, verführen unsere Frauen und vergewaltigen unsere Töchter. Da ihr Mut nicht an unseren heranreicht, verstecken sich diese Feiglinge unter Eisen, das von unseren Waffen nicht durchdrungen werden kann…““ *

    Den Gott gegen den Gott der Scheindemokratie austauschen und schon sind wir im Hier und Jetzt. Es hat sich in der unwerten westlichen Gesellschaft, der Elite wohlgemerkt, nichts verändert.

    *https://es.wikipedia.org/wiki/Hatuey

  8. Marc S. 6. März 2022 at 8:26Antworten

    Danke für den Beitrag. Vielleicht, vielleicht sind wir ja an einem Punkt des Umdenkens, vielleicht auch an einem „point of no return“. Umdenken wäre vielleicht – gemässe Dalai Lama – „Kriege entstehen, weil wir nicht begreifen, dass wir alle Menschen sind“. Es gibt kein Menschsein, das nicht auch die ganze Welt, das ganze Leben mit all dem Schönen, aber auch dem Angst machenden einschliesst.

  9. Elisabeth 6. März 2022 at 8:08Antworten

    Wow! Vielen Dank!
    Aus der Erzählung nach einer Rede des Häuptlings Seattle
    vor dem Präsidenten der USA im Jahre 1855:

    „Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen – oder die Wärme der Erde? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wenn wir die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen – wie könnt ihr sie von uns kaufen?“

    Mir tut es zB immer weh, wenn Bäume gefällt werden. Ich mag keine Veränderungen von Systemen, die gut funktionieren. So gesehen hasse ich den Fortschritt um des Fortschritts Willen, um des Gewinns Willen. Dass es immerzu Wachstum geben muss, weil sonst die Firmen pleite gehen, die alles auf Pump aufgebaut haben, führt am Ende dazu, dass man jetzt alles zerstört, um im Wiederaufbau ein Wachstum zu haben. Denn nicht nur die Pharmaindustrie ist ein gutes Geschäft, sondern auch der Krieg. Es ist ein widerliches System, in dem wir leben müssen. Die meisten sind Schuldensklaven. Ich habe mir nie etwas geliehen und es geht mir trotzdem gut. Ich bin frei.

    • brigbrei 6. März 2022 at 10:38Antworten

      Danke für diesen Artikel! Hier ein kleiner Auszug meiner Sammlung indianischer Spruch-Weisheiten:

      „Die verrückte und kranke Welt des weißen Mannes. Vieles ist töricht an eurer sogenannten ZIVILISATION. Wie Verrückte lauft ihr weißen Menschen dem Geld nach, bis ihr soviel habt, daß ihr gar nicht lange genug leben könnt, um es auszugeben. Ihr plündert die Wälder, ihr schlachtet die Tiere ab, ihr verschwendet die natürlichen Brennstoffe, als käme nach euch keine Generation mehr, die all dies ebenfalls braucht. Die ganze Zeit redet ihr von einer besseren Welt, während ihr immer größere Bomben baut, um jene Welt, die ihr jetzt habt, zu zerstören.“ Tatanga Mani (1871-1967), Walking Buffalo, gehörte zum Volk der Stoney in Kanada

      „Wer die Erde nicht respektiert, zerstört sie, wer nicht alles Leben so wie das eigene respektiert, wird zum Mörder. Der Mensch glaubt, er sei zum Besitzer, zum Herrscher erhoben worden. Das ist ein Irrtum. Er ist nur ein Teil des Ganzen. Seine Aufgabe ist die eines Hüters, eines Verwalters, nicht die eines Ausbeuters. Der Mensch hat Verantwortung, nicht Macht. Wir (die Indianer) denken bei jeder Entscheidung an die siebte der kommenden Generationen. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Menschen nach uns, die noch ungeborenen Generationen, eine Welt vorfinden, die nicht schlechter ist als die unsere – und hoffentlich besser.“ Oren Lyons, Häuptling der Onondaga-Nation, geb. 1930

      „Der Rote Mann kämpft für sein Volk, seine Familie, um Nahrungsvorräte und Jagdgebiete, um das Überleben. Der Weiße Mann kämpft aus Gier nach mehr für sich und seinen Hunger nach Geld und Gold. Er denkt an sich immer zuerst. Bei den roten Männern ist der reich zu nennen, der viele Geschenke macht; bei den weißen Männern kommt es darauf an, immer noch mehr anzuhäufen und bloß nichts wegzugeben. Der rote Mann liebt die Natur, weil er ein Teil von ihr ist. Der weiße Mann tötet die Natur, obwohl auch er ein Teil von ihr ist. DAS nenne ich verrückt…“ SUVATE Dog Soldier

    • Elisabeth 6. März 2022 at 11:16Antworten

      brigbrei
      Danke!

  10. lumpazivagabundus 6. März 2022 at 7:39Antworten

    Es war auch die Zeit, als der Westen (England, Frankreich, Spanien, ferner Portugal, Holland und Belgien begann, den Rest der Welt zu unterwerfen. Es entstanden riesige Kolonialreiche. Die Ostküste der späteren USA vor allem war ursprünglich Kolonial- und Siedlungsgebiet der britischen Krone. Von hier startete die gewaltsame Landnahme in den mittleren Westen bis zur pazifischen Küste. Den herrschende Mangel an Arbeitskraft kompensierte zunächst die Versklavung der freigesetzten ländlichen Arbeitskräfte in England und Irland.
    Die kolonialen Eroberung (euphemistisch als Expansion umschrieben) kam erst im ausgehenden 19. Jh. zum Stillstand. Die Welt war im Wesentlichen in Rohstoffquellen und Absatzmärkte aufgeteilt. Ein Prozess, der nie zum Stillstand gekommen war und gegenwärtig in der Hauptsache durch Russland und China behindert wird. Diese Staaten verfolgen traditionell eine nationale Agenda, die nicht auf Unterwerfung zielt.

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