Gibt es Beweise für asymptomatische Ansteckung?

Fast alle staatlichen Maßnahmen wie Quarantäne wegen positiven PCR-Test, Maskenpflicht und Lockdowns beruhen auf der Annahme, dass Infizierte ohne Symptome ansteckend sind und das Virus verbreiten können. Wäre dem nicht so, muss man nur alle Menschen mit Symptomen isolieren, oder sie zur Selbstisolation verpflichten. Wie kam es zu der Annahme, dass Personen ohne Symptome andere anstecken können und was sagt uns die Wissenschaft?

Die Behauptung, dass Menschen ohne Symptome ansteckend seien, begann mit einem Fallbericht im New England Journal of Medicine, der erstmals am 30. Januar veröffentlicht wurde, in dem Drosten und andere behaupteten, eine symptomlose chinesische Geschäftsfrau habe in München vier Mitarbeiter eines dortigen Unternehmens getroffen, die hinterher alle an COVID-19 erkrankt seien.

Am 3. Februar erschien hierzu ein Kommentar, der darauf hinwies, dass die Dame aus China sehr wohl Symptome hatte und diese lediglich mithilfe von Medikamenten unterdrückte. Dies hatten Gespräche mit dieser Dame ergeben – Gespräche, welche die Autoren des Fallberichts, darunter auch Drosten, unterlassen hatten. Seither kursiert die Vermutung der Ansteckung durch symptomlose Personen und sogar die absurde Behauptung von asymptomatisch Erkrankten (Freiheit von Symptomen ist die Bedingung für Gesundheit).

Dr. Clare Craig, eine schottische Pathologin und Statistik-Nerd, und ihr Kollege Dr. Jonathan Engler haben die Forschungsbeweise hinter der Behauptung untersucht, dass Covid-19 von asymptomatischen Personen übertragen werden kann. Sie haben eine Studie zu diesem Thema geschrieben, das erstmals in Lockdown Sceptics veröffentlicht wurde und beim British Medical Journal zur Publikation eingereicht ist.

Die Basis für die Behauptung asymptomatischer Infektiosität

Schädliche Lockdowns und andere Maßnahmen wie Massentests wurden mit der Annahme gerechtfertigt, dass die asymptomatische Übertragung ein echtes Risiko darstellt. In Anbetracht der schädlichen Nebeneffekte solcher Maßnahmen sollte das Vorsorgeprinzip dazu führen, dass die Messlatte für eine asymptomatische Übertragung sehr hoch gelegt wird. Das einzige Wort, mit dem man die Qualität der Beweise dafür beschreiben kann, ist jedoch erbärmlich. Eine Handvoll fragwürdiger Ausbreitungsfälle wurde in der medizinischen Literatur massiv aufgewertet, indem sie immer wieder in Meta-Analysen aufgenommen wurden, die immer wieder veröffentlicht werden und die gleiche Evidenzbasis recyceln.

Es gibt drei Arten von Beweisen für eine asymptomatische Ausbreitung: Studien, die zeigen, dass Menschen positiv testen, während sie asymptomatisch sind; Studien, die die Viruslast messen und daraus schließen, dass Menschen ohne Symptome das Virus übertragen können; und Studien, die eine tatsächliche Übertragung zeigen.

Die ersten beiden sind kein richtiger Beweis dafür, dass eine Übertragung stattfinden kann.

Asymptomatisch versus Präsymptomatisch

Es ist wichtig, sorgfältig zwischen einer rein asymptomatischen Übertragung (Personen, die niemals Symptome entwickeln) und einer präsymptomatischen Übertragung (bei der Personen schließlich doch Symptome entwickeln) zu unterscheiden. In dem Maße, in dem das letztere Phänomen, das nur sehr selten vorkommt, als Grundlage für Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens dient, wären geeignete Strategien zu seiner Bewältigung völlig anders und viel weniger störend als die tatsächlich angewandten.

Viele frühe Studien, die vorgaben, das Phänomen der asymptomatischen Übertragung zu demonstrieren, stammten aus China, doch die Tatsache, dass chinesische Studien nur nach Genehmigung durch die Regierung veröffentlicht werden, muss ihre Zuverlässigkeit in Frage stellen. Nichtsdestotrotz führte die große Anzahl dieser Studien dazu, dass das Thema in der medizinischen Gemeinschaft eine große Bedeutung erlangte und die Wahrscheinlichkeit einer asymptomatischen Übertragung als ein wichtiger Faktor angenommen wurde. Es folgte eine Reihe von Meta-Analysen, die sich mit der Frage der asymptomatischen Übertragung befassten und dazu neigten, Studien unabhängig von ihrer Herkunft oder Qualität zusammenzufassen und gleich zu gewichten. Auf diese Weise haben diese Meta-Analysen, denen durch ihre Verbindung zu angesehenen Universitäten eine unangemessene Glaubwürdigkeit verliehen wurde, die minimalen Hinweise auf eine asymptomatische Ausbreitung zu einer Bedeutung verstärkt, die die Daten nicht rechtfertigen.

Angebliche Fälle von Ansteckung durch asymptomatische Personen

Eine Übersicht über die Literatur wurde dem BMJ vorgelegt und ist hier als Vorabveröffentlichung nachzulesen. Darin wurden die am häufigsten zitierten Arbeiten zur Unterstützung der Existenz einer asymptomatischen Übertragung untersucht. Trotz der Kritik an den Quellen der Daten gibt es tatsächlich nur sechs Fallberichte einer Virusübertragung durch Personen, die durchweg asymptomatisch blieben, und zwar auf insgesamt sieben andere Personen. Diese lagen jedoch alle in Studien mit fragwürdiger Methodik vor. Diese waren: In Italien zwei asymptomatische Fälle, die das Virus angeblich auf zwei andere Personen übertragen haben, in Brunei zwei asymptomatische Fälle, die das Virus angeblich auf drei andere Personen übertragen haben, und in China zwei asymptomatische Fälle, die das Virus angeblich auf zwei andere Personen übertragen haben

In all diesen Studien wurden die „Fälle“ durch PCR-Tests bestätigt, ohne Rücksicht auf die Möglichkeit, dass es sich bei den gefundenen Fällen um falsch positive Ergebnisse handeln könnte. Die gefundenen Fallzahlen sind in jedem Fall extrem klein und sicherlich nicht ausreichend, um schlüssig zu bestimmen, dass die asymptomatische Übertragung eine Hauptkomponente der Verbreitung ist.

Neue chinesische Studie beweist Gegenteil

Es ist auch bemerkenswert, dass vor kurzem eine weitere (vermutlich von der Regierung genehmigte) Studie aus China veröffentlicht wurde, die den früheren Schlussfolgerungen zu Beginn der Pandemie bezüglich des Phänomens der asymptomatischen Übertragung, die insbesondere durch chinesische Daten vorangetrieben wurden, völlig widerspricht. Darüber habe ich hier berichtet.

Einige könnten zu dem Schluss kommen, dass diese Studie nicht die Glaubwürdigkeit besitzt, die man von einer in Nature veröffentlichten Arbeit erwarten würde; es wird z. B. behauptet, dass sie 92 Prozent der Bevölkerung von Wuhan (~10 Mio. Individuen) über einen Zeitraum von 19 Tagen Ende Mai PCR-getestet haben und nur 300 positive PCR-Tests gefunden haben, was eine Positiv-Rate von nicht mehr als 0,003 Prozent bedeutet. Weiterhin wird behauptet, dass, während 100 Prozent der 300 PCR-positiven Fälle asymptomatisch waren, es null symptomatische PCR-positive Fälle von ~10 Mio. Getesteten gab, und das in einem Zeitraum von nur wenigen Wochen nach dem Höhepunkt der Epidemie in Wuhan.

Wenn dies nicht glaubhaft erscheint, dann sollte das auch ernsthafte Auswirkungen auf Glaubwürdigkeit aller früheren Studien aus China haben, deren Daten einen wesentlichen Teil der weltweiten Beweisgrundlage für die asymptomatische Übertragung bildeten.

Es ist jedenfalls unglaublich, dass die Maßnahmen die Milliarden Menschen betreffen und Millionen in den Ruin treiben auf einer derart dünnen Datenlage beruhen.

Schlussfolgerungen

Die Arbeit kommt zum Schluss:

Angesichts der zunehmenden Beweise für die Schäden, die durch eine solche Politik verursacht werden, muss die Beweislast jedoch irgendwann auf diejenigen verlagert werden, die extreme Maßnahmen befürworten. Es gibt immer mehr Beweise für Schäden durch Eingriffe, zum Beispiel: Es gibt über 100 übermäßige Todesfälle zu Hause pro Tag in England; Unfall- und Notfallbehandlungen liegen weit unter dem normalen Niveau; die übermäßige Sterblichkeit bei den unter 60-Jährigen ist signifikant; Verschreibungen für Herzmedikamente liegen weit unter dem Normalwert und es gibt übermäßige Todesfälle infolge von Herzerkrankungen.

Die Kommunistische Partei Chinas24 hat angeordnet, dass alle wissenschaftliche Literatur zu COVID-19 vor der Veröffentlichung erst vom chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie oder vom Bildungsministerium genehmigt werden muss. Diese politische Einmischung bedeutet, dass alle chinesischen wissenschaftlichen Veröffentlichungen als verdächtig zu betrachten sind.

Und abschließend:

Nach Durchsicht der bisher am häufigsten zitierten Arbeiten auf diesem Gebiet fällt auf, dass es kaum überzeugende Beweise für irgendetwas anderes als die geringfügigsten Symptome gibt, die aus einer vermeintlich asymptomatischen Ausbreitung resultieren; die meisten oder alle davon könnten Fehldiagnosen sein und sind auf jeden Fall nur anekdotisch. Außerhalb Chinas gibt es keine Beweise dafür, dass irgendjemand auch nur mäßig starkes COVID-19 aufgrund einer echten asymptomatischen Ausbreitung entwickelt hat, im Gegensatz zu einer präsymptomatischen Ausbreitung.


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10 Kommentare zu „Gibt es Beweise für asymptomatische Ansteckung?

  1. Hallo in die Runde,
    die Krux ist ja, dass die allgemeine Angst und Über-Vorsicht dazu führt, dass gesagt wird: „DER KÖNNTE JA ALSBALD ERKRANKEN (WAS MAN NOCH NICHT WEISS)“ und somit im Pinzip JEDE*R ein potentieller präsymptomatischer Überträger sein. Also alle dauerschützen und dauertesten, dann ist man auf der angeblich sicheren Seite. Denken die Übervorsichtigen.

    Rein theoretisch könnt es freilich auch so gehen: Herr Mustermann wird infiziert, entwickelt keine Symptome, scheidet einige Viren aus, und besiegt dann die Krankheit. Somit wäre er dann asymptomatisch verteilend und nicht präsymptomatisch. Demzufolge ist präsymptomatische Ansteckung, die es wie ausgeführt kaum gibt, eine Unterform der asymptomatischen Ansteckung (die es kaum bis garnicht gibt).
    Insofern d’accord: Auf solche Seltenheiten einen nahezu weltweiten Lockdown + wirtschafts- und menschenkillende Massnahmen zu setzen, ist nicht nur unverhältnismässig und verfehlt sondern im besten Sinne des Wortes UNVERANTWORTLICH.

    Übrigens – ein heftiges DANKESCHÖN für ihre hervorragende Blog-Arbeit!

    Hubert

  2. Gerne wiederhole ich mich 😉

    Aus dem Kontakt eines positiv Getesteten, ja sogar eines tatsächlich Infizierten mit einem dann danach tatsächlich neu Infizierten kann nicht automatisch geschlossen werden, dass die Infektion aus diesem Kontakt entstanden ist. So etwas ist wissenschaftlich überhaupt nicht machbar. Man kann nicht die Viren eine Person blau färben und dann nach Kontakt-Personen mit ebenso blauen Viren suchen. Die Infektion einer Person durch eine bestimmte andere ist IMMER eine bloße Vermutung, die nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mehr oder weniger zutreffen mag.

    Das schlimme heute ist, dass Ergebnisse aus Studien, die die Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse zumindest für einen Fachmann ja einordenbar wiedergeben mag, werden für die öffentliche Darstellung verballhornt und trivialisiert, so dass aus Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten vermeintliche Sicherheiten werden.

    Alltagswissen ist, dass jemand der durch Infektion krank ist, seine Symptome aus den körperlichen Schäden durch die Infektion (bei Vireninfektion Zerstörung von Körperzellen) sowie dem Abwehrkampf des Körpers (Immunreaktion) erhält.

    Damit sollte aber auch jedem klar sein, dass ohne Symptome auch keine übermäßig hohe Virenlast produziert werden kann. Dazu kommt noch das Fehlen der typischen symptomatischen Aussscheidungsreaktionen wie Schleimbildung, Husten, Schnupfen, Niesen, Sekretion).

    Die Mär von dem „asymptomatisch Ansteckenden“ scheint mir mehr und mehr eine Wiederauflage der „unbefleckten Empfängnis“ im modernen Gewandt zu sein. (Alle Katholiken und Corona-Gläubigen mögen entschuldigen, aber ich glaube an beides nicht.)

  3. Die (Fehl-)Einschätzung über die Bedeutung der asymptomatischen Übertragung ist ein Werk, an dem mehrere prominente Figuren beteiligt waren.
    Im Zusammenhang mit einer Kontroverse darüber, die bereits im Juni von einer WHO-Wissenschaftlerin ausgelöst wurde
    https://www.the-scientist.com/news-opinion/who-comments-breed-confusion-over-asymptomatic-spread-of-covid-19-67626
    finde ich dieses Zitat von Anthony Fauci äußerst aufschlussreich:
    „We know that there is asymptomatic transmission…. What we do not know is the extent to which that occurs. So when we hear statements that this is very rare, we do not know that as a fact”
    „Wir wissen, dass es asymptomatische Übertragung gibt…Was wir nicht kennen ist das Ausmaß, in dem das vorkommt. Wenn wir also Behauptungen hören, dass das sehr selten sei, dann wissen wir das nicht als Tatsache“.
    Diese Aussage eignet sich beinahe als ein Musterbeispiel für rabulistische Scheinlogik:
    Fauci versucht hier nichts Anderes, als aus dem Mangel an harten Beweisen, dass asymptomatische Übertragung bei Corona (wie bei allen anderen Viren) sehr selten ist, die Gewissheit abzuleiten, dass sie eine bedeutende Rolle spielt. Nur lupenreine Rabulisten sind in der Lage, aus dem Nichtwissen über etwas die Gewissheit („We know that there is…“) des Gegenteils zu konstruieren. Faucis Zitat ist so ausgeklügelt scheinlogisch aufgebaut, dass hier für einen Fehler wenig Raum bleibt.
    Alles spricht für gezielte Irreführung einer Öffentlichkeit, die sich dafür allerdings ziemlich bereitwillig hergegeben hat. Man muss nämlich kein Virologe sein, um die scheinlogische Natur solcher Argumente zu erkennen, denn die wissenschaftliche Logik als solche ist universell, also vom Fachbereich ganz unabhängig.

    1. Genau. Das Beispiel ist schlagend. So funktioniert der ganze Corowahn.

      „Wir können ja nicht ausschließen, dass …“ und daher müsse das Schlimmste angenommen werden.

      Jemand hat das ganze auch mal als Konjunktiv-Seuche bezeichnet. „könnte, würde, nicht auszuschließen, möglicherweise, mögliche Hinweise, damit rechnen müssen, zu befürchten, …“, und immer ganz viel Fragezeichen im Text!

      Es ist wohl ein Kennzeichen bei Paranoikern, dass immer der schlimmst mögliche (oder sogar unmögliche) Fall als Richtschnur genommen wird.

      1. Und das wichtigste Mittel dazu ist eine völlig verfälschende Art der Darstellung von Zahlen und Grafiken!

    2. Sehr gut analysiert. Unfassbar viel in der heute „veröffentlichten“ Wissenschaft beruht auf dieser „Rabulistik“!

  4. Ist es einfach nur Dummheit?

    Hier fabuliert eine Sandra Reuse auf NDS von Gefahren durch Covid-19. Überall sieht sie Ansteckung, Ansteckung, Ansteckung – angeblich wissenschaftlich belegt.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=68188

    Aber wo sind die Toten? Das interessiert dann nicht. Komisch. Im ganzen Text geht es dauernd um Infektion, Risiko, Symptome – aber kein Wort zu wirklichen Opfern. Es wird praktisch so getan, wie wenn eine Infektion das Allerschrecklichste der Welt wäre. Häh? Ist es nicht völlig normal, dass man Infektionen hat? Haben wir in unserem Leben nicht hunderte von Infektionen bis wir dann mal wahrscheinlich an einer letzten sterben? Werden da nicht völlig normale Lebensumstände skandalisiert?

    Nehmen wir „das mittlerweile traurig-berühmte Chortreffen in Skagit / Washington, wo sich 80% der Mitglieder eines Chores infizierten und zwei starben.“ An Covid-19? Oder einfach weil sie alt waren? Der Chor soll aus 122 Mitgliedern bestanden haben. Nach mehreren Chor-Proben sollen 53 „Fälle“ „identifiziert“ worden sein. Davon wiederum 33 „bestätigt“ (was „identifiziert“ und was „bestätigt“ genau ist? Keine Ahnung.). 3 Personen kamen (irgendwann) ins Krankenhaus, 2 starben (irgendwann an irgendwas).

    Das Medianalter der Mitglieder sei 69 Jahre gewesen (31-83).

    Als Nachweis-Methode für eine Covid-19-Infektion wird nur der PCR-Test angegeben. Es findet sich keinerlei Hinweis, dass die Erkrankten auch auf andere Infektionen untersucht worden wären.

    Aber das Beste: „All three hospitalized patients had two or more underlying medical conditions.“ gehörten also zu den 20% der „Fälle“ mit allgemein schlechtestem Gesundheitszustand.

    https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6919e6.htm?s_cid=mm6919e6_w

    „All authors report receipt of funding through Public Health Emergency Preparedness grant from the Washington State Department of Health during the conduct of the study. “ Auf deutsch gesagt: alle Autoren leben davon, überall Seuchengefahren zu sehen.

    Mit solchen Dramen werden wir also in Panik gebracht und schwersten Grundrechtsbrüchen unausgesetzt. Und angebliche Nachdenker präsentieren uns diese Dramen als mögliche „gute Gründe“ an eine Seuche zu glauben und zu überlegen, ob man Singen besser lassen soll oder nicht.

    Wir diskutieren hier ob wir zusammen singen dürfen wegen einem angeblichen, tatsächlich so es sich so zugetragen hat, völlig trivialen Ereignis (ja, es sind angeblich Menschen gestorben – aber es sterben IMMER Menschen!) von dem wir vom Hörensagen wissen: unter 122 älteren Menschen seien die 2 mit dem schlechtesten Gesundheitszustand gestorben.

    Und wie viel Tote gab es in Heinsberg (und wie viele sterben dort sowieso immer)?

    Ich fasse es einfach nicht.

    Der Artikel simuliert ja zwar Skepsis und Kritik. Aber tatsächlich zielt er darauf ab (absichtlich oder versehentlich), dubiose Studien und völlig überdramatisierte Ereignisse, die man uns über die halbe Erdkugel Entfernung hinweg erzählt, für voll und wahr und alarmierend anzusehen.

    Wenn man Erzählungen, die mit dem Stempel „Wissenschaft“ versehen wurden, nicht glaubt, ist man ein Leugner und Verschwörungstheoretiker. Aber Hallo? Sind Wissenschaftler keine Menschen? Haben die keine Interessen neben ihrem Beruf, zB Geld verdienen, Karriere machen? Irren sich Wissenschaftler nicht? Ist das was ein Wissenschaftler absondert immer nur Wahrheit – nichts als die reine Wahrheit?

    Das will man uns einreden um mithilfe von „Wissenschaft“ uns gefügig zu machen. Wenn wir nicht an die Kirche, nicht an „den freien Markt“, nicht an das Gewissen und das prinzipielle Wohlwollen der Politiker, nicht an die Objektivität der Medien glauben wollen – aber an die Wahrheit der Wissenschaft MÜSSEN wir glauben, sonst sind wir Leugner, Verschwörungstheoretiker, Querulanten, ja am Ende gar Volksverräter?

    Ich glaube an die Wissenschaft, die wissenschaftliche Methode. Aber nicht an das, was uns heute in Form von Pseuodwissenschaft als Wissenschaft verkauft wird. Wissenschaft hinter der Interessen stehen (und sei es nur das Interesse, seinen Job zu behalten und das davon abhängt, was man als „Ergebnis“ abliefert) ist PR mit Zahlen, Grafiken und viel Blabla von Personen mit mehr oder weniger verdienten und mehr oder weniger bedeutsamen akademischen Titeln.

  5. um die ursprüngliche Fragestellung anzugehen sollte die Datensammlung jedes einzelnen dt Gesundheitsamts eigentlich mehr als ausreichen. Man könnte ja eines/welche auswählen, wo besonders sorgfältig gepflegte Datenbestände vorhanden. Man zeige diese mir (oder irgendwem mit logischer Denkart) und ich werde die Frage beantworten. –warum in aller Welt tat und tut da niemand, vom RKI oder irgendeiner Uni, einem Amt, oder oder… warum nicht ???

    Alternativ müssten die Daten zu Tönnies Ereignissen vom Juni 20 hinreichen.
    Ich erinnere mich den gesamten Untersuchungsbericht gesichtet zu haben, jedoch Info betreff Symptomatik allenfalls vom vermeintlichen Indexfall gefunden zu haben!
    Dabei war in Presse die Rede von ganz bis überwiegend Asymptomtischen, während die grafische RKI Statistik ganz überwiegend blaue Balken anzeigt, also symptomatische (s. 16./17.6.) .
    Ich hatte dazu sogar die Gesundheitsämter angeschrieben und versucht telefonisch Antwort zu bekommen;
    es kam teils was zurück, teils wurde verweigert /aufs RKI verwiesen etc , jedenfalls alles nichtssagend.

    Ich spekulierte damals, daß man nicht groß publik werden lassen wollte, falls es tatsächlich Symptome gegeben haben sollte, was ja auf Tönnies zurückfallen würde…

    andererseits sprach viel für Asymptomatische, wobei es viele Post….ähm wie soll ich korrekt sagen ..Postinfektiöse (nicht mal das muss richtig sein) gewesen sein könnten, wie es auch eine erste offizielle Verlautbarung nahelegte („Restpositivität“) .

    Jedenfalls steckten diese vielen Hundert Schlachtarbeiter sogut wie niemand weiteren an in Folge.

    Man hatte sogar Genom sequenziert um die Indexfälle zu finden und deren Virus-Herkunft und die Ansteckungsfolge zu rekonstruieren.

    Wer Energie und Zeit hat, mag sich das nochmal ansehen. Wer den Link nicht findet, bitte melden

  6. Arbeitshypothese darf heissen: Asymptomatische sind deutlich weniger ansteckend.
    Falls Viren an Nichtvulnerable gelangen werden sie dort mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wiederum keine Symptome hervorrufen.
    (In dem Zhsg fällt mir die frühe Vermutung amerik. Experten ein, daß durch Maskentragen die transferierten Virenlasten öfter in einem soften Bereich verbleiben, was wie eine Art Immunisierungsprozedere wirken kann (unter weitgehend Gleichaltrigen zb))

    Was bringt das nun konkret für Betreiben der Gesundheitsämter?

    Zunächst die weitere Hypothese, daß späte präsymptomatische Phase das höchste Übertragungsrisiko mit sich bringt.
    Sobald Symptome da, erkennt mensch sich und wird erkannt als krank, und Kontakte werden – besonders zu Pandemiezeiten – sofort drastisch eingeschränkt. Man zieht sich aus dem Verkehr, auch dem viralen.

    Handlungsdevise betreff neuem Positivbefund könnte folglich sein

    a, Kann wahrscheinlicher Ansteckungszeitpunkt/zeitraum rückermittelt werden?
    falls ja, ergibt sich aus Virenlast (bisher repräsentiert durch Ct-Wert, aber exakter zu benennen durch Labor in Abhängigkeit der konkret verwendeten Testtechniken) und Zeitspanne seit Exposition eine erste Einschätzung zum Verlaufstadium.
    Sollte Exposition schon mehr als 1 Woche zurückliegen und Test mit niederer Virenlast kann man erwarten, daß ein asymptomatischer Verlauf verbleibt. Bis soundsowenige Tage nach Probenahme(max 4 oder 5 Tage) bzw Expo (max 10 Tage) wird isoliert, am Morgen des letzten Isolationstag ein Nachtest gemacht.

    Bei Nichtanstieg Virenlast (oder alternativ pos.Antikörpernachweis) und bleibender Symptomfreiheit wird Isolation beendet ebenso zeitgleich jede Quarantäne von Kontaktpersonen!!! — letzteres dürfte ökonomisch am meisten bringen.
    Für 40-50% der Fälle (Asymptomatische) entfallen hierdurch bereits 2/3 des Quarantäneaufwands gegenüber sturer 14 Tage-Quara Praxis.

    Bei symptomatischen Indexfällen werden i.d.R. bei Probenahme bereits Symptome vorliegen.
    Auch hier könnte, unter Voraussetzung einer Symptomreduzierung/freiheit, nach soundsovielen Tagen (nach Symptombeginn) ein Nachtest nützlich sein.
    Bei sinkender Viruslast bzw ersten pos. IgM Test kann Entwarnung gegeben werden, allerdings noch nicht unbedingt für die Kontaktpersonen (abhängig von Expositionszeitpunkt).
    Analog gelten aber für Kontaktpersonen auch max 10 Tage Quara ab Expo bei Symptomfreiheit.

    Insgesamt wäre so die Gesamtzeitdauer an Isolationen bzw Quarantänen um mindest 50% über alle reduziert,
    was viel Erleichterung für Wirtschaftsunternehmen brächte, und noch wichtiger für Gesundheitseinrichtungen und Heime wäre, wo so Engpässe und Minderversorgung von Patienten bzw Heimbewohnern vermieden werden könnten.

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