Der 704-MW-Offshore-Windpark Revolution Wind vor der Küste von Rhode Island ist praktisch fertig gebaut: Alle 65 Turbinen stehen, seit März 2026 speist er Strom ins New-England-Netz ein, und die volle kommerzielle Inbetriebnahme wird für Ende 2026 erwartet.
Trotzdem hat die Trump-Administration am 9. Oktober 2026 einen neuen Anlauf unternommen, das Projekt zu stoppen. Das Innenministerium hat in einem laufenden Verfahren beantragt, die Genehmigung des Construction and Operations Plan (COP) aus dem Jahr 2023 an die Behörde zurückzuverweisen, damit diese die Einhaltung des Outer Continental Shelf Lands Act (OCSLA) neu prüfen kann.
Es ist der dritte Versuch der Regierung, den Park zu stoppen oder zumindest massiv zu behindern. Im August 2025 erließ das Bureau of Ocean Energy Management einen Baustopp mit Verweis auf nationale Sicherheitsinteressen, als der Park schon zu etwa 80 Prozent fertig war. Im Dezember 2025 folgte eine breitere Anordnung, die mehrere laufende Offshore-Projekte betraf und Radarstörungen sowie nationale Sicherheitsrisiken anführte. Beide Male setzten Gerichte die Stopps aus. Der zuständige Richter Royce C. Lamberth am District Court for the District of Columbia sprach von willkürlichem Regierungshandeln und erließ einstweilige Verfügungen, die den Weiterbau ermöglichten.
Der jüngste Schritt erfolgt im Rahmen einer Klage der Gruppe Green Oceans aus Rhode Island, die bereits im Januar 2024 gegen die Genehmigungen vorgegangen war. Die Kläger werfen den Behörden Verstöße gegen Umwelt- und Verfahrensvorschriften vor, darunter unzureichende Berücksichtigung von Fischerei, Freizeitnutzung, wissenschaftlichen Untersuchungen und Sichtbeeinträchtigungen. Das Innenministerium schließt sich nun der Forderung an, die COP-Genehmigung zur erneuten Prüfung zurückzuverweisen.
Der Antrag stoppt den Betrieb nicht sofort. Connecticut-Gouverneur Ned Lamont kritisierte den Schritt als Widerspruch zu angekündigten Bemühungen um schnellere Genehmigungsverfahren. Generalstaatsanwalt William Tong kündigte an, das Projekt notfalls erneut vor Gericht zu verteidigen.
Projekt und Kosten
Revolution Wind wird von Ørsted (dänischer Konzern, mehrheitlich im Besitz des dänischen Staates) und Skyborn Renewables betrieben. Die Baukosten liegen bei rund 6,2 Milliarden Dollar. Über 20-jährige Abnahmeverträge gehen 400 MW an Rhode Island und 304 MW an Connecticut (Preisniveau um 98–99 Dollar pro MWh). Die Behörden in Connecticut schätzen, der Park könne die Großhandelsstromkosten in New England ab 2028 um bis zu 500 Millionen Dollar jährlich senken – eine Zahl, die stark von Annahmen über Ersatzkapazitäten abhängt.
Solche Einsparungsversprechen stehen jedoch im Widerspruch zu den realen Erfahrungen mit Windstrom: Die Anlagen produzieren wetterabhängig und unstet. Offshore-Anlagen sind teuer in Bau und Wartung, benötigen massive Netzausbauten und erhöhen den Bedarf an Backup-Kapazitäten. Genau das kritisierte Trump schon früh als „Betrug des Jahrhunderts“: Staaten mit hohem Anteil an Wind und Solar verzeichnen oft die höchsten Strompreise.
Ausführlich nachzulesen im neuen TKP Buch Die Windkraft-Lüge. Was Windräder in Wahrheit anrichten.
Klimaeffekte: Offshore-Windparks entziehen dem Land den Regen
Über die unmittelbaren Nutzungskonflikte (Fischerei, Radar, Sichtbarkeit) hinaus greifen große Offshore-Windparks massiv in die atmosphärische Grenzschicht ein und können Niederschlagsmuster über Küstenregionen verändern. Eine im August 2026 in Communications Earth & Environment (Nature) veröffentlichte Studie von Naveed Akhtar et al. vom Helmholtz-Zentrum Hereon simulierte mit dem regionalen Klimamodell COSMO-CLM Ausbauszenarien für die Nordsee und Ostsee – vom Ist-Zustand über 2030 bis zum technischen Maximum 2050. (Nature-Studie)
Der Mechanismus: Die Rotoren entziehen der Strömung kinetische Energie und erzeugen Turbulenzen. Vor und über dem Windpark entsteht Konvergenz – verstärkte Aufwärtsbewegung, mehr Wolken und Niederschlag über dem Meer (in den Simulationen plus 12–18 Prozent, 8–10 mm pro Monat, die ins Meer fallen). Im Lee-Bereich (Wake) kehrt sich das um: Divergenz mit absinkender Luft, weniger Wolken und weniger Regen an Land. Für das 2050-Szenario ergibt die Studie Rückgänge von 10–15 Prozent an den Küsten Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande und Großbritanniens – am stärksten in Jütland. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen liegen die simulierten Rückgänge bei 5–8 Prozent. Die stärksten Effekte treten im Herbst und Winter auf, genau dann, wenn die Landwirtschaft auf Niederschlag und Grundwasserneubildung angewiesen ist. Mehr dazu in TKP vom, 1.9.2026
Die Studie steht nicht allein. Bereits 2018 zeigten Pan, Yan und Archer denselben Mechanismus für den Golf von Mexiko. Beobachtungsdaten von Al Fahel und Archer (2020) wiesen für den britischen Windpark Walney (rund 15 km vor der Küste) eine statistisch signifikante Reduktion von Windgeschwindigkeit und Niederschlagsrate an Land nach. Wake-Effekte können 60–100 km und mehr reichen. Die IPCC-Modelle (AR6) enthalten keine explizite Windpark-Parametrisierung – sämtliche regionalen Klimaprojektionen, auf denen die EU-Klimapolitik beruht, ignorieren diesen Effekt also schlicht. Die EU peilt bis 2050 300 GW Offshore-Wind an (davon mindestens 260 GW allein in der Nordsee), ohne systematische hochauflösende Folgenabschätzung.
Die Physik gilt nicht nur für die Nordsee. Auch an der US-Ostküste, wo Revolution Wind und weitere Parks in den Lee-Bereichen von Rhode Island, Connecticut und Massachusetts liegen, können großflächige Cluster vergleichbare lokale Umverteilungen von Niederschlag auslösen – über dem Meer mehr, an Land weniger. Hinzu kommen die dokumentierten Erwärmungseffekte von Meerwasser und Luft durch reduzierte Windgeschwindigkeit und veränderte Mischschichten sowie die Kontamination durch Rotorblattabrieb.
Bisherige Stoppversuche scheiterten an den Gerichten, weil die Begründungen (nationale Sicherheit, Radar) als unzureichend eingestuft wurden. Der neue Vorstoß setzt auf formelle Mängel im Genehmigungsverfahren. Für die Entwickler und die beteiligten Staaten bedeutet jede erneute Prüfung Rechtsunsicherheit. Die tatsächlichen Systemkosten, die Nutzungskonflikte und die klimatischen Nebenwirkungen – von der Umverteilung des Regens bis zur Erwärmung der Meeresoberfläche – werden dabei regelmäßig ausgeblendet.
All das und noch viel mehr finden Sie im neuen TKP Buch:
- Die Windkraft-Lüge. Was Windräder in Wahrheit anrichten Dr. Peter F. Mayer, Torsten Engelbrecht. TKP Verlag, 1. Auflage 2026. Paperback ISBN 978-3-9506363-0-7.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
2 Kommentare
Von bösen Buben wurde eine Ideologie namens Klimawandel indoktriniert. Die Folge nennt sich Klimawahn.
Alle Lebewesen verhalten sich nach „wachset und mehret euch“ und daß das auch möglich ist, hat Gott in die Erde riesige Mengen Kohle, Öl und Gas eingelagert, bei deren Verbrauch immer ausreichend CO2 freigesetzt wird für das Pflanzenwachstum. Ohne geht nix. Der erste war Thomas Robert Malthus, der gegen die Natur behauptet hat, die Erde könne die wachsende Menschheit nicht ernähren. Darauf beruht die Eugenik bis hin zu Bill-Gates-Vater und Sohn.
Bis heute habe ich noch keine einzige korrekte wirtschaftliche Kalkulation mit realistischem Annahmenkonstrukt für Windkraftanlagen gesehen.
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