Ischgl: 85 Prozent der Infizierten haben nichts davon bemerkt

Nun wird auch in einer österreichischen Studie festgestellt, dass ein Anteil von 85% der Infizierten, die Infektion nicht einmal bemerkt hat. Und welcher Ort würde sich besser für eine Studie eignen als Ischgl. Ende April, als Ischgl noch unter Quarantäne stand, wurden fast 1500 Ischgler auf Antikörper getestet.

Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben der Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele Touristen aus anderen Ländern haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. Viele davon haben sich mit

42% der Getesteten mit Antikörpern

Die Ergebnisse der Studie weisen aus, dass über 42 Prozent der Getesteten Antikörper im Blut hatten, in Gröden kam man dagegen nur auf 27 Prozent. Die Zahl der Menschen mit Antikörpern, lag nach den Untersuchungen in Ischgl bei insgesamt 42,4 Prozent. „Das ist die höchste bisher publizierte Seroprävalenz“, so Dorothee von Laer, die Studienleiterin vom Institut für Virologie der MedUni Innsbruck. Da irrt allerdings die Studienleiterin, denn in Bergamo wurden ganze 57%, nämlich 5700 von 10.000 Einwohnern mit Antikörpern gefunden.

Wie nicht anders zu erwarten und wie in vielen Studien schon belegt, sind die Erwachsenen weit häufiger infiziert als Kinder. Bei den untersuchten Kindern unter 18 Jahren wiesen 27 Prozent Antikörper auf. „Die Kinder waren deutlich weniger betroffen“, so von Laer. Ebenfalls übereinstimmend mit anderen Studien waren am meisten betroffen Menschen in der Altersgruppe 18 bis 60.

Hoher Anteil an symptomlos Infizierten

Laer unterstrich, dass 85 Prozent der Infizierten nichts davon bemerkt hatten. „Das zeigt und ein weiteres Mal, dass viele Corona Fälle unbemerkt bleiben“, so der Epidemiologe Peter Willeit. Zentral aus der Studie gehe aber hervor, dass es auch in Ischgl keine Herdenimmunität gebe.

Das deckt sich allerdings nicht mit den Ergebnissen anderer Studien, die untersuchten, ob per PCR Testung als Infizierte erkannt, auch Antikörper entwickelten. Eine Studie der Universität Zürich hält es für möglich, dass es 5 mal mehr Infizierte geben kann, als Antikörper entwickeln. Auch in China wurde nachgewiesen, dass nicht alle Infizierte Antikörper entwickeln und dass diese auch relativ rasch wieder verschwinden.

Die Forscher nahmen auch Stellung zum Beginn der Infektionen. Messen lässt sich das nicht mehr, aber es sei zumindest unvernünftig anzunehmen, dass die Infektionen nicht schon im Februar aufgetreten seien. Bei den Befragungen haben viele von dem für die Infektion typischen Geschmacks- und Geruchsverlust berichtet. Diejenigen, die das berichteten wurden auch positiv auf Antikörper getestet.

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