Britische Behörden empfehlen Vitamin D als Vorbeugung bei Corona

Es ist längst bekannt, dass Vitamin D mindestens 2000 Vorgänge im Körper regelt, am wichtigsten darunter das Immunsystem. Und zwar sorgt sowohl dafür, dass es gegen Eindringlinge aktiv als auch ist es dafür zuständig es wieder abzuschalten, bevor es eigene Zellen beschädigt. Man kennt auch die dafür zuständigen Rezeptoren und weiß, dass deren Unterwicklung wegen Vitamin D Mangel in der Kindheit zu Autoimmunerkrankungen führt.

Wenig überraschend haben auch schon einige Studien festgestellt, dass niedrige Vitamin D Spiegel bei Covid-19 Patienten zu schwereren Verläufen der Erkrankung führten.

Vitamin D Untersuchungen im UK

Es gibt immer mehr Fragen, ob Vitamin D im Kampf gegen das Coronavirus eine Rolle spielt. Vor allem im UK gab es wegen hoher Todeszahlen unter der nicht-weißen Bevölkerung – 94% aller an Covid-19 verstorbenen Ärzte hatten einen BAME-Hintergrund (Black, Asian, and minority ethnic) – die Forderung von Behörden, dass Vitamin D in Bezug auf Corona untersucht werden solle: „British ministers order urgent review of vitamin D coronavirus“ titeln dazu die FR24.news. Der Guardian berichtete:

„Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens prüfen dringend die potenzielle Fähigkeit von Vitamin D, das Coronavirus-Risiko zu verringern. […] Der Wissenschaftliche Beratungsausschuss für Ernährung (SACN) hat diese Arbeit im vergangenen Monat begonnen und prüft die jüngsten Erkenntnisse zu Vitamin D und akuten Atemwegsinfektionen in der Allgemeinbevölkerung.“

Empfehlungen zur Vitamin D Supplementierung

Die französche Académie nationale de Médecine berichtete in einer Presseerklärung vom 22. Mai über die Empfehlung, alle Senioren über 60 zu testen und solche, die unter Vitamin D-Mangel leiden, mit Bolusdosen von 50.000 – 100.000 Einheiten Vitamin D zu behandeln. Und sie empfiehlt Menschen unter 60, die sich mit SARS-CoV-19 infiziert haben, mit 800-1000 Einheiten pro Tag zu supplementieren.

Nach einem BBC Bericht haben die Scientific Advisory Commission on Nutrition und die Gesundheitsbehörde National Institute of Health and Care Excellence (NICE) festgestellt, dass durch den Lockdown und zuwenig Aufenthalt im Freien Vitamin D Spiegel gesunken sind. Deshalb wird Supplementierung von Vitamin D empfohlen. Allerdings werden für Kinder nicht mehr als 50 und für Erwachsene nicht mehr als 100 Mikrogramm (8000 IE) Vitamin D pro Tag empfohlen.

ÄrztInnen, die viel Erfahrungen mit der Gabe von von Vitamin D zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen haben, empfehlen täglich 250 Mikrogramm (10.000 IE), ebenso tut dies eine in PubMed veröffentlichte Studie.

Ich selbst nehme wegen einer Autoimmunerkrankung täglich 250 Mikrogramm (10.000 IE) Vitamin D, so ich nicht einige Zeit in der Sommersonne verbringen kann. Regelmäßige Laborkontrollen ergeben dann Werte von 60 – 70 ng/ml, wobei je nach Labor als Regelwert 40 – 90, und für den Sommer sogar bis 120 ng/ml angegeben werden.

Normalerweise bekommt man das, wenn man genug Zeit draußen verbringt. Unsere Haut schafft es, wenn sie der Sonne ausgesetzt ist – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Sonne in einem Winkel kleiner als 45 Grad einfällt. Sonst wird nämlich die UVB Strahlung von der zu großen Luftschicht ausgefiltert. UVB wird benötigt um in der Haut aus Cholesterin das Vitamin D zu produzieren. Ob der Sonnenstand hoch genug ist, kann man leicht am eigenen Schatten kontrollieren, ist er kürzer als man selbst groß ist, ist alles gut, ist er gleich lang, steht die Sonne in 45 Grad.

Ganzjahres-Empfehlung für Vitamin D

Vor der Pandemie wurde den Menschen in Großbritannien bereits geraten, in den Wintermonaten (von Oktober bis März) Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. In der Zwischenzeit empfiehlt Public Health England das ganze Jahr über Vitamin D, wenn man nicht oft im Freien ist, in einem Pflegeheim lebt, normalerweise Kleidung trägt, die den größten Teil Ihrer Haut im Freien bedeckt.

Menschen mit dunkler Haut bekommen möglicherweise auch dann nicht genug, selbst wenn sie Zeit im Freien verbringen, und sollten daher eine ganzjährige Ergänzung in Betracht ziehen.

Die schottische und walisische Regierung sowie das nordirische Gesundheitsamt haben ähnliche Empfehlungen abgegeben.

Studien: Schutz durch Vitamin D bei Covid-19

Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

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